{"id":268632,"date":"2023-09-11T10:29:08","date_gmt":"2023-09-11T09:29:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=268632"},"modified":"2024-09-13T10:35:08","modified_gmt":"2024-09-13T09:35:08","slug":"bnc-sma-und-co-die-heute-meistverbreiteten-koaxialverbindungen-im-portrait","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/bnc-sma-und-co-die-heute-meistverbreiteten-koaxialverbindungen-im-portrait-10268632\/","title":{"rendered":"BNC, SMA und Co.:  Die heute meistverbreiteten Koaxialverbindungen im Portrait"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-268633 size-full\" title=\"gut abgeschirmte Kabel sind essentiell\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/69424-Bild-1-e1694423913226.jpeg\" alt=\"hochqualitative Koaxialkabel\" width=\"300\" height=\"204\" \/>Das Koaxialkabel mit seiner Kombination aus Innenleiter und einem diesen vor St\u00f6rungen abschirmenden Au\u00dfenleiter ist nach wie vor in verschiedensten Bereichen eine der wichtigsten Kabel-Bauarten. Die Verbindung aus breit nutzbarem Frequenzbereich, breitbandiger Signal\u00fcbertragung, definierten Wellenwiderst\u00e4nden sowie unterschiedlichen, aber standardisierten Koaxial-Bauweisen und dadurch bekannten D\u00e4mpfungen (und Verk\u00fcrzungsfaktoren) machen es f\u00fcr verschiedenste Anwendungen der Signal\u00fcbertragung zur ersten Wahl.<!--more--><\/p> <p>Allerdings ist es f\u00fcr die allermeisten Anwendungen n\u00f6tig, Koaxialkabel mit entsprechenden Steckverbindern untereinander oder mit den gew\u00fcnschten Quellen und Abnehmern zu verbinden. Hierzu erl\u00e4utert die in Aachen ans\u00e4ssige ElectronAix GmbH &amp; Co. KG, Spezialist f\u00fcr Verbindungstechnik, darunter hochkompakte Koaxial- und Antennenkabel, die heute wichtigsten Bauformen von Steckverbindern.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>BNC &amp; TNC<\/p> <p>Entwickelt 1940 ist der BNC-Verbinder (Bayonet Neill Concelman) ein direkter Nachfolger des C-Steckers. Wie dieser verf\u00fcgt er \u00fcber einen Bajonettverschluss, ist aber deutlich kompakter und nicht automatisch wetterfest.<\/p> <p>Urspr\u00fcnglich entwickelt f\u00fcr milit\u00e4rische Kommunikationssysteme hat sich der BNC-Standard bis heute zu einem der wichtigsten Systeme f\u00fcr Frequenzen bis zirka 2 GHz. entwickelt. Es existieren zwei prim\u00e4re Versionen f\u00fcr 50 und 75 Ohm.<\/p> <p>In den sp\u00e4ten 1950ern wurde BNC, ebenfalls von seinen Erfindern Paul Neill und Carl Concelman, zu TNC (Threaded Neill Concelman) weiterentwickelt. Statt eines Bajonettverschlusses kommt hier ein 7\/16-Zoll-Gewinde zum Einsatz.\u00a0 Hierdurch wurde eine einfache Handhabung zugunsten einer insgesamt sichereren Verbindung im Angesicht deutlicher Vibrationen aufgegeben. Zwar existieren auch 75-Ohm-TNC-Verbinder, haupts\u00e4chlich kommen jedoch 50-Ohm-Systeme zum Einsatz.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Cinch<\/p> <p>Ebenfalls in den fr\u00fchen 1940ern von der Radio Corporation of America als sicherere Alternative f\u00fcr zuvor genutzte 1\/4-Zoll-Klinkenstecker entwickelt (cinch = et. sichern, festhalten).<\/p> <p>Der Zusammenhalt des Anschlusses erfolgt lediglich aufgrund der Reibung zwischen den \u00e4u\u00dferen Ringen von Buchse und Stecker. Prim\u00e4r wird Cinch bis heute in der Audio- und Videotechnik eingesetzt. Hierf\u00fcr haben sich verschiedene Farbcodierungen je nach Anwendung etabliert.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>F-Typ<\/p> <p>Der F-Steckverbinder wurde Anfang der 1950er explizit f\u00fcr die Unterst\u00fctzung des damals in der Entwicklung befindlichen Kabelfernsehens ersonnen. Seitdem hat er sich, nicht nur in den USA, zum vorherrschenden Steckverbinder f\u00fcr funk\u00fcbertragene Radio- und Fernsehanwendungen entwickelt und ist f\u00fcr Frequenzen bis zirka 2 GHz einsetzbar.<\/p> <p>Er existiert nur als 75-Ohm-Variante. Im Unterschied zu vielen anderen Steckverbindern wird der F-Typ lediglich auf das Koaxialkabel aufgeschraubt und h\u00e4lt ohne Crimpen, L\u00f6ten oder andere Techniken. Um verschiedene Kabel-Durchmesser zu erm\u00f6glichen, existiert der F-Typ ebenso in verschiedenen Durchmessern, die durch eingefr\u00e4ste Ringe aufgeschl\u00fcsselt werden.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>IEC (Belling-Lee)<\/p> <p>Der Steckertyp 60169-2 der International Electrotechnical Commission wurde Anfang der 1920er als Steckverbinder f\u00fcr damals aufkommende Radio-Anwendungen entwickelt. Insbesondere in Europa bekam er dadurch einen Status, der demjenigen des F-Steckers in den USA nahekommt.<\/p> <p>Der ma\u00dfgebliche Unterschied: Der IEC-Steckverbinder h\u00e4lt ebenfalls nur aufgrund von Reibung zwischen den \u00e4u\u00dferen Teilen von Buchse und Stecker. Er ist f\u00fcr Frequenzen bis zirka 1 GHz einsetzbar.<\/p> <p>Da beim Belling-Lee-Steckverbinder der Innenleiter h\u00e4ufig durch eine Klemmschraube gesichert wird, ist die Verdrahtung simpel. Allerdings gibt es einen schweren Nachteil: Der Steckverbinder ist nicht auf die 75 Ohm des Koaxialkabels angepasst \u2013 ein wichtiger Grund, warum er heutzutage immer seltener ist und h\u00e4ufig durch F-Steckverbinder abgel\u00f6st wird.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>MCX, MMCX &amp; SSMCX sowie weitere Miniatur- und Subminiaturverbinder<\/p> <p>Miniature Coax, Micro Miniature Coax, Super Small Miniature Coax. Hinter diesen Begriffen bzw. K\u00fcrzeln verbergen sich drei ab Ende der 1980er entwickelte Systeme f\u00fcr 50 und 75 Ohm sowie Frequenzen bis 6 GHz. Gedacht als kompaktere, modernere Alternative zum SMB-Format (welches seinerseits eine Kompaktvariante von SMA ist), haben sich die Typen zu wichtigen Verbindern im Bereich externer Antennen f\u00fcr Satellitennavigation, terrestrisches Digitalfernsehen und einigen Laborger\u00e4tetypen entwickelt.<\/p> <p>Verbunden werden die Steckverbinder \u00fcber eine Ringfuge in der Innenseite der Buchse, in die ein entsprechendes Element des Steckers greift. Dadurch gehen Verbindung und Trennung schnell vonstatten, dennoch ist die mechanische Verbindung insgesamt belastbarer als beispielsweise beim IEC-Steckverbinder.<\/p> <p>Schon seit einiger Zeit nimmt der Bedarf an diesen Systemen stark zu. Der Grund daf\u00fcr ist die enorme Ausbreitung von verschiedensten (digitalen) Systemen. Genauer: Systeme, die ihrerseits notwendigerweise \u00e4u\u00dferst kompakt gestaltet werden m\u00fcssen. Dadurch gibt es h\u00e4ufig nicht gen\u00fcgend Bauraum, um darin wahlweise Koaxialkabel herk\u00f6mmlicher Dicke unterzubringen oder entsprechende Steckverbinder.<\/p> <p>Allerdings sind selbst SSMCX-Stecker und -Buchsen noch nicht die kleinsten m\u00f6glichen Verbinder. Unter anderem mit OSP, OSSP, SMP, SMPM, MMCX und MMPX stehen noch weitere Typen bereit. Sie sind fast durch die Bank f\u00fcr einen h\u00f6heren Gigahertz-Bereich freigegeben. Dadurch k\u00f6nnen sie in sehr kompakten, miniaturisierten Systemen unter anderem f\u00fcr hohe Daten\u00fcbertragungsraten herangezogen werden.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Weitere wichtige Micro-Koaxialverbinder:<\/p> <ul> <li><span style=\"color: #99ccff;\">CABLINE\u00ae: Existiert in mehreren Ausf\u00fchrungen, die hohe Datenraten im Bereich zwischen 3,4 und 10 Gigabit pro Sekunde (Gbit\/s)\u00a0\u00a0 unterst\u00fctzen und unter anderem zur Anbindung von LCD-Screens Verwendung finden.<\/span><\/li> <li><span style=\"color: #99ccff;\">MHF\u00ae: Ein l\u00f6tfreies Klemmsystem mit 50 Ohm f\u00fcr bis zu 9 GHz bzw. bei MHF7\u00ae sogar bis zu 45 GHz.<\/span><\/li> <li><span style=\"color: #99ccff;\">U.FL\u00ae: Verbinder mit einem extrem kompakten Formfaktor, der je nach Ausf\u00fchrung in zusammengesteckten Zustand eine Bauh\u00f6he von lediglich bis zu 2,4 Millimeter aufweist. Dennoch sind Frequenzen bis 6 GHz m\u00f6glich.<\/span><\/li> <\/ul> <p>Aufgrund ihrer enormen Kompaktheit bei gleichzeitig hoher Leistungsf\u00e4higkeit sind derartige Micro-Koaxialverbinder h\u00e4ufig erste Wahl f\u00fcr verschiedene Bereiche in der zivilen Systemtechnik, aber auch beim Milit\u00e4r und in der Raumfahrt.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>N-Typ<\/p> <p>Der Neill oder Navy-Steckverbinder, entwickelt im Zweiten Weltkrieg, hat einen \u00e4hnlichen milit\u00e4rischen Hintergrund wie der BNC-Standard. Seitdem hat sich die geschraubte, heute bis zirka 11 GHz taugliche Verbindung jedoch zu einem wichtigen zivilen Standard entwickelt. Genutzt wird sie haupts\u00e4chlich in zwei Anwendungsgruppen:<\/p> <p>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 50 Ohm: Weite Verbreitung im Mobilfunk, Amateurfunk und bei \u00e4hnlichen Daten\u00fcbertragungen.<\/p> <p>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 75 Ohm: Genutzt in der Kabelfernsehen-Infrastruktur.<\/p> <p>Als Nachteil erweist sich die Tatsache, dass beide Versionen miteinander ohne \u201eGewalt\u201c verbunden werden k\u00f6nnen und oftmals nicht markiert sind. Dadurch besteht die Gefahr unerkannter Gr\u00fcnde f\u00fcr schlechte Verbindungen.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>PL \/ UHF<\/p> <p>Der auch als PL-259 (Stecker) und SO-239 (Buchse) bekannte Steckverbinder war in den 1930ern eines der ersten geschraubten Systeme \u2013 ebenfalls f\u00fcr das Milit\u00e4r.<\/p> <p>Evolution\u00e4r und technisch betrachtet handelt es sich hierbei um einen direkten Nachfolger des \u201eBananensteckers\u201c. Aufgrund heutiger Anspr\u00fcche und Alternativen ist die PL-Verbindung nur bis zirka 100 MHz tauglich. Hieraus resultiert die etwas verwirrende Bezeichnung: Zur Zeit der Entwicklung wurde mit Ultra High Frequency alles jenseits von 30 MHz bezeichnet. Heute indes wird diese Bezeichnung international f\u00fcr den Frequenzbereich zwischen 300 MHz und 3 GHz genutzt.<\/p> <p>Hei\u00dft, eigentlich m\u00fcsste der UHF-Steckverbinder heute VHF- oder HF-Steckverbinder hei\u00dfen. Trotz seiner technischen Nachteile wie einem nicht zum Kabel passenden Widerstand konnte sich der PL-Steckverbinder bis heute eine Nische bei Amateur- CB- und Seefunkanwendungen bewahren.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>SMA \/ RP-SMA<\/p> <p>Sub-Miniature-A nennt sich eine der heute am weitesten verbreiteten Schraubverbindungen f\u00fcr Hochfrequenz-Anwendungen. Entwickelt wurde die Verbindung in den 1960ern unter anderem f\u00fcr Luft- und Raumfahrtanwendungen.<\/p> <p>Dadurch ist das auf 50 Ohm standardisierte SMA-System selbst aus heutiger Sicht angenehm kompakt, kann bis mehr als 25 GHz genutzt werden und offeriert dennoch eine verl\u00e4ssliche Verbindung.<\/p> <p>Bei SMA hat der Stecker die bewegliche \u00dcberwurfmutter, w\u00e4hrend die Buchse ein Au\u00dfengewinde aufweist. Bei Reverse-Polarity-SMA ist es umgekehrt \u2013 haupts\u00e4chlich wurde RP-SMA entwickelt, um die Nutzung von Aftermarket-Antennen mit ungeb\u00fchrlich hohem Antennengewinn an Routern zu unterbinden.<\/p> <p>Aufgrund der gro\u00dfen nutzbaren Bandbreite und Kompaktheit werden SMA und RP-SMA heute f\u00fcr ein sehr breites Anwendungsspektrum zwischen Mobil- und anderen Funkanwendungen \u00fcber Laboranwendungen bis hin zur Radioastronomie genutzt.<\/p> <p>Bildquelle: stock.adobe.com \u00a9 sommai<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Koaxialkabel mit seiner Kombination aus Innenleiter und einem diesen vor St\u00f6rungen abschirmenden Au\u00dfenleiter ist nach wie vor in verschiedensten Bereichen eine der wichtigsten Kabel-Bauarten. 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