{"id":269828,"date":"2025-04-25T12:01:39","date_gmt":"2025-04-25T11:01:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=269828"},"modified":"2025-04-25T12:01:39","modified_gmt":"2025-04-25T11:01:39","slug":"nahrungsergaenzungsmittel-im-sport-sinnvoll-oder-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/nahrungsergaenzungsmittel-im-sport-sinnvoll-oder-nicht-10269828\/","title":{"rendered":"Nahrungserg\u00e4nzungsmittel im Sport &#8211; sinnvoll oder nicht?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-269829 size-full\" title=\"N\u00e4hrstoffe in Form von Pillen?\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/461445-e1745578834860.jpg\" alt=\"Messer und Gabel zerteilen Kapseln\" width=\"300\" height=\"200\" \/>40. GOTS Kongress, 15.-17. Mai 2025, Donauuniversit\u00e4t Krems<\/p> <p>Die Verwendung von Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln (NEM) ist im Breiten- und Spitzensport weit verbreitet. Bei den meisten ist die wissenschaftliche Evidenz f\u00fcr den Nutzen im Sport unzureichend. Zahlreiche Fachgesellschaften empfehlen zur Gesundheitsf\u00f6rderung und Leistungsoptimierung &#8222;Food first-Strategien&#8220;, d.h., eine an Training- und Wettkampfbelastungen angepasste, ausgewogene Ern\u00e4hrung. <!--more-->In spezifischen Situationen kann nach gr\u00fcndlicher Risiko-Nutzen-Analyse der Einsatz bestimmter NEM dennoch sinnvoll sein (Food first, but not always food only). In welchen individuellen Situationen ein Einsatz Sinn macht und worauf dabei zu achten ist, dar\u00fcber referiert PD Dr. Oliver Neubauer, Forschungsbereichsleiter &#8222;Sportern\u00e4hrung mit physiologischer Ausrichtung&#8220;, Department f\u00fcr Ern\u00e4hrungswissenschaften, Universit\u00e4t Wien und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universit\u00e4t f\u00fcr Weiterbildung Krems auf dem 40. GOTS-Kongress. Der hochkar\u00e4tige Kongress findet vom 15. bis 17. Mai an der Donau-Universit\u00e4t Krems statt.<\/p> <p>&#8222;Eine gute fachliche Evidenz haben je nach Art und Intensit\u00e4t des Sports und in jeweils sportartspezifischen Situationen Sportgetr\u00e4nke, kohlenhydrat-reiche Energieriegel, Gels und Proteinsupplemente, Eisen, Multivitamine, Vitamin D und Probiotika&#8220;, so Neubauer.<\/p> <p>Diese Produkte sichern den Bedarf an Energie, Kohlenhydraten und Fl\u00fcssigkeit unmittelbar vor und w\u00e4hrend intensiver und langer Ausdauerbelastungen, wie z.B. einem (Halb-)Marathon. Bei einer Belastungsdauer von 45 bis 75 Minuten reichen f\u00fcr eine leistungsf\u00f6rdernde Wirkung bereits geringe Mengen an Kohlenhydraten. Bei einer Belastungsdauer ab einer Stunde bis zweieinhalb Stunden wird eine Zufuhr von 30 bis 60 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde empfohlen, ab zweieinhalb Stunden 60 bis 90 Gramm pro Stunde. Energieriegel sollten Kohlenhydrate in leicht verdaulicher und schnell absorbierbarer Form enthalten. Bei extremen Belastungen, unter Hitzebedingungen und bei hohen Schwei\u00dfverlusten sollte jeder auf die Beigabe von Natrium in Sportgetr\u00e4nken achten.<\/p> <p>Proteinsupplemente<\/p> <p>Proteine (Eiwei\u00dfe) sorgen nach dem Training f\u00fcr die Neubildung k\u00f6rpereigener Proteine als molekulare Basis f\u00fcr Anpassungen an Kraft- und Ausdauertraining. Grunds\u00e4tzlich kann ein trainingsbedingter Mehrbedarf von 1,2 bis 2 Gramm Proteinen pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht (abh\u00e4ngig von der Trainingsgesamtbelastung) sehr gut \u00fcber eine geeignete Zusammenstellung nat\u00fcrlicher Lebensmittel abgedeckt werden. Dies gilt auch f\u00fcr die empfohlene Zufuhr von 20 bis 30 Gramm hochwertigen Proteinen in der unmittelbaren Regenerationsphase nach intensivem Training, um die muskul\u00e4re Proteinneubildung zu optimieren. Proteinsupplemente bieten keinen physiologischen Vorteil im Vergleich zu Lebensmitteln.<\/p> <p>Mikron\u00e4hrstoff-Supplemente<\/p> <p>Zu m\u00f6glicherweise kritischen Mikron\u00e4hrstoffen in sportartspezifischen Situationen z\u00e4hlen Eisen, Calcium, Natrium und Vitamin D. Potenzielle Ursachen f\u00fcr eine Unterversorgung sind sportassoziierte Verluste (z.B. \u00fcber den Schwei\u00df), ein trainingsbedingter Mehrbedarf (z.B. durch einen gesteigerten Energieumsatz), und sportartspezifische Ern\u00e4hrungsweisen (z.B. in Phasen der Gewichtsreduktion).<\/p> <p>Ein m\u00f6glicher sportbedingter Mehrbedarf bei Mineralstoffen und Vitaminen ist schwierig zu bestimmen. Allerdings kann auch ein theoretischer Mehrbedarf im Bereich von ca. 100 bis 200 Prozent der Referenzwerte f\u00fcr die Allgemeinbev\u00f6lkerung in der Regel sehr gut durch eine ausgewogene und energiebilanzierte Ern\u00e4hrung erreicht werden. Multi-Vitamin-\/Mineralstoff-Pr\u00e4parate machen nur in bestimmten Situationen Sinn und es muss auf eine &#8222;physiologische&#8220; Dosierung geachtet werden.<\/p> <p>Einen m\u00f6glichen Nutzen, aber noch unzureichend erforscht, bieten isolierte Polyphenole, Kollagen-Protein, Carnitin und Fisch\u00f6l.<\/p> <p>Keinen gesicherten Nutzen haben dagegen Magnesium, Beta-Hydroxy-beta-Methylbutyrat (HMB) und Verzweigkettige Aminos\u00e4uren (BCAAs)\/Leuzin.<\/p> <p>Fazit<\/p> <p>Sowohl f\u00fcr den Breiten- als auch f\u00fcr den Spitzensport bietet eine ausgewogene Lebensmittelauswahl ein enormes Potenzial. In den letzten Jahren wurden zahlreiche lebensmittelbasierte Empfehlungen f\u00fcr eine an Trainingsbelastungen angepassten Ern\u00e4hrung entwickelt und validiert. Anschauliche Beispiele sind die Lebensmittelpyramide f\u00fcr Sportler und Sportlerinnen der Swiss Sports Nutrition Society (SSNS) oder &#8222;The Athlete&#8220;s Plate&#8220;. F\u00fcr alle Freizeitsportler gilt: NEM sind nur sinnvoll in Situationen, in denen die bedarfsdeckende Aufnahme von Energie, N\u00e4hrstoffen (besonders Kohlenhydrate) und Fl\u00fcssigkeit in Form von &#8222;nat\u00fcrlichen&#8220; Lebensmitteln nicht praktikabel ist. Oder bei einem klinisch diagnostiziertem N\u00e4hrstoffmangel.<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/gots-kongress.org\/programm\/\"  rel=\"nofollow\">Zum Kongress<\/a><\/p> <p>Die trinationale (Deutschland, \u00d6sterreich, Schweiz) Gesellschaft f\u00fcr Orthop\u00e4disch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Zusammenschluss von Sportorthop\u00e4den und Sporttraumatologen. Sie ist erster Ansprechpartner in der Versorgung von Sportverletzungen und Garant f\u00fcr Qualit\u00e4t in der sporttraumatologischen Versorgung. Ihr Ziel ist es, das Verst\u00e4ndnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualit\u00e4t zu erhalten. Daf\u00fcr f\u00f6rdert die GOTS die Aus-und Weiterbildung, die Forschung sowie den internationalen Austausch unter sportorthop\u00e4disch und sporttraumatologisch t\u00e4tigen Medizinern und Berufsgruppen angrenzender Fachgebiete.<\/p> <p><b>Kontakt<\/b><\/p> <p>Gesellschaft f\u00fcr Orthop\u00e4disch-Traumatologische Sportmedizin<\/p> <p>Kathrin Reisinger<\/p> <p>Bachstra\u00dfe 18<\/p> <p>07743 Jena<\/p> <p>0 36 41 \/ 63 89 144<\/p> <p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pr-gateway.de\/media\/pr\/image\/30891\/email\/presse\/461445.png\" alt=\"281ead8341d6d11993f3503ca6e426f686fe1feb\" \/><\/p> <blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"pQSQRpUzed\"><p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/gots.org\/\"  >Home<\/a><\/p><\/blockquote> <p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Home&#8220; &#8212; GOTS\" src=\"https:\/\/gots.org\/embed\/#?secret=spkfK81IhY#?secret=pQSQRpUzed\" data-secret=\"pQSQRpUzed\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p> <p>Bildquelle: Pixabay<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>40. GOTS Kongress, 15.-17. Mai 2025, Donauuniversit\u00e4t Krems Die Verwendung von Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln (NEM) ist im Breiten- und Spitzensport weit verbreitet. Bei den meisten ist die wissenschaftliche Evidenz f\u00fcr den Nutzen im Sport unzureichend. 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