{"id":270700,"date":"2026-05-15T14:23:12","date_gmt":"2026-05-15T13:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=270700"},"modified":"2026-05-15T14:23:12","modified_gmt":"2026-05-15T13:23:12","slug":"tierische-faelle-vor-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/tierische-faelle-vor-gericht-10270700\/","title":{"rendered":"Tierische F\u00e4lle vor Gericht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-270701 size-full\" title=\"Zwergziege mit umwerfender Wirkung\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/474827-e1778851319770.jpg\" alt=\"ein Zicklein auf Sandboden\" width=\"300\" height=\"212\" \/>ARAG Experten erl\u00e4utern rechtliche Folgen von ungew\u00f6hnlichen Begegnungen<br \/> Wenn vermeintlich harmlose Situationen pl\u00f6tzlich rechtliche Folgen haben, lohnt es, genauer hinzuschauen. Wer haftet nach einem Unfall im Streichelzoo? Wer tr\u00e4gt das Risiko, wenn ein Tier beim Einschl\u00e4fern die \u00c4rztin verletzt? Und d\u00fcrfen St\u00e4dte das F\u00fcttern von Tauben wirklich verbieten? Die ARAG Experten ordnen drei aktuelle Entscheidungen ein.<!--more--><\/p> <p>Umgerannt im Streichelzoo: Wer tr\u00e4gt das Risiko?<\/p> <p>In einem Tierpark betrat eine Urlauberin das Streichelgehege mit afrikanischen Zwergziegen. Dort wurde sie von einer Ziege umgerannt und verletzte sich so schwer am Knie, dass eine Operation und eine l\u00e4ngere Krankschreibung notwendig wurden. Ihre Krankenkasse verlangte anschlie\u00dfend vom Tierpark die Erstattung von rund 30.000 Euro Behandlungskosten. Nach Auskunft der ARAG Experten sah das Landgericht Stralsund daf\u00fcr jedoch keine Grundlage (Az.: 2 O 77\/25). Wer ein Streichelgehege betritt, muss mit typischem Tierverhalten rechnen. Im konkreten Fall konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Ziege besonders aggressiv war oder die Frau gezielt angegriffen hat. Entscheidend war f\u00fcr die Richter zudem, dass der Tierpark seine Sorgfaltspflichten erf\u00fcllt hatte. Die eingesetzte Ziegenrasse ist f\u00fcr Streichelgehege \u00fcblich, die Tiere waren ausreichend versorgt und es lagen keine Hinweise auf besondere Gefahren vor.<\/p> <p>Pony f\u00e4llt bei Einschl\u00e4ferung auf \u00c4rztin: Wer haftet?<\/p> <p>In einem weiteren Fall sollte eine Tier\u00e4rztin ein schwer krankes Pony einschl\u00e4fern. W\u00e4hrend des Eingriffs verlor das Tier die Kontrolle \u00fcber seinen K\u00f6rper, kippte zur Seite und fiel auf die behandelnde \u00c4rztin. Diese wurde verletzt und verlangte von der Halterin des Ponys Schmerzensgeld. Begr\u00fcndung: Es habe sich eine typische Tiergefahr verwirklicht, f\u00fcr die die Halterin nach Paragraf 833 B\u00fcrgerliches Gesetzbuch (BGB) hafte. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main bewertete die Situation anders (Az.: 3 U 127\/25). Nach Darstellung der ARAG Experten argumentierten die Richter, dass ein Pony, das gerade eingeschl\u00e4fert wird, nicht mehr eigenst\u00e4ndig &#8222;tierisch&#8220; handelt. Das Umfallen sei in diesem Stadium nicht Ausdruck unberechenbaren Tierverhaltens, sondern allein der injizierten Bet\u00e4ubung und der Schwerkraft geschuldet. Die Bewegung des Tieres sei durch den medizinischen Eingriff verursacht worden, nicht durch eine spontane Reaktion.<\/p> <p>Ist das F\u00fcttern von Tauben Tierschutz?<\/p> <p>Die ARAG Experten berichten \u00fcber einen Fall, bei dem eine B\u00fcrgerin in der Innenstadt von Emsdetten regelm\u00e4\u00dfig Futter f\u00fcr Tauben auslegte. Die Kommune untersagte ihr dieses Verhalten per Bescheid. Die Frau klagte dagegen und berief sich auf ihre moralische Verpflichtung, die Tiere zu versorgen. Das Verwaltungsgericht M\u00fcnster best\u00e4tigte das Verbot (Az.: 1 K 1474\/21). Das Taubenf\u00fcttern ist kein grundrechtlich gesch\u00fctztes Verhalten, das St\u00e4dte hinnehmen m\u00fcssen. Kommunen d\u00fcrfen das F\u00fcttern untersagen, um die Taubenpopulation zu begrenzen und Verschmutzungen durch Taubenkot zu reduzieren. Auch das Argument der Kl\u00e4gerin, aus Tierschutzgr\u00fcnden handeln zu m\u00fcssen, \u00fcberzeugte das Gericht nicht. Der Tierschutz ist zwar ein wichtiger Aspekt, muss aber mit anderen \u00f6ffentlichen Interessen, wie Sauberkeit und Ordnung im Stadtgebiet, abgewogen werden.<\/p> <p>Sie wollen mehr von den ARAG Experten lesen oder h\u00f6ren?<\/p> <p>Dann schauen Sie im <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.arag.com\/de\/newsroom\/\"  rel=\"nofollow\">ARAG newsroom<\/a> vorbei.<\/p> <p>Die ARAG ist das gr\u00f6\u00dfte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualit\u00e4tsversicherer. Sie ist der weltweit gr\u00f6\u00dfte Rechtsschutzversicherer. Aktiv in insgesamt 18 L\u00e4ndern &#8211; inklusive den USA und Kanada &#8211; nimmt die ARAG \u00fcber ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen M\u00e4rkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine f\u00fchrende Position ein. Ihren Kunden in Deutschland bietet die ARAG neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgesch\u00e4ft auch eigene einzigartige, bedarfsorientierte Produkte und Services in den Bereichen Komposit und Gesundheit. Mit mehr als 6.100 Mitarbeitenden erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von \u00fcber 2,8 Milliarden Euro.<\/p> <p>ARAG SE ARAG Platz 1 40472 D\u00fcsseldorf<\/p> <p>Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dr. h. c. Paul-Otto Fa\u00dfbender<\/p> <p>Vorstand Dr. Renko Dirksen (Vorsitzender)<\/p> <p>Dr. Matthias Maslaton<\/p> <p>Wolfgang Mathmann<\/p> <p>Dr. Shiva Meyer<\/p> <p>Hanno Petersen<\/p> <p>Dr. Joerg Schwarze<\/p> <p>Sitz und Registergericht D\u00fcsseldorf HRB 66846 USt-ID-Nr.: DE 119 355 995<\/p> <p><b>Firmenkontakt<\/b><\/p> <p>ARAG SE<\/p> <p>Jennifer Kallweit<\/p> <p>ARAG Platz 1<\/p> <p>40472 D\u00fcsseldorf<\/p> <p>+49 211 963-3115<\/p> <p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pr-gateway.de\/media\/pr\/image\/9844\/email\/firma\/474827.png\" alt=\"df0b8d8e77e5b95b3fa54c207646fbd429e09adf\" \/><\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.ARAG.de\"  target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">http:\/\/www.ARAG.de<\/a><\/p> <p><b>Pressekontakt<\/b><\/p> <p>Klaarkiming Kommunikation<\/p> <p>Claudia Wenski<\/p> <p>Steinberg 4<\/p> <p>24229 D\u00e4nischenhagen<\/p> <p>+49 4349 &#8211; 22 80 26<\/p> <p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pr-gateway.de\/media\/pr\/image\/9844\/email\/presse\/474827.png\" alt=\"df0b8d8e77e5b95b3fa54c207646fbd429e09adf\" \/><\/p> <p>http:\/\/www.ARAG.de<\/p> <p>Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ARAG Experten erl\u00e4utern rechtliche Folgen von ungew\u00f6hnlichen Begegnungen Wenn vermeintlich harmlose Situationen pl\u00f6tzlich rechtliche Folgen haben, lohnt es, genauer hinzuschauen. 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