{"id":270873,"date":"2026-09-04T13:13:43","date_gmt":"2026-09-04T12:13:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=270873"},"modified":"2026-09-04T13:13:43","modified_gmt":"2026-09-04T12:13:43","slug":"studie-shk-branche-quo-vadis-shk-handwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/studie-shk-branche-quo-vadis-shk-handwerk-10270873\/","title":{"rendered":"Studie SHK-Branche: Quo vadis, SHK-Handwerk?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-270874 size-full\" title=\"9 Zukunftsfragen der SHK-Branche\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/478257-e1788523971795.jpg\" alt=\"Ergebnisse der Branchenbefragung\" width=\"300\" height=\"186\" \/>Studie Zukunft des SHK-Handwerks<\/p> <p>Die Auftragsb\u00fccher der meisten SHK-Handwerksbetriebe sind zurzeit so voll, dass sie kaum die Zeit und Muse haben, sich mit relevanten Zukunftsfragen zu befassen. Zu diesem Ergebnis kommt unter anderem eine Studie, die die Unternehmensberatung Kraus &amp; Partner im Auftrag der Zurich Gruppe Deutschland erstellte.<!--more--><\/p> <p>Das Sanit\u00e4r-, Heizungs- und Klima-Handwerk (SHK-Handwerk) in Deutschland boomt. Fast alle in diesem Gewerk t\u00e4tigen Betriebe haben zurzeit volle Auftragsb\u00fccher \u2013 unter anderem aufgrund<\/p> <p>&#8211; der von der Bundesregierung auch mit F\u00f6rdermitteln vorangetriebenen Energiewende und<br \/> &#8211; des angestrebten Austauschs der fossilen Heizungen.<\/p> <p>Zudem m\u00fcssen Millionen B\u00e4der altersgerecht gestaltet werden.<\/p> <p>Zugleich stehen die SHK-Handwerksbetriebe jedoch vor gro\u00dfen Herausforderungen, denn die Marktanforderungen wandeln sich. So fragen ihre Kunden zum Beispiel zunehmend Probleml\u00f6sungen nach, die die Bereiche Heizen, Energie- und Stromversorgung, L\u00fcftung und Klimatisierung sowie E-Mobilit\u00e4t umfassen. Zudem sehen die Betriebe sich mit neuen Wettbewerbern in Form von Online-Plattformen konfrontiert.<\/p> <p>SHK-Handwerksbetriebe sowie Verbands- und Innungsvertreter befragt<\/p> <p>Deshalb beauftragte die Zurich Gruppe Deutschland, bei der viele SHK-Unternehmen und deren Inhaber versichert sind, die Unternehmensberatung Kraus &amp; Partner (K&amp;P) in einer Studie zu ermitteln,<\/p> <p>&#8211; mit welchen Herausforderungen die SHK-Betriebe tats\u00e4chlich k\u00e4mpfen,<br \/> &#8211; mit welchen Risiken sie sich konfrontiert sehen und<br \/> &#8211; inwieweit sie sich hierf\u00fcr gewappnet f\u00fchlen.<\/p> <p>Im Rahmen der Studie wurden zun\u00e4chst mit einem Fragebogen die Inhaber von 61 SHK-Betrieben befragt. Danach wurden vertiefende Interviews mit drei Inhabern von SHK-Handwerksbetrieben sowie drei Fachverbands- und Innungsvertretern gef\u00fchrt, bevor schlie\u00dflich im Juli 2026 der Studienbericht verfasst wurde.<\/p> <p>Der Fachkr\u00e4ftemangel: ein Problem der gesamten Branche<\/p> <p>Die Studie ergab: Ein zentrales Problem der Branche ist der Fachkr\u00e4ftemangel. 41 Prozent der befragten SHK-Handwerksbetriebe f\u00fchlen sich \u201estark\u201c oder \u201esehr stark\u201c von ihm betroffen. Und in 62 Prozent von ihnen sind aktuell Stellen vakant.<\/p> <p>Trotzdem sch\u00e4tzen 59 Prozent der Betriebsinhaber die wirtschaftlichen Aussichten ihres Betriebs in den kommenden f\u00fcnf Jahren \u201eeher positiv\u201c oder sogar \u201esehr positiv\u201c ein \u2013 auch die vom Fachkr\u00e4ftemangel stark betroffenen Betriebe.<\/p> <p>Insgesamt entsteht der Eindruck: Die Betriebe haben sich mit dem Fachkr\u00e4ftemangel arrangiert. Statt voller Elan neue Mitarbeitende zu suchen, priorisieren sie Auftr\u00e4ge. 38 Prozent von ihnen ergreifen denn auch \u201ekeine besonderen Ma\u00dfnahmen\u201c aufgrund des Fachkr\u00e4ftemangels.<\/p> <p>Auffallend ist zudem: Trotz des Fachkr\u00e4ftemangels stagnierte in den letzten drei Jahren bei 34 Prozent der Betriebe die Auszubildendenzahl; bei 23 Prozent sank sie sogar \u201eleicht\u201c oder \u201edeutlich\u201c. Zudem betont jeder vierte Betrieb: Wir bilden nicht (mehr) aus. Als Grund wird oft genannt: \u201eNach der Ausbildung verlassen die Azubis uns ohnehin meist wieder.\u201c Das hei\u00dft:<\/p> <p>1. Die Mitbewerber um die raren Fachkr\u00e4fte \u2013 insbesondere aus dem Bereich der Industrie und \u00f6ffentlichen Verwaltung \u2013 bieten ihnen oft attraktivere Arbeitsbedingungen. Und:<br \/> 2. Den Handwerksbetrieben gelingt es nicht, ihre jungen Mitarbeitenden auch emotional an sich zu binden.<\/p> <p>Diesbez\u00fcglich besteht ein Handlungsbedarf.<\/p> <p>Betriebs\u00fcbergabe: Oft fehlt ein Nachfolger<\/p> <p>Ein weiteres Branchenproblem ist die Betriebsnachfolge: Von den befragten Betrieben, deren Inhaber \u00e4lter als 60 Jahre sind, arbeitet nur knapp ein Drittel bereits an der \u00dcbergabe. Dabei ist das Fehlen eines geeigneten Nachfolgers mit 54 Prozent das dominierende Problem, weit vor Finanzierungs- und Bewertungsfragen (26 Prozent).<\/p> <p>Die Interviews liefern hierf\u00fcr folgende Erkl\u00e4rung: Potenziellen \u00dcbernahme-Kandidaten verleiden oft die Themen B\u00fcrokratie und Haftung das Unternehmertum. Zudem schreckt viele das Bild vom Chef ab, der rund um die Uhr erreichbar sein muss und eine 60-Stunden-Woche hat. An Meistern, die die Betriebe \u00fcbernehmen k\u00f6nnten, mangelt es laut Verbandsaussagen nicht: Die Klassen sind voll. Es fehlen aber Meister, die Unternehmer werden wollen.<\/p> <p>Eine Ursache hierf\u00fcr ist laut Prof. Dr. Georg Kraus, dem Inhaber der Unternehmensberatung Kraus &amp; Partner, auch: Viele Betriebe sind aufgrund ihrer Struktur und Organisation nur bedingt \u00fcbergabef\u00e4hig. Generell gilt: Dokumentierte Prozesse, digitale Auftragsdaten und geregelte Vollmachten machen einen Betrieb \u00fcbernehmbar und steigern seinen Wert. In ihnen muss zudem der Chef nicht stets erreichbar sein. Das macht ihre \u00dcbernahme f\u00fcr potenzielle Nachfolger attraktiver. Hier liegt eine Gestaltungsaufgabe der Branche.<\/p> <p>Viele Wachstumschancen, doch geringe Investitionsbereitschaft<\/p> <p>Als potenzielle Wachstumsfelder erachten die SHK-Handwerksbetriebe insbesondere die Bereiche W\u00e4rmepumpe (59 Prozent), Wartungsvertr\u00e4ge (49 Prozent) und altersgerechter Badumbau (44 Prozent).<\/p> <p>Auffallend ist jedoch:<\/p> <p>&#8211; 43 Prozent der Betriebe planen keinerlei Investitionen, um diese Gesch\u00e4ftsfelder zu erschlie\u00dfen, und<br \/> &#8211; 31 Prozent haben diesbez\u00fcglich noch keine Entscheidung getroffen.<\/p> <p>Und nur 27 Prozent sagen \u201eJa, wir planen kleinere \u2026\u201c (20 Prozent) bzw. \u201e\u2026 gr\u00f6\u00dfere Investitionen\u201c (7 Prozent).<\/p> <p>Deshalb liegt die Vermutung nahe: Der aktuelle Optimismus der Branche, der prim\u00e4r auf der zurzeit guten Auslastung basiert, ist mittel- und langfristig nicht abgesichert \u2013 und zwar nicht nur aufgrund solcher Probleme wie einer fehlenden Nachfolge und einem Mangel an Fachkr\u00e4ften.<\/p> <p>Hinzu kommt: In den letzten Jahren sind in der SHK-Branche Online-Plattformen entstanden, die versuchen,<\/p> <p>&#8211; den klassischen Drei-Stufen-Vertrieb in der SHK-Branche Hersteller \u2013 Gro\u00dfhandel \u2013 Fachhandwerker\/Installateur aufzubrechen und<br \/> &#8211; mit den Endkunden in Beziehung zu treten, bevor diese lokale Handwerker kontaktieren.<\/p> <p>Plattformen k\u00f6nnen mittelfristig ernsthafte Konkurrenten werden<\/p> <p>Diese Player im Markt sp\u00fcren die meisten Handwerksbetriebe noch kaum. Nur 6 Prozent verlieren bereits \u201eregelm\u00e4\u00dfig\u201c Auftr\u00e4ge an sie. Dessen ungeachtet attackieren die Plattformen das Gesch\u00e4ft der SHK-Handwerksbetriebe just in den Bereichen, die diese als ihre gr\u00f6\u00dften Wachstumsfelder erachten. Deshalb kann sich ihre geringe Investitionsbereitschaft mittel- und langfristig als eine strategische Fehlentscheidung erweisen.<\/p> <p>Entsprechendes gilt f\u00fcr das Generieren von Wartungsvertr\u00e4gen. Sie sind sozusagen das Fundament einer Existenzsicherung der Unternehmen, da sie<\/p> <p>&#8211; wiederkehrende Erl\u00f6se auch bei Konjunktur- und Auftragsschwankungen garantieren und<br \/> &#8211; die n\u00f6tige Vertrauensbasis f\u00fcr Projektauftr\u00e4ge wie den Austausch von Heizungen, den Einbau von Klimaanlagen sowie das Sanieren der Sanit\u00e4ranlagen schaffen.<\/p> <p>Deshalb erh\u00f6hen Wartungsvertr\u00e4ge auch den Betriebswert, was wiederum f\u00fcr eine eventuelle \u00dcbergabe relevant ist.<\/p> <p>Als ihre gr\u00f6\u00dften Wettbewerbsvorteile gegen\u00fcber den Plattformen erachten die SHK-Betriebe ihre pers\u00f6nliche N\u00e4he und langj\u00e4hrigen Kundenbeziehungen (51 Prozent) sowie ihre regionale Verankerung und das aufgebaute Vertrauen (25 Prozent).<\/p> <p>Dessen ungeachtet sollten sie die Gefahr, die mittel- und langfristig von den Plattformen ausgeht, nicht untersch\u00e4tzen, denn unter anderem deren \u201eGeschwindigkeit vom Erstkontakt bis zum Angebot\u201c ist laut Aussagen der Innungs- und Verbandsvertreter, \u201ebeeindruckend\u201c. Hinzu kommt: Ihre Kundenn\u00e4he ist f\u00fcr die SHK-Betriebe laut Prof. Dr. Georg Kraus, \u201enur so lange ein Schutz, wie diese f\u00fcr die Kunden sp\u00fcrbar ist\u201c \u2013 zum Beispiel aufgrund ihrer Erreichbarkeit, Wartung sowie ihres Notdienstes. In diesen f\u00fcr die Kundenbeziehung relevanten Bereichen gilt es denn auch die Prozesse weiter zu professionalisieren \u2013 auch mit Hilfe der Digitaltechnik.<\/p> <p>Digitalisierungschancen werden oft nicht genutzt<\/p> <p>Im Bereich Digitalisierung erachtet sich etwa ein Drittel der Betriebe (34 Prozent) als \u201egut aufgestellt\u201c. Die Restlichen, die von sich selbst sagen, sie seien noch \u201ekaum digitalisiert\u201c bzw. bei ihnen bestehe diesbez\u00fcglich noch ein \u201eNachholbedarf\u201c, nennen als gr\u00f6\u00dftes Digitalisierungshindernis die \u201efehlende Zeit\u201c (30 Prozent).<\/p> <p>Fast scheint es so, als st\u00fcnden die vollen Auftragsb\u00fccher \u2013 verkn\u00fcpft mit einem Personalmangel \u2013 einem Optimieren und Digitalisieren der Prozesse oft im Wege. Dies ist nicht nur bezogen auf das Thema \u201eZukunftsf\u00e4higkeit des Unternehmens\u201c und m\u00f6gliche Nachfolge\/\u00dcbergabe problematisch. Hinzu kommt: Hierdurch bleiben viele Potenziale eines KI-Einsatzes beispielsweise im Bereich Telefonassistenz, Dokumentation und Angebotserstellung ungenutzt, die mittelfristig auch n\u00f6tig sein k\u00f6nnten, um sich der Plattform-Konkurrenz zu erwehren.<\/p> <p>Deshalb erinnern die Studienautoren die SHK-Betriebe an ihre Pflicht, in der aktuellen Boomphase die n\u00f6tigen personellen und strukturellen Voraussetzungen zu schaffen, um den Fortbestand ihrer Unternehmen auch dann zu sichern, wenn die Nachfrage nach SHK-Leistungen wieder sinkt \u2013 zum Beispiel, weil<\/p> <p>&#8211; in das Groh der H\u00e4user bereits W\u00e4rmepumpen eingebaut sind und<br \/> &#8211; in den meisten von ihnen die B\u00e4der schon altersgerecht gestaltet sind, sowie<br \/> &#8211; die staatlichen F\u00f6rdergelder entfallen.<\/p> <p>Die Studie \u201eWendepunkt 2026 \u2013 die 9 Zukunftsfragen der SHK-Branche\u201c k\u00f6nnen Interessierte kostenlos bei der Unternehmensberatung Kraus &amp; Partner anfordern (Email: info@krauspartner.de).<\/p> <p>Die Unternehmensberatung Kraus &amp; Partner, Bruchsal, unterst\u00fctzt Unternehmen weltweit beim Planen, Durchf\u00fchren, Steuern und Evaluieren von strukturellen und kulturellen Ver\u00e4nderungsprozessen. Die Change Management-Experten vermitteln den Mitarbeitern von Unternehmen au\u00dferdem die erforderliche Haltung sowie die n\u00f6tigen Kenntnisse und F\u00e4higkeiten, um die aus Wandel resultierenden Herausforderungen mit Erfolg zu meistern.<\/p> <p>F\u00fcr die Unternehmensberatung Kraus &amp; Partner arbeiten \u00fcber 100 Trainer, Berater und Projektmanager weltweit. Ihr gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter ist der diplomierte Wirtschaftsingenieur Dr. Georg Kraus, der an der TH Karlsruhe zum Thema Projektmanagement promovierte und seit 1994 Lehrbeauftragter an der Universit\u00e4t Karlsruhe, der IAE in Aix-en-provence und der technischen Universit\u00e4t Clausthal ist.<\/p> <p><b>Firmenkontakt<\/b><\/p> <p>Kraus &amp; Partner<\/p> <p>Vanessa Griebel<\/p> <p>Werner-von-Siemens-Str. 2-6<\/p> <p>76646 Bruchsal<\/p> <p>0049-7251-989034<\/p> <p><img alt=\"dc6dfe7acac1faa942710dded14a8c43e95f3bb2\" \/><\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.kraus-und-partner.de\"  target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">http:\/\/www.kraus-und-partner.de<\/a><\/p> <p><b>Pressekontakt<\/b><\/p> <p>Die PRofilBerater GmbH<\/p> <p>Bernhard Kuntz<\/p> <p>Kranichsteiner Str. 105<\/p> <p>64289 Darmstadt<\/p> <p>06151\/89659-0<\/p> <p><img alt=\"dc6dfe7acac1faa942710dded14a8c43e95f3bb2\" \/><\/p> <p>http:\/\/www.die-profilberater.de<\/p> <p>Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Studie Zukunft des SHK-Handwerks Die Auftragsb\u00fccher der meisten SHK-Handwerksbetriebe sind zurzeit so voll, dass sie kaum die Zeit und Muse haben, sich mit relevanten Zukunftsfragen zu befassen. 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