{"id":30129,"date":"2013-05-26T09:52:49","date_gmt":"2013-05-26T09:52:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=30129"},"modified":"2013-05-28T14:24:43","modified_gmt":"2013-05-28T13:24:43","slug":"geschichte-der-spdfrauenpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/geschichte-der-spdfrauenpolitik-1030129\/","title":{"rendered":"Geschichte der SPD\u2013Frauenpolitik"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"die Geschichte der SPD-Frauen\" alt=\"die Geschichte der SPD-Frauen\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/174184-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>&#8222;Schwestern zur Sonne zur Gleichheit&#8220;<\/p> <p>Wegmarken der Geschichte der SPD-Frauenpolitik<br \/> Das Bonner Frauenmuseum pr\u00e4sentiert vom 28. Mai bis 21. Juli 2013 die Geschichte der SPD-Frauen anl\u00e4sslich des 150. Parteijubil\u00e4ums. Neben Text-Bild-Elementen werden in der Ausstellung historische Plakate zur SPD-Frauenpolitik gezeigt sowie Karikaturen, Autogrammkarten und originelle Reminiszenzen von einzelnen Politikerinnen. Es wird ein Bogen von den ersten politischen Frauenrechten \u00fcber den langen Kampf gegen den \u00a7 218 bis zur heute propagierten Chancengleichheit gespannt. <!--more-->29 SPD-Politikerinnen werden vorgestellt, darunter die Parteitheoretikerin Rosa Luxemburg, die Gr\u00fcnderin der AWO Marie Juchacz, die Widerstandsk\u00e4mpferin Johanna Kirchner, die Juristin Elisabeth Selbert, die f\u00fcr die Gleichberechtigung im Grundgesetz k\u00e4mpfte. Einige hatten als erste Frauen bedeutende politische Funktionen inne, wie die Ministerin Martha Fuchs, die Oberb\u00fcrgermeisterin Louise Schroeder, die Pr\u00e4sidentin des Bundestags Annemarie Renger, die Ministerpr\u00e4sidentin Heide Simonis und Jutta Limbach, die erste Pr\u00e4sidentin des Bundesverfassungsgerichts.<\/p> <p>Die Geschichte der SPD-Frauen zeigt, wie beharrlich Frauen ihr Vorw\u00e4rtskommen in der Politik und ihre Einflussnahme auf das \u00f6ffentliche Leben erk\u00e4mpft haben. 1863 durften Frauen bei der Gr\u00fcndung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, die als Geburtsstunde der SPD gilt, nicht mitwirken. Das Vereins- und Versammlungsrecht verbot Frauen fast im ganzen Deutschen Reich politische T\u00e4tigkeit. Die Satzung der SPD von 1890 erm\u00f6glichte es den Frauen jedoch Delegierte zu Parteitagen zu entsenden. 1904 richtete der Parteivorstand unter Leitung von Ottilie Baader ein zentrales Frauenb\u00fcro ein. Damit konnte die sozialistische Frauenbewegung schon fr\u00fch auf Strukturen zur\u00fcckgreifen, um die b\u00fcrgerliche Frauen lange k\u00e4mpfen mussten. Offiziell durften Frauen erst seit 1908 in politische Parteien eintreten.<br \/> Die SPD setzte sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder f\u00fcr die Rechte der Frauen ein. Erw\u00e4hnenswert ist vor allem ihr Engagement f\u00fcr das Frauenwahlrecht. Auf diesem Gebiet leistete sie Pionierarbeit, allen voran August Bebel. Hervorzuheben ist hier Clara Zetkin, die sich auch mit sozialistischen Frauen aus anderen L\u00e4ndern vernetzte. Auf ihre Initiative geht der Internationale Frauentag als gemeinsamer Kampftag, zun\u00e4chst f\u00fcr das Frauenwahlrecht, zur\u00fcck.<br \/> Mit der gleichberechtigten Beteiligung von Frauen sah es nicht immer rosig aus. Zwar wurde schon 1908 festgelegt, dass die Frauen proportional zu ihrer Mitgliederzahl &#8211; aber mindestens mit einer Frau &#8211; im Parteivorstand vertreten sein sollten, aber dieser Proporz blieb nicht immer gewahrt. Die Diskussion um die innerparteiliche Gleichstellung m\u00fcndete schlie\u00dflich 1988 in eine Quotenregelung. Die SPD beschloss nun auf Druck der ASF (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen), eine Geschlechterquote von mindestens 40% f\u00fcr alle \u00c4mter und Mandate in ihr Statut aufzunehmen.<br \/> Seit den 60er Jahren gab es die ersten Bundesministerinnen, erstmals 1961 unter der CDU und ab 1966 bei der SPD w\u00e4hrend der Gro\u00dfen Koalition. Zun\u00e4chst hatten die Frauen &#8222;nur&#8220; das Gesundheitsministerium, sp\u00e4ter kamen die Bereiche Familie und Jugend hinzu. Als einzige Frau im Kabinett hatten die meisten Ministerinnen keinen leichten Stand. Mehrere Ministerinnen schieden nach einer Legislaturperiode aus bzw. schmissen das Handtuch.<br \/> Der Aufstand vor allem junger Frauen seit Ende der sechziger Jahre markierte den Beginn einer neuen Phase der Frauenpolitik innerhalb der SPD. Sie setzten sich in erster Linie f\u00fcr eine eigenst\u00e4ndige Organisation in der Partei, f\u00fcr eine Reform des \u00a7 218, ein neues Eherecht, verbesserte Bildungschancen und die Eingliederung der Frauen in den Beruf ein. In j\u00fcngster Zeit stehen noch immer die Forderungen nach gleichem Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit, die bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Karriere sowie die Besetzung von mehr Schl\u00fcsselpositionen mit Frauen oben auf der Agenda.<\/p> <p>Im Rahmen der Ausstellung werden auch sechs K\u00fcnstlerinnen einen Beitrag leisten: Maria Gim\u00e9nez und Angelika von Stocki pr\u00e4sentieren Portraits von renommierten SPD-Frauen. Gimen\u00e9z zeigt \u00d6lgem\u00e4lde von historischen Pers\u00f6nlichkeiten, von Stocki bearbeitet Fotos zeitgen\u00f6ssischer Politikerinnen.Tina Schwichtenberg reiht in ihrem &#8222;Roten Frauensalon&#8220; zehn Frauengestalten vor einem roten Teppich auf. Die ca. 120 cm hohen, gedrungenen Figuren aus asphaltgrauem Kunststoff, mit eingeritzten Stigmata und roten wie schwarzen Farbflecken, sind in ein starres Korsett durch Schrauben eingezw\u00e4ngt. Befreien sie sich? Auf jeden Fall spiegeln sie die geballte Kraft des vermeintlich schwachen Geschlechts. Marlies Obier installiert eine Klangstation. &#8222;Ins Freie. Blumen f\u00fcr Rosa Luxemburg&#8220; thematisiert die Gef\u00e4ngnisaufenthalte der Politikerin. Marianne Pitzen stellt Skulpturen aus Zeitungspapier von Johanna Kinkel aus. Die fr\u00fche Demokratin und Frauenrechtlerin aus Bonn war um 1848 kulturell und politisch aktiv. Sie war die erste Redaktionsleiterin der &#8222;Neuen Bonner Zeitung&#8220;. 1851 emigrierte Kinkel mit ihrer Familie nach London. Ulla Schenkel zeigt einen eigens f\u00fcr die Ausstellung produzierten Wandteppich. In den Teppich sind u.a. Textildrucke, Zitate, und Liedzeilen eingearbeitet. Die K\u00fcnstlerin widmet ihn den politisch aktiven Frauen.<br \/> Es erscheint ein Katalog.<\/p> <p>VERNISSAGE<br \/> 28. Mai 2013, um 19 Uhr mit Andrea Nahles (SPD-Generalsekret\u00e4rin) und Dr. Barbara Hendricks (Schatzmeisterin der SPD), Marianne Pitzen (Direktorin Frauenmuseum Bonn) und Bettina Bab (Kuratorin).<br \/> Musikalische Begleitung: &#8222;Die Kr\u00e4hen&#8220;<\/p> <p>Mehr zum Rahmenprogramm unter <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.frauenmuseum.de\" title=\"Frauenmuseum Bonn\" >www.frauenmuseum.de<\/a><\/p> <p>Bildrechte: Frauenmuseum Bonn<\/p> <p>Das Bonner Frauenmuseum wurde 1981 von der heutigen Direktorin Marianne Pitzen und einer Gruppe interdisziplin\u00e4r arbeitender Frauen gegr\u00fcndet. Zu diesem Zeitpunkt existierte weltweit noch keine Institution gleichen Namens oder vergleichbarer Zielsetzung. Das Frauenmuseum ist kein statischer Ort mit festem Bestand, sondern ein lebendiges Haus, das sich aus der F\u00fclle der weiblichen Kreativit\u00e4t und Vielfalt immer wieder erneuert.<br \/> Mehr als 2.500 nationale und internationale K\u00fcnstlerinnen haben Im Krausfeld ausgestellt, 600 Ausstellungen wurden durchgef\u00fchrt, darunter 30 &#8222;Riesenprojekte&#8220; auf jeweils 2.000 qm, 200 Kataloge ediert und mit mehr als 1000 Veranstaltungen wissenschaftlich oder sparten\u00fcbergreifend untermauert. In den Archiven wird zu Geschichte, Zeitgeschichte und Kunst gesammelt, allein die Bibliothek der K\u00fcnstlerinnen umfasst 12.000 Kataloge. Die Sammlung w\u00e4chst stetig; sie ist ausschlie\u00dflich auf Schenkungen angewiesen: Nachl\u00e4sse, Stiftungen, Sponsoren.<br \/> Marianne Pitzen und ihr Team sind auch neue Wege gegangen &#8211; das Kinderatelier, die Kunst- und Designmessen &#8211; sind Projekte, die in den letzten 10 Jahren entstanden sind. Der Aufbau des historischen Bereichs ist in den letzten Jahren st\u00e4rker in den Focus ger\u00fcckt. Das Frauenmuseum verbindet auf einzigartige Art und Weise Geschichte mit Gegenwartskunst.<\/p> <p>Kommende Ausstellungen:<\/p> <p>26.05.2013 bis 21.07.2013<br \/> stronger than&#8230;<br \/> Bilder von Wolfgang Klaus Maria Friedrich<\/p> <p>28.5. &#8211; 21.7.2013<br \/> Schwestern zur Sonne zur Gleichheit<br \/> Geschichte der SPD-Frauenpolitik<\/p> <p>11.8.2013 bis 10.11.2013<br \/> EVO &#8211; Frauen der Weltreligionen<\/p> <p>22.11.2013 bis 24.11.2013<br \/> 23. Kunstmesse<\/p> <p>Kontakt:<br \/> Frauenmuseum<br \/> Dr. Klaudia Nebelin<br \/> Im Krausfeld<br \/> 53111 Bonn<br \/> 0228 92 655 160<br \/> klaudia.nebelin@frauenmuseum.de<br \/> http:\/\/www.frauenmuseum.de<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Schwestern zur Sonne zur Gleichheit&#8220; Wegmarken der Geschichte der SPD-Frauenpolitik Das Bonner Frauenmuseum pr\u00e4sentiert vom 28. 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