{"id":3120,"date":"2012-11-07T15:47:33","date_gmt":"2012-11-07T14:47:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=3120"},"modified":"2019-11-22T12:20:48","modified_gmt":"2019-11-22T11:20:48","slug":"gestopft-gemaestet-gequaelt-die-martinsgans-ist-gans-arm-dran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/gestopft-gemaestet-gequaelt-die-martinsgans-ist-gans-arm-dran-103120\/","title":{"rendered":"Gestopft, gem\u00e4stet, gequ\u00e4lt &#8211; die Martinsgans ist &#8222;gans&#8220; arm dran"},"content":{"rendered":"<p>Am 11.11. wird traditionell vor allem in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz der Martinstag begangen. Viele Familien beschlie\u00dfen ihn mit einem Festessen, welches auf den Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit zur\u00fcckgeht. Das bekannteste Symbol f\u00fcr den Martinsbrauch ist neben Weckmann, Laternenumzug und S\u00fc\u00dfigkeiten f\u00fcr die Kinder dabei wohl die Martinsgans als typisches Gericht<\/p> <p>Auch Foie gras, die G\u00e4nseleber, gilt als besondere Delikatesse. Der Konsum von G\u00e4nsefleisch und G\u00e4nsestopfleber zu Vorweihnachtszeit und St. Martin macht fast die H\u00e4lfte des Jahresgesch\u00e4ftes aus. Woher das Fleisch in der K\u00fchltheke aber stammt; was hinter Leber und Leberpastete steckt, ist vielen Verbrauchern unbekannt. <!--more-->Was viele Konsumenten ebenfalls nicht wissen: &#8222;Foie gras&#8220; hei\u00dft \u00fcbersetzt &#8222;fette&#8220; &#8211; also kranke &#8211; &#8222;Leber&#8220;. Zwar ist die Produktion von G\u00e4nsestopfleber in Deutschland durch das Tierschutzgesetz verboten, sie ist jedoch auch hierzulande beliebt, und so sind Import und Verkauf auch noch immer erlaubt. Der neben Ungarn und Bulgarien wichtigste Produzent von Stopfleber in Europa (und gleichzeitig weltweit) ist Frankreich \u2500 bis zu 80\u00ac % der gehandelten Produkte aus Stopfleber stammen aus unserem Nachbarland. Zwar d\u00fcrfte sie auch dort eigentlich nicht produziert werden, auch Frankreich hat ein strenges Tierschutzgesetz. Als &#8222;nationales Kulturgut&#8220; aber gilt f\u00fcr die vermeintliche Delikatesse eine Ausnahme. Der grausamen Prozedur des &#8222;Stopfens&#8220; fallen unz\u00e4hlige Enten und G\u00e4nse zum Opfer, alleine Deutschland importiert j\u00e4hrlich ca. 170 Tonnen franz\u00f6sische Stopfleber &#8211; bis zu 50 % des Gesch\u00e4ftes werden auch hierzulande zur Weihnachtszeit gemacht.<\/p> <p>Zahlreiche Beobachtungen belegen, dass die V\u00f6gel w\u00e4hrend der Zeit des Stopfens zu Tode gem\u00e4stet werden. Sie werden jedoch in der Regel geschlachtet, bevor sie an den Folgen der Mast und der Zwangsverfettung der Leber sterben. Doch nicht nur die Leber der gequ\u00e4lten Tiere wird auch in Deutschland verkauft. Das Fleisch der Tiere bietet f\u00fcr die Stopfm\u00e4ster ein lukratives Nebengesch\u00e4ft: &#8222;Gans aus b\u00e4uerlicher Haltung&#8220;, &#8222;Ungarische Hafermastgans&#8220; oder &#8222;aus kontrollierter Haltung\/Aufzucht&#8220; sind Bezeichnungen, die nicht gesch\u00fctzt sind.<\/p> <p>H\u00e4ufig findet nur der aufmerksame Verbraucher im Kleingedruckten den Hinweis: &#8222;aus Stopfmast&#8220;. Ca. 6000 Tonnen G\u00e4nsefleisch aus Stopfmast importierte Deutschland 2008, der gr\u00f6\u00dfte Teil wird auch derzeit als Keule oder Brustfleisch eingef\u00fchrt. Die meisten Verbraucher lehnen die Stopfleber zwar ab, viele unterst\u00fctzen aber mit dem Kauf des Fleisches die Produktion. Dabei kann der Verzehr von Gefl\u00fcgelfleisch aus den unterschiedlichen Formen der industriellen Massentierhaltung nicht nur Gewissensbisse, sondern durchaus sogar gesundheitliche Risiken f\u00fcr den Konsumenten bedeuten, wie Experten warnen.<\/p> <p>So ist die Gefahr der Vogelgrippe etwa immer noch nicht einzusch\u00e4tzen, auch k\u00f6nnen sich Salmonellen und Krankheiten unter den oft sehr eng und nicht artgerecht gehaltenen Tieren rasch ausbreiten. Viele Tiere werden (teilweise trotz Verbot) daher auch mit Antibiotika behandelt, um die Qualen der Mast bis zur Schlachtung zu \u00fcberstehen. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnen diese Medikamente schlie\u00dflich beim Menschen, der das Fleisch verzehrt, lebensgef\u00e4hrliche Resistenz gegen Krankheitserreger hervorrufen. In den vergangenen Jahren konnte die Nachfrage nach G\u00e4nsefleisch in Deutschland nur zu maximal 20 % aus eigener Produktion gedeckt werden, \u00fcber drei Viertel des hier verzehrten G\u00e4nsefleisches werden aus dem meist osteurop\u00e4ischen Ausland importiert. Besonders Polen und Ungarn geh\u00f6ren zu den Hauptexporteuren; das Risiko, beim Griff in die K\u00fchltruhe Fleisch von Tieren aus der Stopfmast zu finden, ist also erheblich. Herkunft und Aufzucht der Tiere werden zudem oft bewusst verschleiert oder gar nicht angegeben.<\/p> <p>Wird eine deutsche Mastgans teilweise noch ca. ein halbes Jahr auf der Weide gem\u00e4stet, gelangt gerade das Fleisch der Tiere aus der Stopfmast nach oft nur 9-15 Wochen in die Superm\u00e4rkte. Tiersch\u00fctzer bem\u00e4ngeln allerdings auch in Deutschland eine fehlende, bundesweit einheitliche Haltungsverordnung f\u00fcr Mastg\u00e4nse. Gerade in den letzten Wochen und Tagen der Mast werden die Tiere oft auf viel zu kleinem Raum eingepfercht. Daher r\u00e4t auch der Deutsche Tierhilfe Verband besonders zu Weihnachten, genau auf die Herkunft des Fleisches zu achten oder besser noch ganz darauf zu verzichten, um nicht (unwissentlich) Tierqu\u00e4lerei zu unterst\u00fctzen und zu finanzieren.<\/p> <p>Wer nicht auf den G\u00e4nsebraten verzichten kann, der sollte ihn beim regionalen Bauern fr\u00fchzeitig vorbestellen und sich am besten bei der Abholung vor Ort von der artgerechten Haltung der Tiere \u00fcberzeugen. Gestopft, gem\u00e4stet, gequ\u00e4lt, so lautet der Titel dieses Artikels und der aktuellen Videodokumentation des Deutschen Tierschutzb\u00fcros. Dabei ist es f\u00fcr die Millionen von G\u00e4nsen mehr als ein Titel, es ist Alltag, der G\u00e4nsealltag.<\/p> <p>Jetzt bestellen: die Videodokumentation des Deutschen Tierschutzb\u00fcros. Die Videobilder decken schonungslos auf und blicken hinter die Kulissen von Stopfmastbetrieben in Frankreich sowie eines G\u00e4nsemastbetriebes in Deutschland. Die Dokumentation &#8222;G\u00e4nsealltag&#8220; kann f\u00fcr einen Unkostenbeitrag von 14,99 EUR (zzgl. Versandkosten) \u00fcber den Shop des Deutschen Tierschutzb\u00fcros unter http:\/\/www.tierschutzbuero.de\/shop\/product_info.php?products_id=14 bzw. Tel.: 0221-20463862 bestellt werden.<\/p> <p>Der bundesweit arbeitende Deutsche Tierhilfe Verband (DTV) setzt sich aktiv und effektiv f\u00fcr den Tierschutz ein. Der DTV-Schwerpunkt liegt in der Unterst\u00fctzung von Tierheimen und tierheim\u00e4hnlichen Einrichtungen im In- und Ausland sowie in der gezielten \u00d6ffentlichkeitsarbeit, um Tierleid bereits in der Entstehung zu verhindern. Aber auch durch die Verkn\u00fcpfung mit anderen Organisationen setzt sich der eingetragene Verein f\u00fcr die Umsetzung von tierschutzrelevanten Themen auf politischer und regionaler Ebene ein &#8211; Gemeinsam verhindern wir Tierqu\u00e4lerei, so das Leitmotto des Deutsche Tierhilfe Verbands.<\/p> <p>Kontakt: Deutscher Tierhilfe Verband e.V. Reinhold Kassen Friedrich &#8211; Alfred Str.182-184 47226 Duisburg Mobil: : 0172 588 466 5 deutschertierhilfeverband@googlemail.com http:\/\/www.deutschertierhilfeverband.de<\/p> <p>URL zum YouTube-Video: http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11.11. wird traditionell vor allem in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz der Martinstag begangen. Viele Familien beschlie\u00dfen ihn mit einem Festessen, welches auf den Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit zur\u00fcckgeht. 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