{"id":3179,"date":"2012-11-13T16:39:41","date_gmt":"2012-11-13T15:39:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=3179"},"modified":"2015-06-15T06:54:47","modified_gmt":"2015-06-15T05:54:47","slug":"hantelstrategie-kontra-schwarze-schwaene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/hantelstrategie-kontra-schwarze-schwaene-103179\/","title":{"rendered":"Hantelstrategie kontra Schwarze Schw\u00e4ne"},"content":{"rendered":"<p>Wenn das Finanzsystem zum Gl\u00fccksspiel wird<\/p> <p>K\u00f6nnen wir die Zukunft vorhersehen? Nein. Weil wir aber immer wieder glauben, das zu k\u00f6nnen, werden wir von der Realit\u00e4t \u00fcberrascht &#8211; wie momentan durch die globale Finanzkrise. Vor der Entdeckung Australiens glaubten die Europ\u00e4er, dass alle Schw\u00e4ne wei\u00df sind. Andere Farben? Undenkbar. Dann aber wurde Australien entdeckt. Und dort gab es schwarze Schw\u00e4ne. Seit dem gelten sie als Metapher f\u00fcr pl\u00f6tzlich auftretende, aber sehr unwahrscheinliche und au\u00dfergew\u00f6hnliche Ereignissen. Dazu z\u00e4hlen u.a. der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der Siegeszug von Google, der 11. September 2001 oder die aktuelle Finanzkrise.<\/p> <p><!--more-->Schwarze Schw\u00e4ne lehren die Kapitalm\u00e4rkte singen<\/p> <p>Es kommt immer wieder zu diesen unerwarteten Ereignissen, auch wenn wir uns das nicht vorstellen k\u00f6nnen oder wollen. Extrem unwahrscheinliche Ereignisse an den Kapitalm\u00e4rkten k\u00f6nnen dramatische Auswirkungen auf die Verm\u00f6genswerte von Anlegern und Investoren haben. Schwarze Schw\u00e4ne zu ignorieren, kann Menschen in jeder Hinsicht ruinieren. F\u00fcr viele Amerikaner wurde der Traum von den eigenen vier W\u00e4nden zum Alptraum. Viele Isl\u00e4nder verloren durch den Bankencrash ihre Spareinlagen. Und in Deutschland mussten die Bundesregierung und der Bankenverband dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate mit 15 Milliarden Euro aus der Klemme helfen. Die Verlierer der Finanzkrise k\u00f6nnen ein Lied davon singen, dass Schwarze Schw\u00e4ne mit den g\u00e4ngigen Mitteln nicht vorhergesagt werden k\u00f6nnten.<\/p> <p>Es bedarf eines fundamentalen Paradigmenwechsels<\/p> <p>Die Gefahr der Schwarzen Schw\u00e4ne nimmt ironischerweise zu, je mehr Wissen wir uns aneignen. Je mehr wir wissen, desto eher entwickeln wir ein tr\u00fcgerisches Gef\u00fchl der Sicherheit. Die Auswirkungen dieser Illusion, alles zu wissen, f\u00fchrt uns die Krise der globalen Finanzm\u00e4rkte gerade deutlich vor Augen. Banken und Versicherungen gr\u00fcndeten ihre Gesch\u00e4ftsmodelle auf der Annahme, Risiko anhand von Daten aus der Vergangenheit exakt einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Sie haben Produkte kreiert, die Investoren vorgaukelten, die Risiken seien \u00fcberschaubar. Ein fataler und vor allem teurer Trugschluss. Es darf als gesicherte Erkenntnis gelten, dass die Zeit der traditionellen \u00f6konomischen Marktmodelle vorbei ist.<\/p> <p>Von der Variabilit\u00e4t der Natur lernen<\/p> <p>Die rettende Idee besteht darin, daf\u00fcr zu sorgen, dass die menschlichen Berechnungsfehler am Kapitalmarkt beschr\u00e4nkt bleiben und zu verhindern, dass sie sich im ganzen System ausbreiten. Der Versuch, Schwankungen an den Kapitalm\u00e4rkten zu reduzieren ist ein sinnloses Unterfangen. Dieses Rauschen der Finanzm\u00e4rkte ist absolut nat\u00fcrlich. Es gleicht dem Lauf der Dinge im t\u00e4glichen Leben. Ein st\u00e4ndiges Auf und Ab. Die Volatilit\u00e4t und den Einfluss des normalen Zufalls zu minimieren, f\u00fchrt dazu, dass wir Schwarzen Schw\u00e4nen st\u00e4rker ausgesetzt sind. Es wird eine k\u00fcnstliche Ruhe erzeugt. Aus der Biologie wissen wir, dass die Natur und alle Populationen eine extreme Variabilit\u00e4t erleben und dadurch einen st\u00e4ndigen Wechsel von \u00dcberschuss- und Mangelperioden durchlaufen.<\/p> <p>\u00dcberschuss und Mangel sind wie Licht und Schatten<\/p> <p>F\u00fcr uns Menschen bedeutet das, dass wir darauf ausgerichtet sein m\u00fcssen, extremen \u00dcberschuss und extremen Mangel zu erfahren und zu ertragen. Unsere Nahrungsaufnahme soll hier exemplarisch angef\u00fchrt werden. Kein Einziger der Leute, die uns weismachen wollen, dass wir &#8222;drei Mahlzeiten am Tag brauchen&#8220; und uns &#8222;beim Essen M\u00e4\u00dfigung auferlegen&#8220; m\u00fcssen, hat empirisch \u00fcberpr\u00fcft, ob das tats\u00e4chlich ges\u00fcnder ist als periodische Fastenzeiten, auf die gro\u00dfe Festm\u00e4hler folgen. Fastenzeiten gibt es in den meisten Religionen.<\/p> <p>Woher stammt die Idee, dass &#8222;regelm\u00e4\u00dfige&#8220; k\u00f6rperliche Bet\u00e4tigung erforderlich ist? In der Steinzeit gab es niemanden, der jeden Tag in der Woche jeweils 30 Minuten joggte. Die J\u00e4ger der Steinzeit taten das nicht. Sie pendelten damals zwischen Extremen hin und her. Viel Mu\u00dfe, ein bisschen hohe Intensit\u00e4t. Auf die heutige Zeit angewendet macht eine Kombination von sehr langen Spazierg\u00e4ngen gepaart mit k\u00f6rperlicher Bewegung von hoher Intensit\u00e4t mehr Sinn als das einfache Laufen.<\/p> <p>Nur, wer sich auf die verschiedenen Phasen des Lebens &#8222;Ruhe und Intensit\u00e4t&#8220;, &#8222;Mangel und \u00dcberfluss&#8220; oder &#8222;Sicherheit und Risiko&#8220; einstellt, kann Schwarzen Schw\u00e4nen tapfer ins Auge schauen.<\/p> <p>Hantelstrategie kontra Schwarze Schw\u00e4ne<\/p> <p>Wie diese Erkenntnisse auf die Kapitalm\u00e4rkte angewandt werden k\u00f6nnen, um einfache und nachvollziehbare Anlagestrategien zu entwickeln, zeigt die Hantelstrategie. N\u00fcchtern betrachtet, ist das wesentliche Ziel der Kapitalanlage, Verm\u00f6gen zu bilden und dessen Wert zu sichern. Die Hantelstrategie unterscheidet genau in diese beiden Teile: Verm\u00f6genssicherung und Verm\u00f6genswachstum.<\/p> <p>Der wichtigste Teil der Hantelstrategie, die Verm\u00f6genssicherung, zeichnet sich durch einen hohen Anteil an extrem risikoarmen Anlagen aus. Darin liegt heutzutage auch die gro\u00dfe Herausforderung. Es geht darum, einen Teil des Verm\u00f6gens in Werte zu tauschen, die dauerhaft attraktiv bleiben und sich wieder gegen andere G\u00fcter zur\u00fccktauschen lassen.<\/p> <p>Die zweite Seite der Hantel wird als &#8222;Verm\u00f6genswachstum&#8220; bezeichnet. Hier werden ganz bewusst hohe Risiken eingegangen, um Chancen an den Kapitalm\u00e4rkten zu nutzen. Wie bei einem Gewichtheber m\u00fcssen beide Hantelseiten in Balance sein. Nur so sind Sie vor Schwarzen Schw\u00e4nen gewappnet.<\/p> <p>Die Balance der beiden Hantel-Seiten<\/p> <p>Setzen Sie f\u00fcr den risikolosen Portfolioanteil (Verm\u00f6genssicherung) ausschlie\u00dflich kurzlaufende Anlagen wie Geldmarktfonds oder Kurzl\u00e4ufer ein. Der Geldmarktanteil zielt im Portfolio auf die Risikoreduzierung und nicht auf die Renditeverbesserung. Um dem Risiko der Geldentwertung (Inflation) nicht ausgesetzt zu sein, wird diese Position mit Edelmetallen abgesichert. So entsteht auf der Verm\u00f6genssicherungsseite eine Konstruktion die sowohl gegen Inflation sch\u00fctzt (Edelmetalle), als auch gegen Deflation (Cash).<\/p> <p>Die zweite Seite der Hantel &#8222;Verm\u00f6genswachstum&#8220; funktioniert nur \u00fcber einen Wissensvorsprung und ein kalkulierbares Risiko. Alles andere k\u00e4me einem Gl\u00fccksspiel gleich, bei dem man nur verlieren kann. Es geht darum nicht einzelne Kennzahlen, sondern ganze M\u00e4rkte zu beobachten. Allein im Falle eines Pyramidenspiels, als das unser heutiges Geldsystem bezeichnet werden kann, l\u00e4sst sich f\u00fcr kurze Zeit auf Kosten der anderen Marktteilnehmer eine positive Rendite erzielen. Um diesen Wissensvorsprung geht es beim &#8222;Verm\u00f6genswachstum&#8220;.<\/p> <p>Bei den herk\u00f6mmlichen Portfoliotheorien ist der Anleger &#8222;Schwarzen Schw\u00e4nen&#8220; in negativer Form ausgesetzt. Die Hantelstrategie reduziert dagegen das Risiko des &#8222;Schwarzen Schwans&#8220; deutlich. Sie ist ihm sogar in positiver Form ausgesetzt.<\/p> <p>Der n\u00e4chste Schwarze Schwan kommt bestimmt<\/p> <p>Wir k\u00f6nnen die Zukunft nicht sicher voraussagen, denn wir bewerten das Heute mit unseren Erfahrungen von Gestern. Keine Geschichte veranschaulicht dies besser als die des englischen Kapit\u00e4ns Edward John Smith. Nach der Jungfernfahrt der ADRIATIC im Jahre 1907 sagte Smith in New York zur amerikanischen Presse: &#8222;Wenn mich jemand bitten w\u00fcrde, meine 40 Jahre auf See kurz zu beschreiben, so w\u00fcrde ich nur &#8222;ereignislos&#8220; sagen. Ich war noch nie in einen erw\u00e4hnenswerten Unfall verwickelt, habe noch nie ein Wrack gesehen, bin noch nie ein Schiff gefahren, das zerst\u00f6rt wurde, und war nie in einer Zwangslage, die in einer Katastrophe h\u00e4tte enden k\u00f6nnen &#8230; Ich kann mir keine Situation vorstellen, die ein Schiff zum sinken bringen k\u00f6nnte. Dazu ist der moderne Schiffsbau zu weit fortgeschritten.&#8220; (Quelle: www.tictanic.de) F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter \u00fcbernahm Smith das Kommando auf der &#8222;Titanic&#8220;.<\/p> <p>Die Schule des Geldes ist die erste vollkommen unabh\u00e4ngige Institution, die dem Wesen eines nat\u00fcrlichen, konstruktiven Geldbewusstseins und den Gesetzen des Gelduniversums nachgeht. Der Umgang mit dem Geld unterliegt als Spiegel der menschlichen Seele vor allem den Gesetzen der menschlichen Psychologie.<\/p> <p>Kontakt: Schule des Geldes Ronny Wagner Handelsring 1 01987 Schwarzheide +49 35752 50 99 87 info@schule-des-geldes.de <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.schule-des-geldes.de\/\" title=\"Mit dem richtigen Ansatz k\u00f6nnen Sie selbst die schwierigsten finanziellen Themen in den Griff bekommen.\" >http:\/\/www.schule-des-geldes.de\/<\/a><\/p> <p>Pressekontakt: LD Media Lutz Deckwerth Vetschauer Allee 20 12527 Berlin +49 171 54 85 861 info@lutzdeckwerth.de http:\/\/www.lutzdeckwerth.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn das Finanzsystem zum Gl\u00fccksspiel wird K\u00f6nnen wir die Zukunft vorhersehen? Nein. Weil wir aber immer wieder glauben, das zu k\u00f6nnen, werden wir von der Realit\u00e4t \u00fcberrascht &#8211; wie momentan durch die globale Finanzkrise. Vor der Entdeckung Australiens glaubten die Europ\u00e4er, dass alle Schw\u00e4ne wei\u00df sind. Andere Farben? Undenkbar. Dann aber wurde Australien entdeckt. Und<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[115],"tags":[134],"class_list":["post-3179","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft-industrie","tag-default"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3179"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3179\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}