{"id":3420,"date":"2012-12-07T17:29:58","date_gmt":"2012-12-07T16:29:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=3420"},"modified":"2019-02-19T11:03:14","modified_gmt":"2019-02-19T10:03:14","slug":"pfui-spinne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/pfui-spinne-103420\/","title":{"rendered":"Pfui Spinne!"},"content":{"rendered":"<p>Spinnen &#8211; schon allein der Gedanke an diese Tiere gen\u00fcgt, um bei vielen Menschen ein Gef\u00fchl von Ekel zu erzeugen. In den seltensten F\u00e4llen l\u00e4sst sich dies aber rational erkl\u00e4ren.<\/p> <p>Wie verbringen Spinnen den Winter?<\/p> <p>Die meisten Spinnen hierzulande ziehen sich w\u00e4hrend der nun kommenden Winterzeit vornehmlich in abgefallenes Laub oder in Bodenspalten zur\u00fcck, sch\u00fctzen sich so vor der extremen K\u00e4lte und fallen in eine kr\u00e4fteschonende Winterstarre. Aber auch in Kellern, dunklen R\u00e4umen, auf Dachb\u00f6den oder hinter M\u00f6beln verstecken sich Hausspinnen, um dort auf w\u00e4rmere Zeiten zu warten.<\/p> <p><!--more-->Spinnen z\u00e4hlen, wie von sehr vielen Menschen angenommen, keineswegs zur Familie der Insekten. Sie unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, so sind beispielsweise Kopf und Brust zusammen gewachsen, es existieren vier Beinpaare (Insekten besitzen nur drei), aber keine F\u00fchler. Alle Spinnen sind Fleischfresser, wobei man zwischen Netzspinnen und Jagdspinnen unterscheidet. Seidenf\u00e4den werden in Dr\u00fcsen produziert, werden durch die Spinnwarzen am Hinterleib gedr\u00fcckt und mit den Beinen herausgezogen. Die meisten Netzspinnen haben acht einfache Augen. Jagdspinnen haben andere Fangmethoden, sie verf\u00fcgen \u00fcber kr\u00e4ftige Beine zum Anspringen ihrer Opfer und \u00fcber scharfe Augen, um die Beute entsprechend zu erkennen.<\/p> <p>Woher aber kommt nun die Angst vieler Menschen vor Spinnen? Ist es ihre anschleichend wirkende Art, sich fortzubewegen? Ist es wom\u00f6glich die Furcht, von ihnen gebissen zu werden? Redensarten wie &#8222;Pfui Spinne&#8220; und der sprichw\u00f6rtliche Aberglaube von der &#8222;Spinne am Morgen&#8220; zeugen bereits sprachlich von der geringen Sympathie des Menschen gegen\u00fcber den Achtbeinern. Dabei geht es bei dem Sprichwort &#8222;Spinne am morgen, Kummer und Sorgen&#8220; urspr\u00fcnglich \u00fcberhaupt nicht um das Tier; vielmehr hat das Spinnen von Wolle im Mittelalter gutes Geld eingebracht, wobei arme Leute aber schon sehr fr\u00fch am Morgen damit beginnen mussten, um gen\u00fcgend zu verdienen.<\/p> <p>Die Aversion des Menschen gegen\u00fcber Spinnen machte sich die Filmindustrie zu Nutze, indem es in schaurig anmutenden Szenen h\u00e4ufig gro\u00dfe, behaarte Vogelspinnen zum Einsatz bringt und diese Tiere teils sogar zu einer globalen Bedrohung hochstilisiert, um beim Zuschauer G\u00e4nsehaut zu erzeugen. Nun ist aber gerade diese Spinnenart f\u00fcr den gesunden Menschen als ungef\u00e4hrlich anzusehen.<\/p> <p>Die Vogelspinne<\/p> <p>Vogelspinnen existieren bereits seit mehr als 300 Millionen Jahren auf unserem Planeten und geh\u00f6rten im Karbonzeitalter sogar zu den h\u00e4ufigsten Spinnen \u00fcberhaupt. Die Naturforscherin Maria Sybilla Merian zeichnete auf einer ihrer Reisen, die sie Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts nach Surinam f\u00fchrten, eine gro\u00dfe, gerade einen Vogel verspeisende Spinne, was zum lateinischen Namen Aranea avicularia (zu deutsch &#8222;Vogelspinne&#8220;) f\u00fchrte. Sie z\u00e4hlen zur Gruppe der wirbellosen Tiere, die wiederum in verschiedene Untergruppen aufgeteilt ist. Der Stamm der Gliederf\u00fc\u00dfer verzweigt sich in Spinnentierverwandte (Arachnata), in die Klasse der Spinnentiere (Arachnida) und letzlich in die Ordnung Echte Spinnen oder Webspinnen (Araneae). Die darin nun integrierten Vogelspinnen (unter ihnen die gr\u00f6\u00dften heute \u00fcberhaupt lebenden Spinnen) besiedeln mit etwa 800 Arten weite Bereiche der Tropen und Subtropen.<\/p> <p>Vogelspinnen sind \u00fcberwiegend d\u00e4mmerungs- oder nachtaktiv und gelten als Lauerj\u00e4ger, bauen also keine Fangnetze wie andere Spinnen, sondern warten, bis m\u00f6gliche Beute ihren Weg kreuzt. Futtertiere sind \u00fcberwiegend Insekten, gr\u00f6\u00dfere Vogelspinnen bevorzugen ab und zu aber auch kleinere M\u00e4use, V\u00f6gel oder Echsen. Mit ihrem gezielten Giftbiss spritzt sie gleichzeitig eine Verdauungsfl\u00fcssigkeit in den K\u00f6rper der Beute, die diesen dann nach und nach aufl\u00f6st und verfl\u00fcssigt. Somit kann die Spinne, die aufgrund ihres engen Schlundes keine gro\u00dfen Teile verzehren kann, diesen Nahrungsbrei aufsaugen.<\/p> <p>Die durchschnittliche Lebensdauer einer Vogelspinne liegt bei etwa 4 bis 10 Jahren beim M\u00e4nnchen (diese sterben h\u00e4ufig 2 bis 3 Jahre nach der Geschlechtsreife) und bis zu 25 Jahren bei weiblichen Tieren. Im Laufe dieser Zeit m\u00fcssen sich Vogelspinnen mehrmals h\u00e4uten. Hierzu legen sich die meisten Arten auf den R\u00fccken und pressen gro\u00dfe Mengen Blut in den Vorderleib, bis schlie\u00dflich die Naht zu den Gliedma\u00dfen aufplatzt. Nachdem auch noch der Chitindeckel des Vorderleibes beiseite gefallen ist, kann die Spinne langsam aus ihrer alten Haut heraussteigen.<\/p> <p>Gefahr f\u00fcr den Menschen<\/p> <p>Wie alle Spinnen erbeutet auch die Vogelspinne ihr Futter mit einem L\u00e4hmungsgift. Ein solcher Biss ist zwar schmerzhaft, aber f\u00fcr Menschen weitaus ungef\u00e4hrlicher als von vielen angenommen. Wegen der Gefahr einer Blutvergiftung ist es zwar immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen, das Gift ansich ist aber lediglich mit dem einer Biene oder Wespe zu vergleichen und f\u00fcr einen gesunden Menschen daher problemlos zu verkraften. Bei Allergikern ist ein lebensbedrohlicher Schock allerdings nicht ganz auszuschlie\u00dfen. Vogelspinnen aus Amerika beherrschen eine besondere Form der Verteidigung; sie wenden Angreifern ihr Abdomen (Hinterleib) zu und streifen dem Feind die dort befindlichen Brennhaare mit schnellen Bewegungen entgegen &#8211; Menschen sp\u00fcren die Wirkung als starkes Jucken und Brennen auf der Haut, beim Einatmen kann die Lunge gesch\u00e4digt werden.<\/p> <p>Im idea DschungelParadies Neuenmarkt, einer einzigartigen naturnahen Anlage in Bayern, leben neben tropischen Tag- und Nachtfaltern auch eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl verschiedener Tiere in Terrarien, darunter vier bodenbewohnende Vogelspinnen aus Mittel- und S\u00fcdamerika.<\/p> <p>&#8222;Sch\u00f6nheit und Natur pur erleben und genie\u00dfen&#8220; &#8230;so lautet das Motto des idea DschungelParadieses, das Anfang Mai 1998 als erste bayerische Anlage dieser Art in Neuenmarkt von privater Hand er\u00f6ffnet wurde und seitdem vielen Tausend Besuchern die faszinierende Welt tropischer Insekten und anderer exotischer Tiere n\u00e4her bringen konnte. Das Aufblitzen der leuchtenden Farben, verursacht durch unz\u00e4hlige pr\u00e4chtige Falter und deren gaukelndes Flugverhalten zwischen tropischen Bl\u00fcten und Pflanzen, macht diese Anlage zu einem echten Paradies. Und das Beste &#8211; Sie haben die ganze Pracht der Natur direkt vor Ihrer Nase &#8211; kein Glas, kein Gitter trennt Sie von dieser einmaligen Welt. Neben den exotischen Schmetterlingen kann man sich in der Flughalle auch noch der unz\u00e4hligen Zwergwachteln, der Nymphensittiche und Kanarienv\u00f6gel, einigen japanischen Koi, Meerschweinchen, afrikanischen Riesenschnecken, asiatischen Tupajas, des ausgewachsenen freilebenden Gr\u00fcnen Leguans oder der Wei\u00dfb\u00fcschel\u00e4ffchenfamilie erfreuen. Im Eingangsbereich werden zudem in artgerecht gestalteten Terrarien noch Echsen, Schlangen, Vogelspinnen, Skorpione, Schildkr\u00f6ten, Fr\u00f6sche, diverse Insekten und M\u00e4use pr\u00e4sentiert.<\/p> <p>Neuenmarkt liegt im oberfr\u00e4nkischen Landkreis Kulmbach an der B 303, in der N\u00e4he der Bundesautobahn Berlin-M\u00fcnchen (A 9).<\/p> <p>Kontakt: idea DschungelParadies Neuenmarkt Christine Christine Str\u00f6hlein Wirsberger Stra\u00dfe 12 95339 Neuenmarkt 09227\/902525 idea@schmetterlingspark.de http:\/\/www.dschungelparadies.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spinnen &#8211; schon allein der Gedanke an diese Tiere gen\u00fcgt, um bei vielen Menschen ein Gef\u00fchl von Ekel zu erzeugen. In den seltensten F\u00e4llen l\u00e4sst sich dies aber rational erkl\u00e4ren. Wie verbringen Spinnen den Winter? 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