{"id":3499,"date":"2012-12-14T13:09:01","date_gmt":"2012-12-14T12:09:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=3499"},"modified":"2015-06-15T21:06:20","modified_gmt":"2015-06-15T20:06:20","slug":"schwarze-schokolade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/schwarze-schokolade-103499\/","title":{"rendered":"&#8222;Schwarze Schokolade&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Bonner Frauenmuseum pr\u00e4sentiert Berliner K\u00fcnstlerinnengruppe<\/p> <p>Passend zur Jahreszeit er\u00f6ffnet das Bonner Frauenmuseum am 16.12.2012 die RETRAKTUELL der Berliner K\u00fcnstlerinnengruppe &#8222;Schwarze Schokolade&#8220;. Allerdings: Es gibt keine Schokoweihnachtsm\u00e4nner &#8211; wohl aber Eintrittskarten aus Schokolade. Mit dieser Sonderedition &#8222;Schwarze Schokolade&#8220; sind die K\u00fcnstlerinnen ironisch in eine der letzten M\u00e4nnerbastionen vorgedrungen: Die Zeiten der Herrenschokolade sind vorbei&#8230;<\/p> <p><!--more-->Die Retrospektive beleuchtet die spannende Zeit des gemeinsamen Schaffens in Berlin Kreuzberg vor 30 Jahren: Spektakul\u00e4re Aktionen der K\u00fcnstlerinnengruppe &#8222;Schwarze Schokolade&#8220; mit historischen Filmen, Videos, Fotos und Werken. Zu sehen sind dar\u00fcber hinaus auch Exponate ihres aktuellen Schaffens. Die Kuratorin Chris Werner dazu: &#8222;Die Ausstellung &#8222;Schwarze Schokolade&#8220; markiert den Stellenwert der feministischen Kunstszene in Berlin in den 80er Jahren. Es ist an der Zeit, die Gruppe &#8222;Schwarze Schokolade&#8220; auch in der Kunstgeschichte angemessen zu dokumentieren. Gleichzeitig entstanden w\u00e4hrend der Ausstellungskonzeption viele Fragen: In welchen Kontexten arbeiten die K\u00fcnstlerinnen heute? Welche Spuren hat diese bewegte Aufbruchszeit in ihren Werken hinterlassen? Die Vorbereitung der Ausstellung war daher auch eine sehr produktive &#8222;Wiedervereinigung&#8220; der Gruppe.&#8220;<\/p> <p>Welche Geschichte verbirgt sich hinter der Gruppe &#8222;Schwarze Schokolade&#8220;? Im Winter 1979\/80 besetzten in Berlin-Kreuzberg Frauen eine Schokoladenfabrik. Sie stand 13 Jahre leer, war vollkommen verschmutzt und ruiniert: Keine Heizung, keine intakte Stromleitung, kein Wasser, undichtes Dach, verfaulte Bodenbretter. Hier entstand das bundesweit gr\u00f6\u00dfte Frauenstadtteilzentrum der Bundesrepublik, das bis heute existiert und mit seinem Flair &#8211; \u00d6kodach, H\u00f6fen, Hamam, Angeboten f\u00fcr die t\u00fcrkischen Nachbarinnen, Frauencaf\u00e9 plus Arbeitsst\u00e4tten f\u00fcr Handwerkerinnen &#8211; sehr lebendig ist. Die K\u00fcnstlerinnengruppe &#8222;Schwarze Schokolade&#8220; bespielte zuerst das gesamte Geb\u00e4ude und war nach der Renovierung 1986 durch die IBA &#8211; die Internationale Bauausstellung &#8211; auf ihrer &#8222;Kunstetage&#8220; hier zu Hause. Die Ausstellungen und Aktionen waren frech, radikal und international. Zu ihren Ausstellungen lud die Gruppe die wichtigsten K\u00fcnstlerinnen der Republik ein. Legend\u00e4r sind die Aktionen im Frauensommer 1982. Zum Beispiel die spektakul\u00e4re multimediale Performance &#8222;Nebelwanderung&#8220;, die auf dem Berliner Mariannenplatz in Kreuzberg bei Vollmond und sp\u00e4ter 1987 in Kassel parallel zur documenta (Group Art) aufgef\u00fchrt wurde. Ein 20m x 20m gro\u00dfes, transparentes Plastikkissen wurde mit Nebelbergen gef\u00fcllt und war atemberaubend beleuchtet. An der Performance waren fast alle K\u00fcnstlerinnen der Gruppe in ihrer jeweils eigenen Sparte beteiligt: K\u00fcnstlerische Konzeption, Film, Malerei, Kost\u00fcm, Maske, Sound, Livemusik, Akustik&#8230; Gr\u00fcnderinnen der Gruppe waren Lisa Lancelle, Chris Werner und Rotraud von der Heide. Pr\u00e4gend waren und sind: Roswitha Baumeister, Claudia Schmidt, Petra Baumgart, Renate Hampke, Ute Wigand, Susanne Muel, Gerda Leopold, Hella Utesch, Ursula Bierther und die Kooperation mit ihrem K\u00fcnstlerinnenort &#8222;Pelze&#8220;. Ende der 80er Jahre zog es viele von ihnen in die weite Welt &#8211; nach New York, Wien und in den S\u00fcden der Republik. Eine gemeinsame Ausstellungst\u00e4tigkeit lie\u00df sich seither nur noch sporadisch realisieren.<\/p> <p>Im Bonner Frauenmuseum ist nun ein Comeback und Jubil\u00e4um nach 30 Jahren angesagt. Die Ausstellung zeigt, dass viele k\u00fcnstlerische Strategien von damals noch heute als nicht eingel\u00f6ste Utopien brandaktuell sind: N\u00e4mlich jene, die die Pr\u00e4senz von Frauen in der bildenden Kunst kritisch reflektieren und sichtbar machen. Die alten Fragen sind noch l\u00e4ngst nicht abgehakt, fehlende Antworten provozieren immer neue L\u00f6sungsversuche. In der Bonner Ausstellung sind Projekte und Werke zu sehen von: Lisa Lancelle (1950-2000), Chris Werner, Rotraud von der Heide, Renate Hampke, Roswitha Baumeister, Ursula Bierther, Claudia Schmidt, Petra Baumgardt, Ute Wigand, Monika Funke, Katharina Karrenberg, Catharina Cosin, Gerda Leopold, Susanne Muel, Anne Jud, Doli Hilbert, Kirsten Wlotzke, Ingrid Scheiffert und der Schokofabrik Berlin-Kreuzberg. Gastbeitrag von Pietro Pellini &#8211; &#8222;Hommage an Lisa Lancelle&#8220;. Mehr zu den einzelnen K\u00fcnstlerinnen und der Gruppe unter: www.schwarzeschokolade.de Die Ausstellung ist vom 16. Dezember 2012 bis 8. M\u00e4rz 2013 zu sehen. Es erscheint ein Katalog.<\/p> <p>Neben der Ausstellung &#8222;Schwarze Schokolade&#8220; pr\u00e4sentiert WKMF eine kleine aber feine Auswahl seines Werks. Der K\u00f6lner K\u00fcnstler Wolfgang Klaus Maria Friedrich &#8211; kurz WKMF &#8211; lie\u00df sich durch die &#8222;Schokofrauen&#8220; inspirieren. Er hat nicht nur zum Pinsel, sondern auch zur Schokolade gegriffen und vier Bilder mitsamt Schokobrunnen und einem provokanten Geb\u00e4ck ins Haus gebracht. Ab 9.Mai 2013 wird in der Ausstellung &#8222;stronger than&#8230;&#8220; mehr von ihm im Frauenmuseum zu sehen sein.<\/p> <p>PROGRAMM:<\/p> <p>Vernissage: 16.12.2012, 15 Uhr<\/p> <p>Marianne Pitzen: Begr\u00fc\u00dfung<\/p> <p>Christine Hoffmann: Einf\u00fchrung<\/p> <p>Die Schwarze Schokolade stellt sich vor Chris Werner: Schokolade-Zeit Retraktuell Renate Hampke: Mise-en-Scene Rotraud von der Heide: Die W\u00fcste lebt<\/p> <p>Die Schokofabrik stellt sich vor Helga R\u00f6hle: 30 Jahre Frauenzentrum-Kreuzberg<\/p> <p>Schoko-Kunst Claudia Schmidt: Mitmachaktion<\/p> <p>Gastperformance Sonja Grimm: The longing of a single spore<\/p> <p>Schoko-Entertainment Alice E\u00dfer: Frisch aufgelegt &#8211; Chansons The Sneadles: USELESS PENIS RIOT<\/p> <p>Finissage: 8. M\u00e4rz 2013, ab 14.00 Uhr Internationaler Frauentag &#8211; Aktionen mit Berliner K\u00fcnstlerinnen, die eigens aus Berlin zu diesem Event anreisen.<\/p> <p>Die Ausstellung wird unterst\u00fctzt von Alfred Ritter GmbH &amp; Co.KG, dem Berliner Senat und der Bundesstadt Bonn.<\/p> <p>Das Bonner Frauenmuseum wurde 1981 von der heutigen Direktorin Marianne Pitzen und einer Gruppe interdisziplin\u00e4r arbeitender Frauen gegr\u00fcndet. Zu diesem Zeitpunkt existierte weltweit noch keine Institution gleichen Namens oder vergleichbarer Zielsetzung. Das Frauenmuseum ist kein statischer Ort mit festem Bestand, sondern ein lebendiges Haus, das sich aus der F\u00fclle der weiblichen Kreativit\u00e4t und Vielfalt immer wieder erneuert. Mehr als 2.500 nationale und internationale K\u00fcnstlerinnen haben Im Krausfeld ausgestellt, 600 Ausstellungen wurden durchgef\u00fchrt, darunter 30 &#8222;Riesenprojekte&#8220; auf jeweils 2.000 qm, 200 Kataloge ediert und mit mehr als 1000 Veranstaltungen wissenschaftlich oder sparten\u00fcbergreifend untermauert. In den Archiven wird zu Geschichte, Zeitgeschichte und Kunst gesammelt, allein die Bibliothek der K\u00fcnstlerinnen umfasst 12.000 Kataloge. Die Sammlung w\u00e4chst stetig; sie ist ausschlie\u00dflich auf Schenkungen angewiesen: Nachl\u00e4sse, Stiftungen, Sponsoren. Marianne Pitzen und ihr Team sind auch neue Wege gegangen &#8211; das Kinderatelier, die Kunst- und Designmessen &#8211; sind Projekte, die in den letzten 10 Jahren entstanden sind. Der Aufbau des historischen Bereichs ist in den letzten Jahren st\u00e4rker in den Focus ger\u00fcckt. Das Frauenmuseum verbindet auf einzigartige Art und Weise Geschichte mit Gegenwartskunst.<\/p> <p>Kommende Ausstellungen: 13.01.2013 bis 10.03.2013 Wer war Mona Lisa?<\/p> <p>22.03.2013 bis 24.03.2013 Femme 3 Mode- &amp; Kunstkleidermesse<\/p> <p>31.03.2013 bis 28.04.2013 Die Rotarmistinnen Dokumentation<\/p> <p>31.03.2013 bis 01.04.2013 Jankiman das biografische Projekt &#8230;<\/p> <p>09.05.2013 bis 30.06.2013 stronger than&#8230; Bilder von Wolfgang Klaus Maria Friedrich<\/p> <p>12.05.2013 bis 30.06.2013 Schwestern zur Sonne zur Gleichheit Geschichte der SPD-Frauenpolitik<\/p> <p>Kontakt: Frauenmuseum Dr. Klaudia Nebelin Im Krausfeld 53111 Bonn 0228 92 655 160 klaudia.nebelin@frauenmuseum.de <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.frauenmuseum.de\" title=\"1981 gr\u00fcndeten die heutige Direktorin Marianne Pitzen und eine Gruppe interdisziplin\u00e4r arbeitender Frauen das erste Frauenmuseum.\" >http:\/\/www.frauenmuseum.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bonner Frauenmuseum pr\u00e4sentiert Berliner K\u00fcnstlerinnengruppe Passend zur Jahreszeit er\u00f6ffnet das Bonner Frauenmuseum am 16.12.2012 die RETRAKTUELL der Berliner K\u00fcnstlerinnengruppe &#8222;Schwarze Schokolade&#8220;. 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