{"id":37865,"date":"2013-07-17T06:58:50","date_gmt":"2013-07-17T06:58:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=37865"},"modified":"2016-06-10T12:33:37","modified_gmt":"2016-06-10T11:33:37","slug":"bedroht-und-nicht-verwundbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/bedroht-und-nicht-verwundbar-1037865\/","title":{"rendered":"Bedroht und nicht verwundbar"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"wie lange wird der L\u00f6we noch existieren\" alt=\"wie lange wird der L\u00f6we noch existieren\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/182653-150x150.jpg\" width=\"128\" height=\"128\" \/>Afrikas L\u00f6wen in Not<\/p> <p>Der Untergang des K\u00f6nigs<br \/> Bald wird der L\u00f6we verschwunden sein. Diese d\u00fcstere Prognose ist leider keine Sch\u00e4tzung einzelner besonders pessimistischer Wissenschaftler. Auf fast jeder Gro\u00dfkatzenschutzkonferenz lautet die einhellige Meinung internationaler Experten: Es muss dringend etwas geschehen, sonst wird das markante Br\u00fcllen des charismatischen K\u00f6nig der Savanne binnen nur einer Generation verstummt sein. F\u00fcr immer.<br \/> <!--more-->Der einst sichere und unber\u00fchrte Lebensraum von Panthera leo, so sein wissenschaftlicher Name, schrumpft von Jahr zu Jahr. Durch die Bev\u00f6lkerungsexplosion in Afrika dringen Menschen immer tiefer in die Lebensr\u00e4ume der Raubkatzen ein, so dass L\u00f6wen oft auf Farmen und manchmal sogar in den D\u00f6rfern auftauchen. Damit sie die Nutztiere nicht rei\u00dfen, werden sie vergiftet oder erschossen. Dies ist ein Punkt, der L\u00f6wen an den Rand der Ausrottung bringt. Kompensationszahlungen, wie sie viele afrikanische Regierungen versprechen, funktionieren in der Praxis nicht, da sie zu niedrig oder zu kompliziert umzusetzen sind.<br \/> Einige Artenschutzorganisationen versuchen, die Farmer zu schulen und aufzukl\u00e4ren, ihnen Methoden an die Hand zu geben, wie sie ihr Vieh sch\u00fctzen k\u00f6nnen: z.B. durch eine f\u00fcr L\u00f6wen undurchdringliche Umz\u00e4unung aus Akazien-Dornengestr\u00fcpp oder &#8222;living walls&#8220; &#8211; aus afrikanischer Myrrhe (Commiphora africana), die mit einem Drahtzaun verflochten wird. Diese Methode wird aktuell in Kenia und Tansania erprobt.<br \/> Der SAVE Wildlife Conservation Fund geht sogar noch einen Schritt weiter: Er hat am Rand des Kalahari-Schutzgebietes in Botswana ein L\u00f6wenschutzprogramm etabliert: Es besteht einerseits aus Farmeraufkl\u00e4rung und einem SOS-Notruf, bei dem L\u00f6wen von Farmen vertrieben und dann umgesiedelt werden. Andererseits werden im Rahmen von Forschungsprojekten L\u00f6wen besendert und deren Wanderrouten per Satellit verfolgt um fr\u00fchzeitig eingreifen zu k\u00f6nnen, wenn diese sich auf Farmland begeben. Dieses zeit- und kostenintensive Modell macht erst allm\u00e4hlich Schule, doch es rettet tats\u00e4chlich Leben, so die Artensch\u00fctzer.<br \/> Zahlreiche Proteste richten sich auch gegen eine weitere hochgradige Bedrohung f\u00fcr die L\u00f6wen: &#8222;Canned Hunting&#8220;, \u00fcbersetzt Gatterjagd, bezeichnet eine qualvolle und hochlukrative Art, L\u00f6wen zu t\u00f6ten. L\u00f6wen werden in gro\u00dfen Stil auf Farmen, vor allem in S\u00fcdafrika gez\u00fcchtet, mit der Hand aufgezogen und zeitlebens in Gehegen eingesperrt. Als Jungtiere m\u00fcssen sie als Streichelattraktion oder f\u00fcr sogenannte &#8222;Lion-Walks&#8220; herhalten. Haben sie erst eine stattliche Gr\u00f6\u00dfe erreicht, werden sie zum Abschuss an unerfahrene J\u00e4ger aus reichen Industrienationen freigegeben. Diese haben meist keine Jagderfahrung undk\u00f6nnen kaum zielen. So sterben die zahmen L\u00f6wen, die nie gesunde Scheu vor Menschen entwickelt haben, langsam und qualvoll und enden als Troph\u00e4e.<br \/> Dem Argument, die L\u00f6wenzucht diene der Arterhaltung freilebender L\u00f6wen, widersprechen Artensch\u00fctzer vehement. Das Gegenteil sei der Fall, da die Zahl der Canned-Hunting-Farmen stets zunimmt und f\u00fcr die wachsende Nachfrage immer wieder freilebende L\u00f6wen eingefangen werden, um weiteren Nachschub f\u00fcr die Gatterjagd sicherzustellen.<br \/> Auch wenn die Gatterjagd sich von der klassischen Troph\u00e4enjagd unterscheidet, ist auch sie ein ma\u00dfgeblicher Faktor f\u00fcr die langsame Ausrottung des K\u00f6nigs der Savanne. Viele Jagdfarmen im \u00f6stlichen und s\u00fcdlichen Afrika bieten betuchten Europ\u00e4ern und Amerikanern vor allem stolze L\u00f6wenm\u00e4nnchen mit pr\u00e4chtiger M\u00e4hne zu H\u00f6chstpreisen zum Abschuss an. Doch nicht nur der Rudelf\u00fchrer zahlt dies mit dem Tod, auch das gesamte soziale Gef\u00fcge seines Rudels wird hierbei zerst\u00f6rt. Auf einen Troph\u00e4enl\u00f6wen, so die Sch\u00e4tzungen, kommen zahlreiche weitere Tiere, die durch auseinanderbrechende Rudelstrukturen ihr Leben lassen m\u00fcssen. Hinzu kommt, dass nicht mal jedes f\u00fcnfte Jungtier \u00fcberhaupt das zweite Lebensjahr erreicht.<br \/> Das Argument der Jagdp\u00e4chter, von der hochpreisigen Troph\u00e4enjagd w\u00fcrde vor allem die arme Bev\u00f6lkerung profitieren, stimmt nach Recherchen des SAVE Wildlife Conservation Fund gro\u00dfenteils nicht. Der Gro\u00dfteil der Jagdfarmen ist in der Hand von Investoren reicher Industrienationen, wohin auch die Einnahmen flie\u00dfen. Dass L\u00e4nder wie Botswana und Sambia die Troph\u00e4enjagd auf Gro\u00dfkatzen verboten haben, ist ein wichtiger Schritt und in den Augen der Artensch\u00fctzer ein kleiner Hoffnungsschimmer.<br \/> Kaum feierte man diesen Erfolg, sickerte auch schon wieder die n\u00e4chste Hiobsbotschaft durch: Nachdem der Tiger als Lieferant f\u00fcr Produkte der traditionellen chinesischen Medizin fast ausgerottet ist, muss der L\u00f6we nun daf\u00fcr herhalten. Da L\u00f6wenknochen denen der Tiger sehr \u00e4hneln, sind sie nun in asiatischen Apotheken ganz legal und offiziell in pulverisierter Form erh\u00e4ltlich, genau wie der daraus hergestellte &#8222;L\u00f6wenwein&#8220;, dem gro\u00dfe Heilkr\u00e4fte zugesprochen werden. Wissenschaftliche Beweise f\u00fcr die Wirksamkeit fehlen jedoch g\u00e4nzlich.<br \/> Insider vermuten einen Zusammenhang zwischen der wachsenden Nachfrage aus Asien und dem Anstieg der Zuchtl\u00f6wen der Canned-Hunting-Farmen. Noch hei\u00dfer begehrt sind Skelette wildlebender L\u00f6wen, sie seien angeblich noch wirksamer und bringen 10.000 Euro pro L\u00f6wen.<br \/> Egal ob Troph\u00e4enjagd, Lebensraumverlust Handel mit angeblichen Arzneien aus L\u00f6wenbestandteilen oder der Abschuss durch Farmer: Es steht so schlecht um den einstigen K\u00f6nig, dass Artenschutzorganisationen aus aller Welt schon lange Alarm schlagen. Sie fordern nicht nur umfassende Schutzma\u00dfnahmen, sondern endlich auch die Einstufung als bedrohte Tierart in die IUCN-Rote Liste. Dort gilt der L\u00f6we n\u00e4mlich bislang nur als &#8222;verwundbar&#8220; und nicht als &#8222;bedroht&#8220; &#8211; eine Fehleinsch\u00e4tzung mit dramatischen Folgen.<\/p> <p>SAVE ist eine gemeinn\u00fctzige Stiftung, die sich gezielt f\u00fcr die globale und nachhaltige F\u00f6rderung des Artenschutzes einsetzt<\/p> <p>Kontakt:<br \/> SAVE Wildlife Conservation Fund<br \/> Lars Gorschl\u00fcter<br \/> Dieselstr. 70<br \/> 42489 W\u00fclfrath<br \/> 02058 -78 82-20<br \/> l.gorschlueter@save-wildlife.com<br \/> http:\/\/www.save-wildlife.com<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Afrikas L\u00f6wen in Not Der Untergang des K\u00f6nigs Bald wird der L\u00f6we verschwunden sein. Diese d\u00fcstere Prognose ist leider keine Sch\u00e4tzung einzelner besonders pessimistischer Wissenschaftler. 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