{"id":38332,"date":"2013-07-19T18:04:29","date_gmt":"2013-07-19T18:04:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=38332"},"modified":"2025-03-21T12:36:26","modified_gmt":"2025-03-21T11:36:26","slug":"denkmal-kostbarer-schatz-und-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/denkmal-kostbarer-schatz-und-herausforderung-1038332\/","title":{"rendered":"Denkmal &#8211; Kostbarer Schatz und Herausforderung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"denkmalpflegerische Fragen erfordern einiges Fachwissen\" alt=\"denkmalpflegerische Fragen erfordern einiges Fachwissen\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/183131-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Denkmalpflege: Erhaltungsinteresse ist Motivation<\/p> <p>Der Gedanke, das historische Erbe auch f\u00fcr kommende Generationen erhalten zu wollen &#8211; diesem Vorhaben stehen die Denkmalbeh\u00f6rden wohlwollend gegen\u00fcber.<br \/> Bei ihrer Genehmigungspraxis folgen die Denkmalsch\u00fctzer der Maxime des Erhaltungsinteresses. Es werden nur diejenigen Geb\u00e4ude und Geb\u00e4udeteile unter Schutz gestellt, deren Erhalt im \u00f6ffentlichen Interesse liegt. Das Interesse kann dabei ganz unterschiedlich begr\u00fcndet sein. Neben historischen, wissenschaftlichen und kunstgeschichtlichen Argumenten spielen auch die Entwicklung des Stadtbildes und der Tourismus eine Rolle.<\/p> <p><!--more-->Eric Mozanowski, f\u00fchrte in Berlin\/ Leipzig sowie Stuttgart im Rahmen von Seminarveranstaltungen die Vortragsreihe zum Thema Denkmalschutz in Deutschland fort. Aus dem Kreis der Teilnehmer kam der Wunsch, wichtige Wissensmodule auch im Internet zu ver\u00f6ffentlichen. Worin besteht die Motivation zum Erhalt, zur Erneuerung und Belebung von Baudenkm\u00e4lern? Welche Kompromisse m\u00fcssen eingegangen werden, wie war es denn in fr\u00fcheren Zeiten?<\/p> <p>Unabh\u00e4ngig davon, wie das Erhaltungsinteresse motiviert ist, bezieht es sich immer auf den Erhalt der originalen Bausubstanz. Diese ist nun einmal nicht reproduzierbar, und sp\u00e4testens seit den 1970er Jahren ist auch einer breiteren \u00d6ffentlichkeit bewusst, wie kostbar dieser Schatz ist.<\/p> <p>Bedeutung der Neudatierung Augsburger Dom<\/p> <p>Der Augsburger Dom geh\u00f6rt zur Gruppe jener Bischofskirchen in Bayern, bei denen sich trotz baulicher Ver\u00e4nderungen und Erweiterungen in gotischer und barocker Zeit gro\u00dfe Teile des romanischen Bestandes erhalten haben und die heutige Gestalt mitpr\u00e4gen.<\/p> <p>In seiner 1995 erschienen, vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege (http:\/\/www.blfd.bayern.de\/landesamt\/) herausgegebenen Monographie \u00fcber den Augsburger Dom hat Denis Andr\u00e9 Chevalley die Quellen und die bisherigen Forschungen zur Baugeschichte zusammenfassend dargestellt. Damals ging man noch von einer ungef\u00e4hr siebzigj\u00e4hrigen Bauzeit des ottonischen Domes aus, die mit der 1065 \u00fcberlieferten Weihe des Hauptaltars im Westchor abgeschlossen wurde. Anhand der neuen Baubefunde ist die Fertigstellung desselben jedoch bereits in das erste Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts zu datieren; wahrscheinlich erfolgte sie bereits um das Jahr 1006, f\u00fcr das die Bestattung der Bisch\u00f6fe Liutold (gest. 996), Gebhard (gest. 1000) und Sigfried (gest. 1006) in einem gemeinsamen Grab im ottonischen Dom \u00fcberliefert ist.<\/p> <p>Neudatierung \u00e4ndert den Stellenwert<\/p> <p>Mit der Datierung in ottonische Zeit erh\u00e4lt der Augsburger Dom einen v\u00f6llig neuen Stellenwert in der Architekturgeschichte und hat f\u00fcr die Entwicklung der ottonischen Gro\u00dfbauten eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere Bedeutung als bisher von der Forschung angenommen.<\/p> <p>Nach einer bauforscherischen Untersuchungen des Mauerwerkes im Dachbereich und der Dachkonstruktionen sowie von einer restauratorischen Befundsicherung der fr\u00fchromanischen Ausmalung im Obergaden in den Jahren 2003 bis 2009 wurden anschlie\u00dfend umfangreiche Instandsetzungsarbeiten im Augsburger Dom an den gotischen Dachwerken und an dem vom Dachwerk aus zug\u00e4nglichen romanischen Mauerwerk vorgenommen. Sowohl bauforscherische als auch restauratorische Untersuchungen unterst\u00fctzen die Neudatierung der Bauzeit des Doms. Mithilfe einer dendrochronologischen Holzaltersbestimmung von bauzeitlich eingebauten Ger\u00fcstbalken l\u00e4sst sich nun die Entstehungszeit des ottonischen Baus in das erste Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts datieren.<\/p> <p>Inzwischen sind in Deutschland rund 1,2 Millionen Bauwerke unter Schutz gestellt, rund 60 Prozent davon befinden sich in Privatbesitz. Die wirtschaftliche Basis f\u00fcr den privaten Breitendenkmalschutz ist die Denkmal-Afa nach \u00a7 7i des Einkommensteuergesetzes. Dem Staat entstehen durch die erh\u00f6hen Abschreibungen zwar Steuerausf\u00e4lle von rund 119 Millionen Euro, doch l\u00f6sen die Verg\u00fcnstigungen das Elffache an Aufwendungen aus. Rund 1,3 Mrd. Euro investieren Privatpersonen j\u00e4hrlich in Denkmale.<\/p> <p>Eric Mozanowski weist darauf hin, dass an diesem Beispiel des Augsburger Doms erkennbar ist, dass mit heutigen technischen M\u00f6glichkeiten und einer tiefer gehenden Archivrecherche eine Neudatierung bisher feststehender Bauzeiten bedeutender Baudenkmale m\u00f6glich wird und vor allem notwendig ist. Die Zusammenarbeit von Archivrecherche und bauforscherischen Untersuchungen sowie restauratorischer Bestandsaufnahmen wirkt hier zusammen und ergibt f\u00fcr ein so bedeutendes Bauwerk wie dem aus ottonischer Zeit stammenden Augsburger Dom eine neue bedeutendere Stellung in der Riege der noch erhaltenen mittelalterlichen sakralen Gro\u00dfbauten.<\/p> <p>V.i.S.d.P.:<\/p> <p>Eric Mozanowski<br \/> Der Verfasser ist f\u00fcr den Inhalt verantwortlich<\/p> <p>Eric Mozanowski f\u00fchrte in Berlin \/ Leipzig sowie Stuttgart im Rahmen von Seminarveranstaltungen die Vortragsreihe zum Themengebiet Denkmalschutz in Deutschland fort. Wichtige Wissensmodule werden auf Wunsch auch im Internet ver\u00f6ffentlicht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Geschichte von Denkmalimmobilien und der Wandel in die heutige Zeit mit den gegebenen Ver\u00e4nderungen und Anspr\u00fcchen, die Modernisierung und Sanierung von Denkmalimmobilien mit sich bringen. Weitere Informationen unter: www.immobilien-news-24.org<\/p> <p>Kontakt:<br \/> Mozanowski<br \/> Eric Mozanowski<br \/> Theodor-Heuss-Strasse 32<br \/> 70174 Stuttgart<br \/> +49 (0)711 220 631 73<br \/> mozanowski@yahoo.de<br \/> http:\/\/www.immobilie-news-24.org<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denkmalpflege: Erhaltungsinteresse ist Motivation Der Gedanke, das historische Erbe auch f\u00fcr kommende Generationen erhalten zu wollen &#8211; diesem Vorhaben stehen die Denkmalbeh\u00f6rden wohlwollend gegen\u00fcber. Bei ihrer Genehmigungspraxis folgen die Denkmalsch\u00fctzer der Maxime des Erhaltungsinteresses. Es werden nur diejenigen Geb\u00e4ude und Geb\u00e4udeteile unter Schutz gestellt, deren Erhalt im \u00f6ffentlichen Interesse liegt. 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