{"id":38350,"date":"2013-07-21T07:15:31","date_gmt":"2013-07-21T07:15:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=38350"},"modified":"2013-07-22T14:37:45","modified_gmt":"2013-07-22T13:37:45","slug":"vollstaendige-staatliche-ausfinanzierung-von-kinderbetreuungsangeboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/vollstaendige-staatliche-ausfinanzierung-von-kinderbetreuungsangeboten-1038350\/","title":{"rendered":"&#8222;Vollst\u00e4ndige staatliche Ausfinanzierung von Kinderbetreuungsangeboten&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich seit 1972  f\u00fcr Kinderrechte, Beteiligung und die \u00dcberwindung von Kinderarmut ein. \" alt=\"Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich seit 1972  f\u00fcr Kinderrechte, Beteiligung und die \u00dcberwindung von Kinderarmut ein. \" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/183092-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Deutsches Kinderhilfswerk: 50 Milliarden Euro f\u00fcr Investitionsprogramm &#8222;Fr\u00fchkindliche Bildung&#8220;<\/p> <p>Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert im Bereich der fr\u00fchkindlichen Bildung von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen ein Investitionsprogramm in H\u00f6he von 50 Milliarden Euro f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre. &#8222;Wir m\u00fcssen die \u00f6ffentlichen Ausgaben f\u00fcr die Angebote der Kindertagesbetreuung um mindestens ein Drittel steigern. Die von der Bundesregierung beschlossenen Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Qualit\u00e4t in Kitas weisen den richtigen Weg, sind aber im Umfang viel zu gering. Wir brauchen bundesweite qualitative Mindeststandards in der Kindertagesbetreuung, die im Kinder- und Jugendhilfegesetz festgeschrieben werden m\u00fcssen. Und wir brauchen darauf aufbauend ein entsprechendes Qualit\u00e4tsmonitoring&#8220;, betont Thomas Kr\u00fcger, Pr\u00e4sident des Deutschen Kinderhilfswerkes.<\/p> <p><!--more-->&#8222;Der quantitative Ausbau von Betreuungseinrichtungen f\u00fcr unter Dreij\u00e4hrige war und ist wichtig. Aber ohne eine Sicherstellung guter Qualit\u00e4t werden wir in unseren Kindertageseinrichtungen mit Vollgas vor die Wand fahren. Kitas m\u00fcssen gut ausgestattet sein, die Gruppen brauchen einen besseren Betreuungsschl\u00fcssel und eine weitere Professionalisierung der Fachkr\u00e4fte ist dringend n\u00f6tig. Zudem muss im Bereich der Kindertagespflege durch umfangreichere Zertifizierungskurse ein gr\u00f6\u00dferer Qualifikationseffekt entfaltet werden&#8220; so Kr\u00fcger weiter.<\/p> <p>Die vom Bundesfamilienministerium gef\u00f6rderte &#8222;Nationale Untersuchung zu Bildung, Betreuung und Erziehung in der fr\u00fchen Kindheit&#8220; (Nubbek) hat aktuell festgestellt, dass vier von f\u00fcnf Betreuungseinrichtungen in Deutschland nur eine mittlere Qualit\u00e4t aufweisen. Demnach waren in mehr als der H\u00e4lfte der Kitas die bildungsbezogenen Aktivit\u00e4ten unzureichend. Nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes h\u00e4ngt das auch mit Tricksereien beim Betreuungsschl\u00fcssel zusammen. Es ist ein Skandal, wenn Quereinsteiger und Auszubildende voll auf den Personalschl\u00fcssel angerechnet werden. Das konterkariert alle Bem\u00fchungen, f\u00fcr die Kinder eine qualitativ hochwertige F\u00f6rderung und Betreuung zu gew\u00e4hrleisten. Weiteres Problem sind die sogenannten externen Pr\u00fcfungen, bei der Fachfremde das Erzieherexamen ablegen k\u00f6nnen, ohne eine Fachschule besucht zu haben. &#8222;Wir h\u00f6ren zunehmend aus den Kitas Klagen \u00fcber schlecht ausgebildetes Personal. Das h\u00e4ngt mit den externen Pr\u00fcfungen zusammen, aber auch mit der Qualit\u00e4t der in den letzten Jahren neu entstandenen Ausbildungsinstitute. Diese bilden oft nicht auf einem Level aus, der f\u00fcr eine gute Arbeit in den Kitas erforderlich ist&#8220; betont Thomas Kr\u00fcger.<\/p> <p>Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert zudem eine deutliche Erh\u00f6hung von akademisch ausgebildeten Fachkr\u00e4ften in den Kindertageseinrichtungen sowie eine Verbesserung der Qualifizierung des Personals. Neben fachpraktischen Kernkompetenzen m\u00fcssen innerhalb des Personals Diagnosef\u00e4higkeiten vorhanden sein, um sowohl vorhandene Defizite als auch F\u00e4higkeiten der Kinder zu erkennen. Zudem muss sichergestellt werden, dass p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte in ihrer Ausbildung auch auf die Vermittlung relativ neuer Wissensbereiche, wie zum Beispiel Medienbildung oder interkulturelle P\u00e4dagogik ausreichend vorbereitet werden. Hier sind insbesondere an Fachhochschulen entsprechende Studienangebote zu &#8222;Bildung und Erziehung im Kindesalter&#8220; zu entwickeln. Das kann auch zum dringend notwendigen Austausch zwischen den angehenden Praktikern in den Kindertagesst\u00e4tten und der wissenschaftlichen Ebene in Universit\u00e4ten und Fachhochschulen beitragen.<\/p> <p>Au\u00dferdem m\u00fcssen die Geh\u00e4lter im Bereich der fr\u00fchkindlichen Bildung deutlich angehoben werden. Und zwar sowohl in den Kitas als auch bei den Tagesm\u00fcttern. Wenn eine Umfrage des Bundesfamilienministeriums unter Tagesm\u00fcttern zu dem Ergebnis kommt, dass fast jede dritte von ihnen \u00fcberlegt, aufgrund der geringen Entlohnung ihre Arbeit einzustellen, muss das alarmieren und zum Handeln zwingen. Und auch die vergleichsweise hohe Fluktuation in Kindertageseinrichtungen h\u00e4ngt neben den Belastungen durch schlechte Personalschl\u00fcssel mit vergleichsweise niedrigen Geh\u00e4ltern zusammen.<\/p> <p>&#8222;Langfristig brauchen wir eine vollst\u00e4ndige staatliche Ausfinanzierung von Betreuungsangeboten vom vollendeten ersten Lebensjahr bis zum Beginn der Schule. Die Investitionen von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen f\u00fchren dabei zwar kurzfristig zu deutlich h\u00f6heren Ausgaben, k\u00f6nnen aber langfristig durch zu erwartende Einsparungen im schulischen und nachschulischen Bereich sowie h\u00f6here Steuereinnahmen, beispielsweise durch eine steigende Frauenerwerbst\u00e4tigkeit, voll kompensiert werden&#8220; so Kr\u00fcger abschlie\u00dfend.<\/p> <p>Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V., Interessenvertreter f\u00fcr ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in M\u00fcnchen gegr\u00fcndet. Als Initiator und F\u00f6rderer setzt sich der gemeinn\u00fctzige Verein seit mehr als 40 Jahren f\u00fcr Kinderrechte, Beteiligung und die \u00dcberwindung von Kinderarmut in Deutschland ein.<\/p> <p>Kontakt:<br \/> Deutsches Kinderhilfswerk e.V.<br \/> Uwe Kamp<br \/> Leipziger Stra\u00dfe 116-118<br \/> 10117 Berlin<br \/> 030-308693-11<br \/> presse@dkhw.de<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.dkhw.de\" title=\"Deutsches Kinderhilfswerk e.V.\" >http:\/\/www.dkhw.de<\/a><\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsches Kinderhilfswerk: 50 Milliarden Euro f\u00fcr Investitionsprogramm &#8222;Fr\u00fchkindliche Bildung&#8220; Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert im Bereich der fr\u00fchkindlichen Bildung von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen ein Investitionsprogramm in H\u00f6he von 50 Milliarden Euro f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre. &#8222;Wir m\u00fcssen die \u00f6ffentlichen Ausgaben f\u00fcr die Angebote der Kindertagesbetreuung um mindestens ein Drittel steigern. 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