{"id":38557,"date":"2013-07-22T15:33:38","date_gmt":"2013-07-22T15:33:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=38557"},"modified":"2021-12-10T13:30:22","modified_gmt":"2021-12-10T12:30:22","slug":"von-muell-zu-wertvollen-produkten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/von-muell-zu-wertvollen-produkten-1038557\/","title":{"rendered":"Von M\u00fcll zu wertvollen Produkten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"Wachstumsmarkt M\u00fcllkonvertierung\" alt=\"Wachstumsmarkt M\u00fcllkonvertierung\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/183217-150x150.jpg\" width=\"125\" height=\"125\" \/>Verschwendet keinen M\u00fcll!<\/p> <p>EU-Projekt mit Deutschem und Schweizer Know-How will Abf\u00e4lle in Bioplastik verwandeln.<\/p> <p>Neue und innovative Technologien zur Konvertierung von M\u00fcll werden ein massiver industrieller Wachstumsmarkt in den kommenden Jahren weltweit sein. Experten erwarten in der n\u00e4chsten Dekade bei Technologien von &#8222;M\u00fcll-zu-Energie&#8220; und &#8222;M\u00fcll-zu-(Bio)Produkten&#8220; eine CAGR-Wachstumsrate (in Englisch CAGR, compound annual growth rate) von \u00fcber 11%. <!--more-->In den europ\u00e4ischen Gemeinden und Kommunen gibt es viele M\u00fcllreserven, wie zum Beispiel den normalen Hausm\u00fcll, Agrarreste sowie Kl\u00e4rschlamm von Wasseraufbereitungsanlagen, welche ein unermessliches Reservoir an wiederverwertbaren Kohlenstofffraktionen darstellen. Diese Fraktionen wieder zur\u00fcck zu gewinnen, erlaubt es, ein wertvolles Produkt zu extrahieren und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. F\u00fcr das Abfallmanagement bedeuten gerade die Technologien der M\u00fcll-zu-Bioprodukte-Konversion, wie z.B. die Reststoff-basierte Herstellung von Biokunststoffen, sowohl neue Herausforderungen als auch neue Chancen. Speziell der Biokunststoffbranche wird ebenfalls ein rasantes Wachstum in den n\u00e4chsten Jahren prophezeit, finden deren Biopolymere doch Eingang in s\u00e4mtliche Industriezweige von der Verpackungs- \u00fcber die Kleidungs- und Automobilindustrie bis hin zur Bauindustrie. Amerikanische Analysten erwarten ein 500%iges Wachstum in der bio-basierten Plastikproduktion bis zum Jahre 2015 mit technologischen Fortschritten, die nahezu im w\u00f6chentlichen Rhythmus ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p> <p>SYNPOL &#8211; Ein Projekt mit deutscher und schweizer Expertise<\/p> <p>Das von der EU mit ca. 7,3 Millionen Euro gef\u00f6rderte Projekt SYNPOL (Biopolymers from syngas fermentation; zu Deutsch: Biopolymere durch Synthesegas-Fermentation) setzt sich das Ziel, diverse Abfallfraktionen zu hochwertigen Bioprodukten (z.B. Biokunststoffen) zu konvertieren. Dies geschieht durch verschiedene Partner des Projektkonsortiums, welche eine M\u00fcllvorbehandlung mit nachgeschalteter Pyrolyse des M\u00fclls zur Produktion des sogenannten Synthesegases (ein Gas bestehend vor allem aus CO, H2 und CO2) und abschliessender bakterieller Fermentation des produzierten Gases koppeln wollen. Die Bakterien synthetisieren Biopolymergrundbausteine und Polyhydroxyalkanoate (PHA), welche dazu dienen, neue biobasierte Kunststoffprototypen durch chemische und enzymatische Katalyse zu gewinnen. Dabei tr\u00e4gt deutsches Know-How einen ma\u00dfgeblichen Anteil zum Erfolg des SYNPOL-Projektes bei. Ein Grossteil des mikrobiellen Fermentationsprozesses wird von Bakterien geleistet, welche Forschungsobjekte an den Universit\u00e4ten Ulm (Arbeitsgruppe Prof. Dr. Peter D\u00fcrre) und M\u00fcnster (AG Prof. Dr. Alexander Steinb\u00fcchel) sind. F\u00fcr eine erfolgreiche biotechnologische Applikation der Bakterien in diversen Synthesegasfermentationsprozessen werden spezifisches Bioprozess-Knowhow und spezialisierte Bioreaktoren ben\u00f6tigt. Die schweizer Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Manfred Zinn (HES-SO Valais\/Wallis, Sion) und Dipl.-Ing. Daniel Egger (Infors AG, Bottmingen) runden diesbez\u00fcglich das Projekt-Knowhow ab. Sie werden daher ein wichtiges Bindeglied f\u00fcr die industrielle Umsetzung des Synthesegases zu Biokunststoffderivaten durch bakterielle Fermentation innerhalb des Projekts darstellen.<\/p> <p>Von M\u00fcll zu 100% biologisch abbaubarem Bioplastik<\/p> <p>&#8222;Die beiden wichtigsten Vorteile des SYNPOL-Projekts sind zum einen die Tatsache, dass die Abfallstr\u00f6me f\u00fcr die Synthesegasherstellung nicht in Konkurrenz stehen mit Agrarprodukten, wie sie zum Beispiel f\u00fcr die Biotreibstoffproduktion verwendet werden und zum anderen, dass das Bioplastik, welches von Bakterien rein biologisch produziert wird auch zu 100% biologisch abbaubar ist&#8220;, erkl\u00e4rt SYNPOL Projektmanager Dr. Oliver Drzyzga vom spanischen Zentrum f\u00fcr Biologische Forschung (Centro de Investigaciones Biol\u00f3gicas, CIB-CSIC, Madrid). &#8222;Die neuen Kenntnisse, welche durch die innovative biotechnologische Anwendung des Projekts zu erwarten sind, werden sich nicht nur positiv auf das Umweltmanagement von terrestrischem Abfall auswirken, sondern vor allem dazu beitragen, den negativen Umwelteinfluss von \u00d6l-basierten Plastiksorten zu reduzieren&#8220;, f\u00fcgt er hinzu.<\/p> <p>Mehr Informationen zum Projekt unter: www.synpol.org<\/p> <p>Public Research Center from The Spanish National Research Council (CSIC)<\/p> <p>Kontakt:<br \/> Biological Research Center (CIB)<br \/> Oliver Drzyzga<br \/> Ramiro de Maeztu, 9<br \/> 28040 Madrid<br \/> 0034 91 8373112 (ext. -4387)<br \/> drzyzga@cib.csic.es<br \/> http:\/\/www.cib.csic.es<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verschwendet keinen M\u00fcll! 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