{"id":40848,"date":"2013-08-08T10:49:41","date_gmt":"2013-08-08T10:49:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=40848"},"modified":"2016-06-10T12:33:37","modified_gmt":"2016-06-10T11:33:37","slug":"das-herz-des-regenwaldes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/das-herz-des-regenwaldes-1040848\/","title":{"rendered":"Das Herz des Regenwaldes"},"content":{"rendered":"<div> <p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-40917\" title=\"Urwald-Abholzung f\u00fcr Palm\u00f6l in Kamerun Urwald-Abholzung f\u00fcr Palm\u00f6l in Kamerun\" alt=\"Urwald-Abholzung f\u00fcr Palm\u00f6l in Kamerun Urwald-Abholzung f\u00fcr Palm\u00f6l in Kamerun\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Screenshot_14.jpg\" width=\"165\" height=\"122\" \/>Geplante Palm\u00f6lplantage zerst\u00f6rt Lebensraum seltener Schimpansen und Drills im S\u00fcdwesten Kameruns<\/p> <p>Aktuelle wissenschaftliche Studie belegt gro\u00dfe Artenvielfalt im Plantagengebiet<\/p> <p>Im S\u00fcdwesten Kameruns rund um den Korup Nationalpark in einem geplanten Palm\u00f6lplantagengebiet leben zahlreiche hoch bedrohte Tierarten, darunter viele Arten die bereits auf der Roten stehen wie der Nigeria-Kamerun-Schimpanse (Pan troglodytes ellioti), die Roten Stummelaffen (Piliocolobus) oder die seltenen Drills (Mandrillus leucophaeus).<\/p> <p><!--more-->Das ist das Ergebnis einer Studie, die vom SAVE Wildlife Conservation Fund gemeinsam mit Greenpeace und dem WWF Germany in Auftrag gegeben und von einem Forscherteam der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, der Universit\u00e4t M\u00fcnchen und einer kamerunischen Universit\u00e4t durchgef\u00fchrt wurde.<br \/> Anlass der Studie war, dass der US-Investor Herakles Farms beabsichtigt, genau in der betreffenden Region auf einer Fl\u00e4che von \u00fcber 70.000 Hektar Regenwald zu roden um dort eine Palm\u00f6lplantage zu erreichten. Bisherige unternehmensfinanzierte Studien sprachen stets von einem &#8222;\u00f6kologisch wenig bedeutsamen&#8220; Areal. Das Forscherteam kam nun jedoch zu v\u00f6llig anderen Ergebnissen, die starke Zweifel an der Objektivit\u00e4t der Unternehmensstudie zulassen.Das internationale Wissenschaftlerteam um den G\u00f6ttinger Biologen Dr. Matthias Waltert best\u00e4tigt in der aktuellen Studie, dass der untersuchte Waldblock entlang der kamerunisch-nigerianischen Grenze das gr\u00f6\u00dfte zusammenh\u00e4ngende Regenwaldgebiet in ganz Westafrika ist.<br \/> Dort entdeckten die Forscher seltene und h\u00f6chst bedrohte Affenarten, unter denen dem Nigeria-Kamerun-Schimpansen eine besondere Bedeutung zukommt: Seine Existenz war n\u00e4mlich in dieser Region bislang unbekannt. Nun fanden die Forscher seine Nester im Regenwald nah des geplanten Plantagengebietes, Der Nigeria-Kamerun-Schimpanse wurde erst k\u00fcrzlich \u00fcberhaupt als Unterart anerkannt und ist momentan die seltenste Unterart der Schimpansen. Aktuell bem\u00fchen sich viele internationale Forschergruppen in speziellen Schutzprogrammen um das \u00dcberleben dieser Art, von der nur noch gesch\u00e4tzte 3.500 Individuen leben.<br \/> Ebenfalls dramatisch bedroht sind die seltenen Drills, von denen ebenfalls eine bedeutsame Population im Plantagengebiet lebt: Drills sind eine Primatenart, die den Meerkatzen zugeordnet wird. Ihr Bestand sank dramatisch in den letzten Jahrzehnten durch den Verzehr von Buschfleisch und den Verlust ihres Lebensraums durch Regenwaldabholzung. 80% der verbliebenen weltweiten Population lebt in den Regenwaldgebieten Kameruns und daher z\u00e4hlt der Mandrill zu den gef\u00e4hrdetsten Tierarten ganz Afrikas.<br \/> Im Nguti Block, einem Schutzgebiet in Kamerun, identifizierten die Forscher sogar erstmalig eine vermutlich ganz neue Fischart: den Brycinus sp. aff. Intermedius. Bei der durchgef\u00fchrten Fischstudie attestierten sie den Fischgebieten der plantagennahen Fl\u00fcsse eine viel h\u00f6here Artenvielfalt als denen des Nils und des Kongos zusammen.<br \/> All diese bedrohten und seltenen Tierarten w\u00fcrden ihren Lebensraum verlieren, w\u00fcrde der US-Investor seine Pl\u00e4ne in die Tat umsetzen. Hinzu kommt, dass deutsche Steuergelder in Millionenh\u00f6he als Entwicklungshilfe nach Kamerun flie\u00dfen, mit dem Ziel, die Biodiversit\u00e4t zu bewahren. Die jedoch ist nach Ansicht der Natursch\u00fctzer hochgradig in Gefahr, w\u00fcrde das Projekt nicht gestoppt.<\/p> <p>Das Palm\u00f6lprojekt war von beginn im Jahr 2009 an starker Kritik ausgesetzt: Internationale Naturschutzorganisationen und namhafte Wissenschaftler protestieren seitdem gegen die Zerst\u00f6rung dieses hoch-sch\u00fctzenswerten Gebietes (&#8222;HCV &#8211; high-conservation-value-area&#8220;), jedoch ohne Erfolg.<\/p> <p>Bisherige Umweltvertr\u00e4glichkeitsstudien, die vom Investor Herakles in Auftrag gegeben und von Zertifizierern des RSPO (Runder Tisch f\u00fcr nachhaltiges Palm\u00f6l) durchgef\u00fchrt wurden, fanden angeblich all diese seltenen Tierarten nicht: In den Augen der Naturschutzorganisationen ist dies ein weiterer Beleg f\u00fcr das Versagen des RSPO und ein Schwindel mit den Forschungsergebnissen seitens des Investors.<br \/> &#8222;Vor diesem Hintergrund ist es unverantwortlich und auch einfach falsch, dass Herakles Farms das geplante Plantagengebiet nach wie vor als \u00f6kologisch minderwertig darstellt&#8220;, meint Lars Gorschl\u00fcter, Vorstand des SAVE Wildlife Conservation Fund. &#8222;Wir haben nun wissenschaftlich untermauerte Beweise, dass in dem Areal, das zerst\u00f6rt werden soll, eine wesentlich h\u00f6here biologische Vielfalt herrscht als behauptet. Die Palm\u00f6lplantage w\u00e4re das Ende zahlreicher dort lebender bedrohter Tierarten. In den bisherigen von Herakles Farms beauftragten Studien fanden sie erst gar keine Erw\u00e4hnung. Vor diesem Hintergrund halten wir es f\u00fcr skandal\u00f6s, dass Kamerun eine Palm\u00f6lplantagen in diesem Gebiet \u00fcberhaupt erlaubt. &#8220;<\/p> <p>&#8222;Der Lebensraum all dieser seltenen Tierarten w\u00fcrde durch die Rodung zerst\u00fcckelt, zwischen den so genannten Inselpopulationen ist ein genetischer Austausch unm\u00f6glich&#8220; erkl\u00e4rt Dr. Matthias Waltert von der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen. W\u00fcrde das &#8222;Herz&#8220; aus diesem zusammenh\u00e4ngenden Regenwaldgebiet geschnitten, w\u00e4ren zahlreiche Populationen bedrohter Tierarten gef\u00e4hrdet. &#8222;Bei Wirbeltieren&#8220;, so Waltert, &#8222;wird eine Reduktion der urspr\u00fcnglichen Fl\u00e4che von zehn Prozent zu einer Verringerung der Arten um 50% f\u00fchren&#8220;.<br \/> Daher mahnt der Wissenschaftler dringend, die bewaldete Landschaft auch au\u00dferhalb der Schutzgebiete als Pufferzonen zu erhalten.<br \/> Die endg\u00fcltigen Ergebnisse der k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrten wissenschaftlichen Studien werden im Herbst der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt wird.<\/p> <p>SAVE ist eine gemeinn\u00fctzige Stiftung, die sich gezielt f\u00fcr die globale und nachhaltige F\u00f6rderung des Artenschutzes einsetzt<\/p> <p>Kontakt:<br \/> SAVE Wildlife Conservation Fund<br \/> Lars Gorschl\u00fcter<br \/> Dieselstr. 70<br \/> 42489 W\u00fclfrath<br \/> 02058 -78 82-20<br \/> l.gorschlueter@save-wildlife.com<br \/> http:\/\/www.save-wildlife.com<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geplante Palm\u00f6lplantage zerst\u00f6rt Lebensraum seltener Schimpansen und Drills im S\u00fcdwesten Kameruns Aktuelle wissenschaftliche Studie belegt gro\u00dfe Artenvielfalt im Plantagengebiet Im S\u00fcdwesten Kameruns rund um den Korup Nationalpark in einem geplanten Palm\u00f6lplantagengebiet leben zahlreiche hoch bedrohte Tierarten, darunter viele Arten die bereits auf der Roten stehen wie der Nigeria-Kamerun-Schimpanse (Pan troglodytes ellioti), die Roten Stummelaffen (Piliocolobus)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":40917,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[107],"tags":[134],"class_list":["post-40848","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-umwelt-klima-energie","tag-default"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40848","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40848"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40848\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":220720,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40848\/revisions\/220720"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}