{"id":44926,"date":"2013-09-05T15:58:48","date_gmt":"2013-09-05T15:58:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=44926"},"modified":"2013-09-06T15:56:08","modified_gmt":"2013-09-06T14:56:08","slug":"deutschland-im-falle-einer-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/deutschland-im-falle-einer-pandemie-1044926\/","title":{"rendered":"Deutschland im Falle einer Pandemie"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"Pr\u00e4sident des Robert-Koch-Instituts (RKI) Prof. Dr. Reinhard Burger, die Direktorin der Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung (BZgA) Prof. Dr. Elisabeth Pott, der Infektionsepidemiologe Prof. Dr. Hermann Feldmeier und Prof. Dr. Uwe Frank, Mikrobiologe und Leiter der Sektion Krankenhaus- und Umwelthygiene am Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg.\" alt=\"Pr\u00e4sident des Robert-Koch-Instituts (RKI) Prof. Dr. Reinhard Burger, die Direktorin der Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung (BZgA) Prof. Dr. Elisabeth Pott, der Infektionsepidemiologe Prof. Dr. Hermann Feldmeier und Prof. Dr. Uwe Frank, Mikrobiologe und Leiter der Sektion Krankenhaus- und Umwelthygiene am Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg.\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/189729-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Warnung vor Infektionsrisiken<\/p> <p>Urteil der Experten beim 14. Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik: Deutschland ist unzureichend auf Pandemien vorbereitet.<\/p> <p>Menschen sind mobil &#8211; Mikroorganismen und Viren auch. Die globale Mobilit\u00e4t er\u00f6ffnet f\u00fcr Infektionserreger ideale \u00dcbertragungs- und Ausbreitungsm\u00f6glichkeiten. Keime und sich parallel ausbreitende Resistenzen sind die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr das Gesundheitswesen. Wie begegnen wir den Infektionsrisiken unserer Zeit? <!--more-->Mit dieser Frage hat sich der 14. Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Augustin am Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ausein-andergesetzt. Der \u00f6ffentlichen Debatte stellten sich der Pr\u00e4sident des Robert-Koch-Instituts (RKI) Prof. Dr. Reinhard Burger, die Direktorin der Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung (BZgA) Prof. Dr. Elisabeth Pott, der Infektionsepidemiologe Prof. Dr. Hermann Feldmeier und Prof. Dr. Uwe Frank, Mikrobiologe und Leiter der Sektion Krankenhaus- und Umwelthygiene am Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg. Die Diskussion zeigt: Infektionskrankheiten sind nicht vermeidbar, aber beherrschbar, wenn die richtigen Strategien entwickelt, mit ausreichenden Mitteln ausgestattet und konsequent umgesetzt werden. So weit ist Deutschland nicht. Bei einer gro\u00dfen Pandemie wird es eng, formuliert RKI-Pr\u00e4sident Prof. Burger.<\/p> <p>Beispiele wie die Ausbreitung der SARS-Erreger vor zehn Jahren, der EHEC\/HUS-Ausbruch 2011 oder die Expansion des H5N1-Virus zeigen, wie anf\u00e4llig unsere Gesellschaft f\u00fcr pl\u00f6tzlich aufkommende neue Krankheitserreger ist. Auch aus wirtschaftlicher Sicht: Die Kosten f\u00fcr den EHEC-Ausbruch 2011 lagen bei 1,6 Mrd. Euro. Zudem f\u00fchren die j\u00e4hrlich rund 4 Mio. nosokomialen Infektionen in Europa zu 37.000 Todesf\u00e4llen und bedeuten 16 Mio. zus\u00e4tzliche Krankenhaustage. Strategie und Aufkl\u00e4rung sind aus Expertensicht das A und O. Dazu geh\u00f6rt der verantwortungsbewusste Einsatz von Antibiotika in allen Bereichen. &#8222;Jede Erreger-Resistenz ist direkt assoziiert mit einer Antibiotikagabe&#8220;, so Prof. Frank. Er begr\u00fc\u00dft die vom RKI initiierte Erfassung der Antibiotikaverbr\u00e4uche in den Kliniken. Kliniken m\u00fcssen auch die eigenen Resistenzen kennen und f\u00fcr die systematische Eradikation ein aktives Patientenscreening durchf\u00fchren. Auch geht es nicht ohne das Implementieren von Hygienestrategien und den fl\u00e4chendeckenden Einsatz spezialisierter Infektiologen, die das &#8222;Stewardship&#8220; \u00fcbernehmen.<\/p> <p>Zwar geht auch in Deutschland die MRSA-Rate aufgrund gesteigerter Bem\u00fchungen leicht zur\u00fcck, doch gilt das nicht f\u00fcr andere Problemkeime und f\u00fcr spezielle Risikobereiche wie die operativen Abteilungen. Insgesamt reicht das Bewusstsein f\u00fcr einen effektiven Infektionsschutz in der Bev\u00f6lkerung und auch in Fachkreisen noch lange nicht aus. Prof. Burger: &#8222;Es ist kein Ruhmesblatt f\u00fcr Deutschland, dass uns die Ausrottung von Masern im Gegensatz zu anderen L\u00e4ndern nicht gelingt.&#8220; Dass durch ideologische Beeinflussung eine effektive Durchimpfung trotz hoher wissenschaftlicher Evidenz nicht gelingt &#8211; so Burger &#8211; ist nur ein Beispiel daf\u00fcr, wie unser f\u00f6deralistisches System im Falle einer schweren Pandemie aufgestellt ist: mehr schlecht als recht. Zudem sei die personelle und finanzielle Ausstattung der Gesundheits\u00e4mter dramatisch gesenkt worden und auch das unerl\u00e4ssliche Zusammenwirken der Stellen defizit\u00e4r. Zusammenarbeit war auch das Stichwort von Frau Prof. Pott: Optimal strukturierte, wissenschaftlich begr\u00fcndete, mit allen Stellen koordinierte und st\u00e4ndig evaluierte Aufkl\u00e4rungskonzepte k\u00f6nnen viel bewirken. Die HIV-Kampagne &#8222;Gib Aids keine Chance&#8220; zeige das signifikant. In Deutschland mangelt es in anderen wichtigen Bereichen des Infektionsschutzes und assoziierter Hygienema\u00dfnahmen jedoch an ausreichenden Aufkl\u00e4rungskonzepten. Dass mangelnde Zusammenarbeit und fehlverstandene Kommunikation die Infektionseind\u00e4mmung dramatisch behindern, konnte Prof. Feldmeier am Beispiel des verbreiteten Kopflausbefalls anschaulich zeigen: Vorurteile, Scham und schlechte Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Eltern erschweren die an sich einfache Bek\u00e4mpfung einer in Deutschland einst ausgerottet geglaubten Infektionsplage.<\/p> <p>Weiterf\u00fchrende Informationen gibt es hier: <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/beckundpartner.de\/index.php?lang=de&amp;PHPSESSID=am5s486f9neco5lbfgupe3cdq0\" title=\"Agentur f\u00fcr Kommunkationsmarketing\" >http:\/\/beckundpartner.de\/detail.php?pro=20<\/a><\/p> <p>Bildrechte: \u00a9 Jakob B\u00f6rner<\/p> <p>Der Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik versteht sich als \u00f6ffentliches Forum zur Diskussion wichtiger Entwicklungen im Gesundheitssektor. Seit 2006 l\u00e4dt Prof. Matthias Augustin, renommierter Spezialist f\u00fcr Versorgungsforschung und Leiter des Instituts f\u00fcr Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen, regelm\u00e4\u00dfig Experten aller Disziplinen des Gesundheitswesens zur Debatte ins Universit\u00e4tsklinikum Eppendorf. Die Veranstaltungsreihe ist mittlerweile \u00fcberregional bekannt daf\u00fcr, unterschiedliche Sichtweisen auf aktuelle Themen zu b\u00fcndeln und der \u00d6ffentlichkeit Fachwissen h\u00f6chsten Rangs zug\u00e4nglich zu machen.<\/p> <p>Kontakt<br \/> Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf<br \/> Prof. Dr. med. Matthias Augustin<br \/> Martinistra\u00dfe 52<br \/> 20246 Hamburg<br \/> 040 &#8211; 480 73 81<br \/> info@beckundpartner.de<br \/> http:\/\/www.eppendorfer-dialog.de<\/p> <p>Pressekontakt:<br \/> Adriane Beck &amp; Partner GmbH<br \/> Maja Timm<br \/> Eppendorfer Landstra\u00dfe 31<br \/> 20249 Hamburg<br \/> 040 &#8211; 480 73 81<br \/> info@beckundpartner.de<br \/> http:\/\/www.beckundpartner.de<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warnung vor Infektionsrisiken Urteil der Experten beim 14. Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik: Deutschland ist unzureichend auf Pandemien vorbereitet. Menschen sind mobil &#8211; Mikroorganismen und Viren auch. Die globale Mobilit\u00e4t er\u00f6ffnet f\u00fcr Infektionserreger ideale \u00dcbertragungs- und Ausbreitungsm\u00f6glichkeiten. Keime und sich parallel ausbreitende Resistenzen sind die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr das Gesundheitswesen. 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