{"id":542,"date":"2010-07-04T18:38:00","date_gmt":"2010-07-04T17:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=542"},"modified":"2010-07-04T18:38:00","modified_gmt":"2010-07-04T17:38:00","slug":"gemeinsamkeiten-mystik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/gemeinsamkeiten-mystik-10542\/","title":{"rendered":"Gemeinsamkeiten von indischer und christlicher Mystik"},"content":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick f\u00e4llt der Vesuch des Vergleiches indischer und christlicher Mystik relativ schwer, nicht aber auf den zweiten Blick.<br \/> Es gibt Parallelen.<br \/> Was soll an dem monotheistischen Christentum, besser gesagt, in seinem mystischen Kern also \u00e4hnlich sein dem polytheistischen Hindusimus, der indischen Mystik also?<!--more--><br \/> Versuch einer Mystikdefinition:<br \/> Religions\u00fcbergreifend-das pers\u00f6nliche unmittelbare Erleben des G\u00f6ttlichen.<br \/> Unterschiede<br \/> Allerdings werden sicher Vertreter beider Religionen widersprechen und auf die Einmaligkeit &#8222;ihres Gottes&#8220; (im Christentum Gottvater, auch genannt Adonai, Jehova und El Shaddai, im HInduismus Lord Shiva) verweisen.Ein Punkt (unter manch anderen), mit dem man sich nicht ganz leicht tun wird (noch dazu, wenn mann von dem Glauben an die Existenz eines Gottes ausgeht) sind die teils v\u00f6llig unterschiedlichen Mythen\/ Inhalte der beiden Religionen.<br \/> Im Christentum regiert und thront Gottvater im Himmel, und nah ihm die Seraphim und weitere Engelch\u00f6re, sein eingeborener Sohn Jesus Christus und die Schar der Heiligen und himmlischen Wesen.<br \/> Das Gott keine Gemahlin hat, ist f\u00fcr den gl\u00e4ubigen Christen selbstverst\u00e4ndlich.<br \/> Im Hinduismus werden teilweise irdische Regionen (beipielsweise der Lake Manasarovar und der als heilig geltende Berg Kailash) als Lebensorte von Gott Shiva angesehen. Von Engeln ist viel seltener die Rede, von hinduistischen Heiligen (die oftmals Yogis sind- beispielsweise Paramahansa Yogananda oder Swami Shivananda)nat\u00fcrlich sehr wohl. Ein aus meiner Sicht sehr wichtiger Unterschied ist aber auch, dass Lord Shiva verschiedene Gemahlinnen hat (beipielsweise Parvati) und mehrere S\u00f6hne (Lord Skanda und Lord Ganesha).<br \/> Ebenso wird auch manchmal die in Indien so ber\u00fchmte &#8222;g\u00f6ttliche Mutter&#8220; mit ihren vielen Namen (u.a Kali, Durge, Bavani, Lakshmi, Sarasvati,..) als eine Gemahlin aufgez\u00e4hlt.<br \/> Sie ist im Christentum g\u00e4nzlich unbekannt.<br \/> Manche wenige sehen sie als Jungfrau Maria in einer anderen Verk\u00f6rperung, sozusagen als den ewig weiblichen Aspekt Gottes.<br \/> Trotzdem sieht man, dass ein direkter Vergleich schwer sein wird.<br \/> Man mu\u00df diesen sozusagen &#8222;durch die Hintert\u00fcr machen&#8220;<br \/> Gemeinsamkeiten:<br \/> 1. Das gleiche Ziel<br \/> Man darf behaupten, dass das gro\u00dfe Ziel in der christlichen Mystik die &#8222;Unio Mystica&#8220; ist und im Hinduismus der &#8222;samadhi&#8220; (v\u00f6llige Losgel\u00f6stheit) und &#8222;moksha&#8220; (v\u00f6llige Befreiung).<br \/> 2. Der Weg zum Ziel                                             Diesen vielleicht gleichen mystischen Zustand zu erreichen, zeigte eine weitere (nahezu grundlegende Parallele auf:<br \/> Im Christentum ist der Begriff der &#8222;Abt\u00f6tung&#8220; (das bewusste Ausmerzen der pers\u00f6nlichen Schw\u00e4chen bekannt. Viele Passagen aus der Bibel belgen die direkt und indirekt.<br \/> Der im Hinduismus und  Buddhismus entstandene und heute wieder durch verschiedene moderen-spirituelle und esoterische Richtungen bekannt gewordene Begriff der &#8222;Egoaufgabe&#8220; dr\u00fcckt m\u00f6glicherweise und wahrscheinlich eine sehr \u00e4hnliche Botschaft aus:<br \/> Entwicklung des G\u00f6ttlichen in uns. Meister Eckart sprach hier von dem g\u00f6ttlichen F\u00fcnklein, durch Ausmerzen unsere inneren Schw\u00e4che bzw. der negativen Teile des Ego. Mann kann erkennen, dass Hauptziel (Unio Mystica und Samadhi bzw. Moksha) wie auch der Weg dorthin (Abt\u00f6tung buw. Egoaufgabe) sehr \u00e4hnlich bis nahezu identisch sind.<br \/> 3.Meister-Sch\u00fcler<br \/> Den Begriff des Meister sucht man sehr h\u00e4ufig zuallererst in den \u00f6stlichen Regionen also u.a in Indien, denkt man aber heir im zweiten Blick an die chrstlichen Meister wird auch hier eine wichtige Gemeinsamkeit deutlich:<br \/> Der Begriff des &#8222;Guru&#8220; ist zwar h\u00e4ufig in unseren Breiten sehr negativ besetzt, hat aber doch beispielsweise in Indien eine sehr lange Tradition.In Europas hat sich das &#8222;Sch\u00fcler-Meister Modell&#8220; haupts\u00e4chlich in Kl\u00f6stern gehalten, wo oft noch entscheidende Beziehungen zwischen Novize und Abt bestehen. Sonst eher weniger.<br \/> 4. Gebetspraxis<br \/> Deutliche und direkte Parallelen, wie beispielsweise die Rosenkranzpraktik im Christentum und auf der anderen Seite die Mantrapraxis in Hinduismus sind eher offensichtlich.<br \/> 5.Gott in uns<br \/> Eine weitere Erkenntnis ist eine Gemeinsamkeit, die sich mir nach einem Studium der Bhagavad Gita ergab und bei der sich bis heute die Geister scheiden.In der Bhagavd Gita (w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt der Gesang des Erhabenen) trat w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs zwischen Sri Krishna und dem Helden Arjuna eine Beschreibung der &#8222;\u00dcberseele&#8220; (ind. paramatma) auf als die innerste und g\u00f6ttliche Essenz des Menschen und aller Wesen.Die Gleichheit des im Christentum durch Meister Eckart gennaten &#8222;g\u00f6ttlichen Funkens&#8220; und der ausf\u00fchrlich in der Bhagavad Gita beschriebene &#8222;paramatma&#8220; (der &#8222;\u00dcberseele&#8220;) f\u00e4llt auf.<\/p> <p>Daniel Kai Grassl (Diplomsoziologe)<br \/> E-mail: daniel-grassl1975@web.de<br \/> fax:089\/640101<br \/> Tel: 0176\/61516069<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick f\u00e4llt der Vesuch des Vergleiches indischer und christlicher Mystik relativ schwer, nicht aber auf den zweiten Blick. 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