{"id":55283,"date":"2013-10-29T16:46:03","date_gmt":"2013-10-29T16:46:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=55283"},"modified":"2015-08-04T09:39:05","modified_gmt":"2015-08-04T08:39:05","slug":"neue-erkenntnisse-zu-pulmonaler-hypertonie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/neue-erkenntnisse-zu-pulmonaler-hypertonie-1055283\/","title":{"rendered":"Neue Erkenntnisse zu pulmonaler Hypertonie"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"16. PH Patiententreffen\" alt=\"16. PH Patiententreffen\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/197887-150x150.jpg\" width=\"142\" height=\"142\" \/>Neues aus Nizza Aktuelle Erkenntnisse zu Diagnose und Therapie von Lungenhochdruck<\/p> <p>16. PH-Patiententreffen<\/p> <p>Grundlagenforschung und klinische Forschung zur pulmonalen Hypertonie haben in den vergangenen Jahren beachtliche Fortschritte erzielt. Doch es gibt weiterhin viel zu tun bei der Bek\u00e4mpfung der schwerwiegenden Krankheit Lungenhochdruck. Darin stimmten die Referenten beim 16. Patiententreffen des Selbsthilfevereins pulmonale hypertonie e. v. (ph e. v.) vom 25. bis 27. Oktober 2013 in Frankfurt\/Main \u00fcberein. Mehrere Vortr\u00e4ge vermittelten neue Erkenntnisse vom PH-Weltsymposium 2013 in Nizza. Bemerkenswert ist vor allem ein Paradigmenwechsel bei der Trainingstherapie. Ein weiterer H\u00f6hepunkt des PH-Patiententreffens war die Verleihung des 7. Journalistenpreises.<\/p> <p><!--more-->Journalistenpreis f\u00fcr FAKT-Beitrag<\/p> <p>Der mit 3.000 Euro dotierte Journalistenpreis geht dieses Jahr an Andreas Rummel f\u00fcr seinen Beitrag Dramatische Folgen des Organspendeskandals im ARD-Magazin FAKT. In dem im August dieses Jahres gesendeten Beitrag berichtet Rummel, wie die Bereitschaft zur Organspende durch den 2012 bekannt gewordenen Transplantationsskandal eingebrochen ist. Betroffen sind die Patienten, die l\u00e4nger warten m\u00fcssen oder m\u00f6glicherweise gar kein Organ mehr bekommen. So stellt Andreas Rummel in seinem Filmbeitrag auch eine 33-j\u00e4hrige Patientin mit pulmonaler Hypertonie vor, die im Universit\u00e4tsklinikum Jena auf ein Herz und eine Lunge wartet. Wenn nicht bald Organe verf\u00fcgbar sind, wird sie sterben. Wie Rummel beim PH-Patiententreffen erz\u00e4hlte, hat der Bericht Aufmerksamkeit f\u00fcr die Krankheit Lungenhochdruck erweckt angefangen in der MDR Redaktionskonferenz. Das breite Bewusstsein f\u00fcr die pulmonale Hypertonie zu verbessern, ist auch Ziel des Journalistenpreises von ph e. v. Bei der Preisverleihung hatte Andreas Rummel eine gute Nachricht: Die 33-j\u00e4hrige PH-Patientin hat mittlerweile die dringend erforderlichen Transplantationen erhalten und kommt von Tag zu Tag mehr zu Kr\u00e4ften.<\/p> <p>Pulmonale Hypertonie eine schwerwiegende Erkrankung<\/p> <p>Die pulmonale Hypertonie (PH) tritt in verschiedenen Formen auf, isoliert oder begleitend zu verschiedenen Herz- und Lungenerkrankungen. Sie ist meist fortschreitend, wird h\u00e4ufig sp\u00e4t diagnostiziert und kann unbehandelt zu einem fr\u00fchzeitigen Tod f\u00fchren. Erkranken k\u00f6nnen Menschen jedes Alters; Frauen sind etwa doppelt so h\u00e4ufig betroffen wie M\u00e4nner. Bei der PH sind die Blutgef\u00e4\u00dfe der Lunge stark verengt. Dadurch steigt der Blutdruck in den Lungengef\u00e4\u00dfen zwischen rechter und linker Herzkammer an, was zu einer Durchblutungsst\u00f6rung der Lunge, einer verschlechterten Sauerstoffaufnahme und einer zunehmenden \u00dcberlastung der rechten Herzkammer f\u00fchrt. Die Wissenschaft unterscheidet f\u00fcnf Klassen der PH: pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH), pulmonale Hypertonie bei Erkrankungen des linken Herzens, pulmonale Hypertonie bei Lungenerkrankung und\/oder Hypoxie, chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) und sonstige pulmonale Hypertonie.<\/p> <p>Paradigmenwechsel bei der Trainingstherapie<\/p> <p>Im Zentrum der Vortr\u00e4ge beim PH-Patiententreffen standen Ergebnisse des 5. World Symposium on Pulmonary Hypertension im Fr\u00fchjahr dieses Jahres in Nizza. Professor Ekkehard Gr\u00fcnig, Leiter des Lungenhochdruckzentrums der Thoraxklinik am Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg, berichtete von einer neuen Bewertung der Trainingstherapie bei PH: Ein spezialisiertes Training kann die kontraktile Reserve des Herzens vergr\u00f6\u00dfern, kann Gehstrecke, Sauerstoffaufnahme und Lebensqualit\u00e4t der Patienten verbessern. Dies hat auch eine neue Trainingsstudie mit 90 Patienten in Heidelberg gezeigt. Dem Verein ph e. v. dankte Ekkehard Gr\u00fcnig f\u00fcr die Unterst\u00fctzung mehrerer Trainingsprojekte. Als weitere Ergebnisse aus Nizza nannte Gr\u00fcning eine sorgf\u00e4ltige Beobachtung von Patienten mit grenzwertig erh\u00f6htem pulmonal-arteriellen Druck der sogenannten Borderline-PH sowie eine bessere Standardisierung der Rechtsherzkatheter-Untersuchung. Professor Gr\u00fcning empfahl dar\u00fcber hinaus als unterst\u00fctzende Ma\u00dfnahmen bei PH unter anderem die abgestimmte Gabe von Diuretika (harntreibenden Mitteln) und Antikoagulantien (Gerinnungshemmern), gegebenenfalls eine Langzeit-Sauerstofftherapie, die Kontrolle des Eisenspiegels und des Ferritinspiegels, regelm\u00e4\u00dfige Grippeschutzimpfung, kontrollierte Rehabilitation und psychosoziale Unterst\u00fctzung.<\/p> <p>Neue Medikamente Macitentan und Riociguat<\/p> <p>Professor Ardeschir Ghofrani vom Lungenzentrum des Universit\u00e4tsklinikums Gie\u00dfen und Marburg berichtete \u00fcber die in Nizza er\u00f6rterten neuen M\u00f6glichkeiten zur gezielten PH-Therapie. Bei allen bis jetzt entwickelten Medikamenten handelt es sich um Vasodilatantien, das hei\u00dft gef\u00e4\u00dferweiternde Wirkstoffe, welche die verkrampften Gef\u00e4\u00dfe entspannen. Medikamente gegen die Gef\u00e4\u00dfwandverdickung und das unkontrollierte Wachstum der Zellen in den Gef\u00e4\u00dfen sind bis jetzt noch nicht verf\u00fcgbar, wie Ardeschir Ghofrani erkl\u00e4rte. Imatinib, ein antiproliferativer Wirkstoff, der in der Tumorbehandlung eingesetzt wird, wurde wegen zu hoher Risiken nicht zur PH-Therapie zugelassen; das Prinzip hat sich jedoch als wirksam erwiesen und wird weiter verfolgt. Die in Nizza empfohlenen Medikamente Macitentan, ein gef\u00e4\u00dferweiternder Wirkstoff aus der Gruppe der Endothelin-Rezeptor-Antagonisten, sowie Riociguat, ein Stimulator der l\u00f6slichen Guanylatzyklase (sGC), sind hingegen in einigen L\u00e4ndern inzwischen zugelassen und stehen in Europa kurz vor der Zulassung. Professor Ghofrani stellte aktuelle Studien zu diesen Medikamenten vor. In diesem Zusammenhang appellierte Ghofrani auch an die Patienten, an klinischen Studien teilzunehmen. Wie Metaanalysen zeigen, verbessert die Teilnahme an einer solchen Studie die Prognose in jedem Fall, da alle Teilnehmer von Spezialisten an PH-Zentren engmaschig betreut werden. Dar\u00fcber hinaus sind klinische Studien f\u00fcr den Fortschritt der PH-Therapie unentbehrlich.<\/p> <p>Operation bei chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie<\/p> <p>Was seit Nizza bei der Therapie der chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) neu ist, erl\u00e4uterte Professorin Heinrike Wilkens von der der Klinik f\u00fcr Innere Medizin V &#8211; Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin am Universit\u00e4tsklinikum des Saarlands. Bei Patienten mit ungekl\u00e4rter PH ist eine Ventilations-Perfusionsszintigraphie (SPECT) zu empfehlen, ein einfaches und nicht belastendes Untersuchungsverfahren. Liegt die Diagnose CTEPH vor, ist eine pulmonale Endarteriektomie (PEA) die Therapie der Wahl. Sie sollte allerdings an einem chirurgischen Zentrum durchgef\u00fchrt werden, das \u00fcber gro\u00dfe Erfahrungen mit dieser Operation verf\u00fcgt. Auch bei der Bestimmung der Operabilit\u00e4t ist die Erfahrung des Chirurgen entscheidend. Wenn der Patient nicht operabel ist oder der Lungenhochdruck nach der Operation wieder auftritt, ist eine Therapie mit Medikamenten gegen PAH angezeigt. Dazu bedarf es allerdings noch weiterer Studien.<\/p> <p>Blick \u00fcber die Grenze<\/p> <p>\u00dcber pulmonale Hypertonie bei Lungenerkrankungen wie chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Lungenfibrose berichtete Dr. Michael Halank vom Universit\u00e4tsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Einen Blick \u00fcber die Grenze nach Frankreich erm\u00f6glichte Dr. Sven G\u00fcnther, der am Nationalen Referenzzentrum f\u00fcr Pulmonale Hypertonie im Krankenhaus Bic\u00eatre bei Paris t\u00e4tig ist. Wie Dr. G\u00fcnther berichtete, werden in Frankreich deutlich mehr Patienten mit dem Prostaglandin Epoprostenol in Form einer intraven\u00f6sen Langzeitinfusion behandelt als in Deutschland. Im \u00dcbrigen betonte G\u00fcnther die Gemeinsamkeiten des PH-Managements diesseits und jenseits des Rheins und sprach sich daf\u00fcr aus, Kompetenzen und Erfahrungen zu b\u00fcndeln.<\/p> <p>Workshops und pers\u00f6nlicher Austausch<\/p> <p>Am 16. PH-Patiententreffen nahmen insgesamt rund 250 Betroffene, Angeh\u00f6rige und Interessierte teil. Durch das Programm f\u00fchrte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, G\u00fcnther Thimm, der den aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden verhinderten Vorsitzenden Hans-Dieter Kulla vertrat. Neben den Vortr\u00e4gen standen zahlreiche Workshops auf dem Programm. Die Themen reichten von Ern\u00e4hrung bei PH \u00fcber Atem- und Inhalationstechniken, Tai-Chi, progressive Muskelentspannung und Autogenes Training, Medizintechnik bei der PH, Rehabilitation, Patientenrechte und Patientenverf\u00fcgung bis hin zu den Einfl\u00fcssen einer chronischen Erkrankung auf Familie und Partnerschaft. Zwischendurch gab es immer wieder Gelegenheit zum pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch und Austausch von Erfahrungen.<\/p> <p>Das PH-Patiententreffen stand unter der Schirmherrschaft von Sozialminister a. D. Dr. Erwin Vetter. F\u00fcr die freundliche Unterst\u00fctzung der Veranstaltung dankt ph e. v. den Hauptsponsoren Actelion Pharmaceuticals Deutschland GmbH, Bayer Vital GmbH und Pfizer Pharma GmbH sowie den weiteren Sponsoren GlaxoSmithKline GmbH &amp; Co. KG und Techniker Krankenkasse Hamburg. Weiterhin gilt der Dank des Vereins der GTI medicare GmbH und der VIVISOL Deutschland GmbH f\u00fcr die Sauerstoffversorgung.<\/p> <p>\u00dcber pulmonale hypertonie e.v.<\/p> <p>Der Selbsthilfeverein pulmonale hypertonie e.v. wurde 1996 von Bruno Kopp gegr\u00fcndet, der selbst betroffen war. Der Verein vermittelt ph-spezialisierte Kliniken und \u00c4rzte sowie Kontakt zu anderen Patienten mit PH. Au\u00dferdem unterst\u00fctzt er seine Mitglieder bei der Inanspruchnahme medizinischer und sozialer Hilfeleistungen, organisiert Patiententagungen sowie -seminare und unterst\u00fctzt die medizinische Forschung zum Krankheitsbild Lungenhochdruck.<\/p> <p>pulmonale hypertonie e.v.<br \/> Hans-Dieter Kulla<br \/> 1. Vorsitzender<br \/> Rheinaustr.94<br \/> 76287 Rheinstetten<br \/> Tel: 49 (0)7242 9534 141<br \/> Fax: 49 (0)7242 9534 142<\/p> <p>Weitere Informationen:<br \/> Durian PR &amp; Redaktion, Dana Langenfeld, Tibistra\u00dfe 2, 47051 Duisburg<br \/> Tel: 0203-34 67 83-0, Fax: 0203-34 67 83-20, langenfeld@durian-pr.de<br \/> www.durian-pr.de<\/p> <p>Kontakt:<br \/> Durian PR &amp; Redaktion<br \/> Frank Oberpichler<br \/> Tibistra\u00dfe 2<br \/> 47051 Duisburg<br \/> 0203-34 67 83-12<br \/> oberpichler@durian-pr.de<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/durian-pr.de\" title=\"Durian \u2013 Ihr Publicity-Partner\" >http:\/\/durian-pr.de<\/a><\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neues aus Nizza Aktuelle Erkenntnisse zu Diagnose und Therapie von Lungenhochdruck 16. PH-Patiententreffen Grundlagenforschung und klinische Forschung zur pulmonalen Hypertonie haben in den vergangenen Jahren beachtliche Fortschritte erzielt. 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