{"id":67788,"date":"2014-01-08T19:18:08","date_gmt":"2014-01-08T19:18:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=67788"},"modified":"2016-02-05T13:44:19","modified_gmt":"2016-02-05T12:44:19","slug":"sinndimensionen-des-playmobil-universums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/sinndimensionen-des-playmobil-universums-1067788\/","title":{"rendered":"Sinndimensionen des Playmobil-Universums"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"Playmobil durchleuchtet - Eine Hommage f\u00fcr 40 Jahre Phantasie\" alt=\"Playmobil durchleuchtet - Eine Hommage f\u00fcr 40 Jahre Phantasie\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/206122-150x150.jpg\" width=\"109\" height=\"109\" \/><\/p> <p>Wer kennt sie nicht, die kleinen Plastikfiguren mit den akkuraten Frisuren aus Kindertagen? 1974 erblickten Sie erstmals auf einer Spielemesse vorgestellt. Seit nunmehr 40 Jahren haben sie die Herzen der kleinen und gro\u00dfen Liebhaber h\u00f6her schlagen lassen. Zeit, die kleinen Phantasie-Befl\u00fcgler zu w\u00fcrdigen.<br \/> <!--more-->&#8222;Playmobil durchleuchtet&#8220;. Eine wissenschaftliche W\u00fcrdigung zum 40ten Geburtstag von Playmobil<\/p> <p>Wir sprachen mit dem Herausgeber, dem Soziologen Dr. Sacha Szabo \u00fcber die Plastikfigur als Kulturtr\u00e4ger<\/p> <p>Sie sind 7,5 cm gro\u00df, ihr freundliches L\u00e4cheln ist weltbekannt und jetzt feiern sie ihren 40sten Geburtstag. Playmobil-Figuren.<\/p> <p>Auf der Spielemesse im Februar 1974 wurden die Plastikfiguren von Horst Brandst\u00e4tter vorgestellt. Anfangs noch skeptisch betrachtet, wurden die Figuren bereits am Ende der Messe zum Verkaufsschlager. Mit dem Erfolg wuchs die Playmobilfamilie von Anfangs drei Urtypen, dem Ritter, dem Bauarbeiter und dem Indianer. 1976 kam die erste Playmobilfrau auf den Markt, Anfang der achtziger Jahre dann Kinder und Ende der achtziger Jahre wurde das Sortiment grundlegend \u00fcberarbeitet, jetzt hatten die Figuren auch ganz individuelle Gesichter und weiter wuchs die Familie bis zur ersten schwangeren Playmobilfrau &#8222;Anna&#8220;, die 2012 auf den Markt kam. Wir sind gespannt, was sich Playmobil selbst zum runden Geburtstag schenkt. F\u00fcr das Freiburger Institut f\u00fcr Theoriekultur (http:\/\/www.institut-theoriekultur.de\/http:\/\/) war dieser Geburtstag Anlass sich wissenschaftlich mit diesem Erfolgsprodukt zu besch\u00e4ftigen. Herausgekommen ist der Sammelband &#8222;Playmobil durchleutet&#8220; der von Sacha Szabo und Hannah K\u00f6pper herausgegeben wurde und dieses kulturelle Objekt aus unterschiedlicher Perspektive beleuchtet. Es wird zum Beispiel das Rollenbild im Kontext der Individualisierung hinterfragt, die historische Exaktheit der Playmobilritter oder das Frauenbild der Playmobilwelt. Es ist ein liebevoll zusammengestelltes Geschenk, das die Wissenschaft hier diesem Artefakt widmet.<\/p> <p>Wir sprachen mit Dr. Sacha Szabo (http:\/\/www.sacha-szabo.de\/http:\/\/) , einem der Herausgeber des Bandes \u00fcber die Faszination von Playmobil.<\/p> <p>Was begeistert einen Wissenschaftler an Playmobil?<\/p> <p>Sacha Szabo: Ich selbst habe als Kind mit den ersten Playmobilfiguren gespielt, insofern ist mein Blick immer auch ein wenig romantisiert. Aber als Sozialwissenschaftler fallen einem sofort die sozialen Rollen ein.<\/p> <p>Welche sind das?<\/p> <p>Sacha Szabo: Es ist ganz spannend, wenn man die ersten Figuren betrachtet, findet man die Typen einer schichtm\u00e4\u00dfigen Gesellschaft: den Wehrstand: die Ritter, den Lehrstand: die \u00c4rzte und den N\u00e4hrstand: die Bauarbeiter. Was aber dar\u00fcber hinaus so spannend ist, ist dass bei diesen Figuren der Wechsel zwischen den Rollen problemlos m\u00f6glich ist. Zog man einem Bauarbeiter den Helm ab und setzte ihm eine Krone auf, wurde aus dem Arbeiter ein K\u00f6nig. Eine wunderbare Utopie!<\/p> <p>Playmobil hat sich aber weiterentwickelt, es gibt jetzt viel mehr als nur diese drei Figuren.<\/p> <p>Sacha Szabo: Ja, auch dies l\u00e4sst sich soziologisch beschreiben. Die Playmobils durchliefen eine Entwicklung hin zur Individualisierung, vergleichbar der von Menschen in der postindustriellen Gesellschaft. Das Risiko dieser individuellen Figuren ist nun \u00e4hnlich vergleichbar mit Spezialisten in unserer Arbeitswelt. Sie sind hoch spezialisiert und damit nicht mehr so flexibel einsetzbar wie die Urfiguren. Wenn sie nicht zur Spielwelt passen, droht ihnen das Schicksal in der Spielkiste zu bleiben und die B\u00fchne anderen Playmobilfiguren zu \u00fcberlassen.<\/p> <p>Was wird denn gespielt?<\/p> <p>Sacha Szabo: Gerade Playmobil als einerseits geschlossenes System, das andererseits eine hohe Innendifferenzierung hat, bietet die M\u00f6glichkeit die erlebte Wirklichkeit nochmals als Geschichte zu verarbeiten. Dies ist eine Leistung, die f\u00fcr Kinder notwendig ist, um Realit\u00e4t \u00fcberhaupt begreifen zu k\u00f6nnen. Ein Autounfall, der nur schwer in das Weltbild eines Kindes integrierbar ist, kann nun mit den Figuren nachgespielt werden und damit in eine Sinnstruktur eingebettet werden.<\/p> <p>Ist das alles?<\/p> <p>Sacha Szabo: Das ist ein nicht zu untersch\u00e4tzender Aspekt. Die Produktion von Sinn ist eine der anthropologisch exklusiven Eigenschaften des Menschen. Wir haben es also bei der Nachstellung von Wirklichkeit mit Kulturproduktion in Reinform zu tun.<\/p> <p>Um was geht es in Ihrem Buch?<\/p> <p>Sacha Szabo: Wir haben die Sinndimensionen dieses Playmobiluniversums ausmessen wollen und sind mit wissenschaftlicher Sachlichkeit beispielsweise der Frage nachgegangen ob das Bild, das Playmobilritter vermitteln ein realistisches ist und in welchen Punkten es von der Historie abweicht. Es wundert nicht, es ist ein romantisierendes Bild, das bestimmte Handlungsethiken in den Vordergrund stellt. Auch haben wir das Frauenbild von Playmobil untersucht.<\/p> <p>Und welches ist das?<\/p> <p>Sacha Szabo: Es war zu Anfang ein sehr traditionelles, die Playmobilfrau hat sich nur langsam emanzipiert. Anfangs war sie f\u00fcr die Verpflegung und f\u00fcr die Versorgung zust\u00e4ndig. Bis heute gibt es viele Playmobilm\u00fctter. Aber die Playmobilfrau ist auch in traditionelle M\u00e4nnerberufe vorgedrungen, nun gibt es nicht nur Polizistinnen sondern auch Einbrecherinnen. Was aber aus Sicht der Gender-Studies spannend ist. Die Playmobil &#8222;Figures&#8220; Sets erlauben auch Cross-gegenderte Figuren. Man kann Figuren zusammenstellen, die zugleich m\u00e4nnliche wie weibliche Attribute beinhalten. Eine Modernit\u00e4t, die wir zu Beginn unserer Untersuchung nicht erwartet hatten.<\/p> <p>Wann wird Ihr Buch erscheinen?<\/p> <p>Sacha Szabo: Es wird im Februar passend zum Geburtstag von Playmobil erh\u00e4ltlich sein. Man kann es unter dem Titel: &#8222;Playmobil durchleutet. Analysen und Diagnosen zu dem weltbekannten Spielzeug&#8220; \u00fcberall im Buchhandel erhalten.<\/p> <p>______________________________<\/p> <p>Angaben zum Buch:<br \/> Hannah K\u00f6pper\/ Sacha Szabo (Hg.)<br \/> Playmobil\u00ae durchleuchtet.<br \/> Wissenschaftliche Analysen und Diagnosen zu dem weltbekannten Spielzeug<br \/> Marburg, Tectum, 19,90 EUR,<br \/> ISBN: 978-3-8288-3022-6<br \/> Erscheinungsdatum: Januar\/Februar 2014<\/p> <p>Das Institut f\u00fcr Theoriekultur ist einer von Deutschlands f\u00fchrenden Theoriedienstleistern.<\/p> <p>Unser Angebot<\/p> <p>Als Wissenschaftler sind wir in der Lage Ihr Unternehmen oder Ihr Produkt auf eine innovative und einzigartige Weise zu thematisieren.<br \/> Ihr Produkt wird pl\u00f6tzlich f\u00fcr das Feuilleton und den Kulturteil interessant.<\/p> <p>\u00dcber diese Kan\u00e4le k\u00f6nnen Sie ein v\u00f6llig anderes, anspruchsvolles Kundenmillieu ansprechen.<\/p> <p>Sie betreiben mit uns keine herk\u00f6mliche Werbung sondern Pflege Ihrer Unternehmeskultur.<\/p> <p>Unsere M\u00f6glichkeiten<\/p> <p>Ausgehend von Ihrem Produkt, Ihrer Marke oder Ihrem Unternehmen umfasst unser Angebot die Erarbeitung von:<\/p> <p>B\u00fcchern (Monographien und Sammelb\u00e4nde)<br \/> Kongressen (Wir organisieren Kongresse und Workshops)<br \/> Ausstellungen (Wir kuratieren Ausstellungen)<\/p> <p>Kontaktieren Sie uns und lassen Sie sich von unseren Referenzen \u00fcberzeugen.<\/p> <p>Kontakt<br \/> Institut f\u00fcr Theoriekultur<br \/> Dr. Sacha Szabo<br \/> In der Breige 9<br \/> 79189 Bad Krozingen<br \/> 0157\/ 82260601<br \/> kontakt@institut-theoriekultur.de<br \/> http:\/\/www.institut-theoriekultur.de<\/p> <p>Pressekontakt:<br \/> Selbstst\u00e4ndig\/ Institut f\u00fcr Theoriekultur<br \/> Sacha Szabo<br \/> In der Breige 19<br \/> 79189 Bad Krozingen<br \/> 0157\/ 822 60 601<br \/> kontakt@institut-theoriekultur.de<br \/> http:\/\/www.institut-theoriekultur.de<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer kennt sie nicht, die kleinen Plastikfiguren mit den akkuraten Frisuren aus Kindertagen? 1974 erblickten Sie erstmals auf einer Spielemesse vorgestellt. 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