{"id":69827,"date":"2014-01-20T13:15:19","date_gmt":"2014-01-20T13:15:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/?p=69827"},"modified":"2025-03-21T12:36:29","modified_gmt":"2025-03-21T11:36:29","slug":"ist-das-deutsche-gesundheitswesen-resistent-gegen-veraenderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/ist-das-deutsche-gesundheitswesen-resistent-gegen-veraenderungen-1069827\/","title":{"rendered":"Ist das deutsche Gesundheitswesen resistent gegen Ver\u00e4nderungen?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"\u201eInnovation 2014: Wege aus dem Innovationsstillstand: Konzepte - Evaluation - Best-Practices\u201c\" alt=\"\u201eInnovation 2014: Wege aus dem Innovationsstillstand: Konzepte - Evaluation - Best-Practices\u201c\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/207318-150x75.jpg\" width=\"150\" height=\"75\" \/>Steuern statt Regulieren &#8211; So k\u00f6nnte man das Ziel der dringend ben\u00f6tigten Innovationen unserer Versorgungsstrukturen definieren. Defizite im System m\u00fcssen aufgesp\u00fcrt und Gegenma\u00dfnahmen ergriffen werden. Den Innovationsstau im Gesundheitswesen abzuschaffen, bem\u00fcht sich der Fachkongress &#8222;Innovation 2014&#8220;.<\/p> <p><!--more-->Der Fachkongress &#8222;Innovation 2014&#8220;<\/p> <p>Der BKK Dachverband, arvato Healthcare und &#8222;Monitor Versorgungsforschung&#8220; zeigen L\u00f6sungswege aus dem Innovationsstillstand im Gesundheitswesen.<\/p> <p>Knapp 40 Jahre Gesundheitsreformen liegen hinter uns. Wobei die vergangenen Regierungen sich vor allem bem\u00fcht haben, die Kostenentwicklung in Grenzen zu halten, und sich vorzugsweise auf den Arzneimittelsektor, einen relativ leicht regelbaren Bereich, fokussiert haben. Vielleicht deshalb brauchen unsere Versorgungsstrukturen dringend Innovationen, deren Sinn sich nicht im Regulieren ersch\u00f6pft, sondern im Steuern. &#8222;Wer gute Versorgung will, muss wissen, wo die Defizite im System liegen und welche Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung Erfolg versprechen&#8220; wird Prof. Dr. Edmund A.M. Neugebauer (IFOM-Institut) auf dem MVF-Kongress &#8222;Innovation 2014 &#8211; Wege aus dem Innovationsstillstand &#8211; Konzepte &#8211; Evaluation &#8211; Best-Practices&#8220; (http:\/\/www.monitor-versorgungsforschung.de\/kongresse\/kongresse\/Innovation_2014) sagen, der nicht nur den Status nach knapp 40 Jahren Gesundheitsreformen beschreiben, sondern L\u00f6sungsans\u00e4tze mit all ihren Chancen und Schwierigkeiten aufzeigen wird, wie die Gesundheitsversorgung in Deutschland wieder neue Impulse bekommen, die Innovationskultur vorangebracht und der (gef\u00fchlte oder auch tats\u00e4chliche?) Innovationsstau aufgel\u00f6st werden kann.<\/p> <p>&#8222;Das deutsche Gesundheitswesen wird vielfach als z\u00e4h oder gar resistent gegen Ver\u00e4nderungen angesehen, wodurch ein st\u00e4ndiger Innovationsstau hervorgerufen w\u00fcrde&#8220; erkl\u00e4rt Prof. Dr. Bertram H\u00e4ussler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des IGES-Instituts und weist dabei auf auf einzelne Projekte wie die &#8222;Elektronische Gesundheitskarte&#8220; oder die &#8222;Integrierte Versorgung&#8220; hin. Dennoch w\u00fcrden sich nach seinen Worten alle Beteiligten \u00fcber das Ausma\u00df an Ver\u00e4nderungen wundern, wenn sie in einer Zeitreise 20 oder 30 Jahre in die Vergangenheit versetzt w\u00fcrden. Seine These, die er auf dem MVF-Kongress &#8222;Innovation 2014&#8220; vertreten wird: &#8222;Das Gesundheitswesen ver\u00e4ndert sich st\u00e4rker als es im Alltag erscheint.&#8220; Zahlreiche &#8222;Z\u00e4higkeiten&#8220; w\u00fcrden sich dadurch erkl\u00e4ren, dass die &#8222;gute Idee&#8220;, die einem Reformvorschlag zugrunde liege, oft gar nicht so gut ist, wobei aber gelte: &#8222;Medizin und Technologie sind die st\u00e4rksten Treiber f\u00fcr Ver\u00e4nderungen \u00fcberhaupt&#8220;<\/p> <p>Doch genau diese beiden stehen seit jeher im Fokus aller Reformbem\u00fchungen, doch nicht im postiv-f\u00f6rdernden, sondern immer im regulatorischen Sinne. So habe auch das AMNOG bisher keine &#8222;verl\u00e4sslichen Rahmenbedingungen f\u00fcr Innovation&#8220; sicherstellen k\u00f6nnen, wie Prof. Dr. W. Dieter Paar, Leiter der Medizinischen Abteilung von Sanofi-Aventis berichten wird, weshalb Dr. Andr\u00e9 Kleinfeld, Leiter Versorgungsanalysen &amp; Market Access von INSIGHT Health, die tats\u00e4chliche Marktdurchdringung der neuen Wirkstoffe in den ersten Jahren nach Markteintritt thematisieren wird, die oft weit von dem entfernt liegt, was Politiker vielleicht bef\u00fcrchten.<\/p> <p>Mit ein Grund daf\u00fcr ist der Fakt, dass Innovation im Arzneimittelsektor (selbst wenn sie eine ist) meist als Mehrausgabe, nicht als Investition gesehen wird. Das versteht Prof. Dr. med. Wolfgang Greiner, Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr &#8222;Gesundheits\u00f6konomie und Gesundheitsmanagement&#8220; an der Universit\u00e4t Bielefeld, sehr gut. Die Entwicklung der vergangen Jahre und Trendberechnungen f\u00fcr die Zukunft zeige, dass Innovationen einer der Hauptkostentreiber des Gesundheitswesens seien. Auch werde erwartet, dass auch zuk\u00fcnftig die Innovationskomponente den Einfluss des demographischen Wandels auf die Aufgabenentwicklung der Krankenversicherungen \u00fcbersteigen wird. Greiner schr\u00e4nkt indes ein: &#8222;Dies muss nicht negativ sein, soweit eine entsprechende Verschiebung der gesamtwirtschaftlichen Allokation den gesellschaftlichen Pr\u00e4ferenzen entspricht und neben den Kosten auch die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt steigt.&#8220;<\/p> <p>Mit der Nennung des Begriffs Wohlfahrt bringt Greiner die Dimension ins Spiel, um die sich in der Gesundheitsversorgung doch eigentlich drehen solle. Doch weit gefehlt, wie Dr. Stefan Etgeton, Senior Expert im Programm &#8222;Versorgung verbessern &#8211; Patienten informieren&#8220; der Bertelsmann Stiftung, sagt: &#8222;Die Tatsache, dass in Deutschland seit Jahrzehnten zum Teil erhebliche, durch die Morbidit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung nicht erkl\u00e4rbare regionale Unterschiede in der Versorgung festzustellen sind, legt den Schluss nahe, dass es mit den Innovationsf\u00e4higkeit unseres System nicht weit her ist.&#8220; Auch im Spiegel der Erwartungen von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern erscheine das Gesundheitswesen als Reformbaustelle mit der Tendenz sogar zur Verschlechterung der Versorgungsqualit\u00e4t. Und weiter: &#8222;Ein Gesundheitssystem, das weiterhin durch die Gleichzeitigkeit von Unter-, \u00dcber- und Fehlversorgung gekennzeichnet ist, befindet sich permanent in dem Dilemma, dass eine Innovation der anderen die Luft zum Atmen nimmt.&#8220;<\/p> <p>Doch welche Innovation ist wirklich eine Innovation? Diese Frage kann nur die Versorgungsforschung beantworten, wenn sie denn mit gen\u00fcgend Budget ausgestattet ist. &#8222;Neutrale Langzeiterfassungen z.B. des gesamten, sektor\u00fcbergreifenden Behandlungsgeschehens bilden die Grundlage f\u00fcr eine interessenunabh\u00e4ngige Bewertung des langfristigen Nutzens von Arzneimitteln, Medizinprodukten und komplexen Versorgungsinterventionen&#8220; wird sich Neugebauer f\u00fcr eine konsequente Politikfolgenforschung stark machen. Denn nur Versorgungsforschung liefere wichtige Entscheidungsgrundlagen f\u00fcr die Gesundheitspolitik, den Arzt und den Patienten. Denn bei jeder Allokationsentscheidung gehe es darum, politisch zu entscheiden, welche Behandlungs- und Pr\u00e4ventivmethoden bzw. welche Inhalte der Versorgung als Versicherungsleistungen zur Verf\u00fcgung gestellt, welche Bedarfe eingeplant und welche Investitionen unter Wahrung der Versorgungsgerechtigkeit get\u00e4tigt werden. Neugebauer: &#8222;Versorgungsforschung kann hier als Navigationshilfe f\u00fcr Systemsteuerung und -innovation mithelfen, dass die Gesundheitspolitik weniger als in der Vergangenheit auf Sicht fahren muss&#8220;, wobei er hier aus dem Nationalen Aktionsplan zitiert, den das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung &#8211; deren Vorsitzender er ist &#8211; und die BertelsmannStifung, in deren Berlin-Repr\u00e4senzanz &#8211; dem Kommandantenhaus &#8222;Unter den Linden 1&#8220; &#8211; der Kongress stattfinden wird, k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlicht haben. &lt; 6500 Zeichen<\/p> <p>Es sprechen:<br \/> Prof. Dr. Volker Amelung, BMC (Innovative Versorgungskonzepte bei den Volkskrankheiten), Prof. Dr. Theo Dingermann, Univ. Frankfurt (Stratifizierte Medizin: Schwierigkeiten und Chancen in der Versorgung), Antje Domscheit, Bundesversicherungsamt (Versorgungsinnovationen: Erfahrungen aus der Selektivversorgung), Dr. Stefan Etgeton, Bertelsmann Stiftung (Versorgung zwischen Wunsch und Wirklichkeit &#8211; Die Sicht der Patienten), Prof. Dr. Wolfgang Greiner, Universit\u00e4t Bielefeld (Gesundheits\u00f6konomische Analysen zur Abgrenzung von Innovation und Fortschritt), Dr. Jens H\u00e4rtel, arvato healthcare (Innovatives Versorgungsmanagement: Schwierigkeiten und Chancen der Umsetzung), Prof. Dr. Bertram H\u00e4ussler, IGES Institut (30 Jahre Gesundheits\u00f6konomie: Innovationsstau im Gesundheitswesen?), Dr. Andr\u00e9 Kleinfeld, INSIGHT Health (Durchsetzung innovativer Wirkstoffe nach der fr\u00fchen Nutzenbewertung), Franz Knieps, BKK Dachverband e.V. (Was behindert Versorgungsinnovationen? &#8211; Wie k\u00f6nnen Kassen und andere Akteure innovativer sein?), Prof. Dr. Neugebauer, Deutsches Netzwerk f\u00fcr Versorgungsforschung (Versorgungsforschung: Von der Politikfolgen- zur Politikentscheidungsforschung), Tim Steimle, Techniker Krankenkasse (Fr\u00fche Nutzenbewertung &#8211; Nutzen und Innovation f\u00fcr die Kassen?) und Professor Dr. W. Dieter Paar, Sanofi-Aventis (AMNOG: Hindernis und\/oder Beschleuniger f\u00fcr Innovationen?)<\/p> <p>Kongressvorsitz: Prof. Dr. Reinhold Roski, Herausgeber &#8222;Monitor Versorgungsforschung&#8220;, und Prof. Dr. Dr. Alfred Holzgreve, Vivantes Netzwerk f\u00fcr Gesundheit GmbH, Berlin.<\/p> <p>Die eRelation AG &#8211; Content in Health besch\u00e4ftigt sich mit der Erstellung und der Verbreitung von Content &#8211; vornehmlich im Gesundheitsbereich f\u00fcr Wissenschaft und Gesundheitspolitik, f\u00fcr Kassen, Industrie und Dienstleister, Verb\u00e4nde, Organisationen und Institutionen. Der Verlag publiziert die Fachmagazine &#8222;Monitor Versorgungforschung&#8220;, &#8222;Pharma Relations&#8220; und &#8222;Market Access &amp; Health Policy&#8220; sowie verschiedene Fachb\u00fccher und eBooks.<\/p> <p>Kontakt:<br \/> eRelation AG<br \/> Anke Heiser<br \/> K\u00f6lnstr. 119<br \/> 53111 Bonn<br \/> 0228-7638280-30<br \/> heiser@erelation.org<br \/> http:\/\/www.monitor-versorgungsforschung.de\/<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steuern statt Regulieren &#8211; So k\u00f6nnte man das Ziel der dringend ben\u00f6tigten Innovationen unserer Versorgungsstrukturen definieren. Defizite im System m\u00fcssen aufgesp\u00fcrt und Gegenma\u00dfnahmen ergriffen werden. Den Innovationsstau im Gesundheitswesen abzuschaffen, bem\u00fcht sich der Fachkongress &#8222;Innovation 2014&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":153253,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[108],"tags":[134],"class_list":["post-69827","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medizin-gesundheit","tag-default"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69827"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":269706,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69827\/revisions\/269706"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/media\/153253"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/fachbeitraege\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}