{"id":102,"date":"2008-03-06T14:33:55","date_gmt":"2008-03-06T13:33:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/aktuelles-aus-den-fachzeitschriften-medizinpsychologie\/"},"modified":"2012-09-10T10:54:49","modified_gmt":"2012-09-10T09:54:49","slug":"aktuelles-aus-den-fachzeitschriften-medizinpsychologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/aktuelles-aus-den-fachzeitschriften-medizinpsychologie-10102\/","title":{"rendered":"Insektengift-Immunisierung: riskant aber wirksam"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr viele nur eine l\u00e4stige Begleiterscheinung des sch\u00f6nen Wetters, f\u00fcr andere eine ernste Bedrohung: Stechinsekten \/ Hyposensibilisierung schafft Abhilfe f\u00fcr Allergiker \/ Mit der Therapie und ihren Nebenwirkungen besch\u00e4ftigt sich ein Artikel in Springer Fachzeitschrift Der Hautarzt<!--more--><\/p> <p>Wird man von einer Wespe oder Biene gestochen, ist das in der Regel schmerzhaft aber nicht besonders gef\u00e4hrlich. F\u00fcr manche Menschen kann solch ein Stich allerdings lebensbedrohlich sein. Wie andere eine Allergie gegen Gr\u00e4serpollen oder N\u00fcsse haben, sind diese Patienten gegen ein Insektengift allergisch und k\u00f6nnen darauf mit einem anaphylaktischen Schock reagieren. Atemnot, Kreislaufbeschwerden und Sehst\u00f6rungen sind nur einige der Symptome einer Anaphylaxie. Wie auch bei anderen Allergien gibt es die M\u00f6glichkeit, diese Patienten gegen ihr Allergen zu hyposensibilisieren und sie dadurch vor schweren allergischen Reaktionen zu sch\u00fctzen. Es gibt zahlreiche Behandlungsprotokolle, bei denen verschiedene Parameter variiert werden k\u00f6nnen. Konventionell werden ambulant Depotpr\u00e4parate verabreicht. Wenn es allerdings schnell gehen muss, etwa weil die Insektenflugsaison vor der T\u00fcr steht, kann auch ein so genanntes Ultra-Rush-Protokoll mit einem w\u00e4ssrigen Extrakt angewandt werden. Die Therapie mit dem Insektengift ist hoch wirksam. Sie ist aber auch sehr langwierig und kann erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen.<\/p> <p>Bei einer Hyposensibilisierung wird das Allergen in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden injiziert. Fast immer treten an der Injektionsstelle R\u00f6tungen und Schwellungen auf. Im Laufe der Behandlung nimmt ihre Intensit\u00e4t meist ab. Wesentlich gravierender ist das Auftreten von systemischen anaphylaktischen Reaktionen (SAR), die in ihren Symptomen einem anaphylaktischen Schock gleichen. In der Einleitungsphase zeigen je nach Studie zwischen 3 und 50 Prozent der behandelten Patienten solch eine Reaktion. Daf\u00fcr gibt es einige Risikofaktoren: Zum Beispiel treten derart starke Reaktionen eher bei Erwachsenen auf als bei Kindern und bei Bienengiftallergikern ist das Risiko gegen\u00fcber Wespengiftpatienten erh\u00f6ht. Eine Kontraindikation f\u00fcr eine Hyposensibilisierung mit Insektengift ist die Einnahme von ACE-Hemmern. \u00dcber die Kombination mit der Einnahme von \u03b2-Blockern gibt es dagegen keine gesicherten Erkenntnisse. Im Ernstfall kann es gef\u00e4hrlicher sein, die Blutdruckmedikamente f\u00fcr die Dauer der Insektengiftbehandlung abzusetzen als sie weiterhin zu nehmen. Bei diesen Risikopatienten kann es ratsam sein, die Hyposensibilisierung station\u00e4r einzuleiten und mit Antihistaminika zu unterst\u00fctzen.<\/p> <p>Eine Hyposensibilisierung braucht ihre Zeit. Es wird empfohlen, das jeweilige Insektengift mindestens drei Jahre lang regelm\u00e4\u00dfig zu verabreichen. Das Behandlungsende muss ganz individuell festgelegt werden. Und ob ein Patient wirksam gesch\u00fctzt ist oder nicht, l\u00e4sst sich nur durch eine Methode testen: die Stickprovokation mit einem lebenden Insekt. Bisher gibt es keine Labortests, die so verl\u00e4ssliche Ergebnisse liefern wie diese direkte und leider schmerzhafte Konfrontation. Bei rund 90 Prozent der Patienten aber schl\u00e4gt die Behandlung an. Eine lebenslange Immunit\u00e4t gibt es allerdings nicht. Bei 10 bis 20 Prozent der hyposensibilisierten Patienten kommt es ein bis f\u00fcnf Jahre nach Behandlungsende wieder zu einer anaphylaktischen Reaktion. Absolut gefeit ist der Allergiker nur, wenn er die Therapie lebenslang fortf\u00fchrt. Daher ist es enorm wichtig, die Patienten, bei denen die Hyposensibilisierung nur eingeschr\u00e4nkt wirkt, zu identifizieren, um hier von Anfang an mit h\u00f6heren Dosen des Allergens zu arbeiten und die Behandlung nicht zu fr\u00fch abzusetzen. Dann ist die Wespe oder Biene beim Kaffee auf der Terrasse nur noch l\u00e4stig, ihr Stich aber wird nicht mehr zur Lebensgefahr.<\/p> <p>Der Beitrag Insektengifthyposensibilisierung &#8211; Nebenwirkungen und Therapieerfolg von F. Ru\u00ebff und B. Przybilla, Klinik und Poliklinik f\u00fcr Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t, M\u00fcnchen erscheint am 10. M\u00e4rz 2008 in der Zeitschrift Der Hautarzt 3\/2008. Der vollst\u00e4ndige Artikel kann Journalisten vorab elektronisch zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<br \/> Mehr unter: www.springer.com\/medicine<\/p> <p>Kontakt: Uschi Kidane | Tel.: 06221 487-8166 | uschi.kidane@springer.com<br \/> &lt;&lt;03-08Insektengift.pdf&gt;&gt;<\/p> <p>&#8212;<br \/> Uschi Kidane<br \/> Springer Medizin Verlag<br \/> Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/p> <p>Tiergartenstr. 17 | 69121 Heidelberg | Germany<br \/> tel\u00a0\u00a0 +49 62 21 \/ 487 &#8211; 81 66<br \/> fax\u00a0 +49 62 21 \/ 487 &#8211; 88 81<br \/> uschi.kidane@springer.com<br \/> &#8212;<br \/> www.springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr viele nur eine l\u00e4stige Begleiterscheinung des sch\u00f6nen Wetters, f\u00fcr andere eine ernste Bedrohung: Stechinsekten \/ Hyposensibilisierung schafft Abhilfe f\u00fcr Allergiker \/ Mit der Therapie und ihren Nebenwirkungen besch\u00e4ftigt sich ein Artikel in Springer Fachzeitschrift Der Hautarzt<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-102","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medizin-gesundheit-pflege-soziales"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=102"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}