{"id":104355,"date":"2013-10-30T13:44:31","date_gmt":"2013-10-30T12:44:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=104355"},"modified":"2013-10-30T13:44:48","modified_gmt":"2013-10-30T12:44:48","slug":"die-sanduhr-figur-und-ihre-wirkung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/die-sanduhr-figur-und-ihre-wirkung-10104355\/","title":{"rendered":"Die &#8222;Sanduhr-Figur&#8220; und ihre Wirkung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-104636\" title=\"bevorzugt werden Frauen mit &quot;Sanduhr-Figur&quot;\" alt=\"bevorzugt werden Frauen mit &quot;Sanduhr-Figur&quot;\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/e54381a06b95138cd6c93d372f84c3db.png\" width=\"200\" height=\"129\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/e54381a06b95138cd6c93d372f84c3db.png\" \/>Eye-Tracking-Technik best\u00e4tigt: Frauen werden mit einem Blick \u201eabgecheckt\u201c<\/p> <p>Frauen mit \u201eSanduhrfigur\u201c kommen besser an<\/p> <p>Die Eye-Tracking-Technik hat best\u00e4tigt, was Frauen l\u00e4ngst wissen: beim ersten Blick sind Geschlechtsmerkmale wichtiger als das Gesicht. Eine Studie unter Leitung von Sarah Gervais von der University of Nebraska-Lincoln (USA) hat gezeigt, dass besonders Frauen mit einer typischen Sanduhrfigur &#8211; also gr\u00f6\u00dferen Br\u00fcsten, einer schmaleren Taille und breiteren H\u00fcften &#8211; oft \u201abewertende Blicke\u2018 auf sich ziehen. Die Studie erscheint heute im Springer-Journal Sex Roles.<\/p> <p><!--more-->Die Studie ist eine der ersten, die die Eye-Tracking-Technik einsetzen, um die Blicke einzuordnen, mit denen M\u00e4nner &#8211; besonders im westlichen Kulturkreis &#8211; Frauen angeblich oft \u201ebegaffen\u201c, \u201eanstarren\u201c oder \u201eabchecken\u201c. Als Folge davon haben Wissenschaftler bei Frauen in den USA eine \u201esocial physique anxiety\u201c festgestellt. Dies ist eine extreme Form von Figurkomplex, der sich in verminderter kognitiver Leistung, emotionaler Zur\u00fcckgezogenheit und Unterordnung der eigenen Bed\u00fcrfnisse zeigt. Diese Art von Aufmerksamkeit degradiert die Frauen zu blo\u00dfen Objekten und reduziert sie ausschlie\u00dflich auf ihr \u00c4u\u00dferes.<\/p> <p>Bisher haben sich Studien zu diesem Ph\u00e4nomen nur auf die pers\u00f6nliche Einsch\u00e4tzung der Frauen selbst verlassen. Gervais und ihre Kollegen nutzten nun das Eye-Tracking-System Eyelink II, um zu untersuchen, wie 29 Frauen und 36 M\u00e4nner von einer gro\u00dfen Universit\u00e4t in den Vereinigten Staaten auf digital manipulierte Fotografien von ein- und derselben Gruppe Models mit unterschiedlich bearbeiteten Figuren reagierte.<\/p> <p>Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Teilnehmer, wenn sie aufgefordert waren, die Frauen aufgrund ihres \u00c4u\u00dferen objektiv zu beurteilen, sich mehr auf Br\u00fcste und Taille und weniger auf das Gesicht konzentrierten. Bei Frauen mit der im westlichen Kulturkreis idealisierten Sanduhrfigur war dieser Effekt ausgepr\u00e4gter als bei Frauen mit kleineren Br\u00fcsten und breiteren H\u00fcften, die dem Sch\u00f6nheitsideal weniger entsprechen. Im Gegensatz zu den Teilnehmerinnen unterschieden die M\u00e4nner generell zwischen Frauen mit unterschiedlichen Ma\u00dfen, unabh\u00e4ngig davon, ob sie sich auf das \u00c4u\u00dfere oder die Pers\u00f6nlichkeit konzentrieren sollten. Frauen mit der \u201eidealen\u201c Sanduhrfigur kamen grunds\u00e4tzlich besser an als Frauen mit durchschnittlicher oder weniger guter Figur. Interessanterweise kamen M\u00e4nner, die sich auf die Pers\u00f6nlichkeit der Frauen konzentrierten, zu den gleichen Ergebnissen.<\/p> <p>Wenn f\u00fcr M\u00e4nner demnach das \u00c4u\u00dfere einer Frau wichtiger ist als die Pers\u00f6nlichkeit, so sp\u00fcren, laut der Wissenschaftler, alle Frauen diese bewertenden Blicke, und zwar ungeachtet ihrer K\u00f6rperma\u00dfe. Dies entspricht der Theorie, dass ein erwachsener weiblicher K\u00f6rper im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter in allen Kulturen, unabh\u00e4ngig von seiner Attraktivit\u00e4t, st\u00e4ndig angeschaut, begutachtet und beurteilt wird.<\/p> <p>Interessanterweise scheinen auch Frauen andere Frauen oftmals als Objekte zu betrachten. Dies passt zu der Annahme, dass Frauen diese m\u00e4nnlichen Blicke verinnerlichen und sich selbst als Objekt wahrnehmen. Gleichzeitig beurteilen sie jedoch mit denselben Blicken andere Frauen.<\/p> <p>\u201eGenerell kommen attraktivere Frauen besser an als weniger attraktive\u201c, sagt Gervais. \u201eAttraktivit\u00e4t kann f\u00fcr eine Frau aber auch zur Last werden: Sie wird zwar positiv wahrgenommen, doch f\u00fcr die \u201eGaffer\u201c ist der K\u00f6rper wichtiger als individuelle und pers\u00f6nliche Merkmale wie das Gesicht.\u201c<\/p> <p>Quelle: Gervais, S. J., Holland, A., &amp; Dodd, M. (2013). My eyes are up here: The nature of the objectifying gaze toward women, Sex Roles DOI 10.1007\/s11199-013-0316-x<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel und ein Foto stehen Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel. +49 6221 487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eye-Tracking-Technik best\u00e4tigt: Frauen werden mit einem Blick \u201eabgecheckt\u201c Frauen mit \u201eSanduhrfigur\u201c kommen besser an Die Eye-Tracking-Technik hat best\u00e4tigt, was Frauen l\u00e4ngst wissen: beim ersten Blick sind Geschlechtsmerkmale wichtiger als das Gesicht. 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