{"id":108930,"date":"2013-11-19T15:36:06","date_gmt":"2013-11-19T14:36:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=108930"},"modified":"2013-11-19T15:36:26","modified_gmt":"2013-11-19T14:36:26","slug":"die-fuenfte-form-der-langeweile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/die-fuenfte-form-der-langeweile-10108930\/","title":{"rendered":"Die f\u00fcnfte Form der Langeweile"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-109272\" title=\" Springer Fachzeitschrift Motivation and Emotion\" alt=\" Springer Fachzeitschrift Motivation and Emotion\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/c69c4c54b9b2d7da33a190e57b1e32dd.png\" width=\"110\" height=\"152\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/c69c4c54b9b2d7da33a190e57b1e32dd.png\" \/>Alles andere als langweilig: Die Erforschung der Langeweile<\/p> <p>Wissenschaftler identifizieren eine f\u00fcnfte Form der Langeweile<\/p> <p>Mit der Entdeckung einer f\u00fcnften Form von Langeweile hat ein internationales Forscherteam eine neue emotionale Facette ausgemacht: die apathische Langeweile. Die entsprechende Studie ist soeben in der Springer Fachzeitschrift Motivation and Emotion erschienen. Sie basiert auf den Forschungsergebnissen von Wissenschaftlern der Universit\u00e4t Konstanz und der P\u00e4dagogischen Hochschule Thurgau (Schweiz) in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen der LMU M\u00fcnchen, der Universit\u00e4t Ulm, der McGill University in Montreal und der City University of New York. Die Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas G\u00f6tz (Universit\u00e4t Konstanz und PH Thurgau) ist die erste, die quantifizierbar die unterschiedlichen Formen der Langeweile untersucht und Einblicke gibt, wie dieses Gef\u00fchl in der Schule, aber auch im Alltag erlebt wird.<\/p> <p><!--more-->Die Studie basiert auf einer fr\u00fcheren qualitativen Untersuchung von G\u00f6tz und seiner Kollegin Anne Frenzel aus dem Jahr 2006, in der sie zwischen vier unterschiedlichen Arten von Langeweile unterschieden. Diese ordneten sie nach dem Level k\u00f6rperlicher Aktivation (von ruhig bis zappelig) und danach, wie positiv oder negativ die Langeweile empfunden wurde (nach der sogenannten Valenz). Dazu geh\u00f6ren die indifferente Langeweile (entspannt, zur\u00fcckgezogen), die kalibrierende Langeweile (umherschweifende Gedanken, Offenheit f\u00fcr Neues), die suchende Langeweile (rastlos, Suchen nach Ver\u00e4nderung oder Ablenkung) und die reaktante Langeweile (hohe Abwehrreaktion, die starke Motivation der Situation zu entfliehen).<\/p> <p>Die Wissenschaftler haben nun mit dieser neuen Studie eine weitere Variante der Langeweile identifiziert, die sie apathische Langeweile nennen. Dies ist eine Variante, die erlernter Hilflosigkeit oder Depressionen gleicht und mit einem geringen Level an Aktivation und einem hohen Level an Aversion verbunden ist.<\/p> <p>Die Wissenschaftler f\u00fchrten \u00fcber zwei Wochen hinweg zwei Echtzeitstudien mit 63 deutschen Universit\u00e4tsstudenten und 80 deutschen Gymnasiasten durch. Die Teilnehmer mussten auf einem Personal Digital Assistant einen Fragebogen zu ihren Aktivit\u00e4ten, ihren Gedanken und ihrem emotionalen Erleben, einschlie\u00dflich der Langeweile, mehrmals im Verlauf eines Tages ausf\u00fcllen.<\/p> <p>Auf Grund des vermuteten Zusammenhangs von Langeweile und Formen von Depression wertete die Forschergruppe es als alarmierend, dass die apathische Langeweile von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in 36 Prozent der untersuchten Situationen berichtet wurde.<\/p> <p>Die Ergebnisse zeigen, dass die f\u00fcnf Formen der Langeweile nicht einfach von der empfundenen Intensit\u00e4t der Langeweile abh\u00e4ngen, sondern von konkreten Situationen gepr\u00e4gt werden. Eine weitere interessante Erkenntnis ist, dass Menschen ganz individuell zu einer bestimmten Form des Langeweileerlebens neigen.<\/p> <p>\u201eDeshalb vermuten wir, dass das Erleben bestimmter Formen der Langeweile zu einem gewissen Grad von der Pers\u00f6nlichkeit abh\u00e4ngt,\u201c sagt G\u00f6tz. Zudem werfen die Resultate ein ganz neues Licht auf die Diskussion, ob Langeweile positive oder negative Auswirkungen auf das Lernen und die Leistung hat. \u201eDiese Frage k\u00f6nnen wir nur dann angemessen beantworten, wenn wir wissen, welche Form von Langeweile jemand erlebt\u201c, f\u00fcgt G\u00f6tz hinzu.<\/p> <p>Quelle:<br \/> Goetz, T. et al (2013). Types of Boredom: An Experience Sampling Approach, Motivation and Emotion, DOI 10.1007\/s11031-013-9385-y<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Renate Bayaz, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a>, Tel.: +49-6221-487-8531, renate.bayaz@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles andere als langweilig: Die Erforschung der Langeweile Wissenschaftler identifizieren eine f\u00fcnfte Form der Langeweile Mit der Entdeckung einer f\u00fcnften Form von Langeweile hat ein internationales Forscherteam eine neue emotionale Facette ausgemacht: die apathische Langeweile. Die entsprechende Studie ist soeben in der Springer Fachzeitschrift Motivation and Emotion erschienen. 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