{"id":115593,"date":"2013-12-13T16:07:10","date_gmt":"2013-12-13T15:07:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=115593"},"modified":"2013-12-13T16:07:44","modified_gmt":"2013-12-13T15:07:44","slug":"brutparasiten-und-ihre-wirtseltern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/brutparasiten-und-ihre-wirtseltern-10115593\/","title":{"rendered":"Brutparasiten und ihre Wirtseltern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-116345\" title=\"Springer-Journal Behavioral Ecology and Sociobiology.\" alt=\"Springer-Journal Behavioral Ecology and Sociobiology.\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/e6f16bb6345484a01f9e03b6c2dcf6e3.png\" width=\"96\" height=\"129\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/e6f16bb6345484a01f9e03b6c2dcf6e3.png\" \/>Brutparasiten k\u00f6nnen entlarvt werden, wenn ein Vergleichsk\u00fcken vorhanden ist. Das ber\u00fchmte Kuckucksei hat es einer Studie zufolge in einer gemischten Brut nicht leicht. Die Studie von Manuel Soler von der Universidad de Granada in Spanien erscheint im Springer-Journal Behavioral Ecology and Sociobiology.<\/p> <p><!--more-->Elstern erkennen, wenn ihnen ein Kuckucksei untergeschoben wird<\/p> <p>Elstern f\u00fcttern Kuckucksk\u00fcken seltener, wenn auch eigene K\u00fcken im Nest sind<\/p> <p>Legt ein Kuckuck sein Ei in ein Elsternnest, kann er nur hoffen, dass keine Elsternk\u00fcken mit von der Partie sind. Manuel Soler von der Universidad de Granada in Spanien hat in einer Studie herausgefunden, dass die Chance f\u00fcr ein Kuckucksk\u00fcken, von den Wirtseltern gef\u00fcttert zu werden, in einer gemischten Brut viel geringer ist. Die Ergebnisse der Studie erscheinen jetzt im Springer-Journal Behavioral Ecology and Sociobiology.<\/p> <p>Die Zeit nach dem Fl\u00fcggewerden ist f\u00fcr Jungv\u00f6gel besonders kritisch; die elterliche F\u00fcrsorge ist immer noch wichtig. Dies gilt auch f\u00fcr Brutparasiten, deren Nachkommen von einer anderen Spezies ausgebr\u00fctet und aufgezogen werden. \u00dcber die Beziehung zwischen Wirtseltern und K\u00fcken der Brutparasiten ist bisher nur wenig bekannt. Manchmal werden K\u00fcken des H\u00e4herkuckucks (Clamator glandarius) und der Elster (Pica pica) aus demselben Nest gleichzeitig fl\u00fcgge, viel h\u00e4ufiger jedoch vertreibt die Parasitenbrut die angestammten V\u00f6gelchen und nur Kuckucke verlassen das Nest.<\/p> <p>Soler und sein Team beobachteten \u00fcber f\u00fcnf Brutperioden hinweg den H\u00e4herkuckuck, einen Brutparasiten, in dem Wirtsnest einer Elster. Einzelne Aspekte nach dem Fl\u00fcggewerden des Kuckucks, wie etwa F\u00fctterverhalten, elterliche Verteidigung und \u00dcberleben des Jungvogels wurden in experimentellen Nestern beobachtet, in denen ausschlie\u00dflich Kuckucksjunge oder sowohl Kuckucks- als auch Elsternjunge \u00fcberlebten, bis sie das Nest verlie\u00dfen. Einige der K\u00fcken wurden auch funk\u00fcberwacht. Die Studie ist die erste, die sich mit dem Verteidigungsverhalten erwachsener Elstern gegen\u00fcber parasit\u00e4ren K\u00fcken befasst.<\/p> <p>H\u00e4herkuckucksk\u00fcken werden demnach h\u00e4ufiger von Elstern gef\u00fcttert, wenn im Nest ausschlie\u00dflich Kuckucksk\u00fcken sitzen. M\u00fcssen sie jedoch das Nest mit eigenen K\u00fcken der Wirtseltern teilen, so bekommen sie seltener etwas zu Fressen. Dies gilt besonders in den ersten drei Wochen nach dem Verlassen des Nests. Zum ersten Mal hat ein Experiment gezeigt, welch wichtige Rolle die Nestsituation f\u00fcr das \u00dcberleben der Parasitenk\u00fcken spielt.<\/p> <p>Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass Elstern durchaus in der Lage sind, die Kuckucksk\u00fcken zu erkennen, wenn sie sie mit der eigenen Brut vergleichen k\u00f6nnen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Unterschied drei Wochen nach dem Verlassen des Nests verschwindet; Kuckucksk\u00fcken schlie\u00dfen sich dann h\u00e4ufig Kuckucksgruppen an, die gemeinsam von mehreren Elstern gef\u00fcttert werden.<\/p> <p>\u201eWenn die Wirtseltern einen Vergleich zu ihren K\u00fcken haben, so ist dies vermutlich ein entscheidender Evolutionsvorteil, denn die Parasiten k\u00f6nnen \u201aentlarvt\u2018 werden\u201c, schreibt Soler. \u201eDie Gefahr, dass sie beim Fl\u00fcggewerden entdeckt werden, ist wahrscheinlich ein wichtiges Selektionsmittel im Wettlauf zwischen Brutparasiten und Wirtseltern.\u201c<\/p> <p>Quelle:<br \/> Soler, M. et al (2013). Great spotted cuckoo fledglings are disadvantaged by magpie host parents when reared together with magpie nestlings, Behavioral Ecology and Sociobiology. DOI 10.1007\/s00265-013-1648-9<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson | <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a> | Tel. +49 6221 487 8130 | joan.robinson@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brutparasiten k\u00f6nnen entlarvt werden, wenn ein Vergleichsk\u00fcken vorhanden ist. Das ber\u00fchmte Kuckucksei hat es einer Studie zufolge in einer gemischten Brut nicht leicht. 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