{"id":117745,"date":"2013-12-19T13:26:01","date_gmt":"2013-12-19T12:26:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=117745"},"modified":"2013-12-19T13:26:28","modified_gmt":"2013-12-19T12:26:28","slug":"humane-oekologie-in-der-tabakindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/humane-oekologie-in-der-tabakindustrie-10117745\/","title":{"rendered":"Humane \u00d6kologie in der Tabakindustrie"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-118056\" title=\"Springer-Fachzeitschrift Human Ecology\" alt=\"Springer-Fachzeitschrift Human Ecology\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/11d70eed1fcdbd7c03545bc6363725b3.png\" width=\"100\" height=\"134\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/11d70eed1fcdbd7c03545bc6363725b3.png\" \/>Nachhaltigere und sozial gerechtere Tabakindustrie, das muss das Ziel der Bem\u00fchungen sein &#8211; zu diesem Resultat kommt eine Studie, die sich mit der Entwicklung der Tabakproduktion in Malawi\/Afrika auseinandergesetzt hat. Hier wurde der Tabakanbau massiv ausgeweitet, was zu einer Entwaldung zur Schaffung neuer Anbaugebiete und einem sehr begrenzten Nutzen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung des Landes f\u00fchrt, dessen wirtschaftliches R\u00fcckgrat die Tabakindustrie bildet.<\/p> <p><!--more-->Die gro\u00dfen Gewinner der Tabakindustrie in Malawi<\/p> <p>Studie untersucht soziale, wirtschaftliche und \u00f6kologische Auswirkungen und Nachteile einer wachsenden Tabakindustrie<\/p> <p>Die Tabakerzeuger sind die gro\u00dfen Gewinner der wachsenden Tabakindustrie in Malawi; die gro\u00dfen Verlierer sind die Umwelt und die Menschen, die Land an die Tabakfarmen verlieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Alois Mandondo vom Centre for Agrarian and Environmental Studies in Simbabwe. Sie erscheint online in der Springer-Fachzeitschrift Human Ecology. Der Agrarwissenschaftler Mandondo ist \u00fcberzeugt, dass konzertierte und koordinierte Anstrengungen erforderlich sind, um das Dilemma zu l\u00f6sen, mit dem das afrikanische Land durch diese Entwicklung konfrontiert ist.<\/p> <p>Malawi ist seit Ende des 19. Jahrhunderts Marktf\u00fchrer bei der Tabakproduktion im s\u00fcdlichen Afrika, wo die Tabakindustrie bis heute das R\u00fcckgrat der Industrie bildet. Um die sozialen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Auswirkungen und die Nachteile von Investitionen in die Tabakindustrie von Malawi zu bewerten, konzentrierten sich Alois Mandondo und sein Team auf zwei der wichtigsten Bezirke des Tabakanbaus in den Miombo-W\u00e4ldern. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der Nettogewinn der Industrie durch hohe staatliche Zusch\u00fcsse aufgezehrt wird. Der begrenzte Nutzen im Land selbst zeigt sich im Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen und Einkommen bei der Bev\u00f6lkerung.<\/p> <p>Die sozio-\u00f6konomischen Auswirkungen durch die Ausweitung des Tabakanbaus in Malawi sind je nach Interessengruppe oder Gesch\u00e4ftsmodell h\u00f6chst unterschiedlich. Die Tabakerzeuger profitieren am meisten von der Ausweitung der Industrie \u2013 und diejenigen, die Land an die gro\u00dfen Tabakfarmen verlieren, haben das Nachsehen. Allgemein reichen die Entsch\u00e4digungsleistungen, welche die Lebensgrundlagen wiederherstellen sollen, nicht aus, um die Kosten des Landverlustes auszugleichen. Gro\u00dffl\u00e4chige Farmen erzielen erheblich gr\u00f6\u00dfere Gewinne als unabh\u00e4ngige oder kleine Erzeuger, die \u00fcblicherweise von einzelnen Familien betrieben werden.<\/p> <p>Die hohe Entwaldungsrate zur Gewinnung neuer Anbaufl\u00e4chen stellt auch ein gro\u00dfes Umweltproblem dar. Der Platz wird f\u00fcr die kontinuierliche Vergr\u00f6\u00dferung der Tabakplantagen ben\u00f6tigt, au\u00dferdem dient das Holz als g\u00fcnstiger Brennstoff, um den Tabak zu trocknen und zu reifen. Die Beschaffungspraktiken f\u00fcr den Rohstoff sind nicht auf Nachhaltigkeit angelegt. Obwohl Farmen gesetzlich verpflichtet sind, auf mindestens zehn Prozent ihres Landes Baumpflanzungen zu unterhalten, wird dieses Gesetz nur selten durchgesetzt mit Hinweis auf die strategische Bedeutung der Tabakindustrie in Malawi. Ein Raubbau am nat\u00fcrlichen Wald durch kleine Holzlieferanten und andere sind die Folge davon. Durch die weltweit zunehmende Tabaknachfrage kommt noch hinzu, dass der Tabakanbau in die benachbarten L\u00e4nder Sambia und Mosambik ausgeweitet wurde. Damit besteht nun auch dort die Gefahr einer rapiden Entwaldung.<\/p> <p>\u201eDie wichtigste Erkenntnis scheint zu sein, dass es keine Einzell\u00f6sung f\u00fcr irgend eines der Probleme gibt: Jeder L\u00f6sungsversuch f\u00fcr ein Einzelproblem muss Teil eines koordinierten Vorgehens sein\u201c, schreibt Alois Mandondo. \u201eUnser Ziel ist, M\u00f6glichkeiten zur besseren Kontrolle und f\u00fcr Regelungen aufzuzeigen, die einen \u00dcbergang zu einer nachhaltigeren und sozial gerechteren Industrie erm\u00f6glichen. Dabei ber\u00fccksichtigen wir gleichzeitig die technischen und politischen \u00c4nderungen, die bei einem solchen \u00dcbergang auftreten.\u201c<\/p> <p>Quelle: Mandondo, A. et al (2013). Assessing Societal Benefits and Trade-offs of Tobacco in the Miombo Woodlands of Malawi, Human Ecology. DOI 10.1007\/s10745-013-9620-x.<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Renate Bayaz | <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a> | Tel.: 49 6221 4878531 | renate.bayaz@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltigere und sozial gerechtere Tabakindustrie, das muss das Ziel der Bem\u00fchungen sein &#8211; zu diesem Resultat kommt eine Studie, die sich mit der Entwicklung der Tabakproduktion in Malawi\/Afrika auseinandergesetzt hat. 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