{"id":118582,"date":"2013-12-23T08:12:36","date_gmt":"2013-12-23T08:12:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=118582"},"modified":"2013-12-23T12:59:00","modified_gmt":"2013-12-23T11:59:00","slug":"schleichendes-gift-tablets","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/schleichendes-gift-tablets-10118582\/","title":{"rendered":"Schleichendes Gift Tablets?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"Tablets - Fluch oder Segen?\" alt=\"Tablets - Fluch oder Segen?\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/8b022ef1ce90434c6d1f51a8ad95ac7d.jpg\" width=\"116\" height=\"116\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/8b022ef1ce90434c6d1f51a8ad95ac7d.jpg\" \/><\/p> <p>Entlastung oder Belastung? Welche Vorteile bieten uns die mobilen Endger\u00e4te wie iPad und Co und welche Gefahren schlummern in der Nutzung dieser always-on-Waffen? Gottfried Huemer geht in einem einj\u00e4hrigen Selbstversuch der Frage auf den Grund, ob Nutzen oder Last f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t mit den technischen Innovationen einhergehen.<br \/> <!--more-->I-Pad und Co &#8211; Wohlf\u00fchlkiller unserer Generation?<\/p> <p>Ein Erfahrungsbericht von Gottfried Huemer, Ober\u00f6sterreich.<br \/> Er begleitet seit 10 Jahren Unternehmen bei der Vermeidung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz und hat exakt 12 Monate einen Selbstversuch mit dem I-Pad durchgef\u00fchrt. Nun zog er Bilanz und die Ergebnisse sind mehr als ern\u00fcchternd.<br \/> Hohe Selbstverantwortung, weitgehend freie Zeiteinteilung und Telearbeit, soll vielen Mitarbeitern und F\u00fchrungskr\u00e4ften in Betrieben das Gef\u00fchl vermitteln, dass sie eine hohe Selbstkompetenz besitzen und weitgehend Freiheit haben, ihr Leben so zu gestalten, dass es f\u00fcr sie angenehm und wertvoll ist. I-Pad, I-Phone und Co scheinen dies ja aufgrund der dauernden Erreichbarkeit \u00fcber Mail, SMS, Facebook und andere Kommunikationskan\u00e4le m\u00f6glich zu machen. Ich habe deshalb exakt vor einem Jahr (1. Dezember 2012) beschlossen, einen Selbstversuch zu starten um festzustellen, wie es denn nun tats\u00e4chlich mit den neuen Medien (I-Phone, I-Pad, Tablet, usw.) und der Erh\u00f6hung der Lebensqualit\u00e4t einhergeht.<\/p> <p>Ein I-Pad war schnell angeschafft und auch die notwendigen Einrichtungsma\u00dfnahmen wurden vom Fachh\u00e4ndler problemlos eingestellt, womit am 2. Dezember bereits ein ungehindertes Surfen und E-Mail-Bearbeitung m\u00f6glich wurde. Tats\u00e4chlich stellte sich irgendwie eine freudige innere Befriedigung ein, als ich beim ersten Einlassen der Badewanne getestet habe, ob m\u00f6glicherweise auch Anstelle des Lesens der Zeitung, die Bearbeitung und Beantwortung von Mails in diesem entspannten Zustand m\u00f6glich w\u00e4re. Und tats\u00e4chlich funktionierte es ausgesprochen gut, da ich (w\u00e4hrend ich den I-Pad bequem auf den Oberbauch aufst\u00fctzte) mit den H\u00e4nden sowohl Schreiben als auch ganz einfach Seiten \u00f6ffnen, verschieben und schlie\u00dfen konnte. W\u00e4hrend das Wasser beruhigend in die Badewanne einflie\u00dft, sind in dieser entspannten Haltung schnell die wichtigsten Mails gelesen und teilweise sofort beantwortet.<\/p> <p>Die n\u00e4chste Gelegenheit, das Wunderwerk I-Pad zu genie\u00dfen ergibt sich beim Lesen der Zeitung. Diese kann am Samstag besonders ausf\u00fchrlich und entspannt konsumiert werden und bietet eine Menge Anreize, wo es sich lohnt, sich mit einer Materie vertiefend auseinanderzusetzen. Ach wie herrlich, es braucht nun keinen langen Startprozess mehr, so wie fr\u00fcher beim Notebook, sondern blitzartig sind die in der Zeitung festgehaltenen Internetadressen, als Informationsquelle am I-Pad zur Verf\u00fcgung. Irgendwie behaglich und einfach, dass ich nun diese M\u00f6glichkeit habe. Es taucht ein gewisses Gef\u00fchl der Befriedigung auf, weil ich feststelle, dass es nun tats\u00e4chlich unwahrscheinlich einfach ist, interessante berufliche Themen n\u00e4her zu durchleuchten und sich mit einem Thema intensiver auseinanderzusetzen. Ganz \u00fcberrascht stelle ich pl\u00f6tzlich fest, dass der Vormittag durch den Ruf meiner Gattin: &#8222;Mittagessen ist fertig!&#8220; unterbrochen wird und ich beinahe wehm\u00fctig, den I-Pad zur Seite lege, da ja auch die Batterieversorgung noch immer 65 % anzeigt.<\/p> <p>Erstaunt bin ich, dass ich ganz \u00fcbersehen habe, dass ich ja an und f\u00fcr sich vorgehabt h\u00e4tte, um 10 Uhr eine Nordic-Walking-Runde zu drehen und den freien Samstag f\u00fcr die w\u00e4hrend der Woche oft fehlende Bewegung zu n\u00fctzen. Irgendwie kommt aber kein Verlustgef\u00fchl auf, da ich ja den Vormittag als sehr bereichernd erlebt habe.<\/p> <p>Ende Mai steht ein Urlaub in Griechenland an und nat\u00fcrlich sind schon die sch\u00f6nsten Lieder, teils videohinterlegt am I-Pad installiert und hinaufgespielt und ach, ist es nicht sch\u00f6n, in der untergehenden Abendsonne am Balkon gemeinsam mit dem befreundeten Ehepaar mit der Hintergrundmusik des I-Pads die Abendsonne zu genie\u00dfen. Dass man ihnen zwischenzeitlich so ganz nebenbei die ebenfalls am I-Pad montierte ganze Fotobibliothek der letzten 20 Urlaubsjahre zeigt, scheint den Lustfaktor noch zus\u00e4tzlich zu erh\u00f6hen. Und wie angenehm am n\u00e4chsten Morgen: Ich \u00e4rgere mich nicht mehr \u00fcber die drei Tage alte Zeitung, die ich ohnehin immer etwas lustlos las, sondern es steht endlich tagesaktuell jede Nachricht online zur Verf\u00fcgung und verl\u00e4ngert den Fr\u00fchst\u00fccksgenuss wesentlich. Die nebenbei fallenden Bemerkungen des befreundeten Ehepaars und der Frau: &#8222;Bist du nun mit dem I-Pad auf Urlaub oder mit uns?&#8220; werden gerne \u00fcberh\u00f6rt, da der spannende Artikel \u00fcber die heutigen politischen Geschehnisse in der Welt ja wirkliches Interesse erregt.<\/p> <p>Dass die sicherlich nicht ernst gemeinten &#8222;Vorw\u00fcrfe&#8220; der Mitreisenden unberechtigt sind, kann ich schnell beweisen, wo es doch wirklich sensationell ist, dass man beim ersten Ausflug mit Hilfe von Google und Co beste Auskunft \u00fcber jedes D\u00f6rfchen und jedes historische Baudenkmal in k\u00fcrzester Zeit geben kann. Nat\u00fcrlich verlangt die Suche etwas Zeit, da es gar nicht so einfach ist, die besten und ausf\u00fchrlichsten Informationen \u00fcber das jeweilige Objekt zu finden und schneller als gedacht, ist der Ausflugstag zu Ende. Irgendwie f\u00e4llt mir auf, dass ich am Abend schon ganz vergessen habe, was ich mittags gegessen habe, bzw. wie der Kaffee am Nachmittag war, da die Aufmerksamkeit darin lag, die f\u00fcr die Freunde beste Erkl\u00e4rung f\u00fcr die n\u00e4chste Sehensw\u00fcrdigkeit gut ins Licht zu r\u00fccken.<\/p> <p>Wo waren wir nun eigentlich auch wirklich genau? Als diese Frage auftaucht, kommt wieder ein inneres entspanntes L\u00e4cheln, weil ich ja die wichtigsten Sehensw\u00fcrdigkeiten mit dem eingebauten Videoprogramm festgehalten habe und am Abend noch einmal bequem in der Runde den Film ablaufen lassen kann. Ein bisschen schade ist vielleicht, dass ich dabei merke, dass die von fr\u00fcheren Urlauben gewohnten lustigen Gespr\u00e4che heuer etwas fehlen. Im Bett dann (die Frau hat sich bereits zur anderen Seite gedreht) schaue ich noch neugierig, was sich so auf Facebook und Xing tut und entdecke dabei mehrere sch\u00f6ne Fotos von Freunden, was nat\u00fcrlich dazu anregt, sofort ein kleines Fotoalbum zu erstellen und dieses zu posten. Schlie\u00dflich m\u00f6chte man den herrlichen Tag ja auch anderen zukommen lassen. Und wieder taucht so ein unbestimmtes, freudiges Gef\u00fchl auf, wie leicht und einfach solche Sachen heutzutage m\u00f6glich sind.<\/p> <p>Der erste Gedanke in der Fr\u00fch: &#8222;Jetzt bin ich mal ein bisschen neugierig, wie viele &#8222;Gef\u00e4llt mir&#8220; H\u00e4kchen gesetzt wurden&#8220; und da die Frau sowieso gerade unter der Dusche steht, wird das nat\u00fcrlich sofort kontrolliert und dabei stelle ich fest, dass ein Freund, den ich schon ewig nicht mehr gesehen habe, einen Kommentar dazu geschrieben hat und dieser will nat\u00fcrlich sofort beantwortet werden. Dass meine Frau zwischenzeitlich dreimal mahnend den Gang zum Fr\u00fchst\u00fccksbuffet eingefordert hat, wird mit der Bemerkung: &#8222;Ich komme gleich.&#8220; vom Tisch gewischt.<\/p> <p>Irgendwie ist es auch angenehm, dass ich so nebenbei die eingehenden Mails checken kann und nicht wirklichen Stress versp\u00fcre, da ich mich entschieden habe, diese erst nach dem Urlaub genauer zu bearbeiten. Ich brauche nun auch keine Abwesenheitsnotiz mehr, da ich dem Schreiber ja kurz eine Nachricht schicken kann, dass ich erst n\u00e4chste Woche wieder erreichbar bin. Aber halt, da war doch ein Mail dabei, das es lohnt, n\u00e4her zu betrachten: Ein Kollege fragt freundlich nach, ob ich das bereits vor einem halben Jahr gesendete Manuskript schon gelesen habe um ein Feedback zu geben und tats\u00e4chlich f\u00e4llt mir ein, dass ich dieses ja damals in den I-book &#8211; Ordner gespeichert habe und jetzt wunderbare Gelegenheit w\u00e4re, dieses Manuskript zu lesen, da ja ohnehin Zeit daf\u00fcr da sei. Der f\u00fcr heute vorgenommen Krimi bleibt im Zimmer und irgendwie freue ich mich schon drauf, heute in Ruhe die M\u00f6glichkeit zu haben, mich mit dem fachspezifischen Thema &#8222;Burn Out und dessen Folgen&#8220; kritisch auseinanderzusetzen.<\/p> <p>Der Nachmittag am Strand verl\u00e4uft dann auch wie geplant und ich erlebe es als sehr angenehm, dass ich m\u00f6glicherweise seit 10 Jahren das erste Mal wirklich Zeit habe, mich mit der Rezension eines Manuskripts intensiv und gelassen zu besch\u00e4ftigen. Wichtige und interessante Passagen f\u00fcr meinen eigenen Arbeitsbereich werden nat\u00fcrlich markiert, f\u00fcr sp\u00e4tere Vortr\u00e4ge herauskopiert und mit den eigenen Worten umgeschrieben und am Abend bin ich ganz erstaunt, wie schnell der Nachmittag eigentlich vergangen ist. Nebenbei habe ich gar nicht richtig gemerkt, dass meine Frau zwischenzeitlich mit dem befreundeten Ehepaar \u00fcber zwei Stunden angenehm in einer Taverne gesessen ist um ein gutes Glas heimischen Weins zu genie\u00dfen.<\/p> <p>Einige Tage nach dem Urlaub taucht irgendwie (nat\u00fcrlich unbegr\u00fcndet) das Gef\u00fchl auf, dass ich mich nicht so erholt habe, als fr\u00fcher gewohnt, aber m\u00f6glicherweise liegt das daran, dass der Urlaub einfach zu kurz war oder unvorhergesehene Ereignisse in der Firma daf\u00fcr verantwortlich sind. Das abendliche Ritual in der Badewanne, die am Tag liegen gebliebenen Mails noch in Ruhe zu studieren und sich auch mit Newslettern intensiver auseinanderzusetzen (die sonst in einem Nebenordner gelandet w\u00e4ren) scheinen das Wohlbefinden sehr zu unterst\u00fctzen. Der sonstige E-Mailstau am Montag nach einem Wochenende l\u00f6st sich scheinbar in Luft auf und das erlebe ich als angenehm.<\/p> <p>Irgendwann im Sommer f\u00e4llt mir aber auf, dass ich aus unerkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden zunehmend eine gewisse Unruhe versp\u00fcre, die ich mir nicht wirklich erkl\u00e4ren kann. An der Arbeit kann es nicht wirklich liegen, da diese dank I-Pad leichter von der Hand geht und irgendwie entstressend wirkt. Es f\u00e4llt mir aber auch auf, dass ich die morgendlichen Nordic-Walking-Runden beinahe seit zwei Monaten nicht mehr in Angriff genommen habe und auch die Gespr\u00e4che am Abend mit meiner Ehegattin haben sp\u00fcrbar nachgelassen. Liegt es m\u00f6glicherweise daran, dass ich beim Fr\u00fchst\u00fcck bereits die ersten Nachrichten bequem lesen kann um mich sofort in gewisse Themen zu vertiefen, oder ist es vielleicht am Abend die angenehme Zeit, wo ich die letzten Mails noch entspannt in der H\u00e4ngematte checke? Irgendwie beschleicht mich das ungute Gef\u00fchl, dass m\u00f6glicherweise, die Handhabung des Tablets f\u00fcr diese aufkommende Unruhe verantwortlich sein k\u00f6nnte. Dieser Verdacht wird aber von einer klaren und bestimmenden Stimme sofort, mit dem Hinweis: &#8222;Sag mal, merkst du nicht, wie sehr Dir dieses Ger\u00e4t dein Leben vereinfacht!&#8220; vom Tisch gefegt.<\/p> <p>Sieben arbeitsfreie Tage im August best\u00e4tigen mehrmals die gro\u00dfen Vorteile der dauernden Internet- und Mailverf\u00fcgbarkeit und am ersten Arbeitstag ist keine l\u00e4stige Mailaufarbeitung mehr notwendig, da ich ja diese ohnehin (nat\u00fcrlich nur die notwendigsten) schon beantwortet habe. Ich konnte auch ganz einfach neue Termine vereinbaren, da sich ja der Kalender mit dem Stand-PC am Arbeitsplatz automatisch synchronisiert.<\/p> <p>Im September steht der n\u00e4chste Urlaub an und dieser f\u00fchrt entlang des Jakobsweges in Spanien bis nach Santiago de Compostella, allerdings nicht zu Fu\u00df, sondern bequem mit dem k\u00fcrzlich gekauften Wohnmobil und nat\u00fcrlich f\u00e4hrt Freund I-Pad mit, da ja die historischen Bauwerke zur Freude der Gattin professionell erkl\u00e4rt werden m\u00fcssen. Ach und wie angenehm, wenn man sich am Abend, w\u00e4hrend die Frau schon Sch\u00e4fchen z\u00e4hlt, in die Materie und Geschichte des jeweiligen Monuments vertiefen kann und von einer Information zur n\u00e4chsten springt. Ganz erstaunt bin ich, dass es oft bereits 2 Uhr in der Fr\u00fch ist und das Interesse, sich weiter zu vertiefen nur durch die nun doch aufkommende, bleierne M\u00fcdigkeit verhindert wird.<\/p> <p>Wie bequem ist es da, sich dann am Morgen beim Fr\u00fchst\u00fcck die restlichen Informationen zu holen, um der Gattin eine gute Zusammenfassung der aufmerksam gelesenen Inhalte zu vermitteln. Ihre Aussage: &#8222;Eigentlich interessiert mich, was du mir da alles erz\u00e4hlst, nicht so wirklich. Mir w\u00e4re lieber, du w\u00fcrdest mit mir am Abend noch etwas kuscheln, um dann gemeinsam mit mir einzuschlafen,&#8220; werden beinahe als Beleidigung erlebt.<\/p> <p>Auch die mittlerweile installierten Apps erweisen sich als ausgesprochen n\u00fctzlich so ist es nicht mehr notwendig, den n\u00e4chsten Campingplatz angestrengt mittels einer Karte zu suchen, sondern es gen\u00fcgt eine kurze Eingabe und der n\u00e4chste Campingplatz erscheint mit zahlreichen Fotos und Videoanimationen und kann auch mit dem eingebauten Navigationssystem und Routenplaner sofort angefahren werden. Irgendwie f\u00e4llt mir dann beim Erreichen des Campingplatzes aber auf, dass ich gar nicht richtig mitbekommen habe, durch welche sch\u00f6nen Ortschaften, dieser Weg noch gef\u00fchrt hat, weil ich mich ja auf die Karte am Display konzentrieren musste. Und die zwei, drei am Weg gesichteten Schl\u00f6sser, habe ich ja ohnedies schnell fotografiert, um anschlie\u00dfend mit dem Fotoerkennungsprogramm sofort zu sehen, um welche Sehensw\u00fcrdigkeit es sich handelt und die Beschreibung ist auch gleich dabei. Dass eine innere fragende Stimme auftaucht, die sagt: &#8222;hast du Dir fr\u00fcher solche Schl\u00f6sser nicht aus dem Impuls heraus dann sofort angeschaut, um Dich von der Sch\u00f6nheit \u00fcberraschen zu lassen&#8220;, wird nicht richtig wahrgenommen.<\/p> <p>Viel zu fr\u00fch ist nach vierzehn Tagen diese Rundreise zu Ende und wieder taucht dieses undefinierbare Gef\u00fchl auf: Irgendwie f\u00fchle ich mich nicht richtig erholt, was ist da los? M\u00f6glicherweise sind es die in den letzten neun Monaten zugelegten 5 Kilogramm, die ja einfach erkl\u00e4rt sind, da ich seit dieser Zeit wirklich so gut wie keine Bewegung mehr gemacht habe. M\u00f6glicherweise sind es auch die Verpflichtungen und Aufgaben, die irgendwie mehr geworden zu sein scheinen. Oder sind es vielleicht die fehlenden Zeiten von Ruhe und Entspannung? Nein, das kann es ja wohl nicht sein, da ich ja seit Besitz des I-Pads irgendwie sogar das Gef\u00fchl habe, dass die stressigen Zeiten im Beruf, wo ich E-mails aufarbeiten musste, und zeitlich gebunden war, weniger waren.<\/p> <p>Der Sp\u00e4therbst zieht ins Land, die Tage werden k\u00fcrzer und der Aufenthalt im Wintergarten am Abend wird durch die M\u00f6glichkeit, in der H\u00e4ngematte oder im Schaukelstuhl die hereinkommenden E-mails zu checken, Fotos zu sortieren, Skripten zu lesen, und berufliche Neuigkeiten zu studieren, als wirklich bereichernd erlebt. Irgendwie ist es auch angenehm, dass ich alle Firmentermine mithabe, um mich in der Freizeit bequem mit den anstehenden Verpflichtungen auseinanderzusetzen. In dieser entspannten Situation kann ich mir dann schon Gedanken machen, wie ich die n\u00e4chsten Vortr\u00e4ge im November und Dezember gestalten w\u00fcrde. Es ist auch ganz bequem, die daf\u00fcr notwendigen Bilder aus dem Internet aus Fotoportalen herunterzuladen und zu schauen, wie andere Vortragende mit diesen Themen umgehen.<\/p> <p>Ende Oktober f\u00e4llt mir auf, dass die sonst gewohnten t\u00e4glichen Bewegungseinheiten (Nordicwalken und Mountainbiken) und auch die vorgenommenen Fahrten mit dem Fahrrad ins B\u00fcro und wieder nach Hause vollkommen zum Stillstand gekommen sind. Dies geht zwar mit einem zunehmend k\u00f6rperlichen Unbehagen einher, aber irgendwie fehlt der Antrieb, um dies mit mehr Bewegung wieder auszugleichen. Au\u00dferdem steht ja noch der November zur Verf\u00fcgung, und da werde ich mir schon wieder die notwendige Erholung suchen, die in der Wunschskala von 1 bis 10 zunehmende in Richtung 10 r\u00fcckt.<\/p> <p>Gott sei dank ergibt sich im November aufgrund eines ausgefallenen Seminars noch die Gelegenheit einige Tage gemeinsam mit der Frau in einem Wellnesshotel zu verbringen, um die fehlende Erholung doch noch herbeizuf\u00fchren. Tats\u00e4chlich finde ich in der Wellnesslandschaft die idealen Rahmenbedingungen, um auszuspannen und die Seele baumeln zu lassen. Und da es die Frau ohnehin genie\u00dft, den Tag Tag sein zu lassen, n\u00fctze ich die wunderbare Gelegenheit, um mit Hilfe des I-Pads endlich das lange vorgenommene Projekt &#8222;Vermeidung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz&#8220;, wo im November eine Beratung ansteht, vorzubereiten. Sicherheitshalber habe ich auch die Mappe mitgenommen, um Informationen, die m\u00f6glicherweise im Internet nicht verf\u00fcgbar sind, auch in Papierform mit zu haben.<\/p> <p>Auf der Decke liegend bin ich ganz \u00fcberrascht, wie schnell so ein Tag beim Studium von Themen im Bereich betrieblicher Gesundheitsvorsorge und Stressbew\u00e4ltigung vergeht. Irgendwie ist es ein gutes Gef\u00fchl, dass ich mich nicht erst nach dem Urlaub mit diesem Thema auseinandersetzen muss, sondern bereits jetzt in dieser entspannten Atmosph\u00e4re die M\u00f6glichkeit hatte, diese Beratung vorzubereiten und gleichzeitig die angenehme W\u00e4rme des sch\u00f6nen Urlaubsortes genie\u00dfen kann. Es f\u00e4llt mir auf, dass die sonst beliebten stundenlangen Spazierg\u00e4nge nicht wirklich fehlen und auch meine Frau scheinbar die Zeiten mit sich selber sehr genie\u00dfen kann.<\/p> <p>Aber wieder meldet sich nach dem Urlaub eine innere Stimme die sagt: &#8222;Eigentlich bist du nicht erholt&#8220;! Was ist das los? Der Pegelstand auf der Waage hat mittlerweile beinahe 110 kg erreicht und die Bereitschaft, dies wieder zu ver\u00e4ndern, scheint in weite Ferne ger\u00fcckt, da die Wohlf\u00fchlmarke von 100 kg schon soweit \u00fcberschritten ist. Dass nebenbei noch der Ausbau eines zus\u00e4tzlichen Entspannungsraumes im Institut fertig gestellt wurde, und dies ohnedies von Professionisten erledigt wurde, kann doch mit der zunehmend aufkommenden M\u00fcdigkeit und mit \u00dcberlastungssymptomen nichts zu tun haben? In der letzten Oktoberwoche steht noch die Begleitung einer viert\u00e4gigen Wanderung an und diese wird schon noch f\u00fcr die notwendige fehlende Erholung des vergangenen Jahres sorgen.<\/p> <p>Bei der Wanderung taucht alm\u00e4hlich tief aus dem inneren Kern eine klare und deutliche Stimme auf: Gottfried, du hast vor fast genau 12 Monaten entschieden, dein I-Pad-Experiment zu starten und ich gebe Dir hiermit den klaren Befehl, dieses Experiment zu beenden. Die Ersch\u00f6pfungssymptome, die ich Dir geschickt habe, sind ein deutliches Zeichen von mir, das Du in den letzten elf Monaten die unangenehmen Gef\u00fchle, wie M\u00fcdigkeit, Unausgeglichenheit, Unwohlsein, Angespanntheit, fehlende innere Ruhe, einfach ignoriert hast und als Botschafter zu mehr inneren Gelassenheit und Ruhe nicht ernst genommen hast. Ich sage Dir, ein wesentlicher Grund daf\u00fcr ist Dein I-Pad-Experiment. Hast du nicht fr\u00fcher am Morgen, anstelle im I-Pad zu versinken, die morgendlichen Sonnenstrahlen w\u00e4hrend Deiner halben Stunde Nordic-Walken genossen? Waren vorher Deine Auszeiten am Wochenende und im Urlaub nicht gepr\u00e4gt durch Spazierg\u00e4nge, Mountainbike Touren und lesen von B\u00fcchern, die nichts mit deinem Beruf zu tun haben? Hast du nicht fr\u00fcher im Urlaub wesentlich mehr deine Spontanit\u00e4t gelebt, um sch\u00f6ne Ortschaften und historische Bauten einfach so wie ein Kind staunend zu betrachten, ohne alles wissen zu m\u00fcssen? Wie oft hast du in den letzten Monaten vergessen, anstelle des I-Pads mit Deiner Frau noch im Bett zu kuscheln? Du kannst ihn gerne weiter verwenden, aber n\u00fctze ihn so, dass es f\u00fcr Dich keine gef\u00e4hrliche Waffe wird. Ein Mensch kann ein Messer verwenden, um jemanden zu verletzen aber auch um Butter auf ein Brot zu streichen. Verwende ihn ab 1. Dezember so, dass Deine Befindlichkeit wirklich nachhaltig im Positiven unterst\u00fctzt wird.<\/p> <p>Diese Botschaft ist wahrlich angekommen. In den vier Tagen der Wanderung hatte ich ausreichend Zeit daf\u00fcr, neue Strategien zu entwickeln, den I-Pad in Zukunft so zu nutzen, dass er meinem Leben wieder jene Qualit\u00e4t zur\u00fcckgibt, die notwendig ist um die Arbeit und den Lebensalltag so zu gestalten, dass der K\u00f6rper und die Psyche zufrieden und ausgeglichen reagiert und nicht mit \u00dcberlastungssymptomen. Ich habe heute die Mailfunktion des I-Pads deaktiviert und ihn mitsamt der Schachtel im Betrieb deponiert, um ihn als angenehmes Werkzeug zu n\u00fctzen, wenn ich im beruflichen Kontext bei Klienten bin. Ich kann dadurch Termine abgleichen, oder bei Seminaren und Vortr\u00e4gen schnell wo Nachschau halten, wenn Teilnehmer Fragen haben, die ich sonst nicht beantworten kann. Zuhause und im Urlaub wird wieder Freizeit und Familie gelebt.<\/p> <p>Fazit:<br \/> I-Pad und Co k\u00f6nnen unser Leben sehr vereinfachen aber auch wesentlich verschlechtern. Wem die n\u00f6tige Disziplin fehlt, sich selber klar abzugrenzen, dem sei dringend empfohlen, vorsichtig damit umzugehen. Die Waffe ist sch\u00e4rfer und gef\u00e4hrlicher als man merkt. Es wirkt sozusagen wie ein schleichendes Gift und so sind ja schon eine Menge Personen ins Jenseits bef\u00f6rdert worden&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;<\/p> <p>Bildrechte: Fotolia_31130942_S<\/p> <p>Gottfried Huemer ist Leiter von einer gemeinn\u00fctzigen Gesellschaft in Ober\u00f6sterreich und sein Institut ist bundesweit als zertifizierte Familien- und Erwachsenenbildungseinrichtung anerkannt.<\/p> <p>Die Seminar- und Beratungsangebote im betriebseigenen Seminar- und Bildungshaus Villa Rosental verstehen sich als Impulsgeber f\u00fcr Menschen mit hohen t\u00e4glichen Herausforderungen, die bewusst Ma\u00dfnahmen setzen wollen, ihre pers\u00f6nliche Lebensqualit\u00e4t am Arbeitsplatz und in der Familie zu erh\u00f6hen. F\u00fcr die berufliche Weiterentwicklung werden neben Lehrg\u00e4ngen, interessante Fort- und Weiterbildungsseminare angeboten.<\/p> <p>Kontakt<br \/> Institut Huemer Gemeinn\u00fctzige GmbH, Fachwerk f\u00fcr Stresspr\u00e4vention, Familien- und Erwachsenenbildung<br \/> Gottfried Huemer<br \/> Lindacherstr. 10<br \/> 4663 Laakirchen<br \/> 0043 7613 45000<br \/> huemer@instituthuemer.at<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.instituthuemer.at\" title=\" Seminar-&amp; Bildungshaus          Villa Rosental Fachwerk f\u00fcr Stresspr\u00e4vention, Familien- und Erwachsenenbildung\" >http:\/\/www.instituthuemer.at<\/a><\/p> <p>Pressekontakt:<br \/> Institut Huemer Gmeinn\u00fctzige GmbH<br \/> Gottfried Huemer<br \/> Lindacherstr. 10<br \/> 4663 Laakirchen<br \/> 004 676 3186601<br \/> huemer@instituthuemer.at<br \/> http:\/\/www.instituthuemer.at<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entlastung oder Belastung? 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