{"id":12622,"date":"2010-12-15T11:56:43","date_gmt":"2010-12-15T10:56:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=12622"},"modified":"2010-12-15T11:56:43","modified_gmt":"2010-12-15T10:56:43","slug":"aggressionen-videospiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/aggressionen-videospiele-1012622\/","title":{"rendered":"Kein Zusammenhang zwischen Aggressionen und gewaltverherrlichenden Videospielen"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; height: 80px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"59\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/images.springer.com\/cda\/content\/image\/cda_displayimage.jpg?SGWID=0-0-16-135957-0\" alt=\"\" width=\"72\" height=\"97\" \/><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Wissenschaftler sieht eher in Depressionen, nicht in Videospielen,<br \/> die Ursache f\u00fcr gewaltt\u00e4tiges und aggressives Handeln bei Jugendlichen<\/p> <p>New York \/ Heidelberg, 14. Dezember 2010<\/p> <p>Wie aggressiv und gewaltt\u00e4tig junge Menschen werden k\u00f6nnen, h\u00e4ngt in hohem Ma\u00dfe davon ab, wie depressiv sie sind. Eine neue Studie von Dr. Christopher Ferguson von der Texas A&amp;M International University erscheint jetzt online in der Springer Fachzeitschrift Journal of Youth and Adolescence. Ihr Ergebnis: <!--more-->Entgegen weitl\u00e4ufiger Meinung gibt es zwischen gewaltverherrlichenden Videospielen oder Filmen und dem gewaltt\u00e4tigen und aggressiven Handeln von jungen Menschen hispanischer Abstammung in den Vereinigten Staaten keinen wirklichen Zusammenhang.<\/p> <p>Die potenziell negativen Auswirkungen von Videospielen auf das Verhalten Heranwachsender, speziell Gewalt unter Jugendlichen, wird zur Zeit unter Wissenschaftlern wie auch in der \u00d6ffentlichkeit und in der Politik heftig diskutiert. Bis heute ist jedoch die Forschung zu keinem wirklich schl\u00fcssigen Ergebnis gekommen, gr\u00f6\u00dftenteils liegt dies an methodologischen Problemen.<\/p> <p>Als Teil einer gr\u00f6\u00dferen Studie zum Thema Jugendgewalt befragte Ferguson 302 zumeist hispanische Jugendliche im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. Sie kommen aus einer kleinen Stadt an der mexikanischen Grenze mit \u00fcberwiegend hispanischer Bev\u00f6lkerung. Die Jugendlichen wurden zweimal interviewt, einmal zu Beginn der Studie und dann ein zweites Mal zw\u00f6lf Monate sp\u00e4ter.<\/p> <p>Untersuchungsgegenstand war der Kontakt der Jugendlichen mit Gewalt in Videospielen und im Fernsehen. Ferguson untersuchte aber auch negative Erfahrungen, darunter Nachbarschaftsprobleme, problematische Beziehungen zu Erwachsenen, antisoziale Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale, Familienbeziehungen und kriminelles Verhalten in der Clique. Zudem befasste er sich mit der Art der famili\u00e4ren Interaktion und Kommunikation, h\u00e4uslicher Gewalt, depressiven Symptomen, ernsthafter Aggression, Mobbing und straff\u00e4lligem Verhalten.<\/p> <p>Fergusons Analysen zeigen, dass 75 Prozent der Befragten in den vier Wochen vor der Befragung Videospiele auf Computern oder Spielkonsolen gespielt hatten. Jungen spielen h\u00e4ufiger als M\u00e4dchen, davon spielten 40 Prozent Spiele mit gewaltt\u00e4tigem Inhalt. Ein Jahr sp\u00e4ter berichteten sieben Prozent von mindestens einem kriminellen Gewaltakt w\u00e4hrend der vergangenen zw\u00f6lf Monate, meistens handgreifliche Angriffe auf andere Studenten oder der Einsatz von k\u00f6rperlicher Gewalt, um an Gegenst\u00e4nde oder Geld zu kommen. Neunzehn Prozent berichteten von mindestens einem nichtgewaltt\u00e4tigen Akt im gleichen Zeitraum \u2013 ganz oben auf der Liste standen Ladendiebstahl und Diebstahl von Schuleigentum.<\/p> <p>Ferguson stellte auch fest, dass depressive Symptome oft mit aggressivem und regelverletzendem Verhalten einhergehen; dies war besonders deutlich, wenn bereits antisoziale Charakterz\u00fcge vorhanden waren. Allerdings lie\u00df der Kontakt zu Gewalt in Videospielen oder im Fernsehen zu Beginn der Studie keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf aggressives oder regelverletzendes Verhalten der jungen Leute in den kommenden zw\u00f6lf Monaten zu.<\/p> <p>Dazu Ferguson: \u201eAus depressiven Symptomen lassen sich ganz deutlich R\u00fcckschl\u00fcsse auf sp\u00e4teres aggressives und gewaltt\u00e4tiges Verhalten junger Menschen ziehen. Das Ausma\u00df der Depression spielt darum m\u00f6glicherweise eine Schl\u00fcsselrolle bei der Pr\u00e4vention aggressiven Verhaltens junger Menschen. Unsere Studie findet keinen Hinweis auf einen langfristigen Zusammenhang zwischen dem Anschauen gewaltverherrlichender Videos und dem Auftreten von Aggressionen. Sicherlich wird die Debatte um solche Videos und Jugendgewalt weitergehen, vor voreiligen R\u00fcckschl\u00fcssen sei hier jedoch gewarnt.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> Ferguson CJ (2010). Video games and youth violence: a prospective analysis in adolescents. Journal of Youth and Adolescence; DOI: 10.1007\/s10964-010-9610-x<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\"  >Springer<\/a>, joan.robinson@springer.com, Tel. +49-6221-487-8130<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaftler sieht eher in Depressionen, nicht in Videospielen, die Ursache f\u00fcr gewaltt\u00e4tiges und aggressives Handeln bei Jugendlichen New York \/ Heidelberg, 14. 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