{"id":13034,"date":"2011-01-19T12:02:15","date_gmt":"2011-01-19T11:02:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=13034"},"modified":"2011-01-19T12:02:15","modified_gmt":"2011-01-19T11:02:15","slug":"haie-farbenblind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/haie-farbenblind-1013034\/","title":{"rendered":"Haiaugen besitzen nur einen einzigen Zapfenzellentyp f\u00fcr langwelliges Licht"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; height: 134px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\" width=\"104\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13037\" title=\"00114.jpg\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/13034\/00114.jpg\" alt=\"\" width=\"103\" height=\"137\" \/><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Neue Studie zeigt, dass Haiaugen nur einen Zapfenzellen-Typ besitzen \u2013 das legt nahe, dass sie farbenblind sind<\/p> <p>New York\/Heidelberg, 18. Januar 2011<\/p> <p>Haie sind nicht in der Lage Farben zu unterscheiden. Dies ist das Ergebnis einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung Dr. Nathan Scott Hart und seinen Kollegen von der University of Western Australia und der University of Queensland in Australien. Rochen und Seekatzen, die eng mit den Haien verwandt sind, k\u00f6nnen hingegen begrenzt Farben erkennen. Die wissenschaftliche Studie zeigt, dass Haiaugen \u2013 obwohl sie ein gro\u00dfes Spektrum von Wellenl\u00e4ngen wahrnehmen \u2013 nur einen einzigen Zapfenzellentyp* f\u00fcr langwelliges Licht auf der Netzhaut besitzen, weshalb sie wahrscheinlich vollst\u00e4ndig farbenblind sind. <!--more-->Die Forschungsergebnisse von Dr. Hart und seinem Team erscheinen online im Fachjournal Naturwissenschaften \u2013 The Science of Nature von Springer.<\/p> <p>\u201eDiese neuen Forschungsergebnisse \u00fcber die \u201eSehweise\u201c von Haien k\u00f6nnten dazu beitragen, Angriffe auf Menschen zu verhindern und die Entwicklung von Fangger\u00e4t zu unterst\u00fctzen, um so den Hai-Beifang in der Langleinenfischerei zu reduzieren. Unsere Studie zeigt, dass der Kontrast gegen\u00fcber der Umgebung f\u00fcr die Objekterfassung bei Haien wahrscheinlich wichtiger ist als Farbsichtigkeit. Dies k\u00f6nnte uns dabei helfen, Langleinenfischereik\u00f6der zu entwickeln, die f\u00fcr Haie weniger attraktiv sind, wie auch Badebekleidung und Surfbretter, die f\u00fcr Haie einen geringeren sichtbaren Kontrast besitzen und deshalb weniger anziehend auf sie wirken,\u201c sagt Prof. Hart.<\/p> <p>Haie sind effiziente J\u00e4ger. Ihr evolution\u00e4rer Erfolg wird unter anderem ihren beeindruckenden Sinnessystemen zugeschrieben, einschlie\u00dflich ihres Sehverm\u00f6gens. Bisher ist unklar, ob Haie Farben sehen, obwohl sie gut entwickelte Augen und einen gro\u00dfen sensorischen Gehirnbereich besitzen, der die visuellen Informationen verarbeitet. Beim Versuch, die Farbsichtigkeit von Haien festzustellen, verwendeten Dr. Hart und seine Kollegen die Mikrospektro-Fotometrie, um Zapfensehpigmente in der Hai-Netzhaut zu identifizieren und ihr spektrales Absorptionsma\u00df zu bestimmen.<\/p> <p>Die Wissenschaftler untersuchten die Netzh\u00e4ute von 17 Haiarten, die in unterschiedlichen Gew\u00e4ssern bei Queensland und Westaustralien gefangen wurden. Bei allen Arten waren St\u00e4bchenzellen die h\u00e4ufigste Art von Fotorezeptoren. Bei 10 von 17 Arten wurden keine Zapfenzellen gefunden. Allerdings kamen diese in den Netzh\u00e4uten von 7 Haiarten aus drei verschiedenen Familien vor; jedes Mal war nur einziger Zapfenzellentyp f\u00fcr langwelliges Licht vorhanden. Die Forschungsergebnisse von Dr. Hart und seinem Team liefern wichtige Beweise daf\u00fcr, dass Haie nur einen einzigen Zapfenzellentyp besitzen, was nahe legt, dass Haie Zapfen-Monochromaten und deshalb wahrscheinlich komplett farbenblind sind.<\/p> <p>Die Autoren kommen zur Schlussfolgerung: \u201eAuch wenn Zapfen-Monochromasie auf dem Land selten ist, k\u00f6nnte es eine verbreitete Strategie in der Meeresumwelt sein. Viele Meeress\u00e4uger \u2212 Wale, Delfine und Robben \u2212 besitzen ebenfalls nur einen einzigen, gr\u00fcn-empfindlichen Zapfentyp. Es scheint, dass sowohl Haie als auch Meeress\u00e4uger durch konvergente Evolution dasselbe visuelle Prinzip entwickelt haben. Mit anderen Worten, sie haben bei unverwandter Abstammung die gleichen biologischen Eigenschaften entwickelt.\u201c<\/p> <p>*Es gibt zwei Hauptarten von Fotorezeptoren auf der Netzhaut. St\u00e4bchenzellen sind sehr lichtempfindlich und erm\u00f6glichen Nachtsichtigkeit. Zapfenzellen reagieren ebenfalls auf Licht, sind aber weniger lichtempfindlich. Augen mit unterschiedlichen Spektraltypen von Zapfenzellen k\u00f6nnen zwischen unterschiedlichen Farben unterscheiden. St\u00e4bchenzellen k\u00f6nnen nicht zwischen Farben unterscheiden.<\/p> <p>Quellenangabe<br \/> Hart NS et al (2011). Microspectrophotometric evidence for cone monochromacy in sharks. Naturwissenschaften \u2013 The Science of Nature; DOI 10.1007\/s00114-010-0758-8<\/p> <p>Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar.<br \/> Kontakt: Renate Bayaz, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\"  >Springer<\/a>, Tel.: +49-6221-487-8531, renate.bayaz@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Studie zeigt, dass Haiaugen nur einen Zapfenzellen-Typ besitzen \u2013 das legt nahe, dass sie farbenblind sind New York\/Heidelberg, 18. Januar 2011 Haie sind nicht in der Lage Farben zu unterscheiden. 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