{"id":134595,"date":"2014-03-06T15:14:23","date_gmt":"2014-03-06T14:14:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=134595"},"modified":"2014-07-29T06:25:03","modified_gmt":"2014-07-29T05:25:03","slug":"puppentyp-beeinflusst-vorstellung-von-beruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/puppentyp-beeinflusst-vorstellung-von-beruf-10134595\/","title":{"rendered":"Puppentyp beeinflusst Vorstellung von Beruf"},"content":{"rendered":"<p>Eine alte Dame ist sie mittlerweile, dennoch ist das Interesse ungebrochen. Sie erblickte im Jahre 1959 das Licht der Welt und begeistert seither Millionen junger M\u00e4dchen und auch Erwachsener &#8211; Die Barbie-Puppe. Welche Auswirkungen auf die Entwicklung hat aber das Spiel mit der Mannquinpuppe? Erste Untersuchungen f\u00f6rdern Befremdliches zu Tage.<\/p> <p><!--more-->Barbie ist nicht unbedingt f\u00f6rderlich f\u00fcr die Karrieretr\u00e4ume junger M\u00e4dchen<\/p> <p>Wie beeinflusst das Spiel mit Barbie- und Mrs.-Potato-Head-Puppen beruflichen Vorstellungen<\/p> <p>\u201eBarbie kann alles werden\u201c \u2013 so zumindest suggeriert es uns ein Werbeslogan. Tats\u00e4chlich aber r\u00e4umen M\u00e4dchen, die mit dieser \u00fcberaus beliebten Puppe spielen, ihren eigenen beruflichen M\u00f6glichkeiten wesentlich geringere Chancen ein als denen f\u00fcr Jungen. Aurora Sherman von der Oregon State University und Eileen Zurbriggen von der University of California, Santa Cruz, f\u00fchrten eine der ersten Untersuchungen zu der Frage durch, inwieweit das Spiel mit einer solchen Puppe die Vorstellungen der M\u00e4dchen von ihrer beruflichen Zukunft beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie, die die Psychologinnen als \u201eern\u00fcchternd\u201c bezeichneten, erscheinen im Springer-Journal Sex Roles.<\/p> <p>Es steht au\u00dfer Frage, dass es immer noch viele typische M\u00e4nner- wie auch Frauenberufe gibt und dass weltweit bez\u00fcglich Besch\u00e4ftigungsrate und auch Verdienst ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern herrscht. Dies war der Hintergrund der Studie, bei der Sherman und Zurbriggen der Frage nachgingen, inwieweit das Spiel mit Puppen die geschlechterspezifische Sozialisation beeinflusst. Ein Prozess, in dem Kinder lernen, sich an kulturelle Normen zu halten und durch den auch geschlechtertypisches Verhalten an die n\u00e4chste Generation weitergegeben wird.<\/p> <p>37 M\u00e4dchen von der Nordwestk\u00fcste der USA im Alter zwischen vier und sieben wurden nach dem Zufallsprinzip eine Doktor-Barbie-Puppe, eine Fashion-Barbie oder eine eher neutrale Mrs.-Potato- Head gegeben, mit der sie f\u00fcnf Minuten spielen durften. Anschlie\u00dfend zeigte man ihnen Bilder von zehn Berufen und fragte sie, wie viele davon sie selbst oder Jungen in Zukunft aus\u00fcben k\u00f6nnten.<\/p> <p>Ganz gleich ob die Barbie-Puppe als Model oder als \u00c4rztin gekleidet war, sahen die M\u00e4dchen, die mit ihr gespielt hatten, f\u00fcr sich weniger berufliche M\u00f6glichkeiten als f\u00fcr Jungen. Die M\u00e4dchen, die mit der Mrs.-Potato-Head-Puppe gespielt hatten, sch\u00e4tzten dagegen ihre Karrierem\u00f6glichkeiten als nahezu gleich gro\u00df ein.<\/p> <p>Bis auf die Kleidung waren beide Barbie-Puppen identisch: unrealistische K\u00f6rperformen, extrem jugendliche, attraktive Gesichter und langes, volles Haar. Daher gehen die Wissenschaftlerinnen davon aus, dass der Bezug durch die jeweilige Berufskleidung f\u00fcr die meisten M\u00e4dchen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das k\u00f6nnte daran liegen, dass die meisten M\u00e4dchen eine klare Vorstellung von Barbie an sich \u2013 ihrem Aussehen und ihrer geschlechtsreifen K\u00f6rperform \u2013 haben. Sherman und Zurbriggen stellten fest, dass die Reaktion der M\u00e4dchen der Objektifizierungstheorie entspricht, nach der Frauen nur ein begrenztes Selbstvertrauen in ihre eigenen M\u00f6glichkeiten haben. Die Ergebnisse stimmen auch mit anderen Studien \u00fcberein, die zeigen, dass es erwachsenen Frauen extrem schwer f\u00e4llt die M\u00f6glichkeit zu akzeptieren, dass man weiblich sein kann, ohne gleichzeitig sexy oder objektifiziert zu sein.<\/p> <p>\u201eVielleicht kann die Barbie ja wirklich \u201ealles werden\u201c, wie uns die Werbung glauben machen will. Nur sehen M\u00e4dchen, die mit ihr spielen, diese M\u00f6glichkeiten nicht f\u00fcr sich selbst,\u201c sagt Sherman. Sie geht auch davon aus, dass Barbies und \u00e4hnliche Puppen einen Teil dazu beitragen, dass M\u00e4dchen h\u00e4ufig mit einer verfr\u00fchten und unangemessenen Sexualit\u00e4t belastet sind. \u201eEs sind nicht die M\u00e4dchen, sondern der Puppentyp, der unterschiedliche Vorstellungen von Berufsw\u00fcnschen beeinflusst.\u201c<\/p> <p>Quelle: Sherman, A.M. &amp; Zurbriggen, E.L. (2014). &#8222;Boys Can Be Anything&#8220;: Effect of Barbie Play on Girls&#8216; Career Cognitions, Sex Roles. DOI 10.1007\/s11199-014-0347-y<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson | <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >Springer<\/a> | Tel. +49 6221 487-8130 | joan.robinson@springer.com<\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine alte Dame ist sie mittlerweile, dennoch ist das Interesse ungebrochen. Sie erblickte im Jahre 1959 das Licht der Welt und begeistert seither Millionen junger M\u00e4dchen und auch Erwachsener &#8211; Die Barbie-Puppe. Welche Auswirkungen auf die Entwicklung hat aber das Spiel mit der Mannquinpuppe? 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