{"id":139030,"date":"2014-03-24T18:01:56","date_gmt":"2014-03-24T17:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=139030"},"modified":"2014-07-29T06:25:03","modified_gmt":"2014-07-29T05:25:03","slug":"das-kollektive-verhalten-von-spinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/das-kollektive-verhalten-von-spinnen-10139030\/","title":{"rendered":"Das kollektive Verhalten von Spinnen"},"content":{"rendered":"<p>Die sozialen Spinnen der Kalahari waren Gegenstand einer neuen Forschungsarbeit von Carl Keiser und Devin Jones von der Universit\u00e4t von Pittsburgh in den USA. Sie brachte Erstaunliches zum Vorschein. Entegen bisheriger Erkenntnisse sind die Spezies nicht homogen und egalit\u00e4r. Nachzulesen ist die Studie in der Fachzeitschrift Ecology and Sociobiology.<\/p> <p><!--more-->Bew\u00e4ltigung von Aufgaben bei sozialen Spinnen in der Kalahari: auf Gr\u00f6\u00dfe und Pers\u00f6nlichkeit kommt es an<\/p> <p>Studie untersucht die Aufgabenverteilung in Kolonien sozialer Spinnen in S\u00fcdafrika<\/p> <p>Auf den ersten Blick sehen Kolonien, in denen tausende soziale Spinnen leben, alle gleich aus und sind offenbar alle mit den gleichen Aufgaben besch\u00e4ftigt. Dem widersprechen die Wissenschaftler Carl Keiser und Devin Jones von der Universit\u00e4t von Pittsburgh in den USA, nachdem sie verschiedene Ansammlungen der Stegodyphus dumicola, einer sozialen Spinne aus der Kalahari-W\u00fcste in S\u00fcdafrika, genau untersucht haben. Die Gr\u00f6\u00dfe und der Zustand des K\u00f6rpers einer Spinne zeigen, welche Aufgabe sie im Allgemeinen in der Kolonie \u00fcbernimmt. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen benachbarte Kolonien auch unterschiedliche \u201ePers\u00f6nlichkeiten\u201c haben, schreibt Carl Keiser, Hauptautor einer Studie, die in der Springer-Fachzeitschrift Behavioral Ecology and Sociobiology erscheint.<\/p> <p>Die Spinne Stegodyphus dumicola lebt in Kolonien mit bis zu 2.000 Mitgliedern in Dornb\u00e4umen in den trockenen Gebieten S\u00fcdwestafrikas. Sie bauen gro\u00dfe Netze, die als Gemeinschaftsbereiche genutzt werden und spinnen au\u00dferdem ein zweidimensionales Fangnetz. Um die Tiere untersuchen zu k\u00f6nnen, transportierten Carl Keiser und seine Kollegen verschiedene Kolonien aus der s\u00fcdlichen Kalahari-W\u00fcste in ihr Labor an der Universit\u00e4t von Pittsburgh. Anschlie\u00dfend untersuchten die Forscher genau, inwieweit einzelne Spinnen unterschiedliche Aufgaben \u00fcbernahmen, wie zum Beispiel die Ausf\u00fchrung von Angriffen, den Bau von Netzen oder deren Reparatur.<\/p> <p>Keiser und seine Kollegen sind der \u00dcberzeugung, dass solche Studien wichtig sind, um zu verstehen, wie die soziale Organisation und das kollektive Verhalten einer Spezies durch das Zusammenwirken von Eigenschaften und Handlungen von Individuen entwickelt werden. Im Fall der Spinne Stegodyphus dumicola fand die Forschergruppe heraus, dass die Gr\u00f6\u00dfe und Kondition des K\u00f6rpers ma\u00dfgeblich beeinflussen, welche Aufgaben eine einzelne Spinne zum Erhalt der Kolonie \u00fcbernimmt. Spinnen mit kleinem K\u00f6rper helfen zum Beispiel eher beim Bau und der Wartung der Netze. Diejenigen, welche robuster sind, fangen im Allgemeinen keine Beute, w\u00e4hrend weniger starke Spinnen eher mit Nahrungssuche besch\u00e4ftigt sind.<\/p> <p>Die \u201ePers\u00f6nlichkeit\u201c einer Kolonie beziehungsweise das kollektive Verhalten l\u00e4sst sich am besten aufgrund der Vielfalt ihrer Bewohner vorhersagen. Kolonien, die von Mitgliedern unterschiedlicher K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe oder Aggressivit\u00e4t bewohnt werden, beherbergen auch Spinnen, die nur langsam aus ihrem Nest kommen, um Beute anzugreifen. Unterschiede in Bezug auf Durchsetzungsf\u00e4higkeit beg\u00fcnstigen dagegen, dass sich mehr einzelne Spinnen am normalen Netzbau beteiligen.<\/p> <p>\u201eDie Ergebnisse der Studie sind faszinierend, da diese Merkmalsvariationen und die daraus resultierende Aufgabenverteilung zu einer kooperativen Brutgemeinschaft f\u00fchrt, die aus ingez\u00fcchteten, stark miteinander verbundenen Tieren besteht. Die Spinnen sind fast gleichaltrig und entwickeln sich gemeinsam\u201c, erl\u00e4utert Keiser. \u201eUnsere Ergebnisse unterscheiden sich von der bislang g\u00e4ngigen Meinung unter Forschern, dass die Gesellschaften sozialer Spinnen homogen und egalit\u00e4r seien.\u201c<\/p> <p>Quelle: Keiser, C.N. et al (2014). Exploring the effects of individual traits and within-colony variation on task differentiation and collective behavior in a desert social spider, Behavioral Ecology and Sociobiology. DOI 10.1007\/s00265-014-1696-9<\/p> <p>Der Volltext-Artikel und ein Foto sind f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar.<br \/> Kontakt: Joan Robinson | Springer | Tel.: +49-6221-487-8130 | joan.robinson@springer.com<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Der Wissenschaftsverlag\" >http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0<\/a><\/p> <p>Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die sozialen Spinnen der Kalahari waren Gegenstand einer neuen Forschungsarbeit von Carl Keiser und Devin Jones von der Universit\u00e4t von Pittsburgh in den USA. Sie brachte Erstaunliches zum Vorschein. Entegen bisheriger Erkenntnisse sind die Spezies nicht homogen und egalit\u00e4r. 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