{"id":171410,"date":"2014-08-27T12:39:41","date_gmt":"2014-08-27T11:39:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=171410"},"modified":"2014-08-28T11:15:30","modified_gmt":"2014-08-28T10:15:30","slug":"ebola-und-das-beispiel-venedig-des-14-jahrhunderts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/ebola-und-das-beispiel-venedig-des-14-jahrhunderts-10171410\/","title":{"rendered":"Ebola und das Beispiel Venedig des 14. Jahrhunderts"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-171411 size-thumbnail\" title=\"description: International f\u00fchrender Wissenschaftsverlag - Wissenschaft, Technik, Medizin, Architektur, Wirtschaft und Verkehr - Zeitschriften, B\u00fccher und EContent.\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/33200335e84d8048968f1fd3235e6270.jpg\" alt=\"SpringerLogo9\" width=\"150\" height=\"112\" imagescaler=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/imagescaler\/33200335e84d8048968f1fd3235e6270.jpg\" \/>Seuchen wie fr\u00fcher die Pest, heute Ebola, die Schweinegrippe oder EHEC verbreiten immer wieder Angst und Schrecken, auch in den modernen Gesellschaften. Wie ist mit Seuchen und ihrer Gefahr umzugehen? Wie kann man sich sch\u00fctzen, ohne die Menschenw\u00fcrde zu verletzen und wie k\u00f6nnen allen Menschen gleich gut und gleich fair geholfen werden? Das sind die Herausforderungen, denen sich das moderne, internationale Gesundheitssystem stellen mu\u00df.<\/p> <p>Ebola und andere neue Gefahren: Was k\u00f6nnen wir vom Venedig des 14. Jahrhunderts lernen?<\/p> <p>Experten nennen Venedigs Umgang mit der Pest ein \u201eParadebeispiel f\u00fcr Resilienzmanagement\u201c<!--more--><\/p> <p>Wie die italienische Stadt Venedig mit dem Ausbruch der Pest im 14. Jahrhundert umgegangen ist, k\u00f6nnte uns heute noch lehren, wie wir gegenw\u00e4rtige Bedrohungen\u2014wie Klimawandel, Terrorismus oder hochinfekti\u00f6se und arzneimittelresistente Krankheiten\u2014in den Griff bekommen k\u00f6nnten. Zu diesem Schluss kommt Dr. Igor Linkov vom US Army Engineer Research and Development Center und Gastprofessor der Universit\u00e4t Venedig in Italien. Er ist Hauptautor eines Artikels \u00fcber Resilienzmanagement, der im Springer-Journal Environment Systems and Decisions erscheint.<\/p> <p>Venedig war das Zentrum vieler Handelsrouten in Mitteleuropa. 1347 wurde es zum Epizentrum einer Pestepidemie. Der vermeintlichen Bedrohung durch Gott, Vampire oder \u00c4hnlichem versuchten die Venezianer zun\u00e4chst mit traditionellem \u201aRisikomanagement\u2018 wie Gebeten und Ritualen zu begegnen. Dann aber kam zum Einsatz, was wir heute als Resilienzmanagement bezeichnen w\u00fcrden.<\/p> <p>Anstatt sich auf ein Risiko zu konzentrieren, dessen Zusammenh\u00e4nge sie nicht verstanden, regulierten die st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden die Bewegungen und sozialen Interaktionen der B\u00fcrger. Sie f\u00fchrten akribisch Buch \u00fcber das System der Stadt, zu dem ein \u00dcberwachungssystem, Lazarette (Quarant\u00e4nestationen) auf nahegelegenen Inseln, Quarant\u00e4nezeiten und das Tragen von Schutzkleidung geh\u00f6rten. All diese Ma\u00dfnahmen kamen zwar zu sp\u00e4t, um die verheerenden Auswirkungen der Seuche in den Griff zu bekommen. Doch dank der geballten Bem\u00fchungen \u00fcber mehrere Jahrhunderte hinweg wuchs und gedieh Venedig weiterhin. Es kam nur noch zum sporadischen Auftreten der Pest, w\u00e4hrend \u00e4hnliche Epidemien in Griechenland und S\u00fcdeuropa jahrhundertelang w\u00fcteten.<\/p> <p>Angesichts des aktuellen Ebola-Ausbruchs in Westafrika sehen Linkov und seine Kollegen M\u00f6glichkeiten, von den Venezianern etwas \u00fcber Resilienzmanagement zu lernen. Im Fall von Ebola machen wirtschaftliche und kulturelle Faktoren das Risikomanagement schwierig. Es dauert lange, tief verwurzelte Traditionen zu ver\u00e4ndern, die eine Ausbreitung des Ebola-Virus eind\u00e4mmen k\u00f6nnten. Dennoch k\u00f6nnte es Gesundheitsexperten und Politikern gelingen, die Lage zu entsch\u00e4rfen. Dazu m\u00fcssten sie anderen Teilen des Systems erm\u00f6glichen, auf ein Wiederauftreten der Krankheit zu reagieren. Resilienzmanagement umfasst die F\u00e4higkeit eines komplexen Systems\u2014etwa einer Stadt oder Gemeinde, sich auf unerwartete Gefahren vorzubereiten, mit ihnen umzugehen und sich anzupassen wie auch sich wieder davon zu erholen.<\/p> <p>\u201eResilienzmanagement kann helfen, mit dem aktuellen Ebola-Ausbruch in Afrika umzugehen; auch bei Problemen wie den Folgen von Bev\u00f6lkerungswachstum und Klimawandel kann es n\u00fctzlich sein\u201c, glaubt Linkov. Die Beh\u00f6rden in Venedig haben es vor Jahrhunderten vorgemacht: Die Resilienz eines Systems zu st\u00e4rken, ist ein L\u00f6sungsansatz f\u00fcr unbekannte und unberechenbare Bedrohungen, wie sie immer h\u00e4ufiger auftreten.\u201c<\/p> <p>Quelle: Linkov, I. et al. (2014). Risk and Resilience Lessons from Venice. Environment Systems and Decisions. DOI 10.1007\/s10669-014-9511-8<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel und Interviews mit dem Autor stehen interessierten Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<\/p> <p>Kontakt: Laura Zimmermann | Springer | Corporate Communications<br \/> Tel.: +49 6221 487 8414 | laura.zimmermann@springer.com<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\"  target=\"_blank\">www.springer.com<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seuchen wie fr\u00fcher die Pest, heute Ebola, die Schweinegrippe oder EHEC verbreiten immer wieder Angst und Schrecken, auch in den modernen Gesellschaften. Wie ist mit Seuchen und ihrer Gefahr umzugehen? Wie kann man sich sch\u00fctzen, ohne die Menschenw\u00fcrde zu verletzen und wie k\u00f6nnen allen Menschen gleich gut und gleich fair geholfen werden? 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