{"id":18459,"date":"2011-04-28T09:46:47","date_gmt":"2011-04-28T08:46:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=18459"},"modified":"2026-01-21T10:35:46","modified_gmt":"2026-01-21T09:35:46","slug":"umweltschutz-gemeinschaftsaufgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/umweltschutz-gemeinschaftsaufgabe-1018459\/","title":{"rendered":"&#8222;Umweltschutz eine nicht zu vernachl\u00e4ssigende Gemeinschaftsaufgabe&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Nicht aus der Luft gegriffen: Willy Brandt fordert 1961 blauen Himmel \u00fcber dem Ruhrgebiet<\/p> <p>\u201eDer Himmel \u00fcber dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden.\u201c Willy Brandts Forderung w\u00e4hrend seiner Rede am 28. April 1961 in der Bonner Beethovenhalle kann zu Recht als der Beginn umweltpolitischen Denkens in Deutschland gelten. Damit r\u00fcckte Brandt \u2013 lange bevor es die Begriffe Umweltschutz oder Umweltpolitik gab \u2013 ein regionales und bis dahin vernachl\u00e4ssigtes Problem ins Blickfeld gesellschaftspolitischer Debatten. <!--more-->Er machte aufmerksam auf die Schattenseiten des deutschen Wirtschaftswunders: Zwar waren die rauchenden Schornsteine ein Garant f\u00fcr Wohlstand, die ungefilterten Industrieabgase belasteten jedoch zunehmend die Gesundheit und das Wohlbefinden vieler Menschen im Ruhrgebiet.<\/p> <p>\u201eMit seiner Forderung nach klarer Luft, sauberem Wasser und weniger L\u00e4rm f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger des Ruhrgebiets machte Willy Brandt deutlich, dass Umweltschutz eine nicht zu vernachl\u00e4ssigende Gemeinschaftsaufgabe ist. Und diese Aufgabe wurde von den 1970er Jahren an erfolgreich angegangen\u201c, sagte der Pr\u00e4sident des Umweltbundesamtes (UBA), Jochen Flasbarth. \u201eHeute kennen wir Ph\u00e4nomene wie den Smog im Winter nicht mehr\u201c, so Flasbarth.<\/p> <p>Anfang der 1960er Jahre war die Luftverschmutzung im Revier f\u00f6rmlich sichtbar: Millionen Tonnen von Staub, Asche und Ru\u00df aus Hoch\u00f6fen, Stahlkonvertern und Kokereien sanken allj\u00e4hrlich auf Stadtteile hernieder. Die Folgen waren eine Zunahme der Atemwegserkrankungen, vor allem von Lungenkrebs, bei Kindern wurden auch h\u00e4ufiger Symptome von Rachitis und Bindehautentz\u00fcndungen festgestellt. Hohe Schwefeldioxid-Konzentrationen (SO<sub>2<\/sub>) f\u00fchrten zu einem Absterben von B\u00e4umen und mittelfristig zur Versauerung von B\u00f6den und Gew\u00e4ssern.<\/p> <p>Seit den 1970er Jahren sorgen eine Reihe von Gesetzen wie das Benzin-Blei-Gesetz, das Bundes-Immissionsschutzgesetz oder Verwaltungsvorschriften wie die Technische Anleitung Luft und die Gro\u00dffeuerungsanlagen-Verordnung daf\u00fcr, die Umweltbelastungen durch technische L\u00f6sungen zu verringern oder zu beseitigen. So f\u00fchrten die Rauchgasentschwefelung in Kraftwerken, die Reduktion des Schwefelgehalts in Kraftstoffen wie auch der R\u00fcckgang der Kohleheizungen in Privathaushalten dazu, dass sich die Luftqualit\u00e4t in Deutschland deutlich verbesserte. Nach Angaben des Umweltministeriums von Nordrhein-Westfalen konnte die Belastung an Rhein und Ruhr durch SO<sub>2<\/sub> um 97 Prozent gemindert werden: von 206 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (\u00b5g\/m\u00b3) im Jahr 1964 auf 8 \u00b5g\/m\u00b3 in 2007. F\u00fcr die Schwebstaubbelastung (Partikel mit einer maximalen Gr\u00f6\u00dfe von 30 bis 50 \u00b5m) zeigt sich im Zeitraum von 1968 bis 2002 eine \u00e4hnliche Entwicklung.<\/p> <p>Heute stehen wir in der Luftreinhaltung vor neuen Aufgaben: In deutschen Ballungsr\u00e4umen werden die seit 2005 geltenden Grenzwerte f\u00fcr Feinstaub (PM10) und f\u00fcr Stickstoffdioxid (NO<sub>2<\/sub>, diese gelten von 2010 an) an zahlreichen Hauptverkehrsstra\u00dfen \u00fcberschritten. Als Hauptverursacher ist das wachsende Verkehrsaufkommen anzusehen. Epidemiologischen Studien zufolge bedeutet eine Exposition gegen\u00fcber NO<sub>2<\/sub> eine erh\u00f6hte Infektionsanf\u00e4lligkeit und Beeintr\u00e4chtigung der Lungenfunktion, w\u00e4hrend ein Zusammenhang zwischen einer Feinstaub-Exposition und Atemwegs- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachgewiesen wurde.<\/p> <p>Mit der vermehrten Verbrennung von Biomasse vor allem in kleinen Feuerungsanlangen bleibt jedoch eine Quelle f\u00fcr Feinstaubbelastungen, die es aufmerksam zu verfolgen gilt. Jochen Flasbarth: \u201eMit der Einrichtung von Umweltzonen ist ein wichtiger Schritt in Richtung bessere Luftqualit\u00e4t in Ballungsr\u00e4umen getan. Wir m\u00fcssen aber daf\u00fcr sorgen, dass eine dezentrale Energieversorgung unter Einsatz von Biomasse diese Bem\u00fchungen nicht konterkariert.\u201c<\/p> <p>\u201eDas Anliegen Willy Brandts nach mehr Umweltschutz hat auch bewirkt, dass Deutschland, 50 Jahre nach seiner Rede in vielen \u201agr\u00fcnen\u2018 Zukunftsm\u00e4rkten Marktf\u00fchrer geworden ist. Schon heute arbeiten rund 1,8 Millionen Menschen in der Umweltwirtschaft\u201c, sagte Jochen Flasbarth.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><strong>Aktuelle Luftwerte in Deutschland: <\/strong><\/p> <p><strong>http:\/\/www.env-it.de\/umweltbundesamt\/luftdaten\/index.html <\/strong><\/p> <p><strong>Weitere Informationen zur Luftreinhaltung:<\/strong><\/p> <p><strong>http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/luft\/index.htm <\/strong><\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Dessau-Ro\u00dflau, 27.04.2011<\/p> <p>(4.700 Zeichen)<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><strong>UBA-Presseinformation Nr. 25\/2011<\/strong><\/p> <p>Pressesprecher: Martin Ittershagen<\/p> <p>Stellvertretender Pressesprecher: Stephan Gabriel Haufe<\/p> <p>Mitarbeiter\/innen: Fotini Mavromati, Martin Stallmann,<\/p> <p>Marc Rathmann, Uwe Weber (Sekretariat)<\/p> <p>Telefon:<strong> <\/strong>0340\/2103 -2122, -6625, -2318, -2507, -2250, -2637<\/p> <p>Adresse: Umweltbundesamt, Postfach 1406, 06813 Dessau-Ro\u00dflau<\/p> <p>E-Mail:<strong> <\/strong>pressestelle@uba.de<\/p> <p>Internet: www.umweltbundesamt.de<\/p> <p>Internet: www.fuer-mensch-und-umwelt.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht aus der Luft gegriffen: Willy Brandt fordert 1961 blauen Himmel \u00fcber dem Ruhrgebiet \u201eDer Himmel \u00fcber dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden.\u201c Willy Brandts Forderung w\u00e4hrend seiner Rede am 28. 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