{"id":20468,"date":"2011-05-27T14:37:29","date_gmt":"2011-05-27T13:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=20468"},"modified":"2014-04-01T15:08:04","modified_gmt":"2014-04-01T14:08:04","slug":"nukleare-strahlung-babys","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/nukleare-strahlung-babys-1020468\/","title":{"rendered":"Ionisierende Strahlung hat negativen Langzeiteffekt auf das Geschlechtsverh\u00e4ltnis"},"content":{"rendered":"<p>Neue Studie entkr\u00e4ftet die \u00dcberzeugung, dass ionisierende Strahlung keine oder nur vernachl\u00e4ssigbare Auswirkungen auf das Erbgut hat<\/p> <p>New York \/ Heidelberg, 26. Mai 2011<\/p> <p>Radioaktivit\u00e4t stellt f\u00fcr Menschen eine Gefahr dar. Gem\u00e4\u00df einer neuen Studie von Hagen Scherb und Kristina Voigt vom Helmholtz Zentrum M\u00fcnchen, Deutsches Forschungszentrum f\u00fcr Gesundheit und Umwelt in Neuherberg, f\u00fchrt die Exposition gegen\u00fcber ionisierender Strahlung tats\u00e4chlich zu einer Verschiebung des Geschlechtsverh\u00e4ltnisses bei der Geburt &#8211; demnach werden verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig mehr m\u00e4nnliche S\u00e4uglinge geboren. <!--more-->Ihre Arbeit zeigt, dass ionisierende Strahlung der Atombombentests vor dem Atomteststoppvertrag im Jahr 1963, des Reaktorunfalls in Tschernobyl und durch das Leben in der N\u00e4he von Atomkraftwerken einen negativen Langzeiteffekt auf das Geschlechtsverh\u00e4ltnis hat, das als Sex Odds bezeichnet wird. Ihre Arbeit ist in der Juni-Ausgabe des Springer-Fachjournals Environmental Science and Pollution Research erschienen.<\/p> <p>Ionisierende Strahlung aus nuklearen Prozessen ist bekannt f\u00fcr ihre mutagenen Eigenschaften und wirkt sich deshalb wahrscheinlich negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Man nimmt an, dass M\u00e4nner mehr S\u00f6hne und Frauen mehr T\u00f6chter zeugen, wenn sie ionisierender Strahlung ausgesetzt sind. Scherb und Voigt untersuchten die Langzeiteffekte durch Strahlenbelastung in Bezug auf den einzigartigen genetischen Indikator \u201eSex Odds\u201c, der Unterschiede bei scheinbar normalen sowie beeintr\u00e4chtigten Schwangerschaften nach einer Belastung der V\u00e4ter oder M\u00fctter anzeigen kann. Die Autoren konzentrierten sich insbesondere auf die Sex-Odds-Daten im Zusammenhang mit dem weltweiten Fallout in Westeuropa und den USA aufgrund der Atombombentests, dem Fallout aufgrund von Atomunf\u00e4llen in ganz Europa, und die unter normalen Betriebsbedingungen aus Atomkraftwerken emittierte Radioaktivit\u00e4t in der Schweiz und Deutschland.<\/p> <p>In allen drei F\u00e4llen zeigt ihre Analyse einen erheblichen Sprung beim Geschlechtsverh\u00e4ltnis:<br \/> \u2022 Die Zunahme m\u00e4nnlicher Geburten gegen\u00fcber weiblichen Geburten in Europa und den USA im Zeitraum 1964-1975 ist wahrscheinlich auf den weltweit verteilten Fallout aus Atombombentests vor dem Atomtestabkommen zur\u00fcckzuf\u00fchren, durch den zeitversetzt ein Gro\u00dfteil der Weltbev\u00f6lkerung betroffen war.<br \/> \u2022 Im Jahr 1987, ein Jahr nach dem Unfall von Tschernobyl, gab es in Europa einen signifikanten Sprung bei den Sex Odds, wobei in den durch den Unfall weniger belasteten USA kein vergleichbarer Effekt beobachtet wurde.<br \/> \u2022 Die Sex Odds bei der Bev\u00f6lkerung, die in einem Umkreis von 35 km von Atomkraftwerken lebt, sind in Deutschland und der Schweiz w\u00e4hrend der Laufzeiten ebenfalls deutlich erh\u00f6ht.<\/p> <p>In der Gesamtbetrachtung zeigen diese Ergebnisse einen dosisabh\u00e4ngigen Langzeiteffekt radioaktiver Exposition auf die menschlichen Sex Odds und sind ein Beweis f\u00fcr den Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Weniger klar ist, ob diese Zunahme m\u00e4nnlicher Neugeborener im Verh\u00e4ltnis zu weiblichen Neugeborenen das Ergebnis einer geringeren H\u00e4ufigkeit weiblicher Geburten oder einer Zunahme m\u00e4nnlicher Geburten ist. Die Autoren sch\u00e4tzen das Geburtendefizit und die Anzahl der Totgeburten und behinderten Kinder nach den weltweiten Freisetzungen ionisierender Strahlung auf mehrere Millionen Kinder weltweit.<\/p> <p>Scherb und Voigt kommen zu der Schlussfolgerung: \u201eUnsere Ergebnisse entkr\u00e4ften die etablierte und vorherrschende Meinung, dass erbgutsch\u00e4digende Effekte ionisierender Strahlung bei Menschen erst noch nachgewiesen werden m\u00fcssten. Wir haben deutliche Hinweise f\u00fcr die vermehrte Beeintr\u00e4chtigung des menschlichen Gen-Pools durch k\u00fcnstliche ionisierende Strahlung gefunden.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> Scherb H &amp; Voigt K (2011). The human sex odds at birth after the atmospheric atomic bomb tests, after Chernobyl, and in the vicinity of nuclear facilities. Environmental Science and Pollution Research; DOI 10.1007\/s11356-011-0462-z<\/p> <p>Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten auf Anfrage verf\u00fcgbar.<\/p> <p>Kontakt: Joan Robinson, Springer, Tel.: +49-6221-487-8130, E-Mail: joan.robinson@springer.com<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Fachverlag f\u00fcr die Wissenschaft\" >Springer<\/a>-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Informieren Sie sich weiter \u00fcber Fachzeitschriften zum Thema <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/seite\/p\/kat\/katid\/50\" title=\"Fachzeitschriften rund um die Wissenschaft\" >Wissenschaft<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Studie entkr\u00e4ftet die \u00dcberzeugung, dass ionisierende Strahlung keine oder nur vernachl\u00e4ssigbare Auswirkungen auf das Erbgut hat New York \/ Heidelberg, 26. Mai 2011 Radioaktivit\u00e4t stellt f\u00fcr Menschen eine Gefahr dar. 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