{"id":20717,"date":"2011-06-01T11:15:32","date_gmt":"2011-06-01T10:15:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=20717"},"modified":"2016-09-20T14:13:27","modified_gmt":"2016-09-20T13:13:27","slug":"migranten-deutsche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/migranten-deutsche-1020717\/","title":{"rendered":"Weitreichende Wirkung der Ergebnisse eines Forschungsberichts des BAMF"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Migranten verf\u00fcgen gegen\u00fcber Deutschen \u00fcber eine g\u00fcnstigere Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t. Da meist gesunde Menschen bereit sind ihre Heimat zu verlassen, verf\u00fcgen j\u00fcngere Migranten im Schnitt \u00fcber eine bessere Gesundheit als gleichaltrige Deutsche. Zudem kommt eine ges\u00fcndere Lebensweise, die die Migranten aus ihrer Heimat mitbringen. Mit zunehmendem Alter haben die Migranten jedoch eine geringere Lebenserwartung. Diese Verschiebung ist die Folge von einem erschwerten Zugang der Migranten zum \u00f6ffentlichen Gesundheitswesen sowie die Anpassung an die Lebensstile in ihrer neuen Heimat.<br \/> <!--more-->Laut Mikrozensus leben in Deutschland 15,7 Millionen Personen mit Migrationshintergrund. Angesichts des demographischen Wandels und einer alternden Bev\u00f6lkerung in Deutschland, wird die Rolle von Migrationsbewegungen h\u00e4ufig diskutiert. Dabei steht meistens das generative Verhalten von Migranten im Vordergrund. Allerdings hat auch die Morbidit\u00e4t, welche typischen Krankheitsbilder auftreten, und Mortalit\u00e4t, die Sterblichkeitsrate, von Migranten eine nicht zu untersch\u00e4tzende Auswirkung auf die deutsche Bev\u00f6lkerungsstruktur. Aufgrund abweichender Lebensweisen unterscheiden sich die Zugewanderten in diesen Punkten im Vergleich zu Deutschen. Laut eines Forschungsberichts des BAMF weisen Migranten eine g\u00fcnstigere Mortalit\u00e4t und auch Morbidit\u00e4t auf. F\u00fcr die Tr\u00e4ger der Sozialversicherungssysteme, aber auch f\u00fcr die Politik, haben diese Erkenntnisse eine weitreichende Wirkung.<br \/> Der \u201eHealthy Migrant Effect\u201c<br \/> Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr die gute Gesundheit der Migranten bietet der \u201eHealthy-Migrant-Effect\u201c. Meist sind es gesunde Menschen die ihre Heimat zur\u00fccklassen. Zus\u00e4tzlich herrscht in den Herkunftsl\u00e4ndern oft ein ges\u00fcnderer Lebensstil, den die Migranten zun\u00e4chst beibehalten. Die Vorteile des \u201eHealthy Migrant Effect\u201c verblassen allerdings mit zunehmendem Aufenthalt. Daten der Gesetzlichen Rentenversicherung zeigen, dass die Mortalit\u00e4t der Migranten im Alter von 20 bis 60 Jahren geringer ist als bei gleichaltrigen Deutschen. Bei \u00e4lteren Migranten, ab 60 Jahren, hingegen sind h\u00f6here Sterberisiken als bei deutschen Senioren zu beobachten. 2007 lag die durchschnittliche Lebenserwartung von Deutschen, ab 60 Jahre, bei 20,0 Jahren und bei Migranten bei 18,8 Jahren. Dies liegt zum einen daran, dass sich die Migranten, die lange in Deutschland leben oder hier geboren sind, dem Ern\u00e4hrungs-, Risiko-, Gesundheits-, und Sozialverhalten der Einheimischen anpassen. Zum anderen sind viele der Personen in dieser Altersstufe im Zuge der Anwerbung von \u201eGastarbeitern\u201c nach Deutschland ausgewandert und \u00fcbten \u00fcberwiegen k\u00f6rperlich schwere T\u00e4tigkeiten aus. Im Durchschnitt weisen die T\u00e4tigkeiten der Migranten ein erh\u00f6htes Unfallrisiko auf, was eine h\u00f6here Arbeitsunf\u00e4higkeit als bei den Deutschen zum Resultat hat. Daher sind zum Beispiel t\u00fcrkische Erwerbst\u00e4tige \u00fcberproportional von Fr\u00fchberentung und Erwerbsminderung betroffen.<br \/> Die Morbidit\u00e4t der beiden Gruppen unterscheidet ebenfalls sich auffallend. Migranten leiden h\u00e4ufiger an bakteriellen Erkrankungen und Infektionskrankheiten, wie Tuberkulose, als Deutsche. Erkl\u00e4rungen hierf\u00fcr bieten die Umwelt- und Lebensbedingungen der Herkunftsl\u00e4nder. Neben den gesundheitlichen Belastungen sind Migranten auch oft von \u00f6konomischen und sozialen Belastungen betroffen, die sich mit zunehmendem Aufenthalt negativ auf ihre Gesundheit auswirken. Die h\u00e4ufig bei Deutschen auftretenden Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems und Krebserkrankungen treten dagegen seltener bei Migranten auf. Auch hier spielen die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten des Herkunftslands wieder eine Rolle.<br \/> Informationsbedarf f\u00fcr Migranten im \u00f6ffentlichen Gesundheitswesen<br \/> Negativ wirkt sich die geringe Inanspruchnahme des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens auf die Gesundheit der Migranten aus. Bei Berufserkrankungen nehmen die Zugewanderten nur selten medizinische Rehabilitationsleistungen war. Au\u00dferdem suchen sie h\u00e4ufiger Rettungsstellen statt Haus\u00e4rzte auf und dies auch vermehrt in den Abendstunden sowie am Wochenende. Die Nutzung von Vorsorgeleistungen sowie ambulanten Pflegediensten ist bei Migranten im Vergleich zu Deutschen ebenfalls gering. Zwar gibt es ein unterschiedliches kulturelles Verst\u00e4ndnis von Gesundheit und Krankheit, die geringe Inanspruchnahme ist jedoch haupts\u00e4chlich ein Resultat des erschwerten Zugangs zu den Angeboten. Migranten sind ungen\u00fcgend informiert und haben Probleme in der Kommunikation und Verst\u00e4ndigung. Auch junge Migranten nutzen nicht das volle Angebot. Vorsorgeuntersuchungen hinsichtlich Zahngesundheit und Impfschutz werden unterdurchschnittlich in Anspruch genommen. F\u00fcr die Tr\u00e4ger der Sozialsysteme  bedeutet dies, das ein Aufkl\u00e4rungsbedarf besteht und der Zugang f\u00fcr die Migranten erleichter werden muss.<br \/> Best Practice: Verbesserung der h\u00e4uslichen Pflege von t\u00fcrkischen Migranten<br \/> Die Universit\u00e4t Bielefeld hat 2007 f\u00fcr einen Zeitraum von drei Jahren ein Projekt durchgef\u00fchrt, welches das Selbstmanagement von t\u00fcrkischen Pflegebed\u00fcrftigen und Pflegenden steigern sollte. Ziel war es Informationsdefizite und Zugangsbarrieren im Bereich der Pflege abzubauen. Daf\u00fcr wurden die t\u00fcrkischen Pflegebed\u00fcrftigen mit Hilfe eines Namensalgorithmus identifiziert und kontaktiert. Anschlie\u00dfend konnten sich die pflegenden Angeh\u00f6rigen regelm\u00e4\u00dfig mit geschulten Gesundheitsmediatoren treffen. Dabei konnten die Teilnehmer ihre pflegespezifischen Erfahrungen und Informationen in ihre Muttersprache austauschen. Das Projekt hatte eine h\u00f6here Autonomie und Lebensqualit\u00e4t bei den t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Pflegebed\u00fcrftigen sowie eine Unterst\u00fctzung der pflegenden Personen zum Ergebnis.<br \/> Beratung zur interkulturellen Ausrichtung<br \/> Zu den Themen \u201eGesundheitsvorsorge\u201c und \u201ePflegebed\u00fcrftigkeit\u201c von Migrantinnen bietet das imap Institut Unterst\u00fctzung bei Gesundheitsprojekten an. Das Angebot beinhaltet die Durchf\u00fchrung von  Gesundheitskonferenzen, Workshops f\u00fcr Migranten sowie die Erstellung von Gesundheitswegweisern.<br \/> Impressum:<br \/> Nazif Sarcan<br \/> Sales Managerin<br \/> imap GmbH<br \/> Institut f\u00fcr interkulturelle Management- und Politikberatung<br \/> Sternstra\u00dfe 58<br \/> 40479 D\u00fcsseldorf<br \/> Tel.: 0211-513 69 73-0<br \/> Fax: 0211-513 69 73-39<br \/> sarcan@imap-institut.de<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.imap-institut.de\" title=\"Institut f\u00fcr interkulturelle Management- und Politikberatung\" >www.imap-institut.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Migranten verf\u00fcgen gegen\u00fcber Deutschen \u00fcber eine g\u00fcnstigere Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t. Da meist gesunde Menschen bereit sind ihre Heimat zu verlassen, verf\u00fcgen j\u00fcngere Migranten im Schnitt \u00fcber eine bessere Gesundheit als gleichaltrige Deutsche. 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