{"id":20948,"date":"2011-06-08T14:58:10","date_gmt":"2011-06-08T13:58:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=20948"},"modified":"2011-06-08T14:58:10","modified_gmt":"2011-06-08T13:58:10","slug":"selbstmordattentate-koran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/selbstmordattentate-koran-1020948\/","title":{"rendered":"Schrittweise Radikalisierung des Islam"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"wissenschaftliche Studie \u00fcber den Einsatz von Selbstmordattent\u00e4tern\" src=\"http:\/\/images.springer.com\/cda\/content\/image\/cda_displayimage.jpg?SGWID=0-0-16-331259-0\" alt=\"\" width=\"113\" height=\"165\" \/><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Wissenschaftliche Studie unterstreicht, dass der Einsatz von Frauen f\u00fcr Selbstmordattentate eine politische und milit\u00e4rische Taktik ist und nicht Ausdruck von Religiosit\u00e4t<br \/> New York \/ Heidelberg, 6. Juni 2011<br \/> Terroristengruppen beugen die Regeln des \u201ewahren\u201c Islam, um den Einsatz von Selbstmordattent\u00e4terinnen zu rechtfertigen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Margaret Gonzalez-Perez von der Southeastern Louisiana University, USA. In ihrer Arbeit beleuchtet sie die Entwicklung der radikalen islamistischen Doktrin und ihrer Abweichung vom klassischen Islam. <!--more-->Identifiziert werden die Entwicklungsschritte, an deren Ende Selbstmordattent\u00e4terinnen des Dschihad stehen. \u201eDer radikale Islam interpretiert die islamische Rechtsprechung neu; er missinterpretiert sie geradezu, um dadurch den Einsatz von Selbstmordattent\u00e4terinnen zu rechtfertigen,\u201c sagt Gonzalez-Perez. Ihre Arbeit erscheint jetzt in der Online-Ausgabe des Springer-Journals Gender Issues.<br \/> Terroristische Akte werden nach Ansicht von klassischen Islamgelehrten im Koran, in der Hadithsammlung (die Traditionen und Riten des Propheten Mohammed) und anderen Grundlehren des islamischen Gesetzes, der Scharia, ganz eindeutig abgelehnt; Selbstmordaktionen werden eindeutig verurteilt. Zur Rechtfertigung von Selbstmordattentaten haben F\u00fchrer der Hamas, des Pal\u00e4stinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) und von Al Kaida eigene Interpretationen des Islam formuliert, die einen eher milit\u00e4rstrategischen als theologischen Hintergrund haben. Dies wird laut Gonzalez-Perez besonders deutlich, wenn behauptet wird, Selbstmordattentate von Frauen st\u00fcnden im Einklang mit der islamischen Doktrin.<br \/> Gonzalez-Perez weist einen zweistufigen Radikalisierungsprozess nach, dessen Urspr\u00fcnge sich bis ins dreizehnte Jahrhundert zur\u00fcckverfolgen lassen. Die schrittweise Radikalisierung des Islam begann im Mittelalter, als Einzelne das Recht f\u00fcr sich Anspruch nahmen, die religi\u00f6se Rechtsprechung neu zu interpretieren und selbst zu entscheiden, wann ein Krieg gerechtfertigt war. Dieses Gedankengut f\u00fchrte unter Irans Ayatollah Khomeini (1902-1989) letztendlich zur Rechtfertigung des Einsatzes von Selbstmordattent\u00e4tern als Form islamischen M\u00e4rtyrertums. Eine weitere Radikalisierung erm\u00f6glichte schlie\u00dflich auch den Einsatz von Frauen f\u00fcr diesen Zweck. Der Koran allerdings betrachtet aber Frauen nicht als Soldaten, er spricht sogar explizit von Frauen und Kindern als Nicht-Kombattanten. Dass im Jahr 2000 erstmalig Frauen f\u00fcr Selbstmordattentate eingesetzt wurden und dies seitdem immer h\u00e4ufiger der Fall ist, sieht Gonzalez-Perez als rein milit\u00e4rische Taktik, nicht als religi\u00f6sen Akt.<br \/> Die Autorin geht davon aus, dass terroristische Gruppen sich die Schw\u00e4che mancher Frauen zunutze machen, darunter Frauen mit psychischen Problemen und sogar M\u00e4dchen ab 14 Jahren. Selbstmordattent\u00e4terinnen sind oft Frauen, die in den Wirren einer Nachkriegszeit ohne politische, wirtschaftliche und soziale Sicherheit zu \u00fcberleben versuchen. Sich in diese Attent\u00e4terinnen hineinzuversetzen, die Gr\u00fcnde f\u00fcr ihr Tun und ihren Einsatz zu hinterfragen, kann hilfreich sein, wenn es darum geht, antiterroristische Strategien zu entwickeln.<br \/> Gonzalez-Perez: \u201eDer ganz und gar unislamische Einsatz weiblicher Selbstmordattent\u00e4ter ist in den modernen Terroristengruppen kaum \u00fcberraschend: Sie interpretieren und manipulieren die religi\u00f6se Doktrin lediglich, um strategisch und milit\u00e4risch n\u00fctzliche Aktionen zu legitimieren. Selbstmordattent\u00e4terinnen sind keine islamischen M\u00e4rtyrer oder Ausdruck f\u00fcr irgendeine andere Form orthodoxen Glaubens.\u201c<br \/> Quelle<br \/> Gonzalez-Perez M (2011). The false islamization of female suicide bombers. Gender Issues,<br \/> DOI 10.1007\/s12147-011-9097-0<br \/> Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<br \/> Kontakt: Joan Robinson, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Ver\u00f6ffentlichung wissenschaftlicher Studien und Artikel\" >Springer<\/a>, Tel. +49 6221 487-8130, joan.robinson@springer.com<br \/> Springer-Verlag GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaftliche Studie unterstreicht, dass der Einsatz von Frauen f\u00fcr Selbstmordattentate eine politische und milit\u00e4rische Taktik ist und nicht Ausdruck von Religiosit\u00e4t New York \/ Heidelberg, 6. Juni 2011 Terroristengruppen beugen die Regeln des \u201ewahren\u201c Islam, um den Einsatz von Selbstmordattent\u00e4terinnen zu rechtfertigen. 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