{"id":226,"date":"2008-04-23T15:43:20","date_gmt":"2008-04-23T14:43:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/bildungsbarometer-mathematik-als-schulfach-beliebt-aber-problembehaftet\/"},"modified":"2010-07-26T14:22:53","modified_gmt":"2010-07-26T13:22:53","slug":"bildungsbarometer-mathematik-als-schulfach-beliebt-aber-problembehaftet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/bildungsbarometer-mathematik-als-schulfach-beliebt-aber-problembehaftet-10226\/","title":{"rendered":"Bildungsbarometer: Mathematik als Schulfach beliebt, aber problembehaftet!"},"content":{"rendered":"<p># <strong>Hauptergebnisse des Bildungsbarometers zum Jahr der Mathematik der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt<\/strong><\/p> <p>Landau, April 2008. Mathematik geh\u00f6rt nach Englisch und Deutsch zu den beliebtesten F\u00e4chern von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, Ausbildern, Eltern und Lehrkr\u00e4ften. Es ist aber zugleich ein belastetes Fach \u2013 so die neuesten Ergebnisse des Bildungsbarometers. Die Befragten haben auch die allgemeine Bildungssituation eingesch\u00e4tzt: Fazit: Es gibt keine Entwarnung. Nach wie vor wird die Bildungssituation \u2013 dargestellt durch den Bildungsindex &#8211; von den Eltern mit der Note Vier-Plus eingesch\u00e4tzt.<!--more--><br \/> Die Befragung wurde online durchgef\u00fchrt. Zur Auswertung kamen 2550 vollst\u00e4ndig ausgef\u00fcllten Datens\u00e4tze.<br \/> Das Bildungsbarometer wird viertelj\u00e4hrlich vom Zentrum f\u00fcr empirische p\u00e4dagogische Forschung (zepf) der Universit\u00e4t in Landau in Kooperation mit der Sch\u00fclerhilfe (Gelsenkirchen) durchgef\u00fchrt.<br \/> Mehr als die H\u00e4lfte der Befragten \u2013 auch derjenigen, die nicht \u201evon Berufs wegen\u201c mit Mathematik zu tun haben \u2013 ben\u00f6tigen t\u00e4glich oder zumindest einige Male in der Woche solide mathematische Kenntnisse, die \u00fcber eine Anwendung der Grundrechenarten hinaus\u00acgehen.<br \/> Wie sch\u00e4tzen die Befragten die Mathematik ein? Das Fach wird positiv bewertet. Mathematik weist aus Sicht aller Befragten viele gute Seiten auf. Sie ist nicht nur f\u00fcr Fachwissenschaftler ein wertvolles Werkzeug, sie ist eher eine interessante, spannende und doch recht logisch struk\u00acturierte Herausforderung, und sie wird zugleich als \u201ewichtig\u201c erachtet.<br \/> Mathematik wird als fester Bestandteil der Allgemeinbildung eingestuft. Eine \u00dcberbe\u00actonung der Mathematik in der Gesellschaft ist nicht zu verzeichnen, ebenso sei Mathematik nicht nur f\u00fcr eine elit\u00e4re Gruppe besonders begabter Menschen begreif\u00acbar, sondern f\u00fcr Jede und Jeden.<br \/> Und: Mathematik geh\u00f6rt zu den beliebten F\u00e4chern; die Beliebtheit variiert mit dem Schulabschluss, sie ist aber auch in der Gruppe der Personen mit Hauptschulabschluss immer noch mit der Note 2,8 bewertet.<br \/> Soweit die eher positiven Seiten!<br \/> Mathematik muss aber gelernt werden. Das Bildungsbarometer zeigt, dass in den meisten F\u00e4llen eher konservative Stra\u00actegien des Lernens im Vordergrund stehen, n\u00e4mlich solche, bei denen in der Tradition des Unterrichts verblieben wird (Wieder\u00acholung des Stoffs aus dem Unter\u00acricht, Nach\u00aclesen in Aufzeichnungen, Nach\u00aclesen im Mathematikbuch). Andere Stra\u00actegien, n\u00e4m\u00aclich Personen einzubeziehen, die aus dem Bekanntenkreis oder der Familie stammen bzw. Mitsch\u00fcler\/innen einzube\u00acziehen und sich in der Gruppe vorzubereiten, werden dagegen eher selten genutzt. Hieraus resultiert ein Ver\u00e4nderungsbedarf hinsichtlich des Lernens.<br \/> Wie wird die Situation des Unterrichts in Mathematik eingesch\u00e4tzt? In der Analyse der Daten wird deutlich: Bei den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern sind es 30,9% und bei den befragten Eltern (welche nicht zugleich Lehrkr\u00e4fte sind) sind es 15,6%, die ihren Lehrkr\u00e4ften die Note \u201e4\u201c und schlechter f\u00fcr das Erkl\u00e4ren geben. Diese Tat\u00acsache einer eher geringen F\u00e4higkeit der Lehrkr\u00e4fte zum Erkl\u00e4ren muss nachdenklich stimmen. Auch wenn aus der Sicht der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Erkl\u00e4rungsf\u00e4higkeit ihrer Lehrkr\u00e4fte unter\u00acsch\u00e4tzt sein mag, dann ist doch damit zu rechnen, dass eine Vielzahl von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern hinsichtlich dieser Voraus\u00acsetzung in Mathematik unterversorgt sind.<br \/> Zugleich geben mehr als 65% der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an, Schwierigkeiten in Mathematik zu haben, so dass sie sich erheblich anstrengen m\u00fcssen. Und: \u00dcber 40% der Befragten dieser Gruppe halten Nachhilfe f\u00fcr ein geeignetes Instrument, um die Schwierigkeiten in Mathematik in den Griff zu bekommen. Mehr als 84% der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die Nachhilfe in Mathematik genommen haben, gaben an, ihre Noten durch die Nachhilfe verbessert zu haben.<br \/> An das \u201eLehren und Lernen\u201c schlie\u00dft sich unmittelbar die Frage an, wie viel des in der Schule erlernten und dargebotenen mathe\u00acmatischen Stoffes (orientiert an den Stan\u00acdards der Sekundarstufe I) Erwachsene noch \u201eparat\u201c haben. Teilweise deutlich \u00fcber 90% der nicht-lehrenden Personen k\u00f6nnten Sach\u00acverhalte wie Bruchrechnung, Dreisatz und Prozentrechnung erkl\u00e4ren bzw. auch damit operieren und entsprechende Aufgaben l\u00f6sen. Diese drei Aspekte stellen aber nur einen Aus\u00acschnitt des bis zum Ende der Sekun\u00acdarstufe I angebotenen Stoffes dar. Wenn das Ergebnis dieses Bildungsbarometers als Hinweis genutzt werden soll, dann muss die Frage gestellt werden, warum die vielen anderen Konzepte (rund 15 weitere Themen\u00acfelder) nicht in der gleichen Art und Weise \u201eh\u00e4ngen geblieben\u201c sind.<br \/> \u201eDie Basis, dass Mathematik ein sehr beliebtes Fach ist, muss viel mehr in der t\u00e4glichen Arbeit in der Schule genutzt werden. Hierbei spielt die Frage der F\u00f6rderung durch Lehrkr\u00e4fte in der weiteren Vermittlung des Faches und beim Abbau von Voreinstellungen eine bedeutsame Rolle. Dabei k\u00f6nnen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler einerseits sowie Lehrkr\u00e4fte andererseits aus dieser Studie einen wesentlichen Schluss ziehen: Dass in der Ausbildung \u00fcberzeugende Konzepte und Lehrkr\u00e4fte beim Vermitteln von Mathematik notwendig sind und auch die Strategien zum Lernen von Mathematik \u00fcberpr\u00fcft werden m\u00fcssen. Vieles ist hierbei schon erforscht. Wenn die Fachwissenschaft, die Fachdidaktik und die Bildungswissenschaften dieses Wissen nutzen, dann werden aus dem Jahr der Mathematik und dieser Studie einige wesentliche Konsequenzen gezogen, welche die Mathematik in ihrer nachhaltigen Wirkung verst\u00e4rken\u201c, so Prof. Dr. Reinhold S. J\u00e4ger, der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Leiter des zepf.<br \/> Weitere Informationen zur neuesten Befragung des Bildungsbarometers sind dem aktuellen Newsletter (www.bildungsbarometer.de) zu entnehmen.<br \/> 5394 Zeichen (inkl. Leerzeichen)<\/p> <p>Kontakt:<\/p> <p>Prof. Dr. Reinhold S. J\u00e4ger<br \/> Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Leiter<br \/> zepf &#8211; Zentrum f\u00fcr empirische p\u00e4dagogische Forschung<\/p> <p>Universit\u00e4t Koblenz-Landau, Campus Landau<br \/> B\u00fcrgerstra\u00dfe 23<br \/> D-76829 Landau<br \/> Telefon: +49-(0)6341-906-175<br \/> Telefax: +49-(0)6341-906-166<br \/> E-Mail: jaeger@zepf.uni-landau.de<br \/> www.zepf.uni-landau.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p># Hauptergebnisse des Bildungsbarometers zum Jahr der Mathematik der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt Landau, April 2008. Mathematik geh\u00f6rt nach Englisch und Deutsch zu den beliebtesten F\u00e4chern von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, Ausbildern, Eltern und Lehrkr\u00e4ften. Es ist aber zugleich ein belastetes Fach \u2013 so die neuesten Ergebnisse des Bildungsbarometers. 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