{"id":23360,"date":"2011-07-13T14:35:49","date_gmt":"2011-07-13T13:35:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=23360"},"modified":"2025-03-28T14:59:27","modified_gmt":"2025-03-28T13:59:27","slug":"der-freie-fall-als-ueberlebensstrategie-der-blattlaeuse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/der-freie-fall-als-ueberlebensstrategie-der-blattlaeuse-1023360\/","title":{"rendered":"Gefahrenwahrnehmungsmechanismus und effizientes Fluchtverhalten"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: left; width: 100px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"1\"> <tbody> <tr> <td align=\"center\" bgcolor=\"#ffffff\"><\/td> <\/tr> <\/tbody> <\/table> <p>Sp\u00fcren Blattl\u00e4use den Atem eines S\u00e4ugetieres, bringen sie sich in Sicherheit<\/p> <p>New York \/ Heidelberg, 12. Juli 2011<\/p> <p>Blattl\u00e4use, die auf einer Pflanze sitzen und pl\u00f6tzlich die W\u00e4rme und Feuchtigkeit durch den Atem eines S\u00e4ugetieres sp\u00fcren, lassen sich sofort von der Pflanze herunter fallen, damit sie nicht mitgefressen werden. Moshe Gish und seine Kollegen von der University of Haifa in Israel haben nachgewiesen, wie exakt Blattl\u00e4use diese Gefahr einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen und wie effektiv ihr Fluchtreflex ist. Die Arbeit erscheint jetzt online im Springer-Journal Naturwissenschaften \u2013 The Science of Nature.<\/p> <p><!--more-->Nahrung und Schutz suchende Insekten auf Pflanzen werden oft von pflanzenfressenden S\u00e4ugetieren versehentlich mitgefressen. Gish und seine Kollegen untersuchten, wie die Blattlaus Uroleucon sonchi L. mit dieser Gefahr umgeht \u2013 das hungrige S\u00e4ugetier war in diesem Versuch eine Ziege. Untersucht wurde auch, inwieweit das Fluchtverhalten der Blattl\u00e4use durch Umweltbedingungen beeinflusst wurde.<\/p> <p>Die Wissenschaftler best\u00fcckten 16 G\u00e4nsedistelpflanzen mit Blattl\u00e4usen aus wilden Populationen. Dann lie\u00dfen sie eine ausgewachsene Hausziege eine Zeit lang an den Pflanzen knabbern. Zuvor hatten sie die Blattl\u00e4use auf jeder Pflanze gez\u00e4hlt. Nach dem \u201aFressangriff\u2018 wurde gez\u00e4hlt, wie viele Blattl\u00e4usen es gelungen war, sich auf den Boden zu fl\u00fcchten. In einem weiteren Versuch hauchte einer der Wissenschafter die Pflanzen sanft an, um den Atem pflanzenfressender S\u00e4ugetiere zu imitieren. Wiederum wurden dann die Blattl\u00e4use gez\u00e4hlt, die sich hatten fallen lassen.<\/p> <p>Es stellte sich heraus, dass die meisten Blattl\u00e4use der Kolonie die Aufnahme der Pflanze durch die Ziege \u00fcberlebt hatten: 76 Prozent wurden unversehrt auf dem Boden oder in den T\u00f6pfen entdeckt. Auch wenn die Blattl\u00e4use dem Atem des Wissenschaftlers ausgesetzt waren, lie\u00dfen sie sich sofort fallen. Zus\u00e4tzliche Experimente im Labor zeigten, dass sich Blattl\u00e4use in Sicherheit bringen, sobald sie die Mischung aus W\u00e4rme und Feuchtigkeit aus dem Atem eines Pflanzenfressers sp\u00fcren. Sie lassen sich dann sofort reihenweise von der Pflanze fallen. In weiteren Versuchen konnten Gish und sein Team auch nachweisen, dass die F\u00e4higkeit der Blattl\u00e4use, den Atem eines Pflanzenfressers zu sp\u00fcren, und damit ihre Bereitschaft, sich fallen zu lassen, mit steigenden Temperaturen abnimmt.<\/p> <p>Die Autoren untersuchten auch die F\u00e4higkeit der Blattlaus, nach dem freien Fall alternative Wirtspflanzen zu finden. Drei Viertel (74 Prozent) der L\u00e4use fanden einen neuen Wirt: Sie n\u00e4herten sich systematisch den St\u00e4mmen von Nachbarpflanzen, was vermuten l\u00e4sst, dass U. sonchi den freien Fall gut \u00fcberstehen k\u00f6nnen.<\/p> <p>Gish und sein Team: \u201eUnsere Ergebnisse machen deutlich: Die Blattlaus U. sonchi verf\u00fcgt \u00fcber einen Gefahrenwahrnehmungsmechanismus und ein effizientes Fluchtverhalten &#8211; beides rettet sie vor dem Gefressenwerden durch pflanzenfressende S\u00e4ugetiere. Der Atem des S\u00e4ugetieres scheint bei diesem Verteidigungsmechanismus die Schl\u00fcsselrolle zu spielen \u2013 er ist ein sicherer Indikator f\u00fcr eine sich n\u00e4hernde Schnauze.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> Gish M et al (2011). Avoiding incidental predation by mammalian herbivores: accurate detection and efficient response in aphids. Naturwissenschaften \u2013 The Science of Nature DOI 10.1007\/s00114-011-0819-7<\/p> <p>Der vollst\u00e4ndige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verf\u00fcgung.<\/p> <p>Kontakt: Joan Robinson, Springer, Tel. +49 6221 487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.springer.com\/?SGWID=1-102-0-0-0\" title=\"Internetauftritt des Wissenschaftsverlags\" >Springer-Verlag<\/a> GmbH, Heidelberg, Zweigniederlassung der Springer-Verlag GmbH, BerlinTiergartenstrasse 17D-69121 Heidelberg<\/p> <p>Informieren Sie sich weiter \u00fcber Fachzeitschriften aus dem Bereich Biologie<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00fcren Blattl\u00e4use den Atem eines S\u00e4ugetieres, bringen sie sich in Sicherheit New York \/ Heidelberg, 12. 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