{"id":252150,"date":"2016-07-27T12:00:12","date_gmt":"2016-07-27T12:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=252150"},"modified":"2016-07-29T11:55:08","modified_gmt":"2016-07-29T10:55:08","slug":"alzheimer-forschung-das-zerstoerungspotential-von-tau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/alzheimer-forschung-das-zerstoerungspotential-von-tau-10252150\/","title":{"rendered":"Alzheimer-Forschung: Das Zerst\u00f6rungspotential von Tau"},"content":{"rendered":"<div> <p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-252531 size-thumbnail\" title=\"Alzheimer f\u00fcrher erkennen und besser therapieren\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Screenshot_10-150x150.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Alzheimer: Neue Technik erm\u00f6glicht fr\u00fche Erkennung<br \/> Nuklearmedizinische Bildgebung deckt fr\u00fchzeitig zerst\u00f6rerische Ablagerungen auf<\/p> <p>Neue nukleare Bildgebungsverfahren helfen, ein Schl\u00fcsselelement der Alzheimer-Krankheit viel fr\u00fcher und zielgenauer aufzusp\u00fcren als bisher. K\u00fcrzlich entwickelte Tracer (Sp\u00fcrsubstanzen), die in der Positronen-Emissions-tomographie (PET) eingesetzt werden, machen Tau-Fibrillen im Gehirn sichtbar. Erstmals lassen sich diese Ablagerungen, die schwere neuronale Fehlfunktionen verursachen, in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten &#8222;live&#8220; feststellen und untersuchen &#8211; und zwar lange bevor geistige Einschr\u00e4nkungen sich bemerkbar machen.<\/p> <p><!--more--><\/p> <p>&#8222;Dies ist ein wichtiger Schritt zu unserem Ziel, wirksame Medikamente f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung und Heilung von Alzheimer zu entwickeln&#8220;, sagt Dr. Silvia Morbelli, Expertin der Europ\u00e4ischen Gesellschaft f\u00fcr Nuklearmedizin (European Association of Nuclear Medicine \/ EANM).<br \/> Hinsichtlich der Ursachen und des Fortschreitens von Alzheimer sind viele wichtige Details noch ungekl\u00e4rt. Aber aktuelle Forschungen im Bereich der nuklearen Bildgebung haben jetzt einen bedeutsamen Durchbruch bei der Diagnose gebracht. Das weckt Hoffnungen auf eine fr\u00fchzeitige Entdeckung der Erkrankung und gezielte Therapieans\u00e4tze. In den letzten Jahren war es dank PET-Bildgebung bereits m\u00f6glich, Beta-amyloid-Plaques (eines der Kennzeichen von Alzheimer) in den Bereichen zwischen den Nervenzellen aufzusp\u00fcren. Jetzt erlauben neu entwickelte PET-Tracer, auch Tau-Ablagerungen in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten festzustellen. Das Tau-Protein ist ein wichtiger Baustein im sogenannten Zytoskelett, das f\u00fcr das einwandfreie Funktionieren der Nervenzellen im Gehirn entscheidend ist. Bei Alzheimer-Patienten durchl\u00e4uft dieses Protein Ver\u00e4nderungen, die zum Zusammenbruch des Zytoskeletts f\u00fchren. Zugleich verklumpen ungebundene Tau-Proteine und bilden Neurofibrillen-B\u00fcndel. Die sch\u00e4dlichen Auswirkungen dieser Tau-Fibrillen auf die Hirnfunktionen sind sogar eindeutiger nachgewiesen als die des Beta-amyloids, was diese Tau-Ablagerungen zu Hauptverd\u00e4chtigen bei der Entstehung von Neurodegenerationen machen. Vor diesem Forschungserfolg konnte man die Tau-Fibrillen nur in den Gehirnen Verstorbener untersuchen.<\/p> <p>Das Zerst\u00f6rungspotential von Tau wird durchleuchtet<br \/> Auf Grundlage dieser Erkenntnisse konnte nun eine im Bereich der neuronalen Bildgebung aktive Forschergruppe des Universit\u00e4tskrankenhauses K\u00f6ln Tau-Fibrillen bei Alzheimer-Patienten exakt verorten, messen und den entsprechenden neuronalen Fehlfunktionen zuordnen. W\u00e4hrend die neuen Tracer speziell der Messung der Tau-Fibrillen dienten, setzte man gleichzeitig bei denselben Testpersonen noch Amyloid-Tracer ein, um die Plaques zu messen sowie radioaktiv markierten Traubenzucker f\u00fcr die Untersuchung neuronaler Fehlfunktionen. Eine Verkn\u00fcpfung zwischen Hirnablagerungen und neuronalen Defekten lie\u00df sich nur f\u00fcr die Tau-Fibrillen, nicht aber f\u00fcr die Amyloid-Plaques feststellen. Das unterstreicht die Rolle des Tau-Proteins f\u00fcr die Alzheimer-Entstehung. &#8222;Dass die bestehende Amyloid-Bildgebung nun in Verbindung mit der Tau-Bildgebung eingesetzt werden kann, versetzt uns in die Lage, diese Prozesse bei Patienten viel umfassender zu untersuchen&#8220;, sagt Dr Silvia Morbelli.<\/p> <p>Neue Behandlungswege er\u00f6ffnen<br \/> W\u00e4hrend es bei bildgebenden Verfahren rasante Fortschritte gibt, hinkt die Entwicklung wirksamer Therapien noch hinterher. Vor diesem Hintergrund hat sich die Amyloid-Bildgebung bereits bew\u00e4hrt, denn mit ihr lassen sich Plaques 10 bis 15 Jahre vor dem Einsetzen kognitiver Symptome identifizieren. Nun gibt es dieselbe M\u00f6glichkeit um Tau-Fibrillen nachzuweisen. Auch wenn sich Alzheimer bislang nicht heilen l\u00e4sst, so k\u00f6nnen bestimmte Medikamente doch die Symptome verringern und auf diese Weise die geistigen F\u00e4higkeiten des Patienten bis zu einem gewissen Grad und f\u00fcr eine begrenzte Zeitspanne erhalten. &#8222;Die nun verf\u00fcgbaren Tau-PET-Liganden erlauben es Pharmaunternehmen, die neue Arzneimittel entwickeln, mit denen Alzheimer gestoppt oder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden soll, ihre Pr\u00e4parate bereits in einem fr\u00fchen Stadium der Krankheitsentwicklung zu testen und zu \u00fcberwachen. Je eher eine Behandlung beginnt, desto gr\u00f6\u00dfer sind die Chancen auf Wirksamkeit&#8220;, sagt Prof. Antony Gee, Vorsitzender des Komittees f\u00fcr Arzneimittelentwicklung der EANM. Viele klinische Studien, die das krankheitslindernde Potential von Medikamenten testen, stehen zurzeit nur solchen Alzheimer-Patienten offen, bei denen Amyloid-Plaques mittels PET sichtbar wurden. Dank der Entdeckung von Tau-PET-Tracern kommen nun f\u00fcr die Erprobung neuer Alzheimer-Medikamente auch Aufnahmekriterien in Frage, die sich auf Tau-Fibrillen erstrecken. &#8222;Wenn wir die klinischen Folgen der gegen Tau und der gegen Amyloid gerichteten Wirkungen genauer unterscheiden, wird das dazu beitragen, klinische Studien effektiver zu machen und zu beschleunigen&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Silvia Morbelli.<br \/> Mehr noch: Es steht zu erwarten, dass die neuartigen Tau-Tracer auch die Erforschung und Diagnose von neurodegenerativen Erkrankungen voranzubringen helfen, die nicht mit Alzheimer verwandt sind, bei denen aber Tau-Ablagerungen eine \u00e4hnlich zentrale Rolle spielen. Dazu geh\u00f6ren andere Formen von Demenz ebenso wie Parkinson.<br \/> Was ist Nuklearmedizin? Ein kurzes Erkl\u00e4r-Video finden Sie hier. (<a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.whatisnuclearmedicine.com\"  >www.whatisnuclearmedicine.com<\/a>)<br \/> Folgen Sie der EANM auf facebook. (www.facebook.com\/officialEANM.)<\/p> <p>Presseagentur f\u00fcr Medizinthemen<\/p> <p>Kontakt<br \/> impressum health &amp; science communication<br \/> Frank von Spee<br \/> Hohe Br\u00fccke 1<br \/> 20459 Hamburg<br \/> 040 31786410<br \/> vonspee@impressum.de<br \/> <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.impressum.de\" title=\"impressum \u2013 health &amp; science communication\" >www.impressum.de<\/a><\/p> <p>&nbsp;<\/p> <\/div> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alzheimer: Neue Technik erm\u00f6glicht fr\u00fche Erkennung Nuklearmedizinische Bildgebung deckt fr\u00fchzeitig zerst\u00f6rerische Ablagerungen auf Neue nukleare Bildgebungsverfahren helfen, ein Schl\u00fcsselelement der Alzheimer-Krankheit viel fr\u00fcher und zielgenauer aufzusp\u00fcren als bisher. 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