{"id":253080,"date":"2016-08-03T11:40:59","date_gmt":"2016-08-03T11:40:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=253080"},"modified":"2016-08-05T12:13:27","modified_gmt":"2016-08-05T11:13:27","slug":"geruehrt-und-geschuettelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/geruehrt-und-geschuettelt-10253080\/","title":{"rendered":"Ger\u00fchrt und gesch\u00fcttelt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment alighnleft alignleft\" title=\"individualisiertes Arzeimittel aus der Apotheke\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/296682-150x150.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p> <div> <p>Ger\u00fchrt und gesch\u00fcttelt<br \/> Rezepturen aus der Apotheke: Individuelle Medikamente sind<br \/> wichtig f\u00fcr die Gesundheitsversorgung<\/p> <p>Individuell hergestellte Rezepturen aus der Apotheke sind ein wichtiger Bestandteil und ein wesentlicher Beitrag in der Arzneimittelversorgung der Bev\u00f6lkerung. Sie schlie\u00dfen eine therapeutische L\u00fccke, wo industriell hergestellte Fertigarzneimittel nicht verf\u00fcgbar sind &#8211; zum Beispiel bei der Behandlung von Kleinkindern und S\u00e4uglingen.<\/p> <p><!--more--><\/p> <p>Hier werden dann in der Apotheke Arzneimittel in individueller Wirkst\u00e4rke und Zusammensetzung hergestellt.<\/p> <p>Pro Jahr werden in Deutschlands Apotheken rund 14 Millionen Rezepturen allein f\u00fcr Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Nach Berechnung des Deutschen Arzneipr\u00fcfungsinstitutes (DAPI) sind darunter rund acht Millionen &#8222;allgemeine Rezepturen&#8220;, wie beispielsweise Kapseln oder Salben. Sie k\u00f6nnen in jeder \u00f6ffentlichen Apotheke hergestellt werden. Dar\u00fcber hinaus gibt es zahlreiche Spezialrezepturen, deren Anfertigung hohe technische und r\u00e4umliche Anforderungen stellt. Sie werden deshalb nur in spezialisierten Apotheken angefertigt. Zu diesen Rezepturen geh\u00f6ren rund drei Millionen Methadon-Zubereitungen, etwa zwei Millionen Zytostatika (Krebsmedikamente) und etwa eine Million parenterale L\u00f6sungen zur k\u00fcnstlichen Ern\u00e4hrung Schwerkranker.<\/p> <p>Schon die Anfertigung allgemeiner Rezepturen ist ein zwar standardisierter, aber aufw\u00e4ndiger und arbeitsintensiver Prozess. Die Anforderungen an die Herstellung sind dabei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Rezepturen werden streng nach Herstellungsvorgaben abgewickelt, die entsprechend dokumentiert werden m\u00fcssen. Das ist zeit- und personalaufw\u00e4ndig, wie Christoph Gulde, Vizepr\u00e4sident des Landesapothekerverbandes Baden-W\u00fcrttemberg erkl\u00e4rt: &#8222;Wenn wir ein Rezept \u00fcber eine Rezeptur erhalten, machen wir zun\u00e4chst eine sogenannte Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung. Das bedeutet, dass der Apotheker \u00fcberpr\u00fcft, ob die angegebene Darreichungsform (Salbe, Kapsel, Tropfen) sowie die Dosierung des Wirkstoffes und anderer Stoffe in der Rezeptur die gew\u00fcnschte Wirkung haben werden.&#8220; Danach wird eine Handlungsanweisung geschrieben. &#8222;Hier wird detailliert darlegt, wie die Rezeptur genau herzustellen ist. Erst dann kann es eigentlich mit der Zubereitung losgehen.&#8220;<\/p> <p>Der Herstellungsprozess beginnt dann mit einer wissenschaftlichen Pr\u00fcfung der Aus-gangsstoffe und m\u00fcndet in die eigentliche Zubereitung. Gulde erkl\u00e4rt: &#8222;Der gesamte Prozess, von der Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung bis zur Abf\u00fcllung des fertigen Arzneimittels, wird akribisch protokolliert. Der gesamte Dokumentationsaufwand f\u00fcr den Apotheker ist immens hoch. Aber er erf\u00fcllt auch den Zweck, dass immer nachvollzogen werden kann, wer was wie und wann gemacht hat. Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass wir diesen hohen Aufwand nicht bezahlt bekommen!&#8220;<\/p> <p>Bei Rezepturen ber\u00fccksichtigt die Arzneimittelpreisverordnung nur den Aufwand f\u00fcr den Einkauf der Grundsubstanzen und die Herstellung des Arzneimittels. Bei rezeptpflichtigen Fertigarzneimitteln erh\u00e4lt die Apotheke hingegen f\u00fcr Beratung und Abgabe ein Fixhonorar von 8,35 Euro, von dem ihr nach Abzug des gesetzlich fixierten Apothekenabschlags f\u00fcr die GKV noch 6,86 Euro netto verbleiben. Diese Verg\u00fctung gibt es bei Rezepturarzneimitteln nicht. F\u00fcr Gulde ist das kaum nachvollziehbar, da gerade individuell hergestellte Rezepturen oft eine intensive Beratung erfordern.<\/p> <p>Ein Beispiel: Die Herstellung von individuellen Kapseln dauert rund eine Stunde, berichtet Apotheker Gulde aus der Praxis. Ein Viertel davon nimmt die Dokumentation in Anspruch. Der Apotheker bekommt die Stoffe f\u00fcr die Herstellung der Arznei bezahlt. F\u00fcr seinen Arbeitsaufwand von einer Stunde darf er bei der Herstellung von bis zu 12 Kapseln den sogenannten Rezepturzuschlag von sieben Euro abrechnen. Ein anderes Beispiel: Die Zubereitung einer individuellen Salbe dauert etwa eine dreiviertel Stunde. Aber, so Gulde: &#8222;F\u00fcr bis zu 200 Gramm Salbe bekommen wir von den gesetzlichen Krankenkassen gerade einmal f\u00fcnf Euro. F\u00fcr einen solchen Stundenlohn arbeitet sp\u00e4testens seit Einf\u00fchrung des Mindestlohns in Deutschland niemand mehr.&#8220;<\/p> <p>Die Apothekerverb\u00e4nde fordern deshalb seit langem, auch bei Rezepturarzneimitteln die Beratung und Abgabe mit 8,35 Euro zu verg\u00fcten, zuz\u00fcglich 0,16 Euro zur F\u00f6rderung der Sicherstellung des Nacht- und Notdienstes. Der Blick auf ein aktuelles Gesetzesvorhaben, das im Herbst in die politische Beratung gehen soll und in dem eine solche Verg\u00fctung anklingt, stimmt Gulde zuversichtlich. &#8222;Es wird h\u00f6chste Zeit, dass der Gesetzgeber unsere Rezepturen hinsichtlich des Beratungsaufwands den Fertigarzneimitteln gleichstellt.&#8220; Er sieht aber auch ein \u00fcbergeordnetes, sinnvolles politisches Ziel erreichbar. &#8222;Zugleich w\u00fcrden damit im Gesundheitssystem entscheidende Steuerungsimpulse gesetzt, \u00fcber die eine dauerhafte, fl\u00e4chendeckende Verf\u00fcgbarkeit individueller Rezepturen abgesichert und Versorgungsl\u00fccken vermieden w\u00fcrden.&#8220;<\/p> <p>Der Landesapothekerverband Baden-W\u00fcrttemberg e. V. setzt sich f\u00fcr die unabh\u00e4ngige Beratung von Patienten, Gesundheitspr\u00e4vention und die sichere Abgabe von Arzneimitteln ein. In Baden-W\u00fcrttemberg gibt es rund 2.600 \u00f6ffentliche Apotheken. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner Mitglieder. Um das Wohl der Patienten k\u00fcmmern sich im Land neben den approbierten Apothekerinnen und Apothekern auch rund 15.000 Fachangestellte, \u00fcberwiegend Frauen, in Voll- oder Teilzeit. Der Landesapothekerverband Baden-W\u00fcrttemberg e. V. ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 : 2015.<\/p> <p>Weitere Informationen unter <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.apotheker.de\/\" title=\"Landesapothekerverband Baden-W\u00fcrttemberg\" >www.apotheker.de<\/a><br \/> Jetzt Fan werden: Landesapothekerverband Baden-W\u00fcrttemberg e. V. auf www.facebook.de<\/p> <p>Kontakt<br \/> Landesapothekerverband Baden-W\u00fcrttemberg<br \/> Frank Eickmann<br \/> H\u00f6lderlinstr. 12<br \/> 70186 Stuttgart<br \/> 0711\/22334-77<br \/> presse@apotheker.de<br \/> www.apotheker.de<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p>Bildquelle: ABDA<\/p> <\/div> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ger\u00fchrt und gesch\u00fcttelt Rezepturen aus der Apotheke: Individuelle Medikamente sind wichtig f\u00fcr die Gesundheitsversorgung Individuell hergestellte Rezepturen aus der Apotheke sind ein wichtiger Bestandteil und ein wesentlicher Beitrag in der Arzneimittelversorgung der Bev\u00f6lkerung. 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