{"id":269092,"date":"2017-08-04T11:45:42","date_gmt":"2017-08-04T10:45:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=269092"},"modified":"2021-11-05T13:01:58","modified_gmt":"2021-11-05T12:01:58","slug":"ernte-verzoegerung-und-bislang-enttaeuschende-ertraege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/ernte-verzoegerung-und-bislang-enttaeuschende-ertraege-10269092\/","title":{"rendered":"Ernte: Verz\u00f6gerung und bislang entt\u00e4uschende Ertr\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-269093\" title=\"anhaltender Regen verz\u00f6gert die Ernte\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/324313-e1501843502321.jpg\" alt=\"Bild\" width=\"237\" height=\"178\" \/>Interview mit AGRAVIS-Experten: Erntesituation bleibt angespannt<\/p> <p>Die starken Regenf\u00e4lle im Juli sorgten f\u00fcr deutliche Ernteverz\u00f6gerungen. Die Sorgen nehmen zu und das anhaltend schlechte Wetter kann diese noch verst\u00e4rken. Um Qualit\u00e4tsverluste zu vermeiden bzw. so gering wie m\u00f6glich zu halten, ist eine schnelle Fortsetzung der Ernte notwendig. Wie sich die derzeitige Situation darstellt, erl\u00e4utert Alfred Reisewitz aus dem Bereich Agrarerzeugnisse der AGRAVIS Raiffeisen AG.<\/p> <p>Wie ist die aktuelle Erntesituation?<\/p> <p><!--more-->Reisewitz: Die Situation ist schwierig. Das unbest\u00e4ndige und teilweise regnerische Wetter l\u00e4sst die Getreideernte nur schleppend vorankommen. Dort, wo die B\u00f6den befahrbar sind, versuchen die Landwirte, in den Regenpausen bzw. in den wenigen Stunden ohne Niederschlag die Maximalleistung ihrer Druschkapazit\u00e4ten auf die \u00c4cker zu bringen. Zurzeit wird quasi alles an Feldfr\u00fcchten parallel gedroschen: Roggen und Weizen, Sommergerste und Raps, Triticale, Leguminosen und Hafer. Die regionalen Verh\u00e4ltnisse sind sehr unterschiedlich, sodass es schwierig ist, einen einheitlichen Erntestand f\u00fcr die AGRAVIS-Regionen anzugeben. Allgemein l\u00e4sst sich jedoch sagen, dass die Situation sehr angespannt ist und unter den Landwirten niemand mehr wartet, bis die Best\u00e4nde abtrocknen. Es wird versucht, so viel wie m\u00f6glich auch bei h\u00f6heren Kornfeuchten zu ernten, um weitere Qualit\u00e4ts- und Mengenverluste zu vermeiden.<\/p> <p>Was wurde bisher geerntet und wie ist die Qualit\u00e4t der einzelnen Sorten?<\/p> <p>Reisewitz: Generell kann man sagen, dass in Nord- und Nordostdeutschland ca. 50 bis 70 Prozent des Rapses mittlerweile gedroschen sind, regional teilweise auch etwas mehr. Allerdings sind die Ertr\u00e4ge bis auf wenige Ausnahmen bisher entt\u00e4uschend und sollen etwa 15 bis 25 Prozent unter dem langj\u00e4hrigen Schnitt liegen. Das zurzeit gr\u00f6\u00dfte Problem ist der Auswuchs, der faktisch in allen Regionen mit Werten von 5 bis \u00fcber 20 Prozent auftritt. Hieraus k\u00f6nnen sich noch erhebliche qualitative Risiken entwickeln, weil im Laufe von Wochen und Monaten die FFA-Werte &#8211; ein wichtiges Kriterium f\u00fcr die \u00d6lm\u00fchlen &#8211; ansteigen k\u00f6nnen.<\/p> <p>Bei Roggen und Weizen ist der Erntefortschritt deutlich zur\u00fcck. Je nach Gebiet sind bisher zwischen 10 und 40 Prozent gedroschen worden. Aussagen zu den Ertr\u00e4gen reichen von knapp durchschnittlich bis zu minus 10 Prozent gegen\u00fcber den langj\u00e4hrigen Mittelwerten. Die bisher geernteten Qualit\u00e4ten variieren sehr stark. Von gut durchschnittlich bis zur Futterqualit\u00e4t ist alles dabei. Die Fallzahlen schwanken teilweise stark bzw. fallen deutlich und auch beim Proteingehalt im Weizen gibt es eine weite Streuung und regional den Trend zu niedrigerem Protein.<\/p> <p>Ein generelles Problem scheinen die Hektolitergewichte zu sein, die als deutlich niedriger als in den Vorjahren beschrieben bzw. festgestellt werden. Auch soll sich regionaler Befall mit Fusarien eingestellt haben, desgleichen wird von Auswuchs im Weizen berichtet. In vielen Gebieten haben die Landwirte mittlerweile auch mit Lager im Getreide zu k\u00e4mpfen, sodass die Druschleistung dort gemindert ist und sich sowohl Mengen- als auch Qualit\u00e4tsverluste abzeichnen.<\/p> <p>Bei der Sommergerste &#8211; insbesondere der Sommerbraugerste &#8211; wurden bisher ca. 30 Prozent geerntet, in einzelnen Regionen auch schon 40 Prozent. W\u00e4hrend hier die bisher angelieferten Qualit\u00e4ten noch als gut durchschnittlich zu bezeichnen sind, ist bei der Braugerste eine gewisse Entt\u00e4uschung hinsichtlich der Hektarertr\u00e4ge festzustellen. Diese liegen ca. 10 bis 15 Prozent unter den mehrj\u00e4hrigen Durchschnittswerten. Zu beobachten ist, dass \u00e4hnlich wie im Weizen die Proteinwerte in diesem Jahr extrem schwanken und teilweise zwischen 8,5 und \u00fcber 13 Prozent liegen. Damit sind einzelne Braugerstenpartien a priori au\u00dferhalb der Anforderungskriterien der Malz- und Brauindustrie. Die gr\u00f6\u00dften Sorgen bereiten im Moment Kornverf\u00e4rbungen, die m\u00f6glicherweise Qualit\u00e4tsrisiken f\u00fcr die Brauereien indizieren. Hier muss man den weiteren Erntefortschritt und entsprechende Untersuchungen abwarten, bevor eine endg\u00fcltige Aussage getroffen werden kann.<\/p> <p>L\u00e4sst sich eine Aussage f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage und Wochen treffen?<\/p> <p>Reisewitz: Sollte sich die unbest\u00e4ndige Witterung in unseren Regionen in dieser und in der n\u00e4chsten Woche fortsetzen, d\u00fcrften die Qualit\u00e4tsrisiken vor allem bei Brot- und Braugetreide signifikant ansteigen und das Mengenangebot f\u00fcr die M\u00fchlen- und Malzindustrie sp\u00fcrbar verkleinern. Wenn die alte Bauernregel vom Siebenschl\u00e4fertag in diesem Jahr zutrifft, dann haben wir noch bis zum 15. oder 20. August mit dieser Situation zu k\u00e4mpfen. Die Anspannung bleibt also bis auf Weiteres bestehen.<\/p> <p>Weitere Informationen rund um die Ernte 2017<\/p> <p>Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist ein modernes Agrarhandelsunternehmen in den Gesch\u00e4ftsfeldern Agrarerzeugnisse, Tierern\u00e4hrung, Pflanzenbau und Agrartechnik. Sie agiert zudem in den Bereichen Energie, Bauservice und Raiffeisen-M\u00e4rkte.<\/p> <p>Die AGRAVIS Raiffeisen AG erwirtschaftet mit mehr als 6.000 Mitarbeitern \u00fcber 6 Mrd. Euro Umsatz und ist als ein f\u00fchrendes Unternehmen der Branche mit mehr als 400 Standorten \u00fcberwiegend in Deutschland t\u00e4tig. Internationale Aktivit\u00e4ten bestehen \u00fcber Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in mehr als 20 L\u00e4ndern und Exportaktivit\u00e4ten in mehr als 100 L\u00e4ndern weltweit. Unternehmenssitze sind Hannover und M\u00fcnster.<\/p> <p><b>Kontakt<\/b><\/p> <p>AGRAVIS Raiffeisen AG<\/p> <p>Bernd Homann<\/p> <p>Industrieweg 110<\/p> <p>48155 M\u00fcnster<\/p> <p>0251\/682-2050<\/p> <p>bernd.homann@agravis.de<\/p> <p>http:\/\/www.agravis.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit AGRAVIS-Experten: Erntesituation bleibt angespannt Die starken Regenf\u00e4lle im Juli sorgten f\u00fcr deutliche Ernteverz\u00f6gerungen. Die Sorgen nehmen zu und das anhaltend schlechte Wetter kann diese noch verst\u00e4rken. Um Qualit\u00e4tsverluste zu vermeiden bzw. so gering wie m\u00f6glich zu halten, ist eine schnelle Fortsetzung der Ernte notwendig. 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