{"id":270371,"date":"2018-12-07T12:42:49","date_gmt":"2018-12-07T11:42:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=270371"},"modified":"2018-12-07T12:42:49","modified_gmt":"2018-12-07T11:42:49","slug":"keine-zeit-fuer-patienten-durch-stetig-steigende-buerokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/keine-zeit-fuer-patienten-durch-stetig-steigende-buerokratie-10270371\/","title":{"rendered":"Keine Zeit f\u00fcr Patienten durch stetig steigende B\u00fcrokratie?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-270372 size-full\" title=\"frustrierende Bedingungen f\u00fcr gute Versorgung\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/356280-e1544182897264.jpg\" alt=\"ein Arzt h\u00e4lt eine Stoppuhr in der Hand\" width=\"300\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/356280-e1544182897264.jpg 300w, https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/356280-e1544182897264-40x27.jpg 40w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p> <p>\u00c4rzte unter Zeitdruck<\/p> <p>Vor einem Jahr hat das British Medical Journey eine Metastudie ver\u00f6ffentlicht, die zeigte, wie viele Minuten sich Haus\u00e4rzte Zeit f\u00fcr ihre Patienten nehmen (k\u00f6nnen) &#8211; und zwar weltweit. Deutschland liegt mit knapp siebeneinhalb Minuten ziemlich genau in der Mitte aller 62 untersuchten L\u00e4nder. In Schweden, den USA und der Schweiz haben \u00c4rzte hingegen fast dreimal so viel Zeit, um sich ein Bild vom Gesundheitszustand ihrer Patientinnen und Patienten zu machen. Wir haben nun, ein Jahr danach, eine kleine Stichprobe gemacht: <!--more-->Wie ist die Situation in der Praxis tats\u00e4chlich? Und: Bieten \u00c4rzte zu wenige Sprechstunden an, wie ein <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/terminservice-und-versorgungsgesetz.html\"  rel=\"nofollow\">neuer Gesetzesentwurf<\/a> unterstellt?<\/p> <p>&#8222;Zeit ist enorm wichtig&#8220;, sagt <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.dr-musselmann.de\/\"  rel=\"nofollow\">Dr. med. Berthold Musselmann<\/a> aus Wiesloch bei Heidelberg (Baden-W\u00fcrttemberg). &#8222;Ich muss mir als Arzt die gesamte Krankheitsgeschichte eines Patienten anh\u00f6ren, und das kann durchaus einmal 30 Minuten dauern. Erst dann kann ich Zusammenh\u00e4nge erkennen, die bei einer oberfl\u00e4chlichen Betrachtung unerkannt bleiben&#8220;, so der Naturheilmediziner. &#8222;Manche Patienten laufen jahrelang von Arzt zu Arzt, erhalten aber nicht die passende Diagnose und nehmen eventuell sich widersprechende Medikamente ein, dabei kann man oft mit einer profunden Diagnose f\u00fcnf Probleme auf einmal l\u00f6sen.&#8220;<\/p> <p>Zu wenig Kassensitze f\u00fcr Psychotherapeuten<\/p> <p>Der <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.phytodoc.de\/naturheilkunde\/heilen-statt-zerteilen-wir-machen-sie-wieder-ganz-teil-i\"  rel=\"nofollow\">\u00c4rztliche Direktor von phytodoc.de<\/a> h\u00e4tte also gerne noch mehr Zeit f\u00fcr seine Patienten &#8211; dabei arbeitet er schon teils \u00fcber 60 Stunden pro Woche, oft bis an die Belastungsgrenze. <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/ulrike-husmann.de\/\"  rel=\"nofollow\">Dr. med. Ulrike Husmann<\/a> aus Stuttgart (Baden-W\u00fcrttemberg) versteht die Unterstellung, \u00c4rzte w\u00fcrden zu wenige Sprechstunden anbieten, ebenfalls nicht: &#8222;Ich arbeite etwa 35 bis 40 Stunden direkt am Patienten, dazu habe ich die Pflicht, 200 Minuten Telefonsprechstunden einzurichten &#8211; von daher f\u00fchle ich mich nicht betroffen.&#8220;<\/p> <p>Die \u00c4rztin arbeitet in ihrer Praxis haupts\u00e4chlich psychotherapeutisch &#8211; &#8222;und dort ist die Nachfrage horrend hoch!&#8220; Es gibt viel zu wenig Kassensitze, ein halbes Jahr Wartezeit auf einen Termin ist f\u00fcr die Patienten leider die Regel &#8211; &#8222;besonders in l\u00e4ndlichen Bereichen&#8220;, so Dr. Husmann. Bundesverband der Krankenkassen und kassen\u00e4rztliche Vereinigungen halten Stuttgart f\u00fcr \u00fcberversorgt &#8211; wor\u00fcber Dr. Ulrike Husmann nur den Kopf sch\u00fctteln kann: &#8222;In keiner deutschen Stadt und auf dem Land werden die tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnisse befriedigt. Dabei gibt es jede Menge gut ausgebildete Psychotherapeuten, die auf Kassenzulassungen warten &#8211; aber die T\u00f6pfe sind leider angeblich leer.&#8220;<\/p> <p>Wohlf\u00fchlfaktor in der Praxis ist wichtig<\/p> <p>Der Allgemeinmediziner <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/heinreuter.de\/\"  rel=\"nofollow\">Dr. Hein Reuter<\/a> aus Bad Homburg (Hessen) hat daher schon vor \u00fcber 30 Jahren auf die Kassenzulassung verzichtet und lebt seitdem seine Vision vom &#8222;freien Arztberuf&#8220;. Eine minuti\u00f6s durchgeplante Praxis verschafft ihm Raum f\u00fcr seine Patienten: &#8222;Zuh\u00f6ren, auch wenn es Zeit kostet, ist die Voraussetzung f\u00fcr das therapeutische B\u00fcndnis.&#8220; Wenn er Krebskranke begleitet oder anderen chronisch Kranken hilft, dann &#8222;ohne Druck und ohne Zeigefinger&#8220; &#8211; parallel zur klinisch indizierten Therapie. &#8222;Der Wohlf\u00fchlfaktor in der Praxis, das Setting, das Betriebsklima ist so individuell wie beim Lieblingsrestaurant oder Friseur&#8220;, sagt der Allgemeinmediziner. F\u00fcr diesen Wohlf\u00fchlfaktor m\u00fcssen \u00c4rzte und Praxispersonal gemeinsam Sorge tragen, damit sich die Patienten ernst genommen, wertgesch\u00e4tzt und geborgen f\u00fchlen. Zeit aber kostet Geld. &#8222;Das muss im Vorgespr\u00e4ch gekl\u00e4rt und vereinbart werden.&#8220; Wer sich nur mal schnell krankschreiben lassen m\u00f6chte, ist bei Dr. Reuter an der falschen Adresse.<\/p> <p>Arbeitsbelastung ist deutlich gestiegen<\/p> <p>Allgemeinmediziner <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/woerffel.de\/\"  rel=\"nofollow\">Dr. med. Martin W\u00f6rffel<\/a> aus Braunschweig (Niedersachsen) unterst\u00fctzt hingegen die Forderung der Gesundheitspolitik, die Zahl der Sprechstunden von 20 auf 25 pro Woche f\u00fcr Kassen\u00e4rzte zu erh\u00f6hen. &#8222;Das ist f\u00fcr mich kein Thema, da wir sowieso mehr als 25 Stunden Sprechzeiten anbieten.&#8220; Er kenne aber viele Facharztpraxen und Psychotherapeuten, die nicht ausreichend Sprechzeiten anb\u00f6ten &#8211; entweder, um mehr Privatsprechstunden anzubieten, oder weil Kassensitze nur halb oder Teilzeit besetzt seien. &#8222;Insofern ist hier eine \u00c4nderung sinnvoll.&#8220;<\/p> <p>Das eigentliche Problem sei die stetig steigende B\u00fcrokratie: &#8222;Ich arbeite seit 20 Jahren in eigener Praxis. Ich kann definitiv sagen, dass die Arbeitsbelastung durch Verwaltungst\u00e4tigkeiten deutlich gestiegen ist&#8220;, so Dr. W\u00f6rffel. &#8222;Ich habe tats\u00e4chlich Sprechzeiten etwas eingeschr\u00e4nkt, um der Arbeitsbelastung Herr zu werden.&#8220; Es g\u00e4be zu viele Neuregelungen, die nicht sinnvoll seien und kein Nutzen erkennbar sei &#8211; &#8222;oder die Patienten einfach Nullkommanull davon profitieren.&#8220; Dr. W\u00f6rffel nennt die ICD Erfassung, Mortalit\u00e4tsstrukturen oder &#8222;die uns\u00e4gliche Geriatrieverordnung&#8220;. Ein Befund, den Dr. Ulrike Husmann teilt: &#8222;Der Verwaltungsaufwand ist immens hoch, in den Jahren gewachsen. Wir hatten im Jahre 2017 eine Psychotherapiereform, seitdem ist der Papierkrieg noch viel schlimmer geworden.&#8220; Mit der logischen Folge, dass die Zeit f\u00fcr die Patienten immer weiter schrumpfe.<\/p> <p>Mehr Anreize f\u00fcr den Arztberuf<\/p> <p>Hohe Arbeitsbelastung, zu viel B\u00fcrokratie und zu wenig Zeit f\u00fcr die Patienten &#8211; das ist das Fazit, das auch viele angehende Medizinerinnen und Mediziner vor dem Arztberuf und vor allem der eigenen Hausarztpraxis zur\u00fcckschrecken l\u00e4sst. &#8222;Eine optimale Situation w\u00e4re, dass genug \u00c4rzte in Deutschland vorhanden sind und die Anreize, einen Arztberuf zu ergreifen, ausreichend gegeben sind. Das sind nicht nur finanzielle Anreize, sondern auch viel weniger Verwaltungsaufwand&#8220;, so Dr. Husmann aus Stuttgart. Dr. W\u00f6rffel h\u00e4lt Kritik am Gesundheitssystem f\u00fcr falsch: &#8222;Insgesamt finde ich in Deutschland: Jammern auf hohem Niveau!&#8220; Es g\u00e4be kaum ein Land, in dem Menschen so oft zum Arzt gingen. &#8222;Ich kann auch nicht finden, dass es keinen Platz f\u00fcr wichtige Gespr\u00e4che gibt.&#8220;<\/p> <p>Es stellt sich aber die Frage, warum so viele Patienten jahrelang von keinem Arzt richtig angeh\u00f6rt werden und wichtige Diagnosen und Erkrankungen so oft nicht erkannt werden. Wir haben zwar, so konstatiert Dr. Musselmann, ein sehr leistungsf\u00e4higes Gesundheitssystem &#8211; die Ressourcen seien jedoch falsch verteilt. Die Medizin sei sehr techniklastig, Gespr\u00e4che k\u00e4men zu kurz. Und viele \u00c4rzte beschr\u00e4nkten sich viel zu sehr auf enge Fachgebiete, ohne den ganzen Patienten anzuh\u00f6ren und zu untersuchen, so Dr. Berthold Musselmann: &#8222;Die 25-Stunden-Idee ist wie so vieles populistisch. Es wird vorgespiegelt, dass hierdurch mehr Ressourcen f\u00fcr Patienten freigesetzt w\u00fcrden. Das ist nicht der Fall&#8220;. Mehr als arbeiten k\u00f6nnten \u00c4rzte nicht, so der \u00c4rztliche Direktor von phytodoc.de. Und die, die nicht so viel arbeiten k\u00f6nnen und wollen, werden auch dadurch nicht mehr arbeiten.<\/p> <p>&#8222;Junge \u00c4rzte aber, die mehrheitlich in Teilzeit arbeiten wollen, schreckt das eher ab&#8220;, so Dr. Musselmann. &#8222;Es ist nichts gegen weniger Arbeitszeit pro Arzt einzuwenden, wenn daf\u00fcr eine hohe Motivation und Freude bei der Arbeit einkehren. Nur gesunde, selbstachtsame \u00c4rzte therapieren gut und haben die Kraft, ihre Patienten wirklich wahrzunehmen.&#8220;<\/p> <p>Als vers\u00f6hnlichen Abschluss zitiert Dr. Hein Reuter seinen Freund Professor Mathias Dorcsi, der einmal gesagt hat: &#8222;Wenn der Patient bei der ersten Begegnung nicht einmal geweint und wenigstens einmal gelacht hat, dann ist etwas schiefgelaufen.&#8220;<\/p> <p>Das Internetportal bietet gesundheitsbewussten Verbrauchern wissenschaftlich gesicherte und umfassende Informationen rund um die Thematik Gesundheit, Pr\u00e4vention, Naturheilkunde und Heilpflanzen. Die Themenbereiche richten sich an Patienten, Mediziner und Heilpraktiker. Die PhytoDoc-Informationen sollen den Verbraucher bei seinen Entscheidungen unterst\u00fctzen, alternative Therapien und Pr\u00e4parate zu w\u00e4hlen, Krankheitssymptome ganzheitlich behandeln zu lassen und bewusst auf Gesundheitsvorsorge zu setzen. Infos: <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.phytodoc.de\"  rel=\"nofollow\">http:\/\/www.phytodoc.de<\/a><\/p> <p>Firmenkontakt<\/p> <p>PhytoDoc Limited<\/p> <p>Corinna Heyer<\/p> <p>Siemensstra\u00dfe 38<\/p> <p>69123 Heidelberg<\/p> <p>06221-7276153<\/p> <p>info@phytodoc.de<\/p> <p>http:\/\/www.phytodoc.de<\/p> <p>Pressekontakt<\/p> <p>PhytoDoc Limited.<\/p> <p>Harald Ille<\/p> <p>Hans-Thoma-Stra\u00dfe 33<\/p> <p>69121 Heidelberg<\/p> <p>+491702415877<\/p> <p><a href=\"mailto:presse@phytodoc.de\">presse@phytodoc.de<\/a><\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.phytodoc.de\/presse\"  target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">http:\/\/www.phytodoc.de\/presse<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4rzte unter Zeitdruck Vor einem Jahr hat das British Medical Journey eine Metastudie ver\u00f6ffentlicht, die zeigte, wie viele Minuten sich Haus\u00e4rzte Zeit f\u00fcr ihre Patienten nehmen (k\u00f6nnen) &#8211; und zwar weltweit. 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