{"id":271231,"date":"2019-11-27T17:47:08","date_gmt":"2019-11-27T16:47:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=271231"},"modified":"2020-01-10T12:24:57","modified_gmt":"2020-01-10T11:24:57","slug":"cannabinoide-in-der-schmerztherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/cannabinoide-in-der-schmerztherapie-10271231\/","title":{"rendered":"Cannabinoide in der Schmerztherapie"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-271232 size-full\" title=\"Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek und Dr. med. Knud Gastmeier\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/375649-e1574873165707.jpg\" alt=\"Portrait der Experten\" width=\"300\" height=\"230\" \/>Im Vorfeld der ersten Leafly Medical Cannabis Conference im Mai 2020 in Berlin, hat die Redaktion von Leafly.de zwei renommierten und international angesehenen Schmerzmedizinern Fragen zur Rolle von Cannabinoiden in der Schmerztherapie gestellt.<\/p> <p>Die Experten<\/p> <p>Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek ist An\u00e4sthesiologe am Schmerzzentrum an der Janker-Klinik und Vorsitzender des Berufsverband der \u00c4rzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland &#8211; BVSD e. V.<\/p> <p><!--more-->Dr. med. Knud Gastmeier praktiziert als Facharzt f\u00fcr An\u00e4sthesie, Spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin in Potsdam. Er ist Pr\u00e4sident des Interdisziplin\u00e4ren Arbeitskreis Brandenburger Schmerztherapeuten sowie stellvertretender Sprecher der Ad-hoc Kommission &#8222;Cannabis in der Medizin&#8220; der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V.<\/p> <p>Das Interview<\/p> <p>Leafly.de: Welche Erfahrungen haben Sie in der Praxis beim Einsatz von Cannabis in der Schmerztherapie gemacht?<\/p> <p>Prof. Nadstawek: Die bisherigen Erfahrungen in der Praxis sind gut. Die von der Barmer Ersatzkasse und auch vom BfArM berichtete Abbruchrate von rund 35 Prozent kann ich nicht nachvollziehen. Sie liegt in meiner Praxis bei etwa 15 Prozent. Ohne Zweifel hilft aber Cannabis nicht bei jedem &#8211; diese Erfahrung haben wir ja auch schon bei den Opioiden gemacht.<\/p> <p>Dr. Gastmeier: Ich habe \u00fcberwiegend gute Erfahrungen beim Einsatz von Cannabis in der Praxis gemacht. Unter Ber\u00fccksichtigung von Respondern und Nonrespondern und einer realistischen, mit dem Patienten besprochenen Therapieerwartung, ist eine einschleichende Therapie oft erfolgreich. Dazu sind nur wenige oder gar keine Nebenwirkungen zu erwarten.<\/p> <p>Leafly.de: Gibt es Ihrer Meinung nach gen\u00fcgend wissenschaftliche Grundlagen\/Evidenz f\u00fcr den Einsatz von Cannabinoiden in der Schmerzmedizin?<\/p> <p>Dr. Gastmeier: Eigentlich gibt es ausreichende wissenschaftliche Grundlagen, aber es fehlt h\u00e4ufig die Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Allerdings ist meiner Ansicht nach die Forderung nach Evidenz ein Totschlagargument: Opioide werden immer effektiver bei der Schmerztherapie sein, wenn man die Schmerzskala nimmt. Betrachtet man aber den Patienten im komplexen Schmerzgeschehen, sieht das schon ganz anders aus. Leider geht dies aber im Rahmen von RCT Studien nicht. Dasselbe gilt f\u00fcr geriatrische Patienten und Palliativpatienten. Statt einer wirkungsorientierten Evidenzsuche, sollte der Fokus auf dem Nutzen-Risiko-Potenzial bei Neueinstellungen insbesondere bez\u00fcglich der Therapiesicherheit f\u00fcr die Patienten gerichtet werden.<\/p> <p>Leafly.de: Wann und wie profitieren Patienten in der Schmerztherapie von Cannabis als Medizin?<\/p> <p>Prof. Nadstawek: Vor allem Patienten mit einer neuropathischen Schmerzkomponente profitieren von medizinischem Cannabis. Meine bisherigen Erfahrungen bei viszeralem Schmerz z. B. bei entz\u00fcndlichen Darmerkrankungen, Mastozytose, sind ebenfalls positiv.<\/p> <p>Dr. Gastmeier: Besonders profitieren Patienten in der Schmerztherapie, wenn die Medikamentenanzahl und \/ oder -menge reduziert werden kann und damit auch die Nebenwirkungen deutlich abnehmen.<\/p> <p>Leafly.de: Man h\u00f6rt immer wieder von der Cannabisrotation. Wie stehen Sie dazu? Ist das sinnvoll oder nicht?<\/p> <p>Prof. Nadstawek: Wenn andere Zusammensetzungen bez\u00fcglich des THC- und CBD-Gehaltes bei verschiedenen Krankheitsbildern sinnvoll erscheinen, sollte ein Wechsel doch erwogen werden. Leider bieten im Moment nur die Bl\u00fcten diese unterschiedlichen Zusammensetzungen. Deshalb wird, wenn man zuvor mit Extrakten behandelt hat, ein Neuantrag notwendig.<\/p> <p>Leafly.de: Wo sehen Sie den Einsatz von Cannabinoiden in der Therapie in den n\u00e4chsten Jahren?<\/p> <p>Prof. Nadstawek: Da die Cannabisrezeptoren ubiquit\u00e4r im menschlichen K\u00f6rper vorhanden sind, gehe ich davon aus, dass sich der Einsatz von medizinischem Cannabis ausweiten wird. Nicht nur im Bereich Schmerz ist Medizinalcannabis interessant, sondern auch in den Fachbereichen der Neurologie und Gastroenterologie. Ich gehe davon aus, dass sich der Einsatz in der Schmerzmedizin etablieren wird, da medizinisches Cannabis eine interessante Erweiterung des therapeutischen Spektrums f\u00fcr den Schmerzmediziner darstellt.<\/p> <p>Dr. Gastmeier: Insbesondere bei multimorbiden Patienten sehe ich den Einsatz von Cannabinoiden in der Therapie positiv. Auch bei der Schmerzchronifizierungsprophylaxe und bei der Therapierisikominimierung wird Cannabis als Medizin verst\u00e4rkt eingesetzt werden. Ich sehe einen Schwerpunkt bei den Extrakten in den verschiedensten Konzentrationen und Cannabismedikament-Kombinationen, m\u00f6glicherweise ebenso unter Einbeziehung von Terpenen.<\/p> <p>Abschlussbemerkung von Dr. Gastmeier:<\/p> <p>Meiner Meinung nach, wird das Problem der Selbstmedikation mit dem Ergebnis einer Selbstwirksamkeitserfahrung des Patienten, dass eben Cannabismedikamente helfen und besser vertragen werden als die Leitlinientherapie, durch die Gesetzgebung konterkariert. Ethisch nicht gekl\u00e4rt ist das Problem, dass der Gesetzgeber vor dem Einsatz von Cannabismedikamenten, zum Beispiel in der Schmerzmedizin, unter anderem die Therapieausreizung mit Medikamenten, die mit h\u00f6herem Risiko behaftet sind, fordert. So haben z. B. Opioide eine wesentlich gravierendere Abh\u00e4ngigkeits- und Suchtproblematik, die mit einem kardialen und pulmonalen Letalit\u00e4tsrisiko behaftet ist. F\u00fcr Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und andere in der Schmerzmedizin \u00fcbliche Medikamente bestehen abgestuft oft ebenfalls h\u00f6here Therapierisiken als f\u00fcr Cannabismedikamente. Diese lehnen aufgekl\u00e4rte Patienten nachvollziehbar ab. Hier ist ein Votum der Bundes\u00e4rztekammer dringend notwendig. Durch den Genehmigungsvorbehalt wird die Bet\u00e4ubungsmittelverordnung unterlaufen. Die \u00e4rztliche Beurteilung, ob ein und welche Bet\u00e4ubungsmittel beim Patienten zum Einsatz kommt, wird durch nicht \u00e4rztliche Kassenmitarbeiter in unertr\u00e4glicher Art und Weise zum Nachteil des betroffenen Patienten beeinflusst.<\/p> <p>Prof. Dr. Dr. Nadstawek und Dr. med. Gastmeier sind die Pr\u00e4sidenten der Leafly Medical Cannabis Konferenz. Unter ihrer Leitung k\u00f6nnen sich 350 Experten, \u00c4rzte, Apotheker und Forscher im hochwissenschaftlichen Kontext zu Themen wie &#8222;Evidenzbasierte Verwendung von cannabinoid-basierten Medikamenten: Wie kann man den klinischen Nutzen mit realen Studien erfassen&#8220; oder &#8222;Innovative Versorgungsformen im Bereich Medizinalcannabis in Deutschland&#8220; austauschen.<\/p> <p>Die Leafly Medical Cannabis Conference<\/p> <p>Die gesamte Programm\u00fcbersicht mit allen Sprechern findet man auf der Homepage der Konferenz. Dort geht es auch zum Ticketshop https:\/\/www.leafly.de\/conference\/tickets\/<\/p> <p>Noch bis zum 31.12.2019 stehen hier limitierte Tickets zum Fr\u00fchbucherpreis zur Verf\u00fcgung. Die CME Zertifizierung der Konferenz ist in Planung.<\/p> <p>Weitere Informationen unter https:\/\/www.leafly.de\/conference\/<\/p> <p>Bitte beachten Sie: Die Webseite wird demn\u00e4chst auf das neue Konferenzdesign umgestellt. Derzeit ist noch die alte Version zu sehen. Wir bitten darum, dass Sie das neue Logo nutzen.<\/p> <p>FAKTEN<\/p> <p>TITEL Leafly Medical Cannabis Conference 2020<\/p> <p>WANN 8. und 9. May 2020<\/p> <p>WO Umweltforum Berlin, Pufendorfstr.11, 10249 Berlin<\/p> <p>WAS Europas wegweisende Fachkonferenz zu Cannabinoiden in der Medizin<\/p> <p>INFO https:\/\/www.leafly.de\/conference\/<\/p> <p>Kontakte<\/p> <p>Pressestelle<\/p> <p>Prof. Dr. Astrid Nelke<\/p> <p>[know:bodies] gmbh<\/p> <p>T: +49 (0)30 70 37 412<\/p> <p>Mobil: +49 (0)177 70 37 412<\/p> <p>nelke@knowbodies.de<\/p> <p>presse@leafly.de<\/p> <p>Leafly Medical Cannabis Conference 2020<\/p> <p>Konferenzleitung: Sandrina Koemm-Benson<\/p> <p>Konferenzb\u00fcro: Deborah Avanzato<\/p> <p>Leafly Deutschland GmbH<\/p> <p>T: +49 (0)30 72 62 19 906<\/p> <p>Mobil: +49 (0)151 65 75 67 50<\/p> <p>conference@leafly.de<\/p> <p>Leafly.de ist das f\u00fchrende Wissensportal zu Cannabis als Medizin im deutschsprachigen Raum in Europa. Mit mehr als 300.000 Zugriffen pro Monat ist das unabh\u00e4ngige Onlineportal die Informationsquelle Nummer eins zum Thema bei \u00c4rzten, Apothekern, medizinischem Fachpersonal und Patienten.<\/p> <blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"YRcijFOybP\"><p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.leafly.de\/\"  >Das Wissensportal \u00fcber Cannabis als Medizin<\/a><\/p><\/blockquote> <p><iframe loading=\"lazy\" title=\"&#8222;Das Wissensportal \u00fcber Cannabis als Medizin&#8220; &#8212; Leafly Deutschland\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/www.leafly.de\/embed\/#?secret=YRcijFOybP\" data-secret=\"YRcijFOybP\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p> <p><b>Firmenkontakt<\/b><\/p> <p>Leafly Deutschland GmbH<\/p> <p>Sandrina K\u00f6mm-Benson<\/p> <p>Kemperplatz 1<\/p> <p>10785 Berlin<\/p> <p>0307037412<\/p> <p>presse@leafly.de<\/p> <blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"YRcijFOybP\"><p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.leafly.de\/\"  >Das Wissensportal \u00fcber Cannabis als Medizin<\/a><\/p><\/blockquote> <p><iframe loading=\"lazy\" title=\"&#8222;Das Wissensportal \u00fcber Cannabis als Medizin&#8220; &#8212; Leafly Deutschland\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"https:\/\/www.leafly.de\/embed\/#?secret=YRcijFOybP\" data-secret=\"YRcijFOybP\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p> <p><b>Pressekontakt<\/b><\/p> <p>[know:bodies] gesellschaft f\u00fcr integrierte kommunikation und bildungsberatung mbh<\/p> <p>Prof. Dr. Astrid Nelke<\/p> <p>Sophie-Charlotten-Str. 103<\/p> <p>14059 Berlin<\/p> <p>0307037412<\/p> <p>nelke@knowbodies.de<\/p> <blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"us8Woy4gpa\"><p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.knowbodies.de\/\"  >home<\/a><\/p><\/blockquote> <p><iframe loading=\"lazy\" title=\"&#8222;home&#8220; &#8212; [know:bodies] integrierte kommunikation und besch\u00e4ftigtenmanagement\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"http:\/\/www.knowbodies.de\/embed\/#?secret=us8Woy4gpa\" data-secret=\"us8Woy4gpa\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Vorfeld der ersten Leafly Medical Cannabis Conference im Mai 2020 in Berlin, hat die Redaktion von Leafly.de zwei renommierten und international angesehenen Schmerzmedizinern Fragen zur Rolle von Cannabinoiden in der Schmerztherapie gestellt. 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