{"id":271851,"date":"2020-08-18T10:40:01","date_gmt":"2020-08-18T09:40:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=271851"},"modified":"2024-07-17T11:20:09","modified_gmt":"2024-07-17T10:20:09","slug":"botschaftsfluchten-von-1989-als-katalysator","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/botschaftsfluchten-von-1989-als-katalysator-10271851\/","title":{"rendered":"Botschaftsfluchten von 1989 als Katalysator"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-271852 size-full\" title=\"DDR_ B\u00fcrger nutzten die Botschaften zur Flucht\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Ueber-Warschau_in-den-Westen_CKlammt-e1597743529258.jpg\" alt=\"Cover &quot;\u00fcber Warschau in den Westen&quot;\" width=\"200\" height=\"300\" \/>Vor 30 Jahren ver\u00e4nderte die deutsche Wiedervereinigung die Welt. Historiker sind sich einig: die Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me und Botschaftsbesetzungen von 1989 trugen erheblich zum Ende des Kalten Krieges bei. Was nur wenige wissen: \u00fcber die Deutsche Botschaft in Warschau gelangten 6.000 DDR-B\u00fcrger teilweise noch weit vor dem Mauerfall in die Freiheit. Zeitgleich zu den ersten Z\u00fcgen aus Prag am 1. Oktober fuhr auch ein Zug aus Warschau mit 809 Botschaftsfl\u00fcchtlingen \u00fcber die DDR in die Freiheit.<br \/> <!--more-->\u201eIn Polen hatten im Juni nach jahrzehntelangem und teils blutigem Kampf die ersten teilweise freien Wahlen in einem Land des Warschauer Pakts stattgefunden. Dadurch war dort eine andere Atmosph\u00e4re, es herrschte schon l\u00e4nger politisches Tauwetter. Trotz Verhaftungsgefahr an der Grenze, der Ungewissheit \u00fcber die Zukunft und einer katastrophalen Wirtschaftslage: die Polen halfen\u201c, so Cornelia Klammt. Sie geh\u00f6rte mit zu den Ersten, die Hilfe in der Deutschen Botschaft suchten. \u201ePrivatpersonen brachten Lebensmittel und Tee oder lie\u00dfen Familien erst einmal ausruhen. Das Polnische Rote Kreuz, die Gewerkschaft Solidarnosc und die Katholische Kirche halfen bei der Unterbringung der schnell ansteigenden Fl\u00fcchtlingszahlen- Sie stellten Ferienunterk\u00fcnfte und ein Priesterseminar zur Verf\u00fcgung und halfen mit Verpflegung.<br \/> \u201eDurch unsere Botschaftsbesetzungen brachten wir die neugew\u00e4hlte demokratische Regierung unter Tadeusz Mazowiecki in zus\u00e4tzliche Schwierigkeiten. In Polen sowie der angrenzenden Sowjetunion war die Lage instabil. Es gab Vertr\u00e4ge mit der DDR, die das Zur\u00fcckweisen und eine Inhaftierung bedeutet h\u00e4tten. Aber Polen verstand die Situation und half. Schon Mitte September sicherte Ministerpr\u00e4sident Mazowiecki in einem Telefonat zu, niemanden an die Staatssicherheit auszuliefern. Den polnischen Grenzbeamten wurde angeordnet, besonders laut zu sein und dadurch gefl\u00fcchtete DDR-B\u00fcrger zu warnen und nicht verhaften zu m\u00fcssen. Trotzdem wurden an der Grenze meist durch die DDR-Grenztruppen zahlreiche Menschen inhaftiert, die einfach nur frei leben wollten und daf\u00fcr alles Bisherige aufgegeben hatten.<br \/> In ihrem Buch \u201e\u00dcber Warschau in den Westen\u201c beleuchtet Cornelia Klammt die historischen Hintergr\u00fcnde, bevor Zeitzeugen wie der ehemalige Botschafter der Bundesrepublik in Warschau, die Generalsekret\u00e4rin des Polnischen Roten Kreuzes, Botschaftsmitarbeiter und Zufluchtsuchende zu Wort kommen. Die Geschichten hinter der eigentlichen Geschichte sind das emotional bewegende das Salz in der Suppe, das Geschichte lebendig miterleben l\u00e4sst.<br \/> \u201eDamals schien es ein Abschied f\u00fcr immer zu sein. Es war klar, dass man sp\u00e4ter nie wieder zu Besuch oder zu Beerdigungen einreisen durfte und selbst auf der Transitstrecke nach Westberlin verhaftet werden konnte. Umso sch\u00f6ner, dass die Massenflucht Ver\u00e4nderungen und mit der Wiedervereinigung auch Demokratie f\u00f6rderte\u201c, so die Autorin. \u201eDie heutigen M\u00f6glichkeiten sollten aktiv genutzt werden. Damals wurden Menschen erschossen, nur weil sie in ein anderes Land wollten. Heute sollten die M\u00f6glichkeiten zur Horizonterweiterung in Europa aktiver genutzt werden; Stipendien, Austausch und g\u00fcnstige Anbieter gibt es gen\u00fcgend.\u201c Sie empfiehlt \u00fcbrigens einen Besuch in Warschau, einer der \u201emodernsten, herzlichsten und weltoffendsten Hauptst\u00e4dte in Europa\u201c.<\/p> <p>Presseinformationen:<br \/> Cornelia Klammt<br \/> ck@corneliaklammt.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 30 Jahren ver\u00e4nderte die deutsche Wiedervereinigung die Welt. 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