{"id":275056,"date":"2022-12-29T12:42:35","date_gmt":"2022-12-29T11:42:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=275056"},"modified":"2022-12-29T12:42:35","modified_gmt":"2022-12-29T11:42:35","slug":"gemuendenerin-trifft-genetische-zwillingsschwester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/gemuendenerin-trifft-genetische-zwillingsschwester-10275056\/","title":{"rendered":"Gem\u00fcndenerin trifft genetische Zwillingsschwester"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-275057 size-full\" title=\"Familienzuwachs der besonderen Art\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/427996-e1672314092420.jpg\" alt=\"Portrait Anja M\u00fcller\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/427996-e1672314092420.jpg 300w, https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/427996-e1672314092420-40x27.jpg 40w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Mit ihrer Stammzellspende hilft Anja M\u00fcller einer Frau gegen Leuk\u00e4mie: &#8222;Jetzt geh\u00f6rt sie zur Familie&#8220;<\/p> <p>Es ist ein nur ein kleiner, aber entscheidender Teil DNA, der bei Anja M\u00fcller und einer Frau in Griechenland \u00fcbereinstimmt. Ein Zufall, der das Leben der beiden Frauen wie zwei Magnete zusammengef\u00fchrt hat: Durch die Stammzellspende der Gem\u00fcndenerin konnte die Griechin ihre Leuk\u00e4mie besiegen und \u00fcberleben. F\u00fcr die Rheinland-Pf\u00e4lzerin geht ihre Verbindung zueinander aber weit \u00fcber Biologie hinaus. <!--more--><\/p> <p>Es ist der 26. Mai 2022, am Flughafen Athen. Es hat \u00fcber 40 Grad. Anja M\u00fcller und ihr Mann schauen sich in der vollen Halle suchend um. Blicke treffen sich. Dann l\u00e4cheln zwei Frauen und gehen zielstrebig aufeinander zu: Anja M\u00fcller und Nadja, die Anjas Stammzellen bekommen hat, stehen sich zum ersten Mal gegen\u00fcber. Sie umarmen sich wortlos.<\/p> <p>&#8222;Nadja hat geweint. Sie sagte, ich h\u00e4tte ihr das gr\u00f6\u00dfte Geschenk gemacht. Das ging mir sehr nahe&#8220;, erz\u00e4hlt 48-J\u00e4hrige heute. Sie und die gleichaltrige Nadja aus Athen hatten einander zuvor einige E-Mails geschrieben &#8211; und dann ein Treffen vereinbart. Denn beide hatten den gro\u00dfen Wunsch, einander endlich pers\u00f6nlich kennenzulernen.<\/p> <p>Beim Besuch in Griechenland verbringen sie so viel Zeit wie m\u00f6glich miteinander. Sie unterhalten sich auf Englisch und unternehmen viel. Die Gem\u00fcndenerin lernt Freunde und Familie von Nadja kennen: &#8222;Von Anfang an war eine Verbindung da. Jetzt ist sie noch greifbarer. Nadja ist f\u00fcr mich zu einem St\u00fcck Familie geworden.&#8220; Und das gilt nicht nur f\u00fcr sie selbst. Auch ihre Kinder, 25 und 22 Jahre alt, m\u00f6chten unbedingt das neue Familienmitglied kennenlernen und beim n\u00e4chsten Treffen dabei sein.<\/p> <p>Dass sie sich so sehr mit jemand Fremdem verbunden f\u00fchlen k\u00f6nnte, h\u00e4tte sie vor 2017 nicht gedacht. Seit einigen Jahren ist sie bereits als potenzielle Spenderin bei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei. Vor f\u00fcnf Jahren hat sich dann eine Mitarbeiterin der Stiftung bei ihr gemeldet: Ihre genetischen Gewebemerkmale passen zu denen eines Menschen mit Leuk\u00e4mie. Alter, Geschlecht, Herkunft &#8211; all das wusste die Rheinland-Pf\u00e4lzerin zu dieser Zeit noch nicht. Nur, dass ohne ihre Hilfe dieser Mensch nicht \u00fcberlebt. &#8222;Helfen tut keinem weh&#8220;, ist die \u00dcberzeugung der ge\u00fcbten Blutspenderin. &#8222;Klar, dass ich spenden will.&#8220;<\/p> <p>W\u00e4hrend die Stefan-Morsch-Stiftung damals alle notwendigen Schritte organisiert hat, machte sich die Gem\u00fcndenerin Sorgen: &#8222;Ich habe viel daran gedacht, wer dieser Mensch ist und gehofft, dass ich auch wirklich was ausrichten kann.&#8220; Wochen vergingen, Tage, die letzten Stunden. Fr\u00fch morgens kam sie in Begleitung ihres Mannes am Entnahmezentrum an. Gefr\u00fchst\u00fcckt hatte sie nicht. Essen durfte sie erst einige Stunden sp\u00e4ter, nach der Spende. Anja M\u00fcller nahm auf einer gepolsterten Liege mit aufrechter R\u00fcckenlehne Platz. Dann wurde es ernst.<\/p> <p>Beide Ellenbeugen wurden desinfiziert. Zwei kleine Stiche, zwei Venenzug\u00e4nge waren gelegt. Mit beiden Armen war die 48-J\u00e4hrige jetzt an ein Ger\u00e4t angeschlossen, das aus ihrem Blut die Stammzellen sammeln soll. Die Maschine begann leise zu rattern. Doch da floss kein Blut durch die Venenschl\u00e4uche in das Ger\u00e4t. &#8222;Meine Venen haben sich verkrampft. Die Spende kam nicht in Gang und musste abgebrochen werden&#8220;, erinnert sie sich. &#8222;Da habe ich zuerst mal geweint. Ich hatte Angst, dass es jetzt f\u00fcr die Empf\u00e4ngerin keine Hoffnung mehr gibt.&#8220; Sie durfte zu ihrem Mann, der wegen der Hygieneauflagen in einem separaten Raum wartete. Er konnte sie tr\u00f6sten. Beim zweiten Anlauf klappte es dann. Ein paar Stunden sp\u00e4ter wurde der Blutbeutel voller lebensrettender Stammzellen von einem Stammzellkurier nach Athen gebracht.<\/p> <p>Anja wird noch mitgeteilt, dass eine etwa gleichaltrige Frau in Griechenland &#8222;ihre&#8220; Patientin ist. Danach h\u00f6rt sie lange nichts. Einige Monate sp\u00e4ter erf\u00e4hrt sie, dass die Transplantation erfolgreich war. &#8222;Ich war erleichtert!&#8220;, erz\u00e4hlt Anja M\u00fcller. Immer wieder schickt sie ihre Gedanken wie \u00fcber ein unsichtbares Band zu ihrer Empf\u00e4ngerin.<\/p> <p>F\u00fcr Nadja geht der Kampf um ihr Leben nach der Stammzelltransplantation weiter. Ihr K\u00f6rper wehrt sich gegen die fremden Zellen, die sie von der Leuk\u00e4mie heilen sollen. In ganz kleinen Schritten kommt sie ihrem Ziel n\u00e4her: \u00dcberleben. Neun Monate sp\u00e4ter kann sie die Klinik verlassen. Sie m\u00f6chte wissen, wer ihre Lebensretterin ist und Danke sagen. Als die gesetzliche Kontaktsperre vorbei ist, klickt die griechische Grafikerin auf &#8222;senden&#8220; &#8211; und schickt eine erste E-Mail an Anja M\u00fcller. Nachrichten gehen hin und her, bis die Rheinland-Pf\u00e4lzerin schlie\u00dflich f\u00fcr sich und ihren Mann einen Flug nach Athen bucht. &#8222;Wir haben lange davon gesprochen. Irgendwann hat mein Mann gesagt, wir fahren jetzt hin. Das zu erleben, war ein Gef\u00fchl von purem Gl\u00fcck. Es bedeutet mir viel, dass es ihr heute so gut geht&#8220;, erz\u00e4hlt Anja.<\/p> <p>Familie und Freunde nennen sie manchmal Lebensretterin. Das macht die 48-J\u00e4hrige verlegen: &#8222;Ein bisschen stimmt das vielleicht. Aber eigentlich sollte es selbstverst\u00e4ndlich sein. Jeder sollte sich in die Lage versetzen, wie es w\u00e4re, selbst zu erkranken. Eine Stammzellspende ist ein kleiner Aufwand &#8211; mit gro\u00dfer Wirkung. Man rettet damit nicht nur einen Menschen, sondern eine ganze Familie.&#8220;<\/p> <p>Jedes Jahr erkranken etwa 13.500 Menschen in Deutschland an Leuk\u00e4mie. Viele von ihnen k\u00f6nnen nur \u00fcberleben, wenn es einen genetisch passenden Spender oder eine passende Spenderin gibt. Um aber \u00fcberhaupt gefunden zu werden, ist es wichtig, sich als potenzielle:r Stammzellspender:in zu registrieren. \u00dcber die Homepage <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.stefan-morsch-stiftung.de\"  rel=\"nofollow\">www.stefan-morsch-stiftung.de<\/a> ist das jederzeit online m\u00f6glich.<\/p> <p>Die Stefan-Morsch-Stiftung ist Deutschlands erste Stammzellspenderdatei mit Sitz im rheinland-pf\u00e4lzischen Birkenfeld. Mitte der 80er Jahre bewegte das Schicksal des 16-jahrigen Stefan Morsch viele Menschen in Deutschland und weltweit. Er war der erste Europaer, bei dem durch eine Ubertragung von fremdem Knochenmark die Leukamie geheilt werden konnte. Stefan starb nach einem halben Jahr an einer Lungenentzundung. Seine Idee, in Deutschland eine Datenbank fur Stammzellspender:innen aufzubauen, um anderen Leukamiepatienten:innen eine Chance auf Heilung zu ermoglichen, ist mit der Grundung der Stefan-Morsch-Stiftung 1986 Realitat geworden. Heute suchen und vermitteln wir Stammzellspender:innen fur Transplantationskliniken im In- und Ausland und koordinieren Stammzellentnahmen in enger Absprache mit der transplantierenden Klinik. In unserem HLA-Labor werden die eingehenden Blut- und Speichelproben potenzieller Spender:innen analysiert. Bislang konnten wir weltweit fur mehr als 8.000 Patient:innen passende Lebensretter:innen identifizieren. Dar\u00fcber hinaus begleiten und beraten wir Menschen mit Leuk\u00e4mie vor und nach der Transplantation und unterst\u00fctzen Betroffene, wenn sie aufgrund ihrer Erkrankung in eine finanzielle Notlage gekommen sind. Zudem fordert die Stiftung verschiedene Forschungsprojekte.<\/p> <p>Wir sind Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD) und in Fachgesellschaften wie der &#8222;World Marrow Donor Association&#8220; (WMDA) sowie der &#8222;European Society for Blood and Marrow Transplantation&#8220; (EBMT).<\/p> <p><b>Kontakt<\/b><\/p> <p>Stefan-Morsch-Stiftung<\/p> <p>Annika Bier<\/p> <p>Dambacher Weg 3-5<\/p> <p>55765 Birkenfeld<\/p> <p>06782 &#8211; 9933-45<\/p> <p>pressestelle@stefan-morsch-stiftung.de<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.stefan-morsch-stiftung.de\"  target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">http:\/\/www.stefan-morsch-stiftung.de<\/a><\/p> <p>Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit ihrer Stammzellspende hilft Anja M\u00fcller einer Frau gegen Leuk\u00e4mie: &#8222;Jetzt geh\u00f6rt sie zur Familie&#8220; Es ist ein nur ein kleiner, aber entscheidender Teil DNA, der bei Anja M\u00fcller und einer Frau in Griechenland \u00fcbereinstimmt. 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