{"id":275573,"date":"2023-10-04T11:16:44","date_gmt":"2023-10-04T10:16:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=275573"},"modified":"2025-09-12T10:04:14","modified_gmt":"2025-09-12T09:04:14","slug":"handwerksunternehmen-erfolgreich-verkaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/handwerksunternehmen-erfolgreich-verkaufen-10275573\/","title":{"rendered":"Handwerksunternehmen erfolgreich verkaufen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-275574 size-full\" title=\"Ger\u00e4te, R\u00e4umlichkeiten, Material und Mitarbeiter sollten \u00fcbernommen werden\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/flex-2147354_640-e1696413952687.jpg\" alt=\"Winkelschleifer in Nahaufnahme\" width=\"300\" height=\"225\" \/>Der Verkauf eines Handwerksunternehmens kann sich als durchaus komplexe Aufgabe erweisen. Gerade im Kontext der Unternehmensnachfolge eines sogenannten Familienunternehmens richtet sich der Fokus auf die Nachfolgeplanung: Wenn kein Familienmitglied die Firma \u00fcbernehmen m\u00f6chte, bleibt in der Regel nur der Verkauf des Unternehmens. <!--more-->Zuerst gilt es, eine Verkaufsstrategie zu entwickeln. Dieser sollte nat\u00fcrlich eine objektive Unternehmensbewertung zugrunde liegen \u2013 letztere sollte auf Umsatz, Gewinn, Verm\u00f6genswerten sowie Marktaussichten basieren.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Potenzielle Fehler beim Verkauf<\/h4> <p>Nicht selten verhindern diverse Fehler den Verkauf eines Handwerksunternehmens. Dazu z\u00e4hlt zum Beispiel die schlechte Nachfolgef\u00e4higkeit des Unternehmens: Letztere kann an der fehlenden Positionierung bei den Kunden liegen, doch auch an einer nicht vorhandenen Positionierung als Arbeitgeber. Auch kann es sein, dass die <a href=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/zeitschrift-magazin-pu-praxis-unternehmensnachfolge\">Nachfolgeplanung<\/a> immer wieder vertagt wurde, sodass ein K\u00e4ufer nun unter gro\u00dfem Zeitdruck gesucht\/gefunden werden muss.<br \/> Nicht selten fehlt eine dezidierte Exitstrategie f\u00fcr den Ausstieg \u2013 konzeptionsloses Procedere und \u00fcberh\u00f6hte Kaufpreisvorstellung inklusive.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Asset Deal versus Share Deal<\/h4> <p>Jetzt stellt sich die Frage, wie sich das Handwerksunternehmen verkaufen l\u00e4sst. Im Prinzip stehen zwei unterschiedliche Varianten im Zentrum eines Unternehmensverkaufs. Dabei sind zwei Gestaltungsformen m\u00f6glich \u2013 zum einen der Verkauf von Betriebsverm\u00f6gen (Asset Deal), zum anderen der Verkauf von Gesellschaftsanteilen (Share Deal). Welche rechtlichen Bedingungen f\u00fcr die Abwicklung von M&amp;A-Transaktionen gelten, ist abh\u00e4ngig von der rechtlichen Form des Handwerksunternehmens. Gem\u00e4\u00df den Angaben des Statistischen Bundesamtes sind etwa zwei Drittel der Handwerksunternehmen in Deutschland als Einzelunternehmen organisiert. Diese Unternehmensform pr\u00e4gen zu etwa 60 Prozent vor allem Solo-Selbst\u00e4ndige und Handwerksbetriebe mit maximal vier Besch\u00e4ftigten. Der Rest verteilt sich auf Personengesellschaften (u.a. GbR, OHG, KG), Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH) und sonstige Rechtsformen.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Rechtliche Form ist entscheidend<\/h4> <p>Welche rechtlichen Bedingungen f\u00fcr die Abwicklung von Verkaufsaktionen mit Handwerksunternehmen ma\u00dfgebend sind, richtet sich nach der rechtlichen Form, in der das betreffende Unternehmen tats\u00e4chlich in das Wirtschafts- und Gesch\u00e4ftsleben eingebunden ist. Ein Einzelunternehmen l\u00e4sst sich lediglich auf dem Wege eines Asset Deals verkaufen. In diesem Fall erwirbt der K\u00e4ufer pr\u00e4zise definierte Wirtschaftsg\u00fcter des Unternehmensverm\u00f6gens. Derartige Verm\u00f6genswerte, also Assets, k\u00f6nnen beispielsweise Produktionsanlagen, technische Infrastruktur, Immobilien und Fuhrpark wie auch Rechte und Forderungen sein. Handelt es sich bei dem zu verkaufenden Unternehmen hingegen um ein Handwerksunternehmen der Rechtsform Personengesellschaft, kommt ein Share Deal zum Einsatz. Hier \u00fcbernimmt der Erwerber einzelne oder aber alle Gesellschaftsanteile am Betrieb mit den entsprechenden Rechten und Pflichten. Nach identischen Suchkriterien erfolgt der \u00dcbertrag diverser Gesellschaftsanteile an einer Kapitalgesellschaft (beispielsweise GmbH).<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Vor dem Verkauf zu beachten<\/h4> <p>Vor dem Verkauf eines Handwerksunternehmens gilt es, einiges zu beachten. Am Anfang steht die Betriebsanalyse \u2013 auf diese Weise l\u00e4sst sich der Status quo ermitteln. Daraus l\u00e4sst sich der potenzielle Handlungsbedarf aufgrund zuvor ermittelter Risiken ableiten. Hier sollte \u201ealles auf den Tisch\u201c kommen \u2013 und dies schonungslos. Innovationen und neue Wege sollten im Zentrum stehen. Daraus abgeleitete Modernisierungsideen k\u00f6nnen k\u00fcnftigen K\u00e4ufern vermitteln, dass ein Erwerb des Unternehmens wegen der kreativen und dynamischen innerbetrieblichen Strukturen eine hohe Attraktivit\u00e4t besitzt. Jetzt geht es an die Umsetzung, mit dem Entwurf eines tragf\u00e4higen Konzepts, welches alle innovativen und verkaufsf\u00f6rdernden Ma\u00dfnahmen skizziert. Eine strategische Investition in den Workflow darf nat\u00fcrlich nicht fehlen. Auch die Infrastruktur sollte nach M\u00f6glichkeit vor dem Beginn des Verkaufsprozesses modernisiert werden. Etwaige Belege gilt es, unbedingt aufzubewahren. Diese lassen sich bei der K\u00e4uferakquisition hervorragend argumentativ einsetzen.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Unternehmensbewertung<\/h4> <p>Keine Frage: Eine zentrale Rolle im Verkaufsprozess spielt die Unternehmensbewertung im Vorfeld. Wenn sich auch das sogenannte \u201eErtragswertverfahren\u201c als Methode weitgehend etabliert hat, so ist dieses kaum auf kleine und mittlere Betriebe der Rechtsform einer Einzelunternehmung zugeschnitten, weil diese Betriebe im Normalfall keine aussagekr\u00e4ftigen Kennzahlen und Planungsdaten vorweisen k\u00f6nnen wie beim Ertragswertverfahren generell gefordert. Aus diesem Grund wurde ein spezieller Bewertungsstandard eingef\u00fchrt, der gerade auf die Wertermittlung bei Handwerksunternehmen abzielt. Es handelt sich um den sogenannten Bewertungsstandard AWH (\u201eArbeitskreis der wertermittelnden Berater im Handwerk\u201c). Gem\u00e4\u00df der AWH-Methode sind auch die individuellen Risiken zu ber\u00fccksichtigen, wodurch der zu bewertende Betrieb gepr\u00e4gt ist. Via AWH-Verfahren gewinnen \u201eweiche\u201c Faktoren an Gewicht, zum Beispiel Inhaber, Mitarbeiter, Kundenstruktur, Ruf des Unternehmens, Produkt- und Leistungsspektrum, Markt- und Wettbewerbssituation.<br \/> Finanzielle Kennzahlen wie Jahres\u00fcberschuss, Cashflow, Umsatzrendite, Eigenkapitalquote und Liquidit\u00e4t stehen im Zentrum der Unternehmensverkaufs. Mit einigen Ma\u00dfnahmen l\u00e4sst sich der Wert des Unternehmens nachhaltig verbessern. Dazu z\u00e4hlen die \u201e\u00fcbergabereife\u201c Optimierung der Kennzahlen, homogene Altersstruktur der Belegschaft, Modernisierung der Maschinen &amp; Co.<\/p> <h4><\/h4> <h4>K\u00e4ufer finden<\/h4> <p>Am Ende geht es darum, potenzielle K\u00e4ufer f\u00fcr das Unternehmen zu finden. Deshalb erscheint es unbedingt notwendig, ein Anforderungsprofil des potenziellen K\u00e4ufers zu erstellen. Im Fokus sollten neben fundierten Fachkenntnissen, unternehmerischem Know-how, F\u00fchrungsqualit\u00e4ten auch ausreichende finanzielle Polster stehen \u2013 belegbare Referenzen inklusive.<br \/> Auch kommt es darauf an, das Unternehmen mit entsprechenden Pluspunkten zu bewerben \u2013 allen voran Image und Reputation, Lage und Standort, T\u00e4tigkeits- und Leistungsspektrum, Expansionspotential, technischer Zustand von Maschinen &amp; Co., Markt- und Wettbewerbssituation.<\/p> <p>&nbsp;<\/p> <h4>Alternativen<\/h4> <p>Wird trotz aller Bem\u00fchungen kein geeigneter K\u00e4ufer gefunden, bieten sich weitere Gestaltungsm\u00f6glichkeiten an, beispielsweise ein Verkauf an Mitarbeiter (MBO) oder die \u00dcberf\u00fchrung in eine Familienstiftung. Wie auch immer \u2013 eine sorgf\u00e4ltige Planung\/Strategie mit einem ausreichenden Zeitvorlauf (etwa vier bis f\u00fcnf Jahre) ist absolut erforderlich, um den Verkauf optimal umzusetzen. So l\u00e4sst das Handwerksunternehmen verkaufen \u2013 mit Erfolg. Wer den Verkauf nicht selbst abwickeln m\u00f6chte, kann auch einen Unternehmensmakler oder -berater einschalten.<\/p> <p>Bild von Bruno auf Pixabay<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Verkauf eines Handwerksunternehmens kann sich als durchaus komplexe Aufgabe erweisen. 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