{"id":275957,"date":"2024-03-15T12:29:54","date_gmt":"2024-03-15T11:29:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=275957"},"modified":"2026-01-21T10:35:47","modified_gmt":"2026-01-21T09:35:47","slug":"klimaemissionen-sinken-2023-um-101-prozent-groesster-rueckgang-seit-1990","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/klimaemissionen-sinken-2023-um-101-prozent-groesster-rueckgang-seit-1990-10275957\/","title":{"rendered":"Klimaemissionen sinken 2023 um 10,1 Prozent \u2013 gr\u00f6\u00dfter R\u00fcckgang seit 1990"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-275958 size-full\" title=\"Deutschland muss mehr Treibhausgas-Emissionen einsparen, um seine Klimaziele bis 2030 zu erreichen.\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/industrieschlot_mit_abgasen_gina_sanders_fotolia_49710283_m-e1710502128897.jpg\" alt=\"dunkle Wolken ber einem Industrieschornstein\" width=\"300\" height=\"150\" \/>UBA-Projektion: Nationales Klimaziel bis 2030 erreichbar<\/p> <p>Im Jahr 2023 emittierte Deutschland 10,1 Prozent weniger Treibhausgase (THG) als 2022. Das zeigen neue Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA). Gr\u00fcnde sind der gestiegene Anteil erneuerbarer Energien, ein R\u00fcckgang der fossilen Energieerzeugung und eine gesunkene Energienachfrage bei Wirtschaft und Verbrauchern. <!--more-->Insgesamt wurden 2023 in Deutschland rund 673 Millionen Tonnen THG freigesetzt \u2013 76 Millionen Tonnen oder 10,1 Prozent weniger als 2022. Dies ist der st\u00e4rkste R\u00fcckgang seit 1990. Insbesondere der Verkehrssektor muss beim Klimaschutz aber nachsteuern. Er verfehlt seine Klimaziele erneut deutlich und liegt 13 Millionen Tonnen \u00fcber dem zul\u00e4ssigen Sektor-Budget.<\/p> <p>UBA \u2060-Pr\u00e4sident Dirk Messner ordnet die Zahlen so ein: \u201eMit Ausbruch des Kriegs gegen die Ukraine hatten viele die Sorge, dass wir eine Renaissance der Kohle und anderer fossiler Energietr\u00e4ger sehen werden. Wir wissen heute, dass das nicht passiert ist. Das liegt vor allem am sehr erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien. Das ist ein gro\u00dfer Schritt, der uns in den kommenden Jahren beim \u2060 Klimaschutz \u2060 helfen wird. Aber nicht in allen Sektoren stehen wir gl\u00e4nzend da. Vor allem der Verkehrssektor bleibt weiter ein gro\u00dfes Sorgenkind. Hier muss dringend mehr passieren \u2013 etwa durch den Ausbau der Elektromobilit\u00e4t und den Abbau des Dienstwagenprivilegs und anderer klimasch\u00e4dlicher Subventionen. Mit Blick auf das Jahr 2030 bin ich zuversichtlich, dass wir die nationalen Klimaziele einhalten k\u00f6nnen. Wir sind bereits ein gro\u00dfes St\u00fcck beim Klimaschutz vorangekommen. Zu Beginn der Legislaturperiode gingen wir f\u00fcr 2030 noch von 1.100 Millionen Tonnen THG zu viel aus. Jetzt sehen wir in unseren Projektionen f\u00fcr 2030, dass diese L\u00fccke geschlossen werden wird, wenn wir weiter so ambitioniert am Klimaschutz arbeiten.\u201c<\/p> <p>Im Sektor Energiewirtschaft sind die THG-Emissionen 2023 gegen\u00fcber dem Vorjahr um rund 51,8 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente bzw. 20,1 Prozent gesunken, was auf einen geringeren Einsatz fossiler Brennstoffe zur Erzeugung von Strom und W\u00e4rme zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Besonders stark war dieser R\u00fcckgang beim Einsatz von Braun- und Steinkohle sowie bei Erdgas. Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind unter anderem die deutlich gesunkene Kohleverstromung, der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien und ein Stromimport\u00fcberschuss bei gleichzeitig gesunkener Energienachfrage. Weitere Treiber waren Energieeinsparungen in Folge von h\u00f6heren Verbraucherpreisen sowie die milden Witterungsverh\u00e4ltnisse in den Wintermonaten.<\/p> <p>In der Industrie sanken die Emissionen im zweiten Jahr in Folge auf rund 155 Mio. Tonnen CO 2 -\u00c4quivalente im Jahr 2023. Dies entspricht einem R\u00fcckgang von fast 13 Mio. Tonnen oder 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt der Industriesektor mit rund 18 Mio. Tonnen \u2060 CO2 \u2060-\u00c4quivalente unter seiner Jahresemissionsmenge f\u00fcr 2023. Auch hier wird der Emissionsr\u00fcckgang durch den gesunkenen Einsatz fossiler Brennstoffe, insbesondere von Erdgas und Steinkohle, bestimmt. Wichtige Treiber dieses Trends sind die negative konjunkturelle Entwicklung und gestiegene Herstellungskosten, die zu Produktionsr\u00fcckg\u00e4ngen f\u00fchrten.<\/p> <p>Auch im Geb\u00e4udesektor konnte eine Emissionsminderung von 8,3 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalenten auf rund 102 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente (minus 7,5 Prozent) erreicht werden. Trotz dieser Minderung \u00fcberschreitet der Geb\u00e4udesektor erneut die gem\u00e4\u00df BUndes-Klimaschutzgesetz (KSG) erlaubte Jahresemissionsmenge, diesmal um rund 1,2 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente. Wesentliche Treiber f\u00fcr den R\u00fcckgang der Emissionen sind wiederum Energieeinsparungen aufgrund der milden Witterungsbedingungen in den Wintermonaten 2023 und h\u00f6here Verbraucherpreise. Auch der Zubau an W\u00e4rmepumpen wirkte sich positiv auf die Emissionsentwicklung im Geb\u00e4udebereich aus, da beispielsweise weniger Erdgas und Heiz\u00f6l eingesetzt wurden.<\/p> <p>Im Verkehr wurden 2023 rund 146 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente ausgesto\u00dfen. Damit liegen die THG-Emissionen im Verkehrssektor rund 1,8 Mio. Tonnen (1,2 Prozent) unter dem Wert von 2022 und rund 13 Mio. Tonnen \u00fcber der nach KSG f\u00fcr 2023 zul\u00e4ssigen Jahresemissionsmenge von 133 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente. Im Vorjahr waren die Emissionen noch leicht angestiegen. Angesichts der nur geringen \u00dcberschreitung im Geb\u00e4udesektor ist der Verkehr damit der einzige Sektor, der sein Ziel deutlich verfehlt und sich weiter vom gesetzlichen Zielpfad entfernt. Haupttreiber des geringen Emissionsr\u00fcckgangs sind dabei aber nicht etwa effektive Klimaschutzma\u00dfnahmen, sondern die abnehmende \u2060 Fahrleistung \u2060 im Stra\u00dfeng\u00fcterverkehr. Verglichen mit 2022 hat der Pkw-Verkehr 2023 dagegen leicht zugenommen. Die im vergangenen Jahr neu zugelassenen Elektrofahrzeuge im Pkw-Bestand wirken hier leicht emissionsmindernd.<\/p> <p>Projektionsdaten f\u00fcr das Jahr 2030:<\/p> <p>Aus den heute ver\u00f6ffentlichten aktuellen UBA-Projektionsdaten 2024 wird im Vergleich zum UBA-Projektionsbericht 2023 deutlich, dass die neuen Klimaschutzma\u00dfnahmen auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene ihre Wirkung entfalten k\u00f6nnen. Mit einem ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien bleiben die nationalen Klimaziele bis 2030 sektor\u00fcbergreifend erreichbar. Die sogenannte kumulierte Jahresemissionsgesamtmenge zeigt sektor\u00fcbergreifend bis 2030 sogar eine \u00dcbererf\u00fcllung von 47 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalenten. Dem Ziel, im Jahr 2030 die THG-Emissionen um 65 Prozent gegen\u00fcber 1990 zu mindern, kommt Deutschland mit den aktuell vorgesehenen Ma\u00dfnahmen demnach sehr nahe.<\/p> <p>Wie die Emissionsdaten zeigen auch die aktuellen Projektionsdaten, dass die Klimaschutzanstrengungen in den einzelnen Sektoren unterschiedlich erfolgreich sind. So weist der Verkehrssektor bis 2030 eine kumulierte Minderungsl\u00fccke von 180 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalenten auf. Im Sektor Geb\u00e4ude werden bis 2030 wiederum 32 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente mehr emittiert als vorgesehen. Dahingegen \u00fcbertrifft der Sektor Energiewirtschaft sein Emissionsziel um 175 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente, was ma\u00dfgeblich auf einen gelungenen Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2030 basiert. Auch der Sektor Industrie \u00fcbertrifft laut Projektionsdaten seine gesetzlichen Vorgaben um 37 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente, dabei geht in den kommenden Jahren die Erholung der Industrie einher mit ihrer Dekarbonisierung. Die Sektoren Landwirtschaft sowie Abfallwirtschaft und Sonstiges \u00fcbererf\u00fcllen ihre Ziele um 29 Mio. Tonnen, bzw. um 17 Mio. Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente.<\/p> <p>Weitere Informationen:<\/p> <p>Die vorliegenden Emissionsdaten f\u00fcr das Jahr 2023 stellen die gegenw\u00e4rtig bestm\u00f6gliche Berechnung dar. Sie sind insbesondere aufgrund der zu diesem Zeitpunkt nur begrenzt vorliegenden statistischen Berechnungsgrundlagen mit entsprechenden Unsicherheiten verbunden. Die Berechnungen leiten sich aus einem System von Modellrechnungen und Trendfortschreibungen der im Januar 2024 ver\u00f6ffentlichten detaillierten Inventare der THG-Emissionen des Jahres 2022 ab. Die vollst\u00e4ndigen, offiziellen und detaillierten Inventardaten zu den THG-Emissionen in Deutschland f\u00fcr das Jahr 2023 ver\u00f6ffentlicht das UBA im Januar 2025 mit der \u00dcbermittlung an die Europ\u00e4ische Kommission.<\/p> <p>F\u00fcr die Erstellung der Projektionsdaten und des Projektionsberichts der Bundesregierung beauftragt das UBA regelm\u00e4\u00dfig ein unabh\u00e4ngiges Forschungskonsortium, das mit einem integrierten Modellierungsansatz absch\u00e4tzt, wie sich die aktuelle Klimaschutzpolitik auf die klimasch\u00e4dlichen Treibhausgasemissionen Deutschlands auswirkt. Der Fokus liegt auf den Ergebnissen in den Sektoren bis zum Jahr 2030 und auf dem Jahr 2045. Das UBA koordiniert die Arbeiten in enger Abstimmung mit den zust\u00e4ndigen Ressorts aller Sektoren auf Bundesebene (Energiewirtschaft, Verkehr, Industrie, Geb\u00e4ude, Abfallwirtschaft, Landwirtschaft sowie \u2060 Landnutzung \u2060, Landnutzungs\u00e4nderungen und Forstwirtschaft).<\/p> <p>Diese Projektionen sollten nicht als \u2060 Prognose \u2060 f\u00fcr kommende Jahre missverstanden werden. F\u00fcr Projektionen werden Modelle eingesetzt, die eine langj\u00e4hrige, plausible Treibhausgasemissionsentwicklung unter den Bedingungen und Annahmen zum Zeitpunkt des Modellierungsstarts projizieren. Auftretenden Sondereffekten und unvorhergesehenen, kurzfristigen Ereignissen, wie z. B. die Energiekrise im vergangenen Jahr, sind methodisch nicht oder nur begrenzt integrierbar.<\/p> <p>Zus\u00e4tzlich zu dem heute ver\u00f6ffentlichten Kurzpapier \u201eTreibhausgas-Projektionen 2024 \u2013 Ergebnisse kompakt\u201c zu den Projektionsdaten 2024 hat das UBA bereits Anfang M\u00e4rz 2024 die Annahmen f\u00fcr die Berechnung der Treibhausgasprojektionen ver\u00f6ffentlicht:<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/publikationen\/treibhausgas-projektionen-2024-fuer-deutschland-0\"  >Treibhausgas-Projektionen 2024 f\u00fcr Deutschland &#8211; Instrumente<\/a><\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/publikationen\/treibhausgas-projektionen-2024-fuer-deutschland\"  >Treibhausgas-Projektionen 2024 f\u00fcr Deutschland &#8211; Rahmendaten<\/a><\/p> <p>Treibhausgas-Projektionen 2024 \u2013 Ergebnisse kompakt<\/p> <p>Komponentenzerlegung: Treiber energiebedingter THG-Emissionen<\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/galerie\/thg-emissionen-2023-projektionsdaten\"  >Grafiken zu den Emissionsdaten 2023\/Projektionsdaten 2024<\/a><\/p> <p>Pressesprecher: Martin Ittershagen, Florian Kuhlmey, Feliks Todtmann<br \/> Pressesprecher International: Joseph Nasr<br \/> Mitarbeiter*innen: Martin Stallmann, Cathleen Rieprich<br \/> Telefon: 0340\/2103-2245<br \/> Adresse: Umweltbundesamt, Postfach 1406, 06813 Dessau-Ro\u00dflau<br \/> E-Mail: presse[at]uba.de<br \/> Kontaktformular Medienanfragen:<br \/> www.umweltbundesamt.de\/presse\/kontaktformular-fuer-ihre-medienanfrage<\/p> <p>Quelle: Gina Sanders \/ Fotolia.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>UBA-Projektion: Nationales Klimaziel bis 2030 erreichbar Im Jahr 2023 emittierte Deutschland 10,1 Prozent weniger Treibhausgase (THG) als 2022. 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