{"id":277714,"date":"2025-08-08T11:50:57","date_gmt":"2025-08-08T10:50:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=277714"},"modified":"2025-08-08T11:50:57","modified_gmt":"2025-08-08T10:50:57","slug":"rohstoffwende-in-europa-wie-sich-aus-der-abhaengigkeit-von-china-befreien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/rohstoffwende-in-europa-wie-sich-aus-der-abhaengigkeit-von-china-befreien-10277714\/","title":{"rendered":"Rohstoffwende in Europa: Wie sich aus der Abh\u00e4ngigkeit von China befreien"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-277715 size-full\" title=\"Kontrolle \u00fcber kritische Rohstoffe entscheidend\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/465149-e1754650152535.jpg\" alt=\"Heinz Muser \" width=\"300\" height=\"169\" \/>Seltene Erden sind das neue \u00d6l &#8211; unverzichtbar f\u00fcr die Energiewende, digitale Souver\u00e4nit\u00e4t und milit\u00e4rische Sicherheit. Doch Europa ist abh\u00e4ngig. Wie gro\u00df ist die Gefahr &#8211; und wie k\u00f6nnen wir gegensteuern? Eine kritische Analyse mit Heinz Muser von der doobloo AG.<\/p> <p>Die unsichtbaren Metalle, die unsere Welt antreiben<!--more--><\/p> <p>Sie sind winzig, kaum jemand kennt ihre Namen &#8211; und doch steckt ohne sie kein Windrad, kein Smartphone, keine W\u00e4rmepumpe, kein Elektroauto. Die Rede ist von Seltenen Erden &#8211; einer Gruppe von 17 chemischen Elementen mit klangvollen Namen wie Neodym, Cer, Yttrium oder Lanthan. Diese Metalle sind f\u00fcr unsere technologische und \u00f6kologische Zukunft so elementar, dass man sie bereits als das &#8222;Gold des 21. Jahrhunderts&#8220; bezeichnet.<\/p> <p>Doch dieses Gold hat einen Haken: 98 Prozent der in der EU verwendeten Seltenen Erden stammen aus China. Auch bei Kobalt, Lithium und Platin sind wir &#8211; trotz gr\u00fcner Ambitionen &#8211; hochgradig importabh\u00e4ngig. Ein geopolitisches Risiko, das durch die Spannungen im Taiwan-Konflikt oder Lieferkettenst\u00f6rungen infolge von Pandemien oder Kriegen weiter zunimmt.<\/p> <p>Heinz Muser: &#8222;Der Wettlauf hat l\u00e4ngst begonnen&#8220;<\/p> <p>&#8222;Wer heute die Kontrolle \u00fcber kritische Rohstoffe hat, der kontrolliert die Zukunft&#8220;, sagt Heinz Muser, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der doobloo AG unter dem Dach der Augeon AG. &#8222;Europa hat lange gez\u00f6gert, w\u00e4hrend andere Staaten strategische Vorr\u00e4te anlegen, Beteiligungen an Minen sichern und eigene Aufbereitungszentren bauen.&#8220;<\/p> <p>Die doobloo AG besch\u00e4ftigt sich seit Jahren mit dem sicheren Zugang zu Edel- und Technologiemetallen f\u00fcr private wie institutionelle Investoren. Laut Muser brauche es jetzt einen strategischen Schulterschluss zwischen Politik, Industrie und Kapitalmarkt, um die Weichen neu zu stellen.<\/p> <p>Die EU h\u00e4lt dagegen &#8211; und setzt auf strategische Rohstoffsouver\u00e4nit\u00e4t: der Critical Raw Materials Act<\/p> <p>Mit dem Ende des Jahres 2023 hat die Europ\u00e4ische Union eine der weitreichendsten industriepolitischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte getroffen. Der sogenannte Critical Raw Materials Act (CRMA) soll nicht weniger als den Weg in die technologische Eigenst\u00e4ndigkeit ebnen &#8211; indem Europa sich von seiner gef\u00e4hrlichen Abh\u00e4ngigkeit von kritischen Rohstoffen emanzipiert. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein konkreter Aktionsplan mit vier zentralen Zielen, der bis zum Jahr 2030 messbare Fortschritte liefern soll.<\/p> <p>Erstens: Mindestens 10 Prozent des europ\u00e4ischen Bedarfs an kritischen Rohstoffen &#8211; etwa Seltene Erden, Lithium, Kobalt oder Platin &#8211; sollen k\u00fcnftig aus eigenen Vorkommen innerhalb der EU gewonnen werden. Das klingt zun\u00e4chst \u00fcberschaubar, ist aber ein Paradigmenwechsel. Bisher stammt nahezu alles aus Drittstaaten &#8211; vorwiegend aus China. Ein Beispiel: Europa importiert 98 % seiner Seltenen Erden. Mit dem CRMA sollen Projekte wie das schwedische Vorkommen in Kiruna oder die Lithium-Gewinnung im Oberrheingraben deutlich schneller realisiert werden. Ziel ist es, die Versorgung unabh\u00e4ngiger und resilienter zu gestalten &#8211; auch wenn der Aufbau eigener Minen viele Jahre dauert.<\/p> <p>Zweitens: Die EU will 40 Prozent der Verarbeitungsschritte &#8211; also Raffination, Trennung, Legierung &#8211; innerhalb Europas abbilden. Das bedeutet: Die gef\u00f6rderten Rohstoffe sollen nicht mehr wie bisher in Asien weiterverarbeitet werden, sondern vor Ort. Damit wird die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette zur\u00fcckgeholt &#8211; von der Mine bis zur funktionsf\u00e4higen Industriekomponente. F\u00fcr Unternehmen bedeutet das k\u00fcrzere Lieferketten, mehr Kontrolle \u00fcber Qualit\u00e4t und Preise, sowie strategische Stabilit\u00e4t in geopolitisch unsicheren Zeiten. Konkrete Projekte sind bereits in Planung: In Estland entsteht ein neues Trennwerk f\u00fcr Seltenerdoxide, in Frankreich eine Anlage zur Verarbeitung von Lithium.<\/p> <p>Drittens: Der CRMA legt fest, dass mindestens 25 Prozent der kritischen Rohstoffe aus Recyclingprozessen stammen sollen. Ein Ziel, das besonders ambitioniert erscheint &#8211; denn derzeit liegt die Recyclingquote f\u00fcr Seltene Erden bei mageren unter einem Prozent. Dabei steckt in Elektroschrott, Altger\u00e4ten, ausgedienten Windr\u00e4dern oder alten Batterien ein gigantisches Potenzial: In einem modernen Mittelklasse-Elektroauto sind bis zu 2 Kilogramm Seltenerdmagnete verbaut. Diese zur\u00fcckzugewinnen, w\u00e4re nicht nur \u00f6kologisch sinnvoll, sondern \u00f6konomisch klug. Doch daf\u00fcr braucht es neue Sammelsysteme, R\u00fcckf\u00fchrungsquoten, intelligente Demontagetechniken &#8211; und ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Industrie, Kommunen und Verbrauchern.<\/p> <p>Viertens: Um den strukturellen Wandel zu beschleunigen, verspricht die EU ein radikal verk\u00fcrztes Genehmigungsverfahren. Neue Bergbauprojekte sollen nicht mehr &#8211; wie bisher \u00fcblich &#8211; 10 bis 15 Jahre in b\u00fcrokratischen H\u00fcrden stecken bleiben, sondern innerhalb von 27 Monaten genehmigt werden. F\u00fcr Anlagen zur Verarbeitung und zum Recycling sind es sogar nur 15 Monate. Dieser sogenannte &#8222;Fast Track&#8220;-Mechanismus ist entscheidend, um Europas wirtschaftlichen R\u00fcckstand aufzuholen. So sollen unter anderem Genehmigungsverfahren wie bei Vulcan Energy oder LKAB k\u00fcnftig innerhalb von zwei Jahren planungssicher abgeschlossen sein &#8211; ein Zeitrahmen, der Investoren Hoffnung macht.<\/p> <p>Trotz dieser positiven Signale bleibt die Realit\u00e4t jedoch komplexer. Viele Projekte stehen erst am Anfang. Die Genehmigungsverfahren m\u00f6gen auf dem Papier verk\u00fcrzt sein, doch in der Praxis bleiben Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen, B\u00fcrgerbeteiligungen und regionale Widerst\u00e4nde oft hinderlich. Auch die Finanzierung gro\u00dfer Verarbeitungsanlagen, der Aufbau von Fachwissen und die Entwicklung funktionierender Recyclinginfrastrukturen sind gigantische Herausforderungen.<\/p> <p>Heinz Muser von der Doobloo AG bringt es auf den Punkt: &#8222;Europa hat den richtigen Weg eingeschlagen &#8211; aber der Weg ist lang, steinig und teuer. Entscheidend ist jetzt, dass wir nicht nur reden, sondern konsequent umsetzen.&#8220; Der Critical Raw Materials Act ist damit nicht das Ziel, sondern der Beginn eines tiefgreifenden Strukturwandels &#8211; hin zu einer souver\u00e4nen, resilienzf\u00e4higen Rohstoffpolitik &#8222;Made in Europe&#8220;.<\/p> <p>Neue Claims in Europa: Hoffnung auf schwedisches Erdreich und norwegische Tiefsee<\/p> <p>Der wohl spektakul\u00e4rste Fund stammt aus Kiruna in Schweden: Der staatliche Bergbaukonzern LKAB entdeckte 2023 mehr als eine Million Tonnen Seltene-Erden-Oxide &#8211; das gr\u00f6\u00dfte bekannte Vorkommen in Europa. Doch LKAB-Chef Jan Mostr\u00f6m d\u00e4mpft die Euphorie: Die Trennung der Metalle vom Tr\u00e4gererz sei &#8222;eine gewaltige technische Herausforderung&#8220;. Es kann noch 10 bis 15 Jahre dauern, bis nennenswerte Mengen abgebaut werden.<\/p> <p>Auch Norwegen mischt mit &#8211; auf ganz eigene Weise. Entlang seiner K\u00fcste lagern laut Studien des Norwegian Petroleum Directorate bis zu 80 Millionen Tonnen Kupfer und Zink, darunter auch gro\u00dfe Mengen Cer, einer Seltenen Erde, die etwa in der Aluminiumindustrie eingesetzt wird. Der Abbau in der Tiefsee w\u00e4re ein globales Novum &#8211; und k\u00f6nnte Norwegen zur Rohstoffmacht unter Wasser machen.<\/p> <p>Afrika im Visier: Europas neue Partner?<\/p> <p>W\u00e4hrend sich in Europa der Bergbau langsam formiert, setzt man zunehmend auf Partnerschaften mit rohstoffreichen Staaten in Afrika. Das britische Unternehmen Pensana plant in Angola eine Mine mit einem gesch\u00e4tzten Vorrat von 166.000 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid. Dieses Metall ist zentral f\u00fcr die Herstellung leistungsf\u00e4higer Permanentmagnete in Elektromotoren.<\/p> <p>In Hull an Englands K\u00fcste soll gleichzeitig ein Aufbereitungszentrum entstehen &#8211; mit einer Jahreskapazit\u00e4t von 12.500 Tonnen. Noch ist das Projekt Zukunftsmusik, denn Pensana meldete 2023 einen Jahresverlust von f\u00fcnf Millionen Euro. Die Frage ist, ob Kapitalgeber langfristig dranbleiben.<\/p> <p>Deutschland: Zwischen Thermalwasser und Ern\u00fcchterung<\/p> <p>In Deutschland ist das Rohstoffgl\u00fcck rar ges\u00e4t. Einzige nennenswerte Fundstelle: Storkwitz bei Leipzig, entdeckt in den 1970er Jahren. Die Ausbeute war mit<\/p> <p>Die doobloo AG mit Sitz im F\u00fcrstentum Liechtenstein hat sich auf den Kauf strategischer Metalle spezialisiert. Sie ist \u00fcberzeugt, dass jedes Anlageportfolio um einen greifbaren Sachwert erweitert werden sollte, als eine krisen- und inflationssichere Komponente. Technologiemetalle und Seltene Erden werden f\u00fcr fast alle Hightech-Entwicklungen der letzten Jahre dringend ben\u00f6tigt.<\/p> <p><b>Kontakt<\/b><\/p> <p>doobloo AG<\/p> <p>Dr. Peter Riedi<\/p> <p>Meierhofstasse 2<\/p> <p>FL-9490 Liechtenstein<\/p> <p>+423 23 90 117<\/p> <p><img alt=\"bcfdf05fb16b426f8fab8ae112c6cee6fe5c0401\" \/><\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/doobloo.com\/\"  target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/doobloo.com\/<\/a><\/p> <p>Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seltene Erden sind das neue \u00d6l &#8211; unverzichtbar f\u00fcr die Energiewende, digitale Souver\u00e4nit\u00e4t und milit\u00e4rische Sicherheit. Doch Europa ist abh\u00e4ngig. Wie gro\u00df ist die Gefahr &#8211; und wie k\u00f6nnen wir gegensteuern? Eine kritische Analyse mit Heinz Muser von der doobloo AG. 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