{"id":278639,"date":"2026-06-26T12:38:52","date_gmt":"2026-06-26T11:38:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=278639"},"modified":"2026-06-26T12:38:52","modified_gmt":"2026-06-26T11:38:52","slug":"pflegereform-darf-nicht-auf-dem-ruecken-von-patientinnen-und-angehoerigen-finanziert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/pflegereform-darf-nicht-auf-dem-ruecken-von-patientinnen-und-angehoerigen-finanziert-werden-10278639\/","title":{"rendered":"Pflegereform darf nicht auf dem R\u00fccken von Patient:innen und Angeh\u00f6rigen finanziert werden"},"content":{"rendered":"<p>Haus der Krebs-Selbsthilfe \u2013 Bundesverband e. V. kritisiert geplante Einschnitte im Pflegeneuordnungsgesetz<\/p> <p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-278640 size-full\" title=\"der Verein setzt sich f\u00fcr eine gerechte Reform ein\" src=\"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/476189-e1782473864230.jpg\" alt=\"Logo Haus der Krebs-Selbsthilfe\" width=\"300\" height=\"80\" \/>Das Haus der Krebs-Selbsthilfe \u2013 Bundesverband e. V. (HKSH-BV) warnt anl\u00e4sslich des Gesetzentwurfs zur Neuordnung der Pflegeversicherung (PNOG) vor erheblichen Belastungen f\u00fcr pflegebed\u00fcrftige Menschen, chronisch Erkrankte und ihre Angeh\u00f6rigen. Der Verband unterst\u00fctzt das Ziel, die soziale Pflegeversicherung finanziell zu stabilisieren. <!--more-->Eine Reform darf jedoch nicht dazu f\u00fchren, dass ausgerechnet die Menschen zus\u00e4tzlich belastet werden, die bereits durch Krankheit, Pflegebed\u00fcrftigkeit und famili\u00e4re Pflegeverantwortung stark gefordert sind.<\/p> <p>\u201eViele Krebspatient:innen erleben nicht nur die medizinischen Folgen ihrer Erkrankung, sondern auch erhebliche soziale, finanzielle und famili\u00e4re Belastungen. Pflegebed\u00fcrftigkeit, eingeschr\u00e4nkte Erwerbsf\u00e4higkeit, Reha-Bedarfe und die Unterst\u00fctzung durch Angeh\u00f6rige geh\u00f6ren f\u00fcr viele Betroffene zur Lebensrealit\u00e4t. Eine Pflegereform, die Entlastungsleistungen k\u00fcrzt und pflegende Angeh\u00f6rige schw\u00e4cht, geht an dieser Realit\u00e4t vorbei\u201c, erkl\u00e4rt Hedy Kerek-Bodden, Vorsitzende des HKSH-BV.<\/p> <p>Keine Rentenk\u00fcrzung f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige<\/p> <p>Besonders kritisch bewertet das HKSH-BV die geplante K\u00fcrzung der Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige. Pflegende Angeh\u00f6rige sind eine tragende S\u00e4ule des Pflegesystems. Sie \u00fcbernehmen Tag f\u00fcr Tag Aufgaben, ohne die die Versorgung vieler pflegebed\u00fcrftiger Menschen nicht aufrechterhalten werden k\u00f6nnte. Gerade bei einer schweren Erkrankung wie Krebs sind Angeh\u00f6rige h\u00e4ufig diejenigen, die Fahrten zu Behandlungsterminen organisieren, Versorgung koordinieren, im Haushalt unterst\u00fctzen und emotionale Stabilit\u00e4t geben.<\/p> <p>\u201eWer pflegende Angeh\u00f6rige in Sonntagsreden als R\u00fcckgrat des Pflegesystems bezeichnet, darf ihnen im Gesetzgebungsverfahren nicht die soziale Absicherung k\u00fcrzen. Pflege darf nicht zur Armutsfalle werden \u2013 weder f\u00fcr die Betroffenen noch f\u00fcr ihre Familien\u201c, so Kerek-Bodden.<\/p> <p>Pflegegrad 1: Entlastungsbetrag beibehalten<\/p> <p>Auch die vorgesehene Streichung des Entlastungsbetrages in Pflegegrad 1 lehnt das HKSH-BV ab. Gerade fr\u00fche, niedrigschwellige Unterst\u00fctzungsangebote k\u00f6nnen dazu beitragen, pr\u00e4ventiv Selbstst\u00e4ndigkeit zu erhalten, Angeh\u00f6rige zu entlasten und eine Verschlechterung der Versorgungssituation zu vermeiden. Wer solche Leistungen streicht, spart kurzfristig, riskiert aber langfristig h\u00f6here Belastungen f\u00fcr Betroffene, Familien und das Versorgungssystem.<\/p> <p>Verhinderungspflege bietet Angeh\u00f6rigen eine wichtige Entlastung<\/p> <p>Problematisch ist aus Sicht des HKSH-BV zudem die geplante Neuordnung von Verhinderungspflege, \u00dcberbr\u00fcckungsbudget, Sozialraumbudget und Pflegehilfsmitteln. F\u00fcr viele Familien ist die Verhinderungspflege eine der wichtigsten M\u00f6glichkeiten, kurzfristig Entlastung zu organisieren \u2013 insbesondere dann, wenn vertraute Personen aus dem Umfeld unterst\u00fctzen. Werden diese M\u00f6glichkeiten eingeschr\u00e4nkt oder unzureichend in neue Budgets \u00fcberf\u00fchrt, verlieren pflegende Angeh\u00f6rige dringend ben\u00f6tigte Flexibilit\u00e4t. Auch Pflegehilfsmittel zum Verbrauch d\u00fcrfen nicht zu einer zus\u00e4tzlichen finanziellen Belastung werden, wenn sie medizinisch notwendig sind.<\/p> <p>Staatliche Infrastrukturaufgaben nicht in Pflegeversicherung verlagern<\/p> <p>Das HKSH-BV sieht au\u00dferdem mit Sorge, dass im Gesetzentwurf staatliche Infrastrukturaufgaben zunehmend auf die Pflegeversicherung und damit auf Beitragszahler:innen, Pflegebed\u00fcrftige und Angeh\u00f6rige verlagert werden. Dazu z\u00e4hlen insbesondere Investitionskosten, Ausbildungskosten und Aufgaben der pflegerischen Notfallinfrastruktur. Diese Verantwortung darf nicht \u00fcber Leistungsk\u00fcrzungen bei den Schw\u00e4chsten kompensiert werden.<\/p> <p>\u201eDie Pflegeversicherung braucht eine tragf\u00e4hige und solidarische Finanzierung. Dazu geh\u00f6rt aber auch, dass der Staat seiner Verantwortung nachkommt. Mittel, die der Pflegeversicherung w\u00e4hrend der Corona-Pandemie entnommen wurden, m\u00fcssen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Es ist nicht akzeptabel, bestehende Finanzierungsl\u00fccken durch Einschnitte bei Pflegebed\u00fcrftigen und ihren Angeh\u00f6rigen zu schlie\u00dfen\u201c, betont das HKSH-BV.<\/p> <p>Aus Sicht der Krebs-Selbsthilfe muss eine Reform der Pflegeversicherung an der Lebenswirklichkeit der Betroffenen ausgerichtet werden. Dazu geh\u00f6ren verl\u00e4ssliche Entlastungsangebote, barrierefreie Beratung, eine verst\u00e4ndliche Leistungsstruktur, schnelle Zug\u00e4nge zu Unterst\u00fctzung, soziale Absicherung pflegender Angeh\u00f6riger und eine bessere Verzahnung von Pflege, Rehabilitation, medizinischer Versorgung, Sozialberatung und Selbsthilfe.<\/p> <p>Zentrale Forderungen des HKSH-BV<\/p> <p>Das HKSH-BV fordert die Bundesregierung daher auf, den Gesetzentwurf grundlegend nachzubessern. Notwendig sind insbesondere:<\/p> <p>\u00b7 keine K\u00fcrzung der Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige,<br \/> \u00b7 Erhalt des Entlastungsbetrages in Pflegegrad 1,<br \/> \u00b7 verl\u00e4ssliche und flexible Regelungen f\u00fcr Verhinderungspflege und Entlastungsbudgets,<br \/> \u00b7 keine indirekte Leistungsk\u00fcrzungen durch aufkommensneutrale Budgetmodelle,<br \/> \u00b7 Erhalt notwendiger Pflegehilfsmittel zum Verbrauch,<br \/> \u00b7 echte Barrierefreiheit bei digitalen und analogen Beratungsangeboten,<br \/> \u00b7 R\u00fcckf\u00fchrung der Corona-Entnahmen an die Pflegeversicherung<br \/> \u00b7 Finanzierung staatlicher Infrastrukturaufgaben aus staatlichen Mitteln.<\/p> <p>\u201eEine gute Pflegereform muss Pflegebed\u00fcrftige und Angeh\u00f6rige st\u00e4rken \u2013 nicht zus\u00e4tzlich verunsichern. Gerade Menschen mit Krebs und ihre Familien brauchen Verl\u00e4sslichkeit, Orientierung und Entlastung. Der vorliegende Entwurf setzt an zu vielen Stellen das falsche Signal\u201c, so Kerek-Bodden.<\/p> <p>Das Haus der Krebs-Selbsthilfe-Bundesverband e. V. (HKSH-BV) wurde 2015 gegr\u00fcndet und vereint zw\u00f6lf bundesweit unabh\u00e4ngig organisierte Krebs-Selbsthilfeverb\u00e4nde mit etwa 1.500 Selbsthilfegruppen. Sie decken die Krebserkrankungen von rund 85 Prozent der ca. 4,8 Millionen Betroffenen in Deutschland ab. Der Bundesverband und seine Mitgliedsverb\u00e4nde geben den an Krebs Erkrankten, den Menschen mit einer erblichen Veranlagung f\u00fcr eine Krebserkrankungen und den Angeh\u00f6rigen eine Stimme. Sie engagieren sich f\u00fcr die Umsetzung ihrer Interessen.<\/p> <p>Das HKSH-BV ist gemeinn\u00fctzig und wird umfassend von der Stiftung Deutsche Krebshilfe gef\u00f6rdert, unter deren Schirmherrschaft sie steht. Es ist unabh\u00e4ngig von Interessen und finanziellen Mitteln der Pharmaindustrie und anderer Wirtschaftsunternehmen des Gesundheitswesens.<\/p> <p><b>Firmenkontakt<\/b><\/p> <p>Haus der Krebs-Selbsthilfe-Bundesverband e.V.<\/p> <p>Bernd Crusius<\/p> <p>Thomas-Mann-Stra\u00dfe 40<\/p> <p>53111 Bonn<\/p> <p>0228 33889-540<\/p> <p><img alt=\"010f30d617af9e58e54c804f22c51b1197c26e04\" \/><\/p> <p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.hausderkrebsselbsthilfe.de\"  target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.hausderkrebsselbsthilfe.de<\/a><\/p> <p><b>Pressekontakt<\/b><\/p> <p>Haus der Krebs-Selbsthilfe-Bundesverband e. V.<\/p> <p>Bernd Crusius<\/p> <p>Thomas-Mann-Stra\u00dfe 40<\/p> <p>53111 Bonn<\/p> <p>0174-9750801<\/p> <p><img alt=\"010f30d617af9e58e54c804f22c51b1197c26e04\" \/><\/p> <blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"WD1RvNNxTB\"><p><a target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/hausderkrebsselbsthilfe.de\/\"  >Start<\/a><\/p><\/blockquote> <p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201eStart\u201c \u2013 Haus der Krebs-Selbsthilfe Bundesverband e.V.\" src=\"https:\/\/hausderkrebsselbsthilfe.de\/embed\/#?secret=odp1oSArCn#?secret=WD1RvNNxTB\" data-secret=\"WD1RvNNxTB\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p> <p>Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haus der Krebs-Selbsthilfe \u2013 Bundesverband e. 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