{"id":290,"date":"2008-05-13T13:04:34","date_gmt":"2008-05-13T12:04:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/depression-%e2%80%93-reine-frauensache-10290\/"},"modified":"2012-09-10T10:54:11","modified_gmt":"2012-09-10T09:54:11","slug":"depression-reine-frauensache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/depression-reine-frauensache-10290\/","title":{"rendered":"Depression \u2013 (r)eine Frauensache?"},"content":{"rendered":"<p>Internationale Bev\u00f6lkerungsstudien belegen Unterbehandlung bei M\u00e4nnern\u00a0 \/\u00a0 Mittels verbesserter Depressionsdiagnostik in der \u00e4rztlichen Praxis kann M\u00e4nnerdepressivit\u00e4t leichter entdeckt werden<\/p> <p>Die Problematik ist nicht neu: Haushalt, lebhafte Kinder und zus\u00e4tzlich ein anspruchsvoller Job. Schon lange m\u00fcssen viele Frauen diesen Anspr\u00fcchen gerecht werden. Ist der Stress ohne Hilfe nicht mehr zu bew\u00e4ltigen, entwickeln \u00fcberforderte Frauen nicht selten eine Depression. Dennoch, dass Frauen etwa zwei- bis dreimal h\u00e4ufiger an einer Depression als M\u00e4nner erkranken, hei\u00dft noch lange nicht, dass die Depression nicht auch ein M\u00e4nnerleiden ist. Ein Artikel in der Springer Fachzeitschrift Der Gyn\u00e4kologe besch\u00e4ftigt sich mit dieser Problematik.<!--more--><\/p> <p>Das genetische Risiko f\u00fcr Depressionen unterscheidet sich nur unwesentlich zwischen den Geschlechtern. Auch die weiblichen Hormone scheinen das Depressionsrisiko nicht zu beeinflussen. Ein entscheidender Faktor f\u00fcr eine Depression ist nach wie vor Stress. Seit dem letzten Jahrhundert setzen neu entstandene Stressquellen Frauen zunehmend unter Druck. Dazu geh\u00f6rt die Mehrfachbelastung der erwerbst\u00e4tigen Frau durch Hausarbeit und Kindererziehung. Beim Mann hingegen werden zunehmende Arbeitsplatzunsicherheit und Arbeitslosigkeit sowie fehlende Anerkennung und niedriger Status enorme Stressquellen. Ebenso belastet es die M\u00e4nner schwer, dass ihre Frauen immer eigenst\u00e4ndiger und damit auch trennungsbereiter werden. Auf chronischen Stress reagieren M\u00e4nner mit dem typischen \u201efight or flight\u201c. Sie tendieren zu Alkoholmissbrauch, Aggressivit\u00e4t, kardiovaskul\u00e4ren Erkrankungen und Selbstmord, wobei die m\u00e4nnliche Selbstmordrate die der Frauen mindestens um das Dreifache \u00fcbersteigt. Geht man davon aus, dass mehr als 90 Prozent aller Suizide in Folge einer psychischen Erkrankung erfolgt sind, dann bleibt die Erkrankung beim Mann in der \u00fcberwiegenden Zahl aller F\u00e4lle unterkannt. Warum?<\/p> <p>Aus Angst Schw\u00e4che zu zeigen, nehmen viele depressive M\u00e4nner keine professionelle Hilfe in Anspruch. Geht \u201aMann\u2019 \u00fcberhaupt zum Arzt, so dreht sich das Gespr\u00e4ch eher um k\u00f6rperliche Beschwerden als um psychische oder emotionale. Die damit bestehende Unterdiagnostik bei M\u00e4nnern l\u00e4sst sich allerdings nicht allein darauf zur\u00fcckf\u00fchren, dass der Betroffene erst gar nicht dar\u00fcber spricht. Denn auch wenn sich ein m\u00e4nnlicher Patient bei seinem Arzt mit anderen Beschwerden vorstellt, so k\u00f6nnte mittels einer verbesserten Depressionsdiagnostik schneller eine psychische St\u00f6rung aufgedeckt werden.<\/p> <p>&lt;&lt;05-08Depression.pdf&gt;&gt;<br \/> Der Beitrag Depression &#8211; \u00fcberdiagnostiziert bei Frauen, unterdiagnostiziert bei M\u00e4nnern? von Anne-Maria M\u00f6ller-Leimk\u00fchler, Psychiatrische Klinik der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t, M\u00fcnchen, erscheint am 21.5.2008 in Ausgabe 05\/2008 der Zeitschrift Der Gyn\u00e4kologe. Der vollst\u00e4ndige Artikel kann Journalisten vorab elektronisch zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Mehr unter: www.springer.com\/medicine<\/p> <p>Kontakt: Uschi Kidane | Tel.: 06221 487-8166 | uschi.kidane@springer.com<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationale Bev\u00f6lkerungsstudien belegen Unterbehandlung bei M\u00e4nnern\u00a0 \/\u00a0 Mittels verbesserter Depressionsdiagnostik in der \u00e4rztlichen Praxis kann M\u00e4nnerdepressivit\u00e4t leichter entdeckt werden Die Problematik ist nicht neu: Haushalt, lebhafte Kinder und zus\u00e4tzlich ein anspruchsvoller Job. Schon lange m\u00fcssen viele Frauen diesen Anspr\u00fcchen gerecht werden. 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