{"id":3036,"date":"2010-01-05T13:46:05","date_gmt":"2010-01-05T12:46:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=3036"},"modified":"2019-04-15T18:13:08","modified_gmt":"2019-04-15T17:13:08","slug":"frauen-reagieren-auf-sexuelle-reize-anders-als-maenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/frauen-reagieren-auf-sexuelle-reize-anders-als-maenner-103036\/","title":{"rendered":"Frauen reagieren auf sexuelle Reize anders als M\u00e4nner"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neue Studie: Reaktionen auf sexuelle Reize geschlechtsspezifisch<\/strong><\/p> <p>New York\/Heidelberg, 4 Januar 2010<br \/> Auf sexuelle Reize reagieren Kopf und Genitalien bei Frauen eher getrennt, w\u00e4hrend die Reaktionen von K\u00f6rper und Geist bei M\u00e4nnern eher aufeinander abgestimmt sind. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Assistant Professor Meredith Chivers von der Queen\u2018s University in Kingston, Kanada, und ihren internationalen Mitarbeitern Michael Seto, Martin Lalumi\u00e8re, Ellen Laan und Teresa Grimbos. Ihre Meta-Analyse der \u00dcbereinstimmung zwischen subjektivem Empfinden und physiologisch messbaren Anzeichen sexueller Erregung bei M\u00e4nnern und Frauen erscheint diese Woche in der Online-Ausgabe des Springer-Journals Archives of Sexual Behavior.<!--more--><\/p> <p>Sexuelle Reaktionen des Menschen sind eine dynamische Kombination aus kognitiven, emotionalen und physiologischen Prozessen. Chivers und ihre Kollegen befassten sich mit der Frage, in welchem Ma\u00df sich das pers\u00f6nliche Empfinden sexueller Erregung in physiologischer Aktivit\u00e4t der Genitalien niederschl\u00e4gt und ob sich im Rahmen einer Meta-Analyse mehrerer psychophysiologischer Studien zu diesem Thema geschlechtsspezifische Unterschiede feststellen lassen w\u00fcrden (von denen in einzelnen Studien h\u00e4ufig berichtet wird).<\/p> <p>Die Autoren arbeiteten auf der Grundlage von 134 Studien, die zwischen 1969 und 2007 erschienen sind. Sie alle untersuchten das Ma\u00df an \u00dcbereinstimmung zwischen subjektivem Empfinden sexueller Erregung und physiologisch messbaren Reaktionen der Genitalien. Insgesamt basierten diese Studien auf den Daten von \u00fcber 2.500 Frauen und 1.900 M\u00e4nnern. Die Teilnehmer machten Angaben zum Grad ihrer Erregung w\u00e4hrend und nach dem Kontakt mit einer Vielzahl sexueller Reize \u2013 die sogenannte subjektive Erregung. Mithilfe unterschiedlicher Methoden hielten die Wissenschaftler gleichzeitig die physiologischen Reaktionen fest, darunter den Grad der Erektion bei den M\u00e4nnern und Ver\u00e4nderungen der genitalen Durchblutung bei den Frauen.<\/p> <p>Bei M\u00e4nnern lie\u00df sich ein gr\u00f6\u00dferes Ma\u00df an \u00dcbereinstimmung zwischen subjektiv empfundener und physiologischer Erregung feststellen als bei Frauen. Ihr subjektives Empfinden entsprach sehr viel deutlicher den k\u00f6rperlichen Reaktionen. Bei den Frauen hingegen war kein so hohes Ma\u00df an \u00dcbereinstimmung festzustellen \u2013 subjektiv empfundene und k\u00f6rperlich messbare Reaktionen klafften eher auseinander, in Einzelf\u00e4llen sogar ganz erheblich.<\/p> <p>Bei der Suche nach Faktoren, die eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Diskrepanz zwischen M\u00e4nnern und Frauen liefern k\u00f6nnten, identifizierten die Wissenschaftler insbesondere zwei methodologische Unterschiede.<\/p> <p>Im Hinblick auf das Ma\u00df an \u00dcbereinstimmung zwischen subjektiver und physiologischer Erregung spielte die Art der sexuellen Reize \u2013 also etwa ihr Inhalt oder die Art der Pr\u00e4sentation, beispielsweise visuell oder akustisch \u2013 bei den M\u00e4nnern keine Rolle, bei den weiblichen Teilnehmern allerdings schon. Waren Frauen bei Inhalt und Pr\u00e4sentation einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl und Bandbreite von sexuellen Reizen ausgesetzt, ergab sich auch ein h\u00f6heres Ma\u00df an \u00dcbereinstimmung.<\/p> <p>Auch der Zeitpunkt der Beurteilung der subjektiven Erregung spielte eine Rolle. Wurden die Teilnehmer am Ende jedes sexuellen Reizes um eine Beurteilung gebeten, lagen die Reaktionen der M\u00e4nner enger beieinander als die der Frauen. Geschah dies jedoch bereits vorher, ging das Ma\u00df an \u00dcbereinstimmung bei den M\u00e4nnern auf das der Frauen zur\u00fcck.<\/p> <p>Schlussfolgerung der Autoren: \u201eDie Beurteilung der sexuellen Erregung von M\u00e4nnern und Frauen ist als wesentlicher Bestandteil theoretischer Studien zur menschlichen Sexualit\u00e4t von ganz erheblicher Bedeutung, auch beispielsweise bei der Behandlung sexueller Dysfunktionen \u2013 das Wissen um die Zusammenh\u00e4nge ist Grundlage f\u00fcr weitere theoretische und praktische Entwicklungen in der Erforschung der menschlichen Sexualit\u00e4t. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der sexuellen Erregung, das Wesen von<br \/> Geschlechtsunterschieden und das Entstehen sexueller Reaktionen sind unsere Erkenntnisse wegweisend.\u201c<\/p> <p>Quelle<br \/> 1. Chivers ML et al (2010). Agreement of self-reported and genital measures of sexual arousal in men and women: a meta-analysis. Archives of Sexual Behavior. DOI 10.1007\/s10508-009-9556-9<\/p> <p>Der Volltext-Artikel ist f\u00fcr Journalisten als PDF-Datei verf\u00fcgbar.<br \/> <strong>Kontakt:<\/strong> Joan Robinson, Springer, Tel +49-6221-487-8130, joan.robinson@springer.com<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Studie: Reaktionen auf sexuelle Reize geschlechtsspezifisch New York\/Heidelberg, 4 Januar 2010 Auf sexuelle Reize reagieren Kopf und Genitalien bei Frauen eher getrennt, w\u00e4hrend die Reaktionen von K\u00f6rper und Geist bei M\u00e4nnern eher aufeinander abgestimmt sind. 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