{"id":30740,"date":"2011-09-29T09:56:40","date_gmt":"2011-09-29T08:56:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/?p=30740"},"modified":"2021-12-20T12:05:46","modified_gmt":"2021-12-20T11:05:46","slug":"interdisziplinaeres-forschungsprojekt-mit-resultaten-zum-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachzeitungen.de\/pressemeldungen\/interdisziplinaeres-forschungsprojekt-mit-resultaten-zum-klimawandel-1030740\/","title":{"rendered":"Interdisziplin\u00e4res Forschungsprojekt mit Resultaten zum Klimawandel"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial;\">Im Klimawandel ver\u00e4ndert sich Rheinland-Pfalz. Vor dreieinhalb Jahren hat das Land ein interdisziplin\u00e4res Forschungsprojekt auf den Weg gebracht, um Chancen und Risiken des Klima- und Landschaftswandel zu beschreiben. Heute wurden vor rund 200 Teilnehmern Ergebnisse aus \u201eKlimLandRP\u201c im Hambacher Schloss vorgestellt. <\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">\u201eDie Klimaerw\u00e4rmung hinterl\u00e4sst Spuren\u201c, stellte Klimaschutzministerin Eveline Lemke fest. \u201eEs liegen uns jetzt Daten zu f\u00fcnf wichtigen Umweltsektoren vor, die zeigen, was wir schon tun k\u00f6nnen und wie wir weiterarbeiten m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen vielfach neu planen. Ziel ist es, die Klimaver\u00e4nderungen einsch\u00e4tzen, Anpassungsma\u00dfnahmen entwickeln und Gegenma\u00dfnahmen treffen zu k\u00f6nnen.\u201c <!--more-->Zur Vorsorge geh\u00f6re auch die Energiewende mit umfassendem Einsatz von Erneuerbaren Energien. \u201eRheinland-Pfalz soll sich bis 2030 zu 100 Prozent mit Regenerativenergien versorgen und wird damit dauerhaft klimasch\u00e4dliche Gase vermeiden und so den Klimawandel begrenzen\u201c, sagte Lemke.<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Einige Beispiele aus der Untersuchung zeigen den Handlungsbedarf: So gef\u00e4hrden Starkniederschl\u00e4ge zunehmend wertvolle Ackerb\u00f6den. Eine schonende Bewirtschaftung wird so immer wichtiger. In einigen Regionen gilt es, die Wasseraufnahme der B\u00f6den zu verbessern w\u00e4hrend in anderen Regionen beregnet werden muss, um Ernten zu sichern. F\u00fcr den Weinbau zeichnet sich eine Verschiebung des Rebsortenspektrums ab &#8211; hin zu Sorten, die mehr W\u00e4rme vertragen. Die Artenvielfalt wird sich neu zusammensetzen, der Zuzug neuer Arten hat schon begonnen. So beg\u00fcnstigen h\u00f6here Temperaturen und eine Ausweitung der Vegetationsperiode die Wanderung von Tieren und Pflanzen der Mittelmeerl\u00e4nder nach Norden &#8211; dazu geh\u00f6rt zum Beispiel das Insekt \u201edie Gottesanbeterin\u201c.<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Ministerin Lemke: \u201eWir brauchen Erkl\u00e4rungen wie sie die Studie liefert, um richtig auf Klimaver\u00e4nderungen reagieren zu k\u00f6nnen.\u201c Schon jetzt sei klar, dass dies erst der Anfang sei. \u201eEs bedarf weiterer regionalisierter Untersuchungen und einer Ausweitung auf Themen wie \u201e\u00d6konomie\u201c und \u201eGesundheit\u201c, um den Klimawandel in seiner Gesamtheit zu erfassen und die im Land notwendigen Anpassungsoptionen zu entwickeln. F\u00fcr die Zukunft werden genauere Prognosen erwartet, insbesondere im Hinblick auf lokale Folgen des Klimawandels und konkrete Ma\u00dfnahmen an einzelnen land- und forstwirtschaftlichen Standorten.\u201c <\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Das \u201eRheinland-Pfalz Kompetenzzentrum f\u00fcr Klimawandelfolgen\u201c\u00a0<\/span><span style=\"font-family: Arial;\">http:\/\/www.klimawandel-rlp.de\/ hat das Forschungsprojekt Klima- und Landschaftswandel in Rheinland-Pfalz (\u201eKlimLandRP\u201c) gemeinsam mit dem renommierten Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung (PIK) und mehreren universit\u00e4ren Partnern koordiniert. Begonnen 2008, hat es die Vielfalt der rheinland-pf\u00e4lzischen Natur- und Kulturlandschaft betrachtet, die land- und forstwirtschaftliche Nutzung eingeschlossen. M\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen wurden zun\u00e4chst f\u00fcr einen Zeitraum von bis zu 50 Jahren projiziert, je nach Fragestellung auch bis zum Jahr 2100. Das interdisziplin\u00e4re Forschungsprojekt hatte ein Gesamtvolumen von ca. 1,8 Millionen Euro f\u00fcr dreieinhalb Jahre. <\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">Anhang<\/span><br \/> <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"font-family: Arial;\">1. Klimawandel in Rheinland-Pfalz<\/span><\/span><br \/> <span style=\"font-family: Symbol;\">\u00b7<span style=\"font-family: Courier New;\">\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/span> <span style=\"font-family: Arial;\">Die<\/span> <span style=\"font-family: Arial;\">Jahresmitteltemperatur<\/span><span style=\"font-family: Arial;\"> in Rheinland-Pfalz ist seit 1901 um rund 1,1 Grad Celsius angestiegen (Jahresmitteltemperatur in RLP: 8,6 Grad Celsius; 1961 bis 1990, langj\u00e4hriges Mittel)<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Symbol;\">\u00b7<span style=\"font-family: Courier New;\">\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/span> <span style=\"font-family: Arial;\">W\u00e4rmere Sommer<\/span><span style=\"font-family: Arial;\">, in Rheinland-Pfalz plus 1,3 Grad Celsius und w\u00e4rmere Winter plus 0,95 Grad Celsius<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Symbol;\">\u00b7<span style=\"font-family: Courier New;\">\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/span> <span style=\"font-family: Arial;\">Steigende<\/span> <span style=\"font-family: Arial;\">Anzahl von Sommertagen<\/span><span style=\"font-family: Arial;\"> (H\u00f6chsttemperaturen von mindestens 25\u00a0Grad Celsius ), vor allem im Rheintal: dort in den letzten 50 Jahren in den Ballungszentren ein Plus von circa 25 Sommertagen!<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Symbol;\">\u00b7<span style=\"font-family: Courier New;\">\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/span> <span style=\"font-family: Arial;\">Fr\u00fcherer Beginn und<\/span> <span style=\"font-family: Arial;\">l\u00e4ngere Vegetationszeiten<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Symbol;\">\u00b7<span style=\"font-family: Courier New;\">\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/span> <span style=\"font-family: Arial;\">Immer h\u00e4ufiger<\/span> <span style=\"font-family: Arial;\">extreme Witterungsereignisse<\/span><br \/> <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"font-family: Arial;\">2. Zusammenfassung: Ergebnisse \u201eKlimLandRP\u201c <\/span><\/span><br \/> <span style=\"font-family: Arial;\">Wasser<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Im Westen und Nordwesten wird mehr Wasser abflie\u00dfen. <\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Trockenperioden in den Flusst\u00e4lern von Rhein, Mosel und Nahe nehmen zu. <\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Flie\u00dfgew\u00e4sser werden fl\u00e4chenhaft im Sommer weniger Wasser f\u00fchren, was sich unter anderem auf die Wasserqualit\u00e4t und die Eignung f\u00fcr Schifffahrt nachteilig auswirken kann. W\u00e4hrend der Vegetationsperiode werden Perioden mit geringem Wasservorrat im Boden deutlich zunehmen. Infolgedessen ist Wasserstress vor allem auf flachgr\u00fcndigen Standorten wahrscheinlich.<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Boden<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Bis Ende 2100 w\u00e4chst im gesamten Land die Gefahr f\u00fcr Bodenabtrag durch die Zunahme von Starkregen. Bereits in der nahen Zukunft bis 2050 wird davon der Westen von Rheinland-Pfalz, insbesondere die Eifel und die Moselregion, betroffen sein. Erosionsgef\u00e4hrdete Standorte m\u00fcssen durch eine angepasste Landnutzung gesch\u00fctzt werden. Im Ackerbau wird eine bodenschonende Bewirtschaftung noch wichtiger und m\u00f6glichst viel Niederschlag soll in den B\u00f6den gespeichert werden. In besonders trockenen Regionen wird der Beregnungsbedarf ansteigen.<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Wald<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">In den einzelnen Waldorten wird es eine Mischung aus \u201egeeigneten\u201c Baumarten und der Aufbau von Laub-Nadel-Mischw\u00e4ldern geben m\u00fcssen. Reduzierte Niederschl\u00e4ge in den gro\u00dfen Flusst\u00e4lern (Rhein, Mosel und Nahe) betreffen die Hauptbaumarten, deren Ertrag sich mindern kann. <\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Auf der anderen Seite kann eine Zunahme der mittleren j\u00e4hrlichen Temperatur zu einem besseren Wachstum von Buche, Traubeneiche und Kiefer in den h\u00f6heren Lagen der Mittelgebirge (Hunsr\u00fcck, Eifel und Westerwald) f\u00fchren. Die k\u00fcnftige Eignung der Douglasie wird voraussichtlich bis 2100 schlechter sein als heute, aber deutlich besser als die der Fichte, die f\u00fcr trockene und feuchte Standorte nicht geeignet ist.<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Biodiversit\u00e4t<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Die Klima\u00e4nderungen der letzten 50 Jahre wirken bereits auf die Artenvielfalt ein. H\u00f6here Temperaturen und eine Ausweitung der Vegetationsperiode im Fr\u00fchjahr\/Herbst verschiebt mediterran verbreitete Arten nach Norden. Der Zuzug neuer Arten wird vermutlich weiter anhalten.<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Ein R\u00fcckzug von charakteristischen Arten der Mittelgebirge sowie z.B. von Mooren ist festzustellen. F\u00fcr bestimmte Lebensr\u00e4ume muss evtl. angrenzender Raum durch einen funktionierenden Biotopverbund entwickelt werden, um eine Anpassung in der H\u00f6he zu erm\u00f6glichen. W\u00e4rmeliebende Arten profitieren von den Klima\u00e4nderungen, k\u00f6nnen aber durch andere Faktoren (Landnutzung, andere abiotische\/biotische Bindungen) an einer Ausbreitung gehindert sein. <\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Landwirtschaft<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Besonders anf\u00e4llig f\u00fcr die Folgen des Klimawandels sind Gr\u00fcnlandstandorte, die eine st\u00e4ndige Wasserzufuhr w\u00e4hrend der gesamten Vegetationsperiode ben\u00f6tigen. Reduzierte Sommerniederschl\u00e4ge bedeuten Trockenstress.<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Im Weinbau k\u00f6nnen Anpassungsma\u00dfnahmen notwendig sein. Die Untersuchungen zeigen eine f\u00fcr den Riesling eher negative Entwicklung, weil es w\u00e4rmer wird. Eine Verschiebung und Erweiterung des Rebsortenspektrums zu Sorten mit h\u00f6heren W\u00e4rmeanspr\u00fcchen (z.B. Rotweine) ist hier denkbar, ebenso das Ausweichen des Rieslings auf k\u00fchlere Standorte. <\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Anpassungsma\u00dfnahmen im Ackerbau bestehen vor allem in der Sicherstellung der Wasserversorgung z.B. durch Bew\u00e4sserung oder Verdunstungsschutz.<\/span><\/p> <p>&nbsp;<\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Verantwortlich (i.S.d.P.)<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Stefanie Mittenzwei<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Arial;\">Pressesprecherin<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Arial;\">Telefon 06131 16-2550<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Arial;\">Telefax 06131 16-2174<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Arial;\">stefanie.mittenzwei@mwkel.rlp.de<\/span><\/p> <p><span style=\"font-family: Arial;\">Ruth Boekle<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Arial;\">Pressesprecherin<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Arial;\">Telefon 06131 16-2549<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Arial;\">Telefax 06131 16-2174<\/span><br \/> <span style=\"font-family: Arial;\">ruth.boekle@mwkel.rlp.de<\/span><\/p> <p><span style=\"color: #000000; font-family: Arial; font-size: x-small;\">Referat Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/span><\/p> <p><span style=\"color: #000000; font-family: Arial; font-size: x-small;\">MINISTERIUM F\u00dcR WIRTSCHAFT, KLIMASCHUTZ, <\/span><br \/> <span style=\"color: #000000; font-family: Arial; font-size: x-small;\">ENERGIE UND LANDESPLANUNG<\/span><br \/> <span style=\"color: #000000; font-family: Arial; font-size: x-small;\">RHEINLAND-PFALZ<\/span><\/p> <p><span style=\"color: #000000; font-family: Arial; font-size: x-small;\">Stiftsstra\u00dfe 9<\/span><br \/> <span style=\"color: #000000; font-family: Arial; font-size: x-small;\">55116 Mainz<\/span><br \/> <span style=\"color: #000000; font-family: Arial; font-size: x-small;\">Telefon 06131\/16-2548<\/span><br \/> <span style=\"color: #000000; font-family: Arial; font-size: x-small;\">Telefax 06131\/16-172548<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Klimawandel ver\u00e4ndert sich Rheinland-Pfalz. 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